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| 275 | Wasserscheu | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Das Meer sei eigens zum Baden gemacht, hatte ich ursprünglich gedacht. Doch riskier’n will ich nichts, denn mir deucht, das Meer ist heute womöglich feucht. Ich bevorzuge, beim Baden trocken zu bleiben und auf dem Badetuch hocken zu bleiben. |
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| 274 | Lebenskünstler | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Das Tier, das - obgleich es ständig was tut - wie kein anderes in sich ruht, will meistens just deinen Platz besetzen, und mitunter nur seine Krallen dran wetzen. Mal will es dir stumm um die Beine streichen, mal miaut es zum Steinerweichen und verlangt so mit Nachdruck, Filet zu speisen. Mal zieht’s vor, sich wälzend das Dasein zu preisen. Oftmals stellt sich das Tier ganz und gar in den Mittelpunkt und ist dann plötzlich unsichtbar. Was es auch tut, tut’s in aller Ruhe ganz frei von Gehabe und ohne Getue. ... |
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| 273 | Das Schicksal der gelben Himbeere | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Die gelbe Gartenhimbeere grämt, dass sie nicht frei durch Wälder düst. Sie wurde eingezäunt und gezähmt und hat ihren gesunden Teint eingebüßt. Nur ihre Form gleicht noch der ihrer Oma. Man hat mit ihrer Zucht bezweckt, dass die Farbe verblich und mit ihr das Aroma, weshalb sie vergilbt aussieht und schmeckt. |
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| 272 | Vom Licht vertrieben | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Einst gab es ihrer am Himmel viel. Doch heute? Keine Sternchen mehr über Kiel. Sie scheinen unsere Stadt zu meiden, denn sie mögen das Licht nicht leiden. Sterne verschwenden nicht gern ihr Funkeln im Hellen. Sie strahlen lieber im Dunkeln. Ich gäbe die Stadtbeleuchtung gern her für ein prächtiges Sternenmeer. |
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| 271 | Vielversprechend | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Die imposanten Wolkengebilde führen womöglich etwas im Schilde. Sollte durch sie das Wetter sich wenden? Werden sie ergiebigen Niederschlag spenden? Als Vorhut vor dunklen Wolkentürmen sind Böen dabei, das Land zu erstürmen. Die Wolken schließen sich zu Bergen zusammen. Gleich steht hier der Himmel in zackigen Flammen. |
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| 270 | Essen fassen (eine wahre Geschichte) | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Ins Jogurt hatte ich Früchte geschnitten und wäre fast schon zur Tat geschritten, es gleich zu Hause zu verspeisen, doch die Idee an den Strand zu reisen, ist mir gerade noch gekommen. Mein Fruchtjoghurt habe ich mitgenommen. Am Strand habe ich mein Geviert abgesteckt und darin die Picknicktafel gedeckt. Kaum hab' ich bei meinem Jogurt gesessen, kam mir in den Sinn, es aufzuessen. Doch wie wird bloß man von Jogurt satt, ... |
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| 269 | Wetterfühlig | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Das Wetter findet’s heut’ draußen nicht toll und weiß nicht, wohin es mit sich soll. Verständlich! Wer hat schon bei Bindfadenregen Lust, sich außer Haus zu bewegen. Wer einfühlsam ist, hat fürs Wetter Gespür und jagt solchen Tages es nicht vor die Tür. Seinem Verweilen im Haus hab’ ich zugestimmt, solang’ es sich drinnen gut benimmt. So befleißigen wir uns im Stubenhocken und haben’s behaglich, warm und trocken. |
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| 268 | Der kleine Landschaftsarchitekt | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Der kleine Landschaftsarchitekt Auch er liebt, wie ich, die Landschaftsform des Mittelgebirges ganz enorm. In ihre liebevolle Gestaltung steckt er viel Mühe, der kleine Landschaftsarchitekt. Reise ich ins Gebirge, bleibt er standorttreu und gestaltet sich das Flachland neu. Seine Kunst beherrscht der Maulwurf nicht schlecht, ... |
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| 267 | Warum Sturmmöwen auf Dächern brüten | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Am Strand, wo Möwen einst Nester bauten, liegen heutzutage die vielen lauten Touristen, eine jeder auf seinem Tuch. Das steht so in keinem Vogelbuch. Die wollen da in der Sonne braten. Den Sturmmöwen schien es drum angeraten, an einen ruhigeren Ort zu entfliehen, um dort ihre Kinder aufzuziehen. Da ihr gemütliches Leben am Strand nun vorbei war, nahmen sie eben den Platz, der noch frei war. und wählten als müden Ersatz die tristen Flachdächer der Stadt, um auf ihnen zu nisten. ... |
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| 266 | Lauer Sommertag am Meer | 07.06.26 | ||
