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Anzahl Gedichte: 1.136
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Gedichte gelesen: 659.647 mal
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Titel
1136 selbstgewählt fremdbestimmt 26.04.26
Vorschautext:
Man lernt,
zu seinem eignen Schutz,
ein immerzu
genaues Schauen.
Ich weiß, es ist
total absurd, und doch
lernt man auch
wegzuschauen.

Und irgendwann,
ganz nebenbei,
bleiben die Blicke
...
1135 Spiegelkabinett 17.04.26
Vorschautext:
Dem einen ist sein Haus Geborgenheit,
dem andern Käfig -
Was an Gemeinsamkeit dann bleibt,
ist einsam überleben.

Für's Haus wird Leben aufgespart -
es ist gefräßig.
Ein Leben darin aufgebahrt,
wird leicht der Wind fortfegen.
1134 Wortketten 17.04.26
Vorschautext:
Ich sprach schon lange
von dem Rest des Lebens,
bevor ich wusste,
was das heißt.
Jetzt spricht mit mir
das Leben,
und auch der Rest, der
mir noch bleibt.
1133 vom Halten 16.04.26
Vorschautext:
Die Hand, die manchmal vor dem Fallen hält,
die hält auch mich.
Und manchmal ist es meine,
die nicht fällt und hält – auch dich.

Doch manchmal war
die Hand gebunden,
die nicht von dir wich.
1132 Bruch 15.04.26
Vorschautext:
Ich wiege am Abend
den guten Tag
wie einen Traum -
Ich zähle die Zeit nicht mehr,
vermesse keinen Raum.

Ein Klirren
zerbricht mich -
und schon wieder zähle ich
Stunden.

Es kennt wohl jemand
...
1131 Beziehungswahrheit 14.04.26
Vorschautext:
Ich biege mich in jede Richtung -
es ist mein Tanz
mit dem, der nicht versteht, warum
ich tanze -
es auch nicht muss,
weil ich darauf vertraue,
dass Tanz Bewegung ist,
die - irgendwann -
die Schwingung wird,
die trägt
in einen Fluß,
der nicht für heute nur
...
1130 Steintanz 23.03.26
Vorschautext:
Ich hüllte meine schweren Träume
in ein helles Frühlingskleid -
es lag so leicht und luftig auf der Haut
wie unbeschwerte Zeit,

als wehte lauer Wind 
mir um die Hüften, um die Beine -
es wiegte tänzelnd mir die Schritte
über geträumte Steine.
1129 Sprengsatz 11.03.26
Vorschautext:
Gewagter Schritt aus
dem 'Nicht mehr'
ins weißgetränkte Blatt,
das Worte am Gewicht nur mißt
und an dem Fett, das Pathos
wie gewohnt erbricht.
Kein Wort genügt. Sieh nur,
es welkt und fällt
eins nach dem andern,
und das im 'Noch nicht' schweigt
befreit vom Tand, sich
neu und neu
...
1128 Ventil 04.03.26
Vorschautext:
Das Ventil hält lange die Luft
im Rad des Schreibens.
Doch plötzlich
ist der Reifen platt -
und unter den Füßen
ändern sich die Wege.

*Aphorismus
1127 Wortabstinenz 26.01.26
Vorschautext:
Raus aus der Sucht
in sich
das Leben neu
zu denken

Das Leben tickt
1126 Neuschnee 26.01.26
Vorschautext:
Schwebende Flocken
sammeln fallend das Leichte
ins Fließen der Schwere
1125 Nur ein Wort für Schnee 26.01.26
Vorschautext:
Nur ein Wort für Schnee
Und doch so viele Worte
ihn zu beschreiben
1124 Schneeatem 26.01.26
Vorschautext:
Die weiße Grenze
zwischen Aus- und Einatmen
kurz Atem anhalten
1123 Schnee 26.01.26
Vorschautext:
Der weiße Atem
lässt ruhen, was gestern noch
mir den Atem nahm
1122 Durch mein Fenster 20.01.26
Vorschautext:
Es klopft. Ein Freund schaut durch mein Fenster.
Ich zöger. Suche nach mir
und denke: Es sind  ja nur
ein paar Schritte bis zur Tür.

Mein Lächeln, abgelegt, hängt
noch an der Garderobe.
Dem Spiegelbild fehlt ein Gesicht.
Wer bin ich ohne?

Ich könnte meine Mitte zeigen,
die Lebenssplitter,
...
1121 Melodie, die bleibt 15.01.26
Vorschautext:
Wenn Raum und Zeit
sich lösen
aus dem Sein,
spürst du den Fluss
Unendlichkeit,
der durch dich zieht
als urvertrauter Klang
wie eine Melodie,
die bleibt.
1120 Winterhaiku 10.01.26
Vorschautext:
*

Ein weißer Flaum wärmt
die erdige Einsamkeit
im Klang der Stille

           *

Eiskristallblüten
Ein Meer tausender Spiegel
des goldenen Lichts

...
1119 Grausig schön! 31.12.25
Vorschautext:
Explosionen am Himmel
Beben der Erde
Nichts ist uns
zu schrecklich und laut
zu gefährlich
für diesen Adrenalinkick
im Rausch

Und morgen sammeln wir ein
den Dreck, die toten Vögel
die verirrten Tiere
und die abgefetzten Finger
...
1118 Sternflocken 24.12.25
Vorschautext:
sie fallen still
man hört ihr Fallen nicht
während sie Zauberkleider weben
und zart und sacht
in uns die Stille legen
aus der die Hoffnung keimt
und Sterneblütensegen
1117 Gebet 17.12.25
Vorschautext:
Die Taubheit
die auf meinem Leben liegt
Herr, nimm sie mir
damit die Seele wieder lebt
unter dem täglichen
Not-wenden
das seine Grenzen spürt
im Schmerz
dass ich nicht viel
kann ändern
von dem, was mich bemüht
im Ab- und Himmelwärts
...