Profil von Eva Pietsch

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Anzahl Gedichte: 298
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Gedichte gelesen: 49.634 mal
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Titel
198 Der Untergang im Abend-Land 08.03.25
Vorschautext:
Vermeintlich geht täglich die Sonne unter.
Immer wieder spricht man darüber munter.
Gehören denn alle, die sowas behaupten
zu den ihres Verstandes Beraubten?
Man sehe den Tatsachen ins Gesicht:
Untergehen kann die Sonne nicht.
Nein, sie steht still an ihrem Fleck.
Wir dreh'n uns mit der Erde weg.
Und was muss da die Sonne sehen?
Sie denkt, sie sieht uns untergehen.
Bedenkt man das etwas genauer,
kommt raus: Sie ist kein bisschen schlauer.
197 Fake News 08.03.25
Vorschautext:
"Fake News" ist Englisch, falls du das nicht weißt.
Willst du wissen, was das heißt?
Gemeint sind die als Tatsachen verpackten
unbewiesenen, "alternativen Fakten".
Man hört sie an, schon das lässt tief blicken.
Und dann erwischt man sich noch beim Nicken.
196 Fassade gewahrt 08.03.25
Vorschautext:
Potemkinsche Dörfer und Prunkkulissen
soll unser werter Besuch nicht missen.
Wir räumen das Chaos in den Keller.
Ordnung dauert. So geht es schneller.
Oben hui, unten pfui gemäß altem Brauch.
Waschen nicht nötig - Parfüm tut's doch auch.
Dreckecken-Mief bringt keinen zum Niesen,
wenn überall Duftbäumchenwälder sprießen.
Auf diese Weise haben wir Arbeit gespart
und zugleich die Fassade gewahrt.
195 Nö! 08.03.25
Vorschautext:
"Nö" ist mein neues Lieblingswort.
"Nö" sage ich in einem fort
Ich weide mich daran und freue mich still,
all das nicht zu tun, was ich nicht will.
Ich fange auch erst gar nicht an
mit alledem, was ich nicht kann.
194 Moment mal! 08.03.25
Vorschautext:
Du scheinst im Galopp durchs Leben zu traben
und für nichts und niemanden Zeit zu haben.
Wünschst du es anders, musst du dich bequemen,
zum Innehalten dir Zeit zu nehmen.

In deiner Hektik sägst du dumpf
den Wald um, doch die Säge ist stumpf.
Hältst du inne, um mal einen Blick zu werfen,
fällt dir vielleicht ein, dein Werkzeug zu schärfen.
193 Demo-Plakat 05.03.25
Vorschautext:
Statt demonstrieren zu müssen in Menschenmassen,
könnten wir uns mit etwas Klugem befassen,
würden die Dummen das Dummsein nur lassen.
Doch leider sind sie noch nicht weit
genug entwickelt und nicht gescheit.
Wie schade um die schöne Zeit!
192 Abgehauen 12.10.24
Vorschautext:
Auf der Deichkrone bekam ich einen Schreck:
Das ganze Nordseewasser war weg.
Wozu haben wir sie denn eingedeicht,
wenn dann die Nordsee doch entweicht?
191 Ein Hoch auf die Lerndiagnostik 12.10.24
Vorschautext:
Die Digitaldiagnostik ist richtig gut,
weil sie tut, was Diagnostik halt tut.
Daten erhebt sie und gibt dann Bericht:
Was kann das Kind und was noch nicht?
Ihre Aufgabe ist es zu eruieren,
was muss der Testling noch trainieren.
"Wo ist denn bloß die Großstelltaste?",
war, was das Kind nicht recht erfasste.
Der Bedarf, den wir ermittelt haben,
ist ein Kurs für Großbuchstaben.
190 Micro-Coaching: Be a boss, Teil 2 18.09.24
Vorschautext:
Entschuldigen Sie sich bloß nie!
Sie sind in jedem Wortgefecht
auf Ihrer Stufe der Hierarchie
schon von Amts wegen im Recht.

Alles richtig zu machen, macht erhaben,
und was Fehler sind, bestimmen doch Sie.
Das gehört nun einmal zu den Gaben
der Oberen in der Hierarchie.