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Vorschautext: Endlich ist mir die Übersetzung gelungen. Folgendes hatte die Möwe gesungen: "An lauen Sommertagen wie diesen sei mir das Matjesbrötchen gepriesen, und ein paniertes Stück Backfisch im Bauch als Hauptspeise behagt mir durchaus auch. Zum wohlverdienten Nachtisch fräse ich mich durch Krabben in Majonäse. Vor Lachen hab’ ich mich fasst bepisst, du unerfahrener doofer Tourist, doch zahl' ich stattdessen die Wegeszehrung wie üblich in weicher weißer Währung.“ |
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| 265 | Testen statt handeln | 03.06.26 | ||
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Vorschautext: Um die Motorik von Kindern steht’s nicht zum Besten. Das wissen wir zwar, doch soll’n wir es testen. Mit dem Sport-Test haben wir Kinder geschunden. Folgendes haben wir rausgefunden: Mehr Bewegung für Kinder tut not, doch haben wir nichts im Angebot. Wir schonen unser karges Budget mit unserer genialen Idee. Das festgestellte Defizit teilen wir einfach den Eltern mit und hoffen, dass wenigstens sie dazu neigen, sich verantwortlich zu zeigen. |
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| 264 | Stillstand | 25.05.26 | ||
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Vorschautext: Als Zug bezeichnet man, was zieht. Wenn dieses aber nicht geschieht, hat es den Namen nicht verdient, auch dann nicht, wenn der Weg geschient. Bleibt's stehen, liegt doch auf der Hand, dass man es umbenennt in Stand. |
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| 263 | Rendsburger Hochbrücke | 25.05.26 | ||
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Vorschautext: Von der Rendsburger Eisenbahnbrücke ließ ich schweifen meine Blicke. Ich schaute von oben herab und mir schien, als schaute ich auf ein Modell von Märklin. Die Rendsburger Gegend gefällt mir nicht nur Eins zu eins, sondern auch in Miniatur. |
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| 262 | Kuckucks Namensgedächtnis | 25.05.26 | ||
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Vorschautext: Vergesslichkeit -sein Markenzeichen; sie sucht wirklich ihresgleichen. Der Kuckuck singt nicht einfach nur Lieder; seinen Namen übt er wieder und wieder, denn wenn er den einmal vergisst, weiß er nicht mehr, wer er ist. |
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| 261 | Eiderstedter Haubarg | 24.05.26 | ||
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Vorschautext: Endemisch Ausschließlich von Eiderstedt ist er bekannt, der endemische Haustyp wird Haubarg genannt. Sein Gebälk ruft Erinnerungen wach. Einst teilten sich Heu, Vieh und Menschen sein Dach. Nachhaltig Damals war des Bauherrn Ziel, ein Haus zu bau'n, fest und stabil, damit nachfolgende Generationen auch nach ihm weiterhin drin wohnen. ... |
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| 260 | Abgehängt | 24.05.26 | ||
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Vorschautext: Gegenwind-Radfahren fällt mir schwer. Mein Schatten fährt mühelos neben mir her. Ein möglicher Grund hierfür fällt mir ein: Bestimmt wird er noch jünger sein. Er ist auch jetzt am Abend größer und vermutlich muskulöser. |
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| 259 | Café am See | 23.05.26 | ||
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Vorschautext: Bei Torte und einer Tasse Kaffee belauschte ich die Frösche im See. Ich hab' eine Übersetzung gewagt. Folgendes haben die Frösche gequakt: "Wir wollen hier in uns'ren Tümpeln nichts als planschen, dösen, dümpeln; und manch fetter Brummer im Bauch behagt uns hin und wieder auch." Möglicherweise jedoch ist diese Quak-Analyse nicht ganz präzise. ... |
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| 258 | Unvereinbar | 21.05.26 | ||
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Vorschautext: Es widerspricht sich nicht nur scheinbar. Die Inhalte sind wirklich unvereinbar: Zugleich als Mitglied der Gewerkschaft dabei und in der menschenverachtenden Partei? Das erfordert entweder die innere Haltung einer klaffenden Persönlichkeitsspaltung, oder soll das Gewerkschaftsmitglied-Spielen eher auf Infiltration abzielen? |
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| 257 | Erprobte Wirksamkeit | 21.05.26 | ||
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Vorschautext: Wer einschläft in der Kirchenbank benötigt einen Zaubertrank. Drum wünschte ich, man reichte mir ‘nen Kelch voll Lebenselixier. Auch ist mein Appetit enorm auf Mehlspeise in Plättchenform. Dank der darin enthaltenen Stärke schreite ich frisch gekräftigt zu Werke. |
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| 256 | Gut gezaubert | 21.05.26 | ||
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Vorschautext: Die Beschaffenheit des Wollfadens war Am Anfang eindeutig linear. Ich konnte den Zauber nicht durchblicken: Wie konnte dieses Kunststück glücken, durch Klappern mit zwei Zauberstäben die zweite Dimension zu weben? |
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