Profil von Marie Mehrfeld

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Anzahl Gedichte: 165
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Gedichte gelesen: 97.905 mal
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Titel
25 Lass uns hoffen 09.07.21
Vorschautext:
Lass uns im Traum die weite Welt umrunden,
lass uns hoch fliegen über Täler, Berge,
dann sind gewiss die Sorgen nur noch Zwerge,
die Zeit gelebter Last schrumpft zu Sekunden,

will mit dir alle Schatten überspringen
und alle Streitereien nun begraben,
die uns den Tag so oft verdunkelt haben,
und leise im Duett die alten Lieder singen,

ach lass uns wünschen, dass es Licht bald werde,
dass Menschen endlich zur Besinnung kommen,
...
24 Mein alter Kopf trägt Schnee 07.07.21
Vorschautext:
In letzter Zeit lieg ich des Nachts oft wach,
dann fühl ich mich verlassen und auch schwach,

zwar fürchte ich mich nicht vor euch, Gespenster,
doch als ein Vogel sang vor meinem Fenster -

so rabenschwarz wie Pech war sein Gefieder -
erschreckten mich die Todesklagelieder,

in dunklem Moll erklangen seine Weisen,
von alter Zeit erzählten sie, vom Reisen,

...
23 Mein Dank ist groß 05.07.21
Vorschautext:
Mein Wort zuviel kommt nicht zurück.
Ich trag das Joch.
Ein Wort zu wenig? Auch kein Glück.
Das weiß ich doch.
Die Runde, die ich nicht verlor?
War Sieg für mich.
Die Liebe, die mir gut gelang?
Belohnte mich.
Die Sprachen, die ich nicht gelernt.
Es tut mir Leid!
Die Ruhe, der ich nicht gepflegt.
Zu wenig Zeit?
...
22 Die Tücke mit der Lücke 04.07.21
Vorschautext:
Das Einkaufsnetz, von Oma selbst gehäkelt, es ist stabil und hält,
an dem wird nichts bemäkelt. Ganz ohne Ösen und auch Laschen passt es in alle Hosentaschen. Du nutzt es schon seit dreißig Jahren und willst es sorgsam aufbewahren.
Viel besser ist’s als Plastiktüten, drum wirst du’s pingelig behüten.
Es hält, da wag ich jede Wette, nach jenem Urgesetz der Kette:

Zwar ist da nichts als Loch an Loch - und es hält doch.
Das Omanetz erklärt dein Leben. Nichts lief perfekt. So war es eben.
Das ist des Menschen Daseins Tücke. Hier half dir stets - der Mut zur Lücke.
In deinen Schränken gibt es Kleidungsstücke, die du nicht magst.
Was du beklagst. So manches, das du einstmals heiß begehrt, es stand dir nie.

Drum ist es nicht verkehrt, wenn du dir wünschst, ganz frei von Ironie,
...
21 dein Herz in Stücke reißen 03.07.21
Vorschautext:
bestürzt trete ich aus dem Dunkel des verwüsteten
Walds meiner frühen Kindheit, so viele Baumkronen
hieb der wilde Sturm in Stücke, er mähte die hohen
vertrockneten Kiefern gnadenlos nieder, es war ein

Schlachtfeld; ja, wir führen Krieg gegen uns selbst
und haben ihn fast verloren, warum spüren wir das
nicht; die farbigen Bilder der zärtlich rauschenden
Buchenwälder, sie sind noch so lebendig in mir; die

steinern eingefasste Quelle spuckt nur noch wenig
brackiges Wasser; halte meine hohle Hand darunter,
...
20 Nebel der Zwischenwelt 03.07.21
Vorschautext:
Stille klammert sich fest,
nur nichts aussprechen;
verschlucke die Tränen;

wir fühlten das Feuer, es
blieb; brannten Wunden
aus mit den alten Worten

der Liebe; du bist in mir,
um mich; in den Nebeln
der Zwischenwelt, da ist

...
19 Sinnfragen 02.07.21
Vorschautext:
ja, ich spür’, dass ich bin, und mein Leben hat Sinn, doch frag’ ich auch - wer? wo komme ich her, wo will ich nur hin, was bringt mir Gewinn? wenn du schläfst, bin ich wach, bin ich stark und du schwach, wenn du wachst, find’ ich Ruh,

und ich weiß dann, dass du mich beschützt, wenn es donnert, wenn’s blitzt; meine Seele, sie zittert, wenn es stürmt und gewittert, dann habe ich’s schwer, dann fürcht’ ich mich sehr, denn der Donner, er weckt alte Ängste in mir, die tief innen versteckt;

und dann danke ich dir, dass du neben mir gehst und mich hörst und verstehst, wer bin ICH, fragst selbst du, s’lässt auch dir keine Ruh’, wurden Ziele verfehlt? ist’s die Liebe, die zählt? wann stirbst du und wann ich? ich weiß es doch nicht;

Konturen verschwimmen, die Bilder verblassen, ich kann nichts bestimmen, sollt’s Denken sein lassen, ich spüre die Wand und kann nichts begründen, ich such’ deine Hand, um Hoffnung zu finden, und frage doch weiter, ganz unbeirrt,

wie bleiben wir heiter, wird’s hell, wenn man stirbt? ist das Dasein nur Schmach? gibt’s ein Leben danach? kann es sein, ich gehör’ nicht in diese Zeit? bin ich ein Relikt der Vergangenheit? mein Herz ist so voll, der Kopf ist so leer, mir fehlen die Zeiten

des Wanderns sehr, nur im Traum kann ich siegen, nur im Traum auch weit fliegen, über Täler und Höhen, und ich will’s noch mal sehen, wie das golden dämmernde Morgenlicht sich widerspiegelt in deinem Gesicht; sucht ein Jeder sich in dem Anderen nicht?

...
18 Der Jubel der Lerchen - 7 Heiku 01.07.21
Vorschautext:
Seit er dich verließ,
schlagen triste Gedanken
Wellen in dir;

du verkriechst dich
vor dem Licht des Lebens
und meidest den Tag;

dich bespiegeln
in dunklen Abgründen
gestriger Pfützen

...
17 Wenn gar nichts gelingt 30.06.21
Vorschautext:
Ich stell’ mal die Frage, ja, doch, unbedingt:
kennst du die Tage, wenn gar nichts gelingt?

Zwei Hassmails im Netz, 'nen Dünnpfiff dazu,
den Knöchel verletzt, komm kaum in die Schuh,

was super Gemeines, ein Kurzschluss, genau,
muss fluchen, nichts Feines, die Suppe, zu lau,

piesackender Rücken, schniefendes Heulen,
s’schmerzt beim Bücken, zwei Hinterkopfbeulen,

...
16 Jetzt. 29.06.21
Vorschautext:
In meinem Kopf ist es so leer, die Stille drückt mir auf’s Gemüt,
mir fehlen deine Worte, sehr, ob scharf, ob leise, ob vergnügt,

verstört bin ich, es ist so dunkel, wo ist die Wärme deiner Haut
und wo des grünen Blicks Gefunkel, ich hab mir meine Sicht verbaut,

mein Blick von dir nicht mehr gespiegelt, verletzt mein Ich, der Kopf gesenkt,
die Fenster nun auch tags verriegelt, die bunten Bilder abgehängt,

mir ist die List, der Zorn, die Lust vergangen wie ein schöner Traum,
dir ist mein Schweigen nicht bewusst, wir teilen nicht mehr einen Raum,

...
15 An den Mond 29.06.21
Vorschautext:
Du mit deinem milden Strahlen
schleichst dich nachts durchs Fensterglas,
hilfst mir, Schwärze hell zu malen,
hebst mich aus dem Tränennass;

komm und taue auf mein Herz,
zieh mich in den weiten Raum,
dass ich gleite himmelwärts,
lass mich schweben wie im Traum

in unendlich weite Höhe,
dahin, wo die Sterne funkeln,
...
14 unversehens 28.06.21
Vorschautext:
unversehens fällt Traurigkeit
wie ein Schatten über mich her
ein ausgehungerter Wolf mit
müden Augen auf der Suche

nach der Beute zur Nachtzeit,
will mich nicht reißen lassen
der Tag, wenn er so dunkel ist,
verzehrt sich selbst zu hastig,

schottet sich ab, das Fühlen in
Watte verpackt, ohne Gesang,
...
13 Freundschaft 27.06.21
Vorschautext:
Ein Netz, aus Nähe und Treue gestrickt
und immer wieder aufs Neue geflickt,
im Rinnen der Zeit ergraut, verblichen,

lautes Gehabe dem Leisen gewichen,
ich bin verwundert, ein Vierteljahrhundert
halten wir Hände, ja, das spricht Bände,

wir konnten streiten um Kleinigkeiten,
mal rauf, mal runter, das hielt uns munter,
will weiter dich halten und mit dir gestalten,

...
12 klare Klänge 26.06.21
Vorschautext:
die Abendröte von der Schwärze
der Nacht verschluckt,

nun nicht in Melancholie versinken,
lass deinen Atem fließen

und die Finger über das Holz springen
und spür das zarte Zittern,

wenn Körper und Seele eins werden
mit dem Singen deiner Flöte,

...
11 Angekommen 25.06.21
Vorschautext:
Bin angekommen, hab
Abschied genommen,
war fähig, zu lieben,
bin standhaft geblieben,

hab Leben geboren,
Vertrauen verloren,
hab Qualen erlitten
mit Flehen, mit Bitten

und habe, tief unten,
mich wieder gefunden,
...
10 Der Tag vergeht 25.06.21
Vorschautext:
Auch dieser Tag vergeht;
trage geduldig das Kreuz
der Irrwege andauernder
Suche nach Heimat selbst
im Schlaf; ich laufe, laufe
davon vor dem Licht und

vor mir; finde mich nicht
in den fragend bittenden
Augen der mir so fremden
schwarzweiß Maskierten;
taumele blind und stumm,
...
9 Mäandernde Gefühle 25.06.21
Vorschautext:
Der Abend graut, die Lebensstunden wandern, wo ist die Zartheit der Berührung nur geblieben, wie sehn’ ich mich nach euch, ihr meine Lieben, zu schnell verdrängt ein langer Tag den andern;

wo ist die Zartheit der Berührung nur geblieben, zwei Kerzen zünd ich an, nicht nur für mich, ich weiß, ihr goldner Schein, er heilt auch dich, so ist die Trübheit der Gedanken bald vertrieben;

wie sehn’ ich mich nach euch, ihr meine Lieben, Geduld, sie schwindet, will nicht länger warten, sitze allein mit mir auf einer Bank im Garten und les’ die Briefe, die wir einst uns schrieben;

zu schnell verdrängt ein langer Tag den andern, der Sonne Strahl füllt mich mit Zuversicht, ob diese Freude bleibt - das weiß ich nicht; Gefühle, die im Hoffnungsstrom mäandern.
8 auf der suche 25.06.21
Vorschautext:
auf der Suche bin ich, nach letzter Klarheit
und nach der einzig gültigen Wahrheit,
nach dem, was mich beim Grübeln umtreibt
und danach, was uns am Ende noch bleibt,

auf der Suche raus aus dem alten Trott,
nach dem einen alles verzeihenden Gott,
die Regeln habe ich oft missachtet und
auch zu gefällig mich selbst betrachtet,

geleugnet hab ich und Worte bereut,
gegeb'ne Versprechen brach ich erneut,
...
7 Mein Wunder 25.06.21
Vorschautext:
Man glaubt es kaum,
im Regen fiel

vom Wind verweht
mir in die Hand

ein Blatt vom Baum,
so zart wie Samt,

zwar war es nur
von vielen eines,

...
6 verhaltenes Atmen 25.06.21
Vorschautext:
bittet mich deine brüchige Stimme um Einlass,
und ich öffne die Fenster weit weit und lausche
auf ein Zeichen von dir aus deiner anderen Welt,

ein Amseltier bin ich mit gebrochenen Flügeln,
weil dein Gelächter nur noch verhalten schallt;
tauche ein in das Wandern unserer alten Wege,

suche nach verlorenen Liedern der Liebe und Lust,
höre wisperndes Blau rufen nach glühendem Rot,
und es öffnet sich zagend klagend das graue Grau

...