Zeigen bei Einwänden Sie keinen Schreck
und schreiten Sie herrschaftlich zu Werke!
...
189 Attacke! 18.09.24
Vorschautext:
Ich weiche nicht zurück,
um deine Wut zu zähmen,
Ich brauche nur ein kleines Stück
um genug Anlauf zu nehmen.
188 Nicht unterschätzen! 18.09.24
Vorschautext:
Dein Gegenüber steht auf dem Schlauch,
denkst du. Das denkt es von dir doch auch.
Es hatte nämlich schon längst erfasst,
was du ihm noch einmal erläutert hast.
187 Maß halten 18.09.24
Vorschautext:
Übt man freiwillig Verzicht,
verspürt man keinen Neid.
Um Armut geht es dabei nicht,
sondern um Bescheidenheit.
Mit Ansprüchen gehen schlicht
und einfach viele viel zu weit.
186 Lyrischer Ziffernschreibkurs 18.09.24
Vorschautext:
Die 1 nimmt ihren Lauf.
Erst steigt sie steil bergauf
Dann stoppt sie und springt munter
von oben wieder runter.

Aus einem rechten halben Herz
besteht die 2. Das ist kein Scherz.
Denk an die schöne Spitze und
auch an den Strich am Grund!

Halt nach dem ersten Bogen an,
dass man die Spitze sehen kann!
...
185 Flügge 25.07.24
Vorschautext:
Flügge wirst Du, Paradiesvogelkind.
Das heißt, Du wechselst demnächst das Gefieder.
Es heißt auch, dass Erwachsene jetzt anstrengend sind.
Sorge dich nicht! Das gibt sich auch wieder.

Wann immer Elternworte stören,
ist jeweils der Beschluss zu fassen:
Ist‘s angezeigt, auf sie zu hören,
oder es doch sein zu lassen?

Die Phase stärkerer Opposition
gegen der Altvögel Erziehungsmaßnahmen
...
184 Vierzehn Wenigzeiler 25.07.24
Vorschautext:
Wollen Schulden wirklich
beglichen werden?
Woll‘n sie nicht viel lieber
gestrichen werden?

Indem man zu viel reflektiert,
macht man manches kompliziert.

Das Verständnis von der Unendlichkeit
ist keine Selbstverständlichkeit.

Bleibt es anderen auch unbegreiflich,
...
183 Fragwürdige Innovation 09.06.24
Vorschautext:
Seit Jahrtausenden dreht das Rad seine Runden.
Ich habe es trotzdem nochmal erfunden.
Die Innovation: Mein Rad hat Ecken.
Was wollte ich damit nochmal bezwecken?
182 Fehler 27.05.24
Vorschautext:
Viele Fehler sind oft schon geschehen.
Auch mir sind sie also zuzugestehen,
denn eines tue ich gar nicht gerne:
dass ich aus Fehlern anderer lerne.
Ich brauchte noch keine aus zweiter Hand,
weil ich die meinen stets selbst erfand.
Völlig unbeirrt hab‘ ich sie mir ausgedacht.
merke: Die besten Fehler sind selbergemacht.
181 Zu spät! 27.05.24
Vorschautext:
Das Rad ist lange schon erfunden
Und dreht erfolgreich seine Runden.
Ein Zweifler hat drauf nicht vertraut
und es noch einmal neu gebaut.

Zuweilen ist Skepsis ja angebracht,
doch mancher Zweifler blieb ewig Zweiter,
hat sich nur Repliken ausgedacht
und brachte die Welt nicht weiter.
180 Lüge und Wahrheit 27.05.24
Vorschautext:
Während die Wahrheit gemächlich die Schleifen
ihrer Schuhe noch sorgfältig band,
war in rasendem Tempo mit harmlosem Pfeifen
die Lüge dreimal um die Welt schon gerannt.
179 Ehrgeizling 27.05.24
Vorschautext:
Der Weißdorn tritt jedes Jahr im Lenz
mit seinesgleichen in Konkurrenz.
Man möchte ihn warnen: „Halt inne, du Tor!
Brächten all deine Blüten auch Früchte hervor,
brächest du zusammen unter der Last,
die du selbst dir zugemutet hast.
Lass all die anderen nutzlos streben
und gönn‘ dir ein beschauliches Leben.“