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Gedichte Über Beziehungen - Seite 253


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Freiheit des Alters* Rebellion

Mich tötet der Gleichklang der Tage,
die Routine, die Rituale -
ich schwinge wie eine Marionette,
als ob ich kein eignes Leben hätte.

Zeitloses lieb ich, ohne Jahre,
Stunden und Sekundenplage.
Die Uhr ist eine Bestätigung nur
für  die innre biologische Uhr.

Wenn ich nachts um drei nicht mehr schlafen kann,
schalt ich die Kaffeemaschine an;
taste im Dunkeln nach der Träume Sinn,
bevor ich ein andres Suchen beginn.

Morgens um sieben steh ich am Herd,
brat Bohnen mit Speck - 's Herz es begehrt.
Trink gerne ein, zwei Gläschen roten Wein,
dichte dazu ein Gedicht ohne Reim.

Ich öffne die Türen, mach mich weit,
bin zu Gedankensprüngen bereit.
Lasse von Fantasie mich entführen -
genieß es, keine Grenzen zu spüren.

Ich lass alles zu, Schmerz und Trauer,
alle Schuld und was ich bedauer.
Ich gebe mich hin der sinnlosen Qual,
wohlwissend: es ist zum tausendsten Mal.

Und manchmal, wenn ich ganz mutig bin,
geh ich nachts raus in nächtliche Still,
da, wo du starbst, an dem Straßenrand,
hör ich laut Musik, 'die', aus deiner Hand.

Störe das Straßenbild wie einst nur du-
Danach geht's mir gut, und ich komm zur Ruh.
Herrliches Alter: Ein Leben so frei!
Was manch einer denkt, ist mir einerlei.

Ich weiß: du hättest Freude an mir!
Rebellion der Mutter - das schulde ich dir.


*Zwiegespräch mit meinem toten Sohn, mit dem ich viele schöne und auch traurige Grenzüberschreitungen/Rebellionen erlebt habe

* die vielen Apostrophen spare ich mir - sie stören den Lesefluss meiner Gedanken
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GEIST IM MONDGLANZ

Und nun sitze ich alleine im Mondblumenfeld
Wo Liebe einst strahlte, sind alle Blüten verwelkt
Ich kehre jede Nacht in unser Refugium zurück
Unter mir nur noch die Trümmer von zerbrochenem Glück
In Träumen liegen wir hier im Blütenstaub unsres Bundes
Aus gemeinsamen Nächten erwacht nun ein einsamer Junge
Voller Sehnsucht blicke ich zum Firmament in der Ferne
Der Geist im Mondlicht tanzt so glanzvoll durch die Sterne
Wo unsere Scherben als Sternschnuppen verglimmen
Und alles, was von uns bleibt, ist unser Sternenkind im Himmel

Der Traum ist zersplittert, aber der Träumer am Leben
Am Friedhof einer Geisterliebe begrab ich meine Seele
Mein Fall war für dich, meine Liebe ist verbrannt in deinem Innern
Du hast mein Herz zerstochen, deshalb blute ich für immer
Niedergeschlagen von jeder Träne dieses Schmerzes
Ohne dich bin ich nichts, nur der Sklave meines Herzens
Du bist, was mich vom Leben abhält und was mich am Leben erhält
Der Schatten meiner Seele und der Funke, der mein Leben erhellt
Fesseln ewiger Treue halten mich in einem Käfig gefangen
Dessen Schlüssel ich der Kälte deiner Hände vermachte

So viel Liebe für dich, so viel Liebe für die Welt
Liebe für alles und jeden, nur keine Liebe für mich selbst
Das Laternenlicht erloschen, meine Augen schwelen offen
Doch ich sehe nur noch Licht, sind meine Augen geschlossen
Das Herzblut vertrocknet; in den Narben meines Kerns klafft ein Loch
Ich kann nicht mehr lachen, nur der Geist im Mond lächelt noch
Bin so weit entfernt, mich nicht mehr nach deiner Nähe zu sehnen
Ein Beten und Flehen, lass die Leere dieses Elends vergehen
Du warst mein Sonnenschein, nun nur noch ein Spiegeln im Mondschein
Keine Kraft mehr zu leben, doch zu viel Angst vor dem Totsein

Der Träumer mag sterben, doch der Traum lebt ewig weiter
Noch immer sitze ich hier und jag dort oben nach Geistern
Alle Wege vor mir leiten mich zurück bis zur Wiege
Als roter Faden nur der Kosmos und mein Streben nach Liebe
Ein außerirdischer Außenseiter auf astraler Reise
Geformt von Fragmenten der Erinnerung vergangener Zeiten
Die Momente sind Geschichte, doch ich durfte sie erleben
Resigniert halte ich in Memoiren fest an meinem Bestreben
Denn Märchen schreibt die Zeit, in des Dichters Leid
Geist im Mondglanz, bitte bring mich endlich heim

- ST 2025
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