Profil von Marie Mehrfeld

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Anzahl Gedichte: 175
Anzahl Kommentare: 351
Gedichte gelesen: 101.617 mal
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Titel
175 Heiße Zeiten 18.06.26
Vorschautext:
Die Luft über dem Erdreich glüht,
Scharf zeichnen sich die kurzen Schatten,
Es stirbt, was gestern noch geblüht,
Die Lust, die Liebe selbst ermatten;

Der Wüstensonnenstrahlen Wut
Versengt die Wiesen und die Felder,
Nimmt Tieren, Pflanzen, Menschen Mut
Und legt sich bleiern über Wälder;

Die Hitze dräut so permanent,
Ich wünsche mir mit bangem Schweigen,
...
174 keine Frage der Worte 16.06.26
Vorschautext:
dein Lächeln am Morgen, es flatterte
sorglos im frühen Licht, und wenn
du schlafend auf Reisen gingst dicht

neben mir Haut an Haut und so ganz
ohne mich, lächeltest du anders, fremd
warst du mir dann, fremd war ich dir;

Regen der Nacht, regne auf alles zu
Dunkle und auf die dumpfe Angst,
dass sie sich auflöst in Wasser, das

...
173 heute Nacht 16.06.26
Vorschautext:
hab mich jung geträumt
heute Nacht
hab den Schlaf versäumt
heute Nacht
hab an dich gedacht
heute Nacht
hab gelacht geweint
heute Nacht
waren wir vereint
heute Nacht
flogen wir ins Blau
heute Nacht
...
172 Zeit einsamen Wanderns 01.06.26
Vorschautext:
jener Augenblick des Todes reicht
über die Zeit und alle Grenzen des
Denkens und Fühlens hinaus; dein
lächelnder Blick aus der Ferne füllt
von nun an meine Horizonte, und er

sprengt die Fesseln meiner Trauer;
besänftigte Lämmerwölkchen, sie
ziehen über die Stirn mir, streicheln
die Falten des Kümmerns glatt: ihr
filigranen Flügel des Morgenwinds,

...
171 Fall der Fälle 28.05.26
Vorschautext:
so viele Federn habe ich gelassen im letzten Sturm
dass ich im Fall der Fälle dem endgültigen Absturz
nichts entgegenzusetzen hätte als das Wissen um die
Bedingungslosigkeit deiner unergründlichen Liebe

M.M.
170 Pfingstgeist 20.05.26
Vorschautext:
Krieg, Hunger, Tod beherrscht die Welt,
Wer reich ist, giert nach noch mehr Geld,
Wir sind beherrscht von Diktatoren,
Die Volksherrschaft, sie geht verloren,
Wahrheit, Gemeinsinn auf dem Spiel,
Was zählt, das ist der große Deal.

Zu schnell vergeht der Augenblick,
Das Gestern kehrt nie mehr zurück,
Wir suhlen uns im Nörgeln, Sorgen,
Verschieben Handeln gern auf morgen
Und streben hastend nach Genuss,
...
169 einfach nur Worte 16.05.26
Vorschautext:
zwischen rauen Brennnesseln wandert er
wieder im wiegenden Schritt, der fremde
Kater mit meergrünem Blick, schaut mir

tief ins Herz und vergräbt sich schnurrend
in den tanzenden Netzen meiner Gefühle,
und wie ich da liege und träume, streunt

er gelassen und majestätisch durch mein
Hirn, reißt ungestüm an meinen Wurzeln,
und ich ahne, dass er eine traurige Seele

...
168 Zartgesänge 16.05.26
Vorschautext:
hörst du die Zartgesänge,
wie sie summend erwachen

mit dem wachsenden Schein des
aufsteigenden Monds dort hinter dem

schwarzblauen Wolkenberg, dein mitter-
nächtliches Flüstern fließt heute so verhalten,

wenn wir uns aneinander schmiegen in alter Art,
sieh, wie sie stehend schlafen im blassen Lunaschein,

...
167 so ist es eben 16.05.26
Vorschautext:
die Trauer nagt
an meiner Stirn,
die Furcht, sie frisst
sich in mein Hirn,

ich weiß es nicht -
was kommt danach,
ob es dort Nacht
sein wird, ob Tag,

sind wir im Schatten-
reich allein,
...
166 ist da noch Zeit? 16.05.26
Vorschautext:
ist da noch Zeit, zu reden?
nein, geredet wurde zu viel und
zu wenig bedacht; ist da noch Zeit,
zu denken? nein, gedacht wurde genug,
doch zu wenig gehandelt; ist da noch Zeit zum
Neubeginn? nein, die Mitternacht ist vergangen,
und die Morgenröte verkündet Hass, Neid und
Macht und Krieg, Feuer und Wasser und Tod;
ist noch Zeit, zu hoffen? ja, ohne Zuversicht
können wir nicht leben; ist da noch Zeit zu
lieben? ja, denn nur die Macht der Liebe in
uns allen könnte das Unheil verhindern
...
165 Bildbetrachtung 08.03.26
Vorschautext:
kopfstehend reckt sich undefinierbar
Grünes zum Himmel, versucht vergeblich
durch die Decke zu stoßen, rechts daneben
bemüht sich ein rot ziselierter azurblauer Pfeil
mit schwarzer Spitze angestrengt zu fliehen,
das gelingt ihm nicht, dem gegenüber streckt
sich ein dunkelblauer handloser Mantelärmel
mit weißen Einschüssen weit aus dem Bild,
greift ins blasse Leere, mittendrin tröpfelt
eine schwarze gelb gepunktete Suppe
demütig und unablässig vor sich hin,
auch der Berg weiß nichts mit sich
...
164 dunkles Kleid 08.03.26
Vorschautext:
meine Einsamkeit
trägt ein dunkles Kleid,
Leben rinnt dahin,
finde keinen Sinn,

