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| 37 | Welt im Wandel | 20.07.21 | ||
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Vorschautext: Wann haben wir es endgültig kapiert, dass der Klimawandel auch uns tangiert, öffnen die Augen, es siegt der Verstand – denn Fluten verwüsten auch unser Land, das rasende Wasser, es kam in der Nacht, als alle im Schlaf, mit unfassbarer Macht, zu viele Menschen sind hilflos ertrunken und Dörfer in Monsterwellen versunken, doch lasst uns nicht nur an eignes Leid denken, sondern den Blick auf das Ganze nun lenken, in fernen Ländern herrscht Hungersnot ... |
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| 36 | Hoffnungsmond | 16.07.21 | ||
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Vorschautext: es kleben zu viele Zettel mit wildfremden Namen an meiner Grübelstirn, mein Lieber, zu viele Fragezeichen und Doppelpunkte - und keine Antwort; du spürst sie wie ich, die Welle der Erinnerungen an unsere Zeit, sie will uns lieben mit ihren alten Augen und dann überrollen, zerschmettern und verschlingen, will uns unter sich begraben; doch wir wehren uns, werden sie brechen ... |
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| 35 | ich mochte es ... | 16.07.21 | ||
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Vorschautext: wenn du lächeltest, als hätte ein Schmetterling deine Wimpern berührt und deine Augen leuchteten, weil dir Erinnerungen helle Bilder spiegelten, wenn du beim Gähnen seufzend die Arme recktest, ... |
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| 34 | hinter vorgehaltener Hand | 16.07.21 | ||
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Vorschautext: vergessene Bilder flirren über verwischten Sprachtrümmern, erst schwebend, dann stürzend, falle ich unsanft, träumend in das grüne Kindergitterbett, hoch oben der dunkele Mann in steif gekoppelter Uniform, so hebt er mich ins grelle Licht, lächelnd mit schiefen Zähnen und tief tief traurigen Augen, ich spüre den Abschied nicht, er zieht mit getäuschtem Mut aufrecht in den Krieg, falscher noch als alle falschen Kriege, und steht geknickt zerbrochen vor der Tür nach langer Zeit, schlafend kehre ich zurück, wieder und immer wieder - in mein altes gelbes Haus, nur, dass die Türen schief hängen in den Angeln, Tapeten fehlen, und triste leere Vierecke da, ... |
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| 33 | für immer und ewig | 15.07.21 | ||
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Vorschautext: sanfter Südwind trug Wärme und rote Worte zu uns in der letzten sternklaren Sommernacht, als hauchdünne Nebelschleier der Lust lagen über dem unersättlichen Feld der Wünsche, verfing sich liebkosend in deinem dunklen Haar und verwehte die Reste alltäglichen Grübelns, Salz trugen wir auf der Haut unter dem Streichelschweiß der Berührung, und als die Sonne sich rotgolden träge aus der Dämmerung schob, kam eine Schar schönäugiger Traumvögel mit wehend schwingendem Flügelschlag über das Meer gezogen, streifte deine und meine geschlossenen ... |
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| 32 | schlüsselloses Haus | 15.07.21 | ||
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Vorschautext: bräche jemand mit den geschärften Messern des Hasses ein in mein schlüsselloses Haus, wäre ich wehrlos ausgeliefert, es sei denn, du stündest mir bei, verjagtest alle alten Ängste; schlafwandele ich ohne dich auf dem Wanderweg ins Nichts und verstecke mich in dem verknoteten Geistesgeäst meiner verwilderten Denkmuster, die sich im Nichtwissen verbergen, im Fabelreich meiner Phantasie, die tags und nachts leuchtet, die mich wohlig ummanteln will mit den Farben der Harmonie; Rufe der Einsamkeit, sie verklingen im Klang perlender Fugen, die mich am Leben erhalten und mir sanft die Seele streicheln; ... |
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| 31 | Meer, das mich trug | 12.07.21 | ||
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Vorschautext: Wir reisten vergnügt im gleichen Zug, sang ich zu laut, dann summtest du leise, du warst das weite Meer, das mich trug, wir zähmten uns zärtlich - wechselweise; Unruhegeist hast du oft mich genannt, wenn des Tages Geschwätz nicht der Stille wich; wenn ich des Nachts in den Schlaf nicht fand – dann wurde ich ruhig, denn du hieltest mich; vergangen sind süße und bittere Zeiten, sind liebestrunkene Flüstergesänge, ... |
