Profil von Eva Pietsch

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Anzahl Gedichte: 283
Anzahl Kommentare: 17
Gedichte gelesen: 42.062 mal
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Titel
243 Atmosphärische Irrung 25.07.25
Vorschautext:
Die Atmosphäre heute ist unerklärlich.
Vielleicht ist das, was sich ereignet, gefährlich.
Die Bäume stehen ganz und gar unverbogen.
Die Wolkendecke wurde beiseite gezogen.
Ein fremdes Wesen am Himmel sendet
heut’ Licht aus, das mich scheußlich blendet.
Der Mangel an Dunkelheit ist gleißend
und wirkt auf meine Netzhäute beißend.
Noch etwas, das mich entsetzt, ja - verstört:
Die Luft ist regelrecht ausgedörrt.
Sonst kommt Nässe stets seitwärts geflogen,
doch wurde der Luft alles Nass entzogen.
...
242 Kleine Sammlung 25.07.25
Vorschautext:
1.
Bis vor kurzem war’s nicht zu bestreiten:
Alle Dinge hatten zwei Seiten,
hinten eine und eine vorn.
Ich habe den Glauben daran verlor'n,
als mir klar wurde, dass unser All
kein Ende hat hinten und vorn einen Knall.

2.
Wir wollen den Regenkanon singen,
den Regen in die Knie zwingen.
Erste Stimme singst du, ich die zweite,
...
241 Verschwommene Entdeckung 04.07.25
Vorschautext:
Augentropfen können die Welt verändern.
Sie wird etwas schwabbelig an den Rändern.
240 Erschlaffte Zeugen 04.07.25
Vorschautext:
Die Kieler Woche war ihnen zu viel.
Auf Halbmast hängen die Fahnen in Kiel.
Allerhand haben sie zu sehen bekommen.
Da hängen sie nun, ganz matt und benommen.
Das macht nichts, denn ihr Design ist veraltet.
Es wurde zum Einmalgebrauch gestaltet.
Für Massen-Dekoartikel wie diese
gilt immer noch ex und hopp als Devise.
239 Kein Entkommen 04.07.25
Vorschautext:
Wenn unter Verstopfung die Innenstadt leidet,
empfiehlt es sich, dass man sie meidet.
Umgehungsstraßen sind begehrt,
auf denen man den Stau umfährt.
So wird, wenn man es recht bedenkt,
der Stau verlegt und umgelenkt.
Das ist an einem Stau der Hit:
Er fährt den Umweg klaglos mit.
238 Etwas mitgenommen 03.07.25
Vorschautext:
Wir äußern uns're Kritik ganz offen.
Die Zuständige nickt und guckt betroffen.
"Das nehme ich mit", verspricht sie beflissen.
Wohin bloß?, möchte ich gern wissen.
Mit dieser Phrase verriet sie
uns nicht, auf welche Deponie.
237 Erst mästen, dann wiegen! 03.07.25
Vorschautext:
Kleine Schweinchen finden nicht nett,
vor kargbefüllten Trögen zu hungern.
Wiegen allein macht sie nicht fett.
Die armen Ferkelchen verhungern.
236 Zaubermeisters Abschied auf Zeit 23.05.25
Vorschautext:
Will der alte Zaubermeister
sich doch ein Jahr wegbegeben,
und da soll'n wir, seine Leister,
hier in seinem Sinne streben?
Seine Wort' und Haltung
sind uns wohl vertraut.
Klappt hier Schulgestaltung
auch, wenn er nicht schaut?

Zieh nur, ziehe,
geh auf Reisen!
Lass das Eisen
...
235 Nie zufrieden 30.04.25
Vorschautext:
Fünf Minuten Umsteigezeit waren zu knapp.
Kurz vor meinem Zustieg fuhr der Zug ab.
Sonst fahre ich ganz gerne Zuch.
Ich sag's aber nur meinem Tagebuch!

