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Anzahl Gedichte: 253
Anzahl Kommentare: 10
Gedichte gelesen: 35.773 mal
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Titel
133 Spende statt Geschenk 16.12.23
Vorschautext:
Gebt es doch zu: Der guten Gaben,
an denen nicht alle Anteil haben,
habt Ihr wie auch ich im Überfluss,
weshalb ich Euch nichts schenken muss.

Die Güterverteilung bei uns ist nicht fair,
und Staubfänger braucht niemand mehr.
Lasst uns bescheiden sein statt gierig!
Was ich an Euch spare, das investier’ ich.

Den Menschen, die an reichen Gaben
meist nicht viel zu erwarten haben,
...
132 Die löbliche Ausnahme 16.12.23
Vorschautext:
Dass Jugendlichen Manieren fehlten
und sie die Alten mit Widerspruch quälten,
dass sie zu nichts zu gebrauchen waren,
schrieb Sokrates vor über 2000 Jahren.

Das galt immer und gilt auch in heutigen Zeiten:
Die Jugend taugt nix. Das ist nicht zu bestreiten.
Es fehlt ihr an Demut, an Fleiß und Respekt.
Seit Menschengedenken ist sie angeeckt.

In einer sehr kurzen Epoche nur
waren Jugendliche nicht phlegmatisch und stur,
...
131 Falsches Logo 12.12.23
Vorschautext:
Uns’rem Land ist seine Bildung entglitten.
Es hat erneut einen Schock erlitten.
Man fragt sich immer wieder: Was lief
in all den PISA-Studien schief?
In den Ergebnissen steckt der Wurm.
Pisas Symbol ist eben sein Turm,
und der steht nun einmal - und ist es auch schade -
weder aufrecht noch sonderlich gerade.
Außerdem symbolisiert er auch nicht
Exzellenz, denn er gibt ja kein Licht.
130 Schock im Wiederholungsfall 10.12.23
Vorschautext:
Man fährt doch Geisterbahn zum Zwecke,
dass man sich darin erschrecke.
Dieser ist dieser Schreck nicht nur leicht zu lindern,
durch mehrfaches Fahren ist er gar zu verhindern.

Durch Wiederholung kann der Fahrgast erfassen,
wann es wo spukt, und er bleibt gelassen.
Weiß man, wo welche Geister wuseln,
verunmöglicht das doch das Gruseln.

Ich komm‘ nicht umhin mich zu mokieren,
dass die Pisa-Studie noch schafft zu schockieren.
...
129 Gesundes Mittelmaß 17.11.23
Vorschautext:
Ich gewöhnte mich über die Zeit
an gesunde Mittelmäßigkeit.
Allmählich gelang mir im Laufe von Jahren
zu Exzellenz etwas Abstand zu wahren.
128 Lasst mich doch in Ruhe! 17.11.23
Vorschautext:
Der Rechtschaffenen Rechtschaffenheit
bin ich manchmal herzlich leid.
Sie soll'n, statt andre zu belehren,
erst unter dem eigenen Teppich kehren.
127 Von wahrer Präzision 17.11.23
Vorschautext:
Mangels Kamm, nur mit der Hand
setzt du dir die Frisur instand,
und das beherrschst du virtuos.
Was war da nicht eben noch alles los!
Doch nun steh'n ohne Tadel und Fehl
alle Haare haargenau parallel.
Mangels Spiegel kannst du es nicht schauen,
das Wunder, und musst mir wohl vertrauen.
Nie mehr in meinem Leben vergesse
ich diese erstaunliche Akkuratesse,
und besteht einmal die Notwendigkeit,
bin ich zur Zeugenaussage bereit.
126 Lass doch den Unsinn! oder: Nicht mein Vorbild 17.11.23
Vorschautext:
Du könntest doch inzwischen wissen,
deine Lage ist besch...
Nachdem all deine Vesuche vergebens waren,
lass die Hoffnung deines Lebens fahren!
Ergibt deine Aufgabe keinen Sinn,
ist's besser, du schmeißt alles hin.

Tagtäglich sollst du gen Gipfel stürmen
samt Kugel, um sie draufzutürmen.
Das dient doch niemandem auf der Welt,
Sisyphos, du Anti-Held!