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| 30 | Una Ex His Erit Ultima | 12.07.21 | ||
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Vorschautext: nichts besitze ich, nichts, und wenn überhaupt, vorübergehend, mein Atmen, mein Hoffen, mein Lieben, alles, was ich gesagt, getan oder nicht getan, gehört und gesehen habe, es war geborgt, und doch, wie gut, manche Stunden geschliffene Edelsteine, unvergessen blinken sie, immer noch, andere die Hölle, die meisten einfach alltäglich, Begegnungen, meine Elixiere, das Du und das Ich, ... |
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| 29 | Irrsinnsreigen | 11.07.21 | ||
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Vorschautext: Hassmailverbreiter stimmen nicht heiter; sich selbst betrügend twittern sie lügend, aus ihrer Sicht - gibt’s die Seuche nicht; es lebe der Handel!, der Klimawandel – ist Einbildung nur, was schert sie Natur; sie bläh’n ihre Brust und handeln bewusst, fühl’n sich „gesendet“, sind nur verblendet und wissend unehrlich und brandgefährlich; ... |
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| 28 | Leben zieht oft krumme Bahnen | 10.07.21 | ||
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Vorschautext: Leben zieht oft krumme Bahnen, weil sie noch nichts davon ahnen, greinen Kinder, wenn sie zahnen; unter uns sich Balken biegen, weil wir zu viel’ Pfunde wiegen, wenn wir nachts im Bette liegen; höchst wahrscheinlich ist erlogen, dass wir einst mit Pfeil und Bogen grölend durch die Wälder zogen; ... |
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| 27 | Ich grüble, suche | 09.07.21 | ||
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Vorschautext: Ich murre, fluche, ich grüble und suche den Sinn des Lebens – oftmals vergebens; der Liebe mehr Tage?, den Tagen mehr Liebe?, ach wenn ich doch viel gelassener bliebe; der Zeit mehr Träume?, dem Träumen mehr Zeit?, ... |
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| 26 | Unersetzlich? | 09.07.21 | ||
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Vorschautext: Alles wird anders, nichts bleibt, wie es war? Das ist uns ja allen schon lange klar. Doch scheinen wir unfähig sein zum Handeln, den Klimakollaps doch noch zu wandeln, er ist schon viel zu weit fortgeschritten, bald hilft uns kein Flehen mehr und kein Bitten. Die Wahlkampfmesser, sie werden gewetzt, versprochen wird viel, wenig umgesetzt. Reichtum verteilen, auf manches verzichten, darüber müsste man lautstark berichten, doch wenn ein Politiker solches erzählt - dann wird er gewiss nicht wieder gewählt; ... |
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| 25 | Lass uns hoffen | 09.07.21 | ||
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Vorschautext: Lass uns im Traum die weite Welt umrunden, lass uns hoch fliegen über Täler, Berge, dann sind gewiss die Sorgen nur noch Zwerge, die Zeit gelebter Last schrumpft zu Sekunden, will mit dir alle Schatten überspringen und alle Streitereien nun begraben, die uns den Tag so oft verdunkelt haben, und leise im Duett die alten Lieder singen, ach lass uns wünschen, dass es Licht bald werde, dass Menschen endlich zur Besinnung kommen, ... |
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| 24 | Mein alter Kopf trägt Schnee | 07.07.21 | ||
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Vorschautext: In letzter Zeit lieg ich des Nachts oft wach, dann fühl ich mich verlassen und auch schwach, zwar fürchte ich mich nicht vor euch, Gespenster, doch als ein Vogel sang vor meinem Fenster - so rabenschwarz wie Pech war sein Gefieder - erschreckten mich die Todesklagelieder, in dunklem Moll erklangen seine Weisen, von alter Zeit erzählten sie, vom Reisen, ... |
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| 23 | Mein Dank ist groß | 05.07.21 | ||
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Vorschautext: Mein Wort zuviel kommt nicht zurück. Ich trag das Joch. Ein Wort zu wenig? Auch kein Glück. Das weiß ich doch. Die Runde, die ich nicht verlor? War Sieg für mich. Die Liebe, die mir gut gelang? Belohnte mich. Die Sprachen, die ich nicht gelernt. Es tut mir Leid! Die Ruhe, der ich nicht gepflegt. Zu wenig Zeit? ... |