Eine Stunde Umsteigezeit war wirklich genuch.
Was schreib’ ich denn jetzt in mein Tagebuch?
In Zukunft steht da vielleicht zu lesen,
weniger wäre besser gewesen.
234 Rückerstattung 29.04.25
Vorschautext:
Auf dem Hinweg mit der Deutschen Bahn
kam ich zwei Stunden verspätet an.
Für den Rückweg erwarte ich größte Bemühung.
Sie schuldet mir zwei nämlich Stunden Verfrühung.
233 Eile mit Weile 29.04.25
Vorschautext:
Ich bin ein Glückspilz, denn von allen
Zügen ist just meiner ausgefallen.
Gestrandet bin zu meinem Glück
ich am Bahnhof Osnabrück.
Der Halt hier kann mich nicht verdrießen,
denn es gibt Bahnsteig zu genießen.
Man beachtet nur selten oder nie
Pflaster solch schöner Symmetrie.
232 Abenteuerreise 29.04.25
Vorschautext:
Wahr ist in besonders hohem Maße:
Die Abenteuer liegen neben der Straße.
Wünscht man, abenteuerlich zu reisen,
bewege man sich bevorzugt auf Gleisen.
231 Zugauslastung 29.04.25
Vorschautext:
Erst so ein technischer Defekt
macht Zugreisen effektiv und perfekt.

Wozu bitte wäre es auch nütze,
führen durchs Land unbesetzte Sitze?

Fahrgäste lernen Sitze erst richtig schätzen,
finden sie keinen mehr, um sich zu setzen.

Um die Fahrgast-Menge zu komprimieren,
sind Zugausfälle durchzuführen.

...
230 Kein Entkommen 21.04.25
Vorschautext:
Fernweh? Nichts als Theorie!
In die Ferne kommst du nie,
denn bist du dann erst einmal da,
ist die Ferne plötzlich nah.
Ganz geich wohin: Auf Schritt und Tritt
nimmst du dich überallhin mit.
229 Unvollkommene Stille 13.04.25
Vorschautext:
Vollkommene Stille ist nicht absolut,
denn sie gefällt dem Ohr nicht gut.
Das Fehlen hörbarer Frequenzen
versucht das Ohr nun zu ergänzen.
Aus Unfähigkeit, das Nicht zu begreifen,
und aus Angst davor beginnt es zu pfeifen.
228 Vielversprechend 13.04.25
Vorschautext:
Führen diese Wolkengebilde
womöglich etwas Imposantes im Schilde?
Sollte durch sie das Wetter sich wenden?
Werden sie ergiebigen Niederschlag spenden?
Als Vorhut vor dunklen Wolkentürmen
sind Böen dabei, das Land zu stürmen.
Die Wolken schließen sich zu Bergen zusammen.
Gleich steht der Himmel in zackigen Flammen.
227 Internationaler Markt 13.04.25
Vorschautext:
Des Marketings erklärtes Ziel
ist, eine Marke zu definieren als Stil.
Nachfrage entsteht dann und Warteschlangen,
und man kann immense Preise verlangen.

In Kiel auf dem Internationalen Markt
erleidet niemand den Preis-Schock-Infarkt,
denn den Speisen wohnt inne das dezente
Aroma von Kieler-Woche-Ambiente.

Die Preise adeln, was Kunden verzehren.
Das kann Fastfood zu Delikatessen verklären.
...
226 Leiser Zweifel 13.04.25
Vorschautext:
Ich bin sicher: Segeln kannse
seit der guten alten Zeit der Hanse,
und doch kommt es mir ein wenig so vor,
als hätte die Kogge einen Motor.
225 Lärm 13.04.25
Vorschautext:
Pollen und Staub in der Luft, diese fiesen,
machen eine Nase Niesen.
Durch Evolution haben leider die Ohren
die entsprechende Fähigkeit verloren.
Der Geräusche, die sie schädigen,
können sie sich nicht entledigen,
Lärm wirkt auf Ohren wie auf Nasen Staub.
Ohren können nicht niesen. darum werden sie taub.
Auf Stille zu hoffen bleibt da leider nur,
oder auf eine neue Idee der Natur.
224 Kreuzfahrt-Hafen 13.04.25
Vorschautext:
Aida und ihre Kreuzfahrt-Schwestern
gehör‘n zu den üblen Luftverpestern.
Ich verweise darauf unter Nennung
der unzeitgemäßen Schwerölverbrennung,
die es leider mit sich bringt,
dass der Hafen nach Abgasen stinkt.
Luftverpestung ist zu bestrafen.
Man verweigere den Dreckschleudern den Hafen!