...
125 Umsonst gelesen 17.11.23
Vorschautext:
Antwort auf die zentralen Fragen des Lebens
suchst du in diesem Gedicht vergebens.
124 Bester Freund 17.11.23
Vorschautext:
Jeder Vertreter der Spezies verhält sich
ausnahmslos kuschelig und pelzig.
Von anschmiegsamem Naturell
ist er, denn plüschig ist sein Fell.
Die Tugend der Verschwiegenheit
ist ihm höchste Obliegenheit.
Ihm kannst du alles anvertrauen
und dabei in die Augen schauen.
Über die Kunst der Diplomatie
verfügt er: Er widerspricht dir nie.
Du musst ihm nur in die Knopfaugen blicken,
dann siehst du sachte ihn Zustimmung nicken.
...
123 Kleines Geschenk zum neuen Jahr (Knisterkaugummi) 17.11.23
Vorschautext:
Zu Anfang knallt es und knistert auch,
ein neues Jahr, so ist es Brauch.
Dann eifert es seinem Vorgänger nach.
Was knisternd neu war, liegt bald schon brach.
Am zweiten Januar verwandelt sich's jäh
in Alltag, und es wird klebrig und zäh.
So rasch kann der Zauber der Neuen verwehen.
Lass Dir das mal auf der Zunge zergehen!
122 Black Friday 17.11.23
Vorschautext:
Die Qualität bleibt auszuloten
bei all den Sonderangeboten.
Womöglich gehört von dem, was "rausmuss",
vieles eher in den Ausguss.
Oder es lässt sich als Brennstoff verwenden,
um nicht Ressourcen zu verschwenden,
so dass wenigstens der Heizwert
zuguterletzt des Käufers Geiz ehrt.
121 Fragen einer Gewerkschafterin an Sisyphos 17.08.23
Vorschautext:
Das ist ein seltsames Tageswerk:
Du rollst eine steinerne Kugel zu Berg.
Am Abend rollt sie wieder zurück.
Tags drauf versuchst du erneut dein Glück.
Man tut ja vieles für sein Geld,
auch manches, das einem nicht gefällt,
was man so genau nicht nimmt,
solange die Bezahlung stimmt.

Als Gewerkschafterin frag’ ich dich, Sisyphos:
Wie viel zahlt dir denn dein Boss?
Zahlt er dir denn eigentlich schon
...
120 Nichts als Ausreden 17.08.23
Vorschautext:
Nach dem Entspringen aus der Quelle
folgt das Bächlein dem Gefälle.
Ist das Gelände eher flach,
wird das Wasser gar nicht wach.
Träge dümpelt es voran,
weil es halt nicht schneller kann.
Doch geht es steil hinunter,
dann wird das Wasser munter.
Es hüpft und springt und stürzt zu Tal,
als hätt’ es keine and’re Wahl,
womit es auch begründet,
weshalb es dort nur mündet.
...
119 Zuviel des Guten 17.08.23
Vorschautext:
Wenn es viel Schrift zu sich genommen hat,
ist auch ein hungriges Gehirn mal satt.
Die Buchstaben werden - vom Hirn verdaut -
in graue Zellen eingebaut.

Ballaststoffe kann das Gehirn nicht leiden.
Es zieht vor, Unverdauliches auszuscheiden.
Dann wird es geformt zu Sprechblasen und
verabschiedet sich meistens durch den Mund.
118 Sehr klug (bis auf einige) 17.08.23
Vorschautext:
Bibliotheken sind magische Orte.
Da gibt es viele schlaue Worte.
Ich kann zwischen ihnen spazieren gehen,
oder sie mir aus er Nähe besehen.
Schaue ich etwas genauer hin,
find' ich, die meisten ergeben Sinn.
Ihr Worte, ich hoffe, ihr nehmt's mir nicht krumm,
doch einige von euch finde ich dumm.
117 Treuer Freund 17.08.23
Vorschautext:
Jeder Vertreter der Spezies verhält sich
ausnahmslos kuschelig und pelzig.
Von anschmiegsamem Naturell
ist er, und plüschig ist sein Fell.
Die Tugend der Verschwiegenheit
ist ihm höchste Obliegenheit.
Ihm kann ich alles anvertrauen
und trotzdem noch in die Augen schauen.
Über die Kunst der Diplomatie
verfügt er. Er widerspricht mir nie.
Ich muss ihm nur in die Knopfaugen blicken,
dann seh’ ich sachte ihn Zustimmung nicken.
...
116 Ohne Fazit 28.07.23
Vorschautext:
Deinen eigenen Fehler anzuerkennen,
könnte man fast demütig nennen.
Aber nichts daraus zu lernen wär'
Doch etwas defazitär.
115 Französisches Bett 28.07.23
Vorschautext:
In diesem Bett soll'n wir zwei weilen,
das Kissen und die Decke teilen?
Schläft man in Frankreich auch bescheiden,
so will darum doch ich nicht leiden.
Wart' nur! Dein Teil der Decke flieht,
wenn jemand kräftig daran zieht.
Ganz genau zu diesem Zwecke
wickle ich mich in die Decke.
Wenn du mich nicht gewähren lässt,
und du hältst das Kissen fest -
Hui, mein Schatz! Dann wirst du staunen.
Munter fliegen dann die Daunen.
...
114 Entdeckung auf Reisen (Bardowick) 28.07.23
Vorschautext:
Aus dem bequemen Korbstuhl hatte
ich Blick ins Grün, ins regensatte.
Im Wintergarten durft' ich trocken
Bei einer Tasse Kaffee hocken.
Gut aufgehoben war ich hier
inmitten von altem Gebälk und Papier.
Zum Juwel unter den Bibliotheken küre
Ich diese - nicht nur für die Leih-Lektüre.
Welch gastlicher Ort für eine Pause!
Ich nähme ihn gerne mit nach Hause.