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| 22 | Die Tücke mit der Lücke | 04.07.21 | ||
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Vorschautext: Das Einkaufsnetz, von Oma selbst gehäkelt, es ist stabil und hält, an dem wird nichts bemäkelt. Ganz ohne Ösen und auch Laschen passt es in alle Hosentaschen. Du nutzt es schon seit dreißig Jahren und willst es sorgsam aufbewahren. Viel besser ist’s als Plastiktüten, drum wirst du’s pingelig behüten. Es hält, da wag ich jede Wette, nach jenem Urgesetz der Kette: Zwar ist da nichts als Loch an Loch - und es hält doch. Das Omanetz erklärt dein Leben. Nichts lief perfekt. So war es eben. Das ist des Menschen Daseins Tücke. Hier half dir stets - der Mut zur Lücke. In deinen Schränken gibt es Kleidungsstücke, die du nicht magst. Was du beklagst. So manches, das du einstmals heiß begehrt, es stand dir nie. Drum ist es nicht verkehrt, wenn du dir wünschst, ganz frei von Ironie, ... |
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| 21 | dein Herz in Stücke reißen | 03.07.21 | ||
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Vorschautext: bestürzt trete ich aus dem Dunkel des verwüsteten Walds meiner frühen Kindheit, so viele Baumkronen hieb der wilde Sturm in Stücke, er mähte die hohen vertrockneten Kiefern gnadenlos nieder, es war ein Schlachtfeld; ja, wir führen Krieg gegen uns selbst und haben ihn fast verloren, warum spüren wir das nicht; die farbigen Bilder der zärtlich rauschenden Buchenwälder, sie sind noch so lebendig in mir; die steinern eingefasste Quelle spuckt nur noch wenig brackiges Wasser; halte meine hohle Hand darunter, ... |
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| 20 | Nebel der Zwischenwelt | 03.07.21 | ||
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Vorschautext: Stille klammert sich fest, nur nichts aussprechen; verschlucke die Tränen; wir fühlten das Feuer, es blieb; brannten Wunden aus mit den alten Worten der Liebe; du bist in mir, um mich; in den Nebeln der Zwischenwelt, da ist ... |
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| 19 | Sinnfragen | 02.07.21 | ||
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Vorschautext: ja, ich spür’, dass ich bin, und mein Leben hat Sinn, doch frag’ ich auch - wer? wo komme ich her, wo will ich nur hin, was bringt mir Gewinn? wenn du schläfst, bin ich wach, bin ich stark und du schwach, wenn du wachst, find’ ich Ruh, und ich weiß dann, dass du mich beschützt, wenn es donnert, wenn’s blitzt; meine Seele, sie zittert, wenn es stürmt und gewittert, dann habe ich’s schwer, dann fürcht’ ich mich sehr, denn der Donner, er weckt alte Ängste in mir, die tief innen versteckt; und dann danke ich dir, dass du neben mir gehst und mich hörst und verstehst, wer bin ICH, fragst selbst du, s’lässt auch dir keine Ruh’, wurden Ziele verfehlt? ist’s die Liebe, die zählt? wann stirbst du und wann ich? ich weiß es doch nicht; Konturen verschwimmen, die Bilder verblassen, ich kann nichts bestimmen, sollt’s Denken sein lassen, ich spüre die Wand und kann nichts begründen, ich such’ deine Hand, um Hoffnung zu finden, und frage doch weiter, ganz unbeirrt, wie bleiben wir heiter, wird’s hell, wenn man stirbt? ist das Dasein nur Schmach? gibt’s ein Leben danach? kann es sein, ich gehör’ nicht in diese Zeit? bin ich ein Relikt der Vergangenheit? mein Herz ist so voll, der Kopf ist so leer, mir fehlen die Zeiten des Wanderns sehr, nur im Traum kann ich siegen, nur im Traum auch weit fliegen, über Täler und Höhen, und ich will’s noch mal sehen, wie das golden dämmernde Morgenlicht sich widerspiegelt in deinem Gesicht; sucht ein Jeder sich in dem Anderen nicht? ... |
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| 18 | Der Jubel der Lerchen - 7 Heiku | 01.07.21 | ||
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Vorschautext: Seit er dich verließ, schlagen triste Gedanken Wellen in dir; du verkriechst dich vor dem Licht des Lebens und meidest den Tag; dich bespiegeln in dunklen Abgründen gestriger Pfützen ... |
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