Profil von Eva Pietsch

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Anzahl Gedichte: 253
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Titel
153 Wieder gesund
Vorschautext:
Jetzt erfasst mich die Lawine
aufgeschobener Termine
und reißt mit sich zu Tale.
Das ist der Preis, den ich zahle,
dafür, dass ich krank war, und
darum bleib' ich jetzt gesund.
152 Selbstdiagnose
Vorschautext:
Es war einmal ein Idiot, der befand
für kerngesund seinen Menschenverstand.
Zuerst hat er ihn definiert
und ihn sich selbst dann attestiert.
Dabei lautete die Diagnose:
Bei dem sitzt ein Schräubchen lose.
151 Unbeachtet
Vorschautext:
Da Leben von Fröschen hat einen Haken:
Sie können nicht sprechen, sondern nur quaken.
Ihr Lebensraum, ihr ganzes Reich
ist nur ein kalter, nasser Teich.
Außerdem riecht er durch und durch
nach Entengrütze und nach Lurch.
Sie können nicht über ihr Schicksal reden
und deswegen interessiert es nicht jeden.
150 Eine Frage der Deutung
Vorschautext:
Die Biene summt ihre Melodie.
Den Text dazu konnte sie noch nie.
Bestimmt handelt er von Arbeit und Fleiß.
Oder von Müßiggang... nun, wer weiß?
149 Mühlentag
Vorschautext:
Eine Mühle, die nicht mahlen mag -
und das am Deutschen Mühlentag!
Trotz blauem Himmel und Sonnenstrahlen
denkt sie gar nicht daran zu mahlen.
Die Wärme macht träge. Noch nicht einmal will
der Wind heute wehen. Auch er steht still.
Die beiden haben sich verschwiren.
Da sind wohl Schrot und Korn verloren
Wiederum ist doch beiden zu gönnen,
einmal in Ruhe verweilen zu können,
und wer heute auch Muße hat, nicht zu dienen,
der nehme sich einfach ein Beispiel an ihnen.
148 Für Bruno
Vorschautext:
Lieber Bruno, da bist Du ja schon.
Zur Landung auf Erden Gratulation!
Deine Eltern warteten schon gebannt
und haben einstweilen aufgespannt
das Sprungtuch für Dich, ihren kleinen Jungen.
Da bist Du mutig hineingesprungen.
Deine Flügel darfst Du für immer behalten,
doch vorerst kannst Du sie zusammenfalten.
Du wirst nun bei Mama und Papa verweilen.
Sie werden ihr Königreich mit Dir teilen.
Mindestens hast Du - gar nicht mal schlecht -
achtzehn Jahre Aufenthaltsrecht.
...
147 Gekonnte Landung
Vorschautext:
Deine Eltern wollten Familie werden
und luden Dich ein zu sich auf Erden.
Den Ruf der beiden hast Du vernommen
und bist bei Ihnen zur Welt gekommen.
Vorbei Deine Zeit des im-Orbit-Schwebens!
Jetzt ist die Zeit des auf-Erden-Lebens.
Den Landeplatz gekonnt gewälht
hast Du. Familie ist, was zählt.
Mit Dir und für Dich zusammenzurücken
wird Deine Eltern lebenslänglich beglücken.
Doch heißen Dich sicher genau genommen
noch viele weitere Menschen willkommen.
146 Nicht aufgeben!
Vorschautext:
Die guten Ideen - leider versandet.
Der ganze Plan ist bruchgelandet.
Letztenendes aber siegt,
wer nochmal auf die Startbahn biegt.
Mut ist, wenn man trotzdem fliegt.
145 Was du in der Schule brauchst (Einschulung)
Vorschautext:
So ein neuer Ranzen ist fein.
Was soll denn da bloß alles hinein?

Die Federtasche - ganz richtig -
die ist besonders wichtig.

Da sind alle die schönen Stifte drin.
Nach Gebrauch soll‘n sie da wieder hin.

Dank Radiergummi kannst du Fehler dosieren.
Sie lassen sich nämlich wegradieren.
Oh Radiergummi, du Wundergerät!
...
144 An allem sind Chamäleons schuld
Vorschautext:
Sie sind ein sonderbarer Fall.
Vor ihnen ist zu warnen:
Chamäleons sind überall.
Sie wissen sich gut zu tarnen.

Die Umgebungsfarbe angenommen
haben sie in unseren Breiten perfekt.
Keiner ist ihnen je auf die Schliche gekommen.
Niemand hat die Chamäleons bisher entdeckt.

Weil die heimischen uns stets erfolgreich narrten,
denken wir, dass sie nur in den Tropen existieren.
...
143 Wer rauscht denn hier?
Vorschautext:
Geh hinaus und lausche des Windes Brausen!
Spüre, wie Stürme dich umbrausen.
Stürme sind Lüfte. Sie stehen zwar still,
weil aber die Erde sich drehen will
und du mit selbiger verbunden,
drehst du auch mit ihr ihre Runden.
Rasch rauschst du an stehender Luft vorbei,
obgleich du glaubst, dass es umgekehrt sei.
142 Die paradoxe Leichtigkeit der Schwerkraft
Vorschautext:
Die Schwerkraft macht mich manchmal krank,
weil alles fällt. Doch sei ihr Dank!

Wäre stattdessen Leichtkraft der Fall.
dann fiele im Freien was fällt ins All.

Und es fiele reichlich schwer,
müsste man dahin hinterher.

Die Erdanziehungskraft ist also ohne Frage
etwas, worüber ich besser nicht klage.

...
141 Die Relativität der Zeit (Uhr-Rhythmusstörungen)
Vorschautext:
Sind Momente licht und hell,
geht meine doofe Uhr ganz schnell.

Geht das Schöne schnell vorüber,
wär‘s meiner Uhr anscheinend lieber.

Dafür dreh‘n in schweren Stunden
die Zeiger langsam ihre Runden.

Als ging‘s darum für Trauern und Sehnen
jeden Augenblick auszudehnen.

...
140 Mutprobe
Vorschautext:
Gestern Abend hab' ich meinen Schatten vermessen.
Wie lang er genau war, hab‘ ich zwar vergessen,
aber es waren ungefähr drei Meter und zehn.
Darüber zu springen, das sollte doch geh‘n.
Am Abend war mir das doch zu weit,
darum warte ich auf die Mittagszeit.
denn wenn die Sonne den Schatten staucht,
wird zum Springen die halbe Kraft nur gebraucht.
139 Ungeheuerliche Fakten
Vorschautext:
Mit dem Loch-Ness-Monster ist nicht viel los.
Es ist wirklich nicht besonders groß.
Eher schon ist es winzig zu nennen.
Mit bloßem Auge ist‘s kaum zu erkennen.
Dieses Ungeheuer kann man echt vergessen.
Das weiß ich, denn ich habe es vermessen.
Ich ermittelte sein genaues Maß.

Dazu brauchte ich ein Vergrößerungsglas.
Es war ganze drei Millimeter lang.
Da wurde mir beim Messen bang,
denn beim Blick durch die Lupe - welch ein Graus! -
sah das Wesen groß und gefährlich aus.
...
138 Schöne neue Rechtschreibung
Vorschautext:
Auf der Hatz muss man sich hätzen.
Der Sätzer muss den Drucksatz sätzen.
Was einst galt, ist heut‘ unentgältlich.
Die Ältern sind schon etwas ältlich.
Ein Einwand ist immer einzuwänden.
Versandartikel sind zu versänden.
Wer Rache plant, möchte sich rächen,
und die Sprache dient dem Sprächen,
zum Beispiel Änglisch den Angelsachsen.
Klar ist auch: Ein Gewächs muss wachsen.
Einer Stange gleicht ihr Stängel.
Etwas bange ist der Bängel.
137 Relativität der Dunkelheit
Vorschautext:
Ein Irrtum zu glauben, dass Sternlein stur
die Dunkelheit verscheuchten.
Dabei ist ihre Aufgabe nur,
dieselbe zu beleuchten.

Vor dem undurchdringlichen Dickicht
der Finsternis können uns Lichtlein nicht schonen,
taugen sie doch zu vielmehr nicht,
als selbige nur zu betonen.

Ohne kleine Störungen aus Licht
fiele sie uns nicht zur Last.
...
136 Paradoxon
Vorschautext:
Wenn Abnehmen doch einfach wär‘!
Dummerweise geht Leichtwerden schwer.
Leicht ist es hingegen, schwer zu werden.
So paradox geht es zu auf Erden.
135 Wunder der Baustoffkunde
Vorschautext:
Flüssig, das ist ein Aggregatzustand.
Das Wasser flüssig ist, ist bekannt.
Festes Glas, seit heute weiß ich bescheid,
ist - unterkühlt zwar - doch eine Flüssigkeit.
Zum Beispiel: Eine Fensterscheibe ergießt
sich von oben nach unten. Tatsache: Sie fließt.
Doch braucht sie dafür ein paar Jahrhunderte,
weshalb sich noch niemand darüber wunderte.
Gut finde ich dieses Langsamkeit, denn eine Pfütze
aus Glas vor dem Fenster wär‘ zu nichts nütze.
Und doch ist mein Gehirn zu vergittert,
um zu versteh‘n wieso Flüssigkeit splittert.
134 Winter adé!
Vorschautext:
Gestern noch Winter; heute noch Eis.
Doch morgen schon wird es sicher heiß.
Wer den Teller heut‘ leergegessen hat,
bekommt morgen Sonne und dreißig Grad.