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| 297 | Selbst schuld! | 17.09.26 | ||
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Vorschautext: Ein letzter Apfel hielt sich fest ganz oben in des Baums Geäst. Solch einer Pracht und Apfelzier galt meine ungeteilte Gier. Diesen Apfel mit rotglänzenden Backen Wollte sogleich ich beim Schopfe packen. In der Hoffnung, ihn so zu erringen, versuchte ich mich in Hüpfen und Springen. Hochsprung bin ich nicht gewohnt. Was tut man nicht alles, wenn es sich lohnt! ... |
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| 296 | Zurück an Absender | 17.09.26 | ||
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Vorschautext: Ohne Rast und ohne Pause aus der Mongolei nach Hause trotten treue Hunde und Katzen auf unermüdlichen Pfoten und Tatzen. Die Diskussionen wollen nicht enden: Haben diese uralten Legenden womöglich einen wahren Kern? Zweifeln liegt demjenigen fern, der selbst zu Erkenntnis gelangen darf. Wer jemals eine Schnecke warf ... |
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| 295 | Keks | 21.08.26 | ||
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Vorschautext: Es ist nicht nötig zu erwähnen: Ein Keks ist niemals abzulehen. Zu einem Keks sagt man nie nein. Notfalls packt man ihn sich ein. |
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| 294 | Zweizeiler | 21.08.26 | ||
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Vorschautext: Verliebt überreichte die Windhose der Windjacke eine Windrose. Dem Windhund graute vor einer Flaute. Nach dem Mahlvorgang ist Wasser feiner als zuvor und nasser. Zu träumen darf man sich erlauben. Man muss deshalb ja nicht dran glauben. ... |
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| 293 | Vorteilhaft | 21.08.26 | ||
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Vorschautext: Die Wolken, die sich da am Himmel sonnen, seh‘n leicht aus, doch sie wiegen Tonnen. Dass nicht zumindest die dicksten von allen der Schwerkraft gehorchend herunterfallen, kann man am Himmel zwar deutlich sehen, aber es ist nicht leicht zu verstehen. Sie zieh‘n sicher nur ihre himmlischen Bögen, weil sie optisch zu täuschen vermögen. |
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| 292 | Sechszeiler | 21.08.26 | ||
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Vorschautext: Am Anfang litt die erste Zeile an Einsamkeit und Langeweile. Doch schon gesellten sich zu ihr der Zeilen zusätzliche vier jäh mit wortmächtiger Präsenz. Da litt sie unter Konkurrenz. |
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| 291 | In den Wald hinein | 21.08.26 | ||
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Vorschautext: Du rufst freundlich in den Wald, so dass es von dort widerhallt zu dir in gleichfalls nettem Ton. Gerecht ist dieses Echo schon. Zu dem, der so wie du das Glück weltwärts entlässt, kommt‘s gern zurück. |
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| 290 | Mahnung an Arbeitgeber | 21.08.26 | ||
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Vorschautext: Des ganzen Systemes tragende Säule sind letzten Endes die Arbeitsgäule. Sei stets bemüht, sie bei Laune zu halten, dann werden sie großen Fleiß entfalten. Die beste Droschke ist schließlich nichts wert ohne ein Zugtier, und das weiß jedes Pferd. |
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| 289 | Deutungshoheit | 19.08.26 | ||
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Vorschautext: "So alt warst du noch nie zuvor", singt laut dein Gratulantenchor. Vor seinem Alter sich zu gruseln, ist zwecklos. Lieber weiterwuseln! Anstatt die Jahre durchzuzählen, musst du dein Lieblingsalter wählen. Das darfst du, soll es zu dir passen, dem Zahn der Zeit nicht überlassen. |
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| 288 | Aus der schleswig-holsteinischen Landeskunde | 19.08.26 | ||
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Vorschautext: In einem gewaltigen Doppel-Wums stießen zusammen Dings und Bums. Sie wurden zu Bungs zusammengestaucht. Dafür wurde Glazialenergie gebraucht. Durch sie ist aus Bungs der Berg entstanden, den Kartographen später fanden. Der Bungsberg ist heute in Karten verzeichnet. Zum Bergsteigen ist er ungeeignet. |
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| 287 | Überparteilich | 24.07.26 | ||
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Vorschautext: "Gott mit uns in diesem Streite!" betet eine jede Seite. Jede Instanz, die Frieden ordert, wäre mir diesem Widerspruch überfordert. Da macht der Liebe Gott nicht mit, weil er die Position vertritt: "Friede auf Erden den Menschen allen ist ihnen und mir ein Wohlgefallen", denn aller Menschenkinder Vater ist er. Also sind alle Menschen Geschwister. Um vorzubeugen vor Krieges Not, ersann Gott schlau das fünfte Gebot. ... |
