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Anzahl Gedichte: 233
Anzahl Kommentare: 188
Gedichte gelesen: 11.913 mal
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Titel
233 Irgendwann werden sie uns fragen 21.09.21
Vorschautext:
Wir müssen das Vertrauen
der Kinder in uns

noch verdienen

Irgendwann werden sie
uns fragen

ob Gesundung beginnt
wo ihre Freiheit endet 

und
...
232 Prüfend ist ein Kinderblick 21.09.21
Vorschautext:
Prüfend ist ein Kinderblick,
sucht nach Fremdem und Vertrautem.
Es schreckt der davor zurück,
der Angst hat vor dem Erschauten. 

So ein Blick geht richtig tief,
bis auf den tiefsten Herzensgrund,
als würden sie riechen den Mief
und sehen den wunden Punