Ein kurzes, persönliches Auftauchen aus meinem 'Verschwinden'...
Dich gibt es noch, Marie! Wie oft habe ich das Internet nach dir durchsucht! Und du schreibst wieder - immer noch.
Das fühlt sich an, wie ein gelber Brief mit schwarzer Tinte, der in mein Haus flattert. Irgendwie gibt mir das ein Gefühl von Ruhe und Zuversicht: Noch hast du, berührende Erzählerin, nicht alles erzählt...
Ich schreibe nicht mehr. Die Worte sind von mir abgefallen. Auch die selbstverständlichen Reime (trivial voraussehbar im therapeutischen Schreiben) brauche ich nicht mehr als Rahmen, um Unsagbares in Worte zu fassen. Mal empfinde ich das als Befreiung, mal als Leere. Für mich wurde das Leben ungereimt. Ob ich jemals wieder schreiben werde? Ich weiß es nicht. Diese Frage beschäftigt mich zurzeit auch nicht. Und seit du wieder DA bist, weiß ich: Es gibt eine Poesie, die überdauert nicht nur Jahre, sondern auch ihren Rückzug.
Auch wenn ich deine Gedichte nicht kommentieren werde - ich habe mich längst davon verabschiedet -, ich werde dich immer lesen.
Ich umarme dich, liebste (uralte) Poetenfreundin Marie Mehrfeld.
Farbensucher
Dein Kommentar:
Du liebe Farbensucher(in), es stimmt, ich habe mich zurück gezogen aus triftigem Grund - mir geht es vielleicht wie Dir, es gibt mich noch, aber auch von mir "sind die Worte abgefallen", wie Du es auf Dir eigene Weise so besonders ausdrückst. Meine Pause sollte ein Schlusstrich sein. Ich fand aber in einer Nebenseite ein paar ältere Äußerungen und habe sie einfach mal eingestellt -in der Hoffnung, von Dir zu hören. Wenn Du nicht mehr schreibst, dann fällt auch für mich der Anreiz weg, mich öffentlich zu zeigen. Dann lese ich eben - auch unkommentiert - Deine (überhaupt nicht trivialen) älteren Gedichte, die mich immer berührt haben. Ich wünsche Dir das Allerbeste. Umarmung -Marie