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| 286 | Naturtalent | 22.07.26 | ||
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Vorschautext: Dem Kügelchen, das vor mir lag, versetzte ich den ersten Schlag. Ich sah es noch fliegen, dann war's verschwunden. Zuerst habe ich's nicht wiedergefunden. Suchenden Blickes lief ich ihm hinterher. Dann fand ich es und staunte sehr: Da lag es ganz sorgsam eingelocht. Auf Anhieb hatte ich das vermocht. Ganz sicher werde ich Golf nie mehr spielen. Ein größ'rer Erfolg lässt sich nie mehr erzielen. Nur so bewahre ich voll und ganz meine sensationelle Erfolgsbilanz. ... |
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| 285 | Erfahrung im Eiscafé | 11.07.26 | ||
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Vorschautext: Jeder Eiscafé-Besucher kennt das knisterige Pergament, das massenhaft zur Verfügung steht, wenn einem der Sinn nach Wischen steht. Naturgesetzartig - mithin nicht zu ändern - gibt es das weltweit in allen Ländern: Schön wär's zwar, wenn Eiscafé-Servietten zumindest minimal Saugstärke hätten. Um Creme und Flüssigkeit aufzusaugen wollen sie aber einfach nicht taugen. Auch die Devise "viel hilft viel" führt hier leider nicht zum Ziel. ... |
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| 284 | Holsteinische Schweiz | 09.07.26 | ||
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Vorschautext: Die Weichseleinszeit lob' ich mir, denn sie ließ schöne Hügel hier und dazu eine Seenplatte, wie man zuvor hier keine hatte. Sie dachte wohl: Was soll der Geiz? Ich bau' in Holstein meine Schweiz. |
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| 283 | Vogelperspektive | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Heute flog ich über dein Haus. Ich finde, es sah winzig aus. Du meintest ja selbst, es sei ziemlich klein. Recht hast du, da kannst du dir sicher sein. Es handelt sich tatsächlich nur um eines Hauses Miniatur. Das sah ich von oben ganz genau, denn mein Flugzeug stand eine Weile im Stau. Im Garten sah ich dich winkend stehen. Du hast mich am Flugzeugfenster gesehen. Recht klein warst auch du, doch standest du schon zum Haus in der rechten Relation. |
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| 282 | Hoyersworter Empfangskommittee | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Pechschwarz, weiß, fuchsrot und blond wie Garben, Die Glückskatze hat ein Fell in vier Farben. Welch ein gelungenes Fell-Design! Sie kommt zu mir. Das Glück ist mein. Ein schnurrendes Bündel Wohlbehagen auf meinem Schoß kann ich vertragen. Ich bin sicher, dass ich Glück jetzt hab’. Das Fell nicht, aber das Wohlbehagen färbt ab. Na sowas! Die Glückskatze ist nur eine von zwei’n. Kein Wunder! Glück kommt ja nur selten allein. |
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| 281 | Der Reisepfirsich | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Mein Umgang mit ihm war nicht ganz sacht: in den Rucksack ihn stopfen? Wie unbedacht! In seiner einst runden Form die Dellen stammen vielleicht von den Bodenwellen, oder sie wurden auf andere Weise zuteil ihm auf unserer Wanderreise. Kommt ein Pfirsich im Rucksack zu liegen, neigt er dazu, sich in Falten zu schmiegen. Kann sein, er wird dabei etwas eckig und der Rucksack von innen dreckig. Ich fragte mich: Wo steckt er nur. Dann folgte ich einfach der saftigen Spur. ... |
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| 280 | Unterwegs | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Zu verreisen macht mich froh. Die Qualität des Anderswo durchbricht des Alltags Immerhier. Zu verreisen lob’ ich mir. Seinen engen Horizont erweitert, wer verreist, gekonnt. Die Perspektive zu verändern fällt leicht beim durch-die-Lande-schlendern. |
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| 279 | Friedensdorf im Hinterland | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Hinter etwa sechs Bergen ganz abgeschieden gibt es noch Idylle und Frieden. Nomen est omen, das merke dir wohl! Friedensdorf heißt dieser Ruhepol. Es handelt sich nicht um den Nabel der Welt. Das ist es, was mir so gut gefällt. Überwältigend wenig bis gar nichts ist los. Da plätschert die Dautphe durch Gras und Moos. In Baumwipfeln säuselt ein sanfter Hauch. Da kennt man im Nu jeden einzelnen Strauch ... |
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| 278 | Alle Wetter! | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Der Wetterfrosch hielt sein Versprechen nicht. Der sonnige Himmel blieb nicht lange dicht. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit an diesem Tag ging über in zaghaften Niederschlag. Das Maximum war noch lang nicht erreicht. Am Anfang tröpfelte es nur leicht. Sprühregen fiel auf Schirme und Mützen und bildete nach und nach erste Pfützen. ... |
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