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Gedichte über Fantasie - Seite 13


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Gefangen, im Buch der Wünsche

Da lag es, fast schon am erblassen:
dies schmale Buch, mit Silberrand.
Ausgelegt, auf blauen Sand;
und wirkte so: Komm mich anfassen.

Das Bändchen zog so magisch an,
als hätt es nur gewartet.
dass es vom Sand los startet
und den Käufer zieht, in seinen Bann.

Doch ist das Buch mal aufgeschlagen,
zieht es dich, gleich in sich rein.
Dieses Buch kennt kein Betragen.

Des Buches Wunsch, es zog dich ein,
in seinen, weissen Blättermagen.
Und deine Wünsche werden: sichtbar sein.

Noch ist das Bücherleben Nebel.
Doch bald kommt dein Gedankenbild.
Die Vögel tragen: Schnäbelsäbel;
und attackieren dich schon wild.

Ein Wunsch muss her! Doch wirkt ein Knebel,
so wie ein rotes Tücherschild.
Komm Gedanke! Wo ist dein Hebel?
Dass sich, ein neuer Wunsch erfüllt.

Der neue Wunsch ist spät erdacht.
Doch eine neue Welt erwacht,
mit sonderbaren Schattenwesen.

Da spricht ein Zwerg dich an: " Du Besen!
zahl mich aus, mit Igelsporen;
und noch dazu, zwei Pinselohren. "

Doch wünscht du dir, du willst zurück,
dann hast du dabei gar kein Glück.
das Buch dreht dir daraus ein Strick;
und lenkt ganz bös, nach seim Geschick.

Was du auch denkst, mit einem Blick:
das wird gleich wahr, mit Büchertrick.
Das Buch spielt ein Theaterstück:
das dir die Zehen werden dick.

Ja, Bücherfreund! Nun wünsch dir was!
Ein Motorboot, aus Schilf und Gras,
was fliegen kann: durch Stein und Glas.

Komm wünsch dir doch ein Sassafras!
der zu erzählen nie vergass,
das er im Wunschbuch, auch mal las.
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Ritter Runkel von Runkelstein

Viele meiner Leser werden Ritter Runkel noch aus der Kindheit kennen. Eine kleine Hommage an den berühmten Ritter Runkel mit seinen Freunden DIGEDAGS.

Ritter Runkel von Runkelstein
Es war der Ritter Runkelstein,
er lachte nur sehr selten.
Humor und unser Runkelstein: dazwischen lagen Welten.

Ein mächtiger Ritter war er einst,
mit Burgen und mit Ländereien,
doch aus der Mode ist er nun,
der Fortschritt muss so sein.

Auf seiner Burg so ganz allein,
da weht ein kalter Wind,
denn eine Frau die hat er nicht,
sie schenkte ihm kein Kind.

So ward der Ritter Runkelstein
ein Griesgram sondergleichen,
dem Ruhm vergangener Tage zollt
und ging selbst über Leichen.

Nun ritt der Griesgram eines Tags,
alleine durch den Wald,
und hörte auf halbem Ohre,
wie Kindergelächter schallt.

Auf einer Lichtung wunderschön,
da sah er Kinder spielen,
ein Kinderreigen ohne Zahl,
sich durch den Spaß gefielen.

Auf seinem Ross, da schritt er näher,
die Kinder sich erschraken,
„Wer Er denn sei, so ganz allein?“,
war das, was sie ihn fragten.

So sprach der Ritter Runkelstein,
gefragt nach seinem Leben,
berichtete von Schlachten fern,
sein Körper kam zum Beben.

Es fiel ihm auf,
es fiel ihm ein,
so sollte es nicht sein,
denn durchs erzählen war ihm klar:
Er war ja ganz allein!

Da lud er alle Kinder ein
zum Spielen auf sein Schloß,
die Kinder kamen ohne Furcht
und streichelten sein Ross.

Sie füllten nun den einsam Ort
mit lautem Kinderlachen,
tobten, sangen immerzu
und machten tausend Sachen.

Von diesem Tag an, sag ich euch,
lief einiges verquer,
doch die Legende vom Runkelstein,
die gab es nun nicht mehr.

Er war der Ritter von Runkelstein,
genauso soll es sein,
denn ob Legende oder nicht:
Kein Mensch ist gern allein.

©Thomas de Vachroi anno domini 2011
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