fühl verloren mich
so ganz ohne dich,
kalter Regentag,
hör was ich dir sag,

Worte fließen nicht,
schreibe kein Gedicht,
...
163 Mut, kehr zurück 08.03.26
Vorschautext:
Zornig grauer Himmel,
lastest so tränenschwer mir
in der hohlen Hand,

Zeit, du tropfst zu schnell,
und mein Morgengebet weicht
klaglos dem Dunkel des Schattens,

Luft in den Ritzen der Gemäuer,
die mein Zuhause waren,
selbst sie atmet schwerer;

...
162 Das Leben lieben 08.03.26
Vorschautext:
Die Wunder der Natur nimmst du nicht wahr,
die sich direkt vor deinen Fenstern vollziehen,
du siehst nicht, wie der junge Gingko dir seine
Zweige mit zartgrünen Blättern entgegen streckt,
lässt dich nicht von der Duftsinfonie der Blüten
im Garten betäuben, die dir alten Glanz zurück
zaubern wollen in deine trüben Sinne; Stunden

gibt es, in denen du blind bist vor Trauer, dass
du die Arme nicht heben kannst, so schwer sind
sie vom Tragen der Lasten des Einsamseins und
vergeblichen Buhlens darum, geliebt zu werden,
...
161 Wald Stadt Dorf Mensch Tier 15.09.23
Vorschautext:
Wald Stadt Dorf Mensch Tier
Welt aus dem Takt
selbst der Birken früh verwelkte

Blätter tragen Trauer
Sonne sendet Glut und Brand
und der Mond scheint zu still,

und darüber schwebt weh klagend
aller Glocken Klang
Wasser Winde wild geworden

...
160 Sinn Suche 19.07.23
Vorschautext:
Was sucht die rote
13 im grauen rauen Feld
unter den tief schwarzen Balken
neben den zwei braunen kopulierenden
Gestalten, die wie räudige Hasen aussehen,
und die dabei sind, nach links außen zu fliehen,
und überhaupt, was soll der hellgrüne Halbmond
über den liebes - tollen vielleicht Karnickeln,
ich verstehe das Ganze nicht, habe es mir
aber freiwillig an die Wand gehängt
und halte es schon ein Jahr lang
aus mit ihm, diesem Bild, es
...
159 ist immer noch 14.07.23
Vorschautext:
war Streicheln, war Tasten,
war Hören und Staunen,
war Trödeln und Hasten,
betörendes Raunen,

war Lachen, war Loben,
war das Rufen - ich BIN!
tief unten, hoch oben
und auch mitten drin,

war Bitten und Danken,
war vielstimmig Singen,
...
158 Banales 05.07.23
Vorschautext:
Man ist an manchem Tag verzagt, man nölt, man wütet und man klagt –
wenn nur die Stimmung besser wär’ und auch das Konto nicht so leer,
ach, wenn es mich doch nicht so juckte, das auf die Pflaster Hingespuckte,

auch Antibiotika in Schweinen, sie bringen öfter mich zum Weinen,
die schlechte Welt, die Potentaten mit ihrem Grölen, üblen Taten,
ich steig’re mich da schon mal rein und frage mich nun, muss das sein,

macht es die Welt die Bohne besser, wenn ich so wetze meine Messer …
ich jammere, es ist doch so, auf allerhöchstem Weltniveau, und
wenn ich durch den Wald so streife, geschieht’s im Nu, dass ich begreife -
ich will mein Leben auch genießen, nicht ständig reden nur vom Miesen,
...
157 Worte der Zuversicht 17.06.23
Vorschautext:
einer Sturzflut gleich
jagt mir mein Leben
in unscharfen Bildern
über die gefurchte Stirn,
gibt mir mein Puls
in wachsendem Tempo
den Takt vor,

alles fließt schneller,
mir schwindelt,

während ich da liege
...
156 Das weiß ich doch 17.06.23
Vorschautext:
Der stille Tag ertrinkt betrübet vom falschen Klagen, Sagen
im nebelschwarzen Rauch der langen Nacht, die kommt,
verklingt im Moll des Graus, und die gekrümmte Hand
des alten Bettelnden am Wegesrand streckt sich vergeblich aus,
sein Bitten stumm verhallt im allzu schnellen Schritt der Zeit,
in ihrer Unerbittlichkeit,

ich suche Schmetterlinge in den Blumenwiesen
und auch die Schnecken, die auf feuchten Wegen kriechen,
ich such das Glück in wachen Kinderaugen,
die ohne Arg sind und noch voller Glauben,
ich suche jenes silberhelle Licht das über allem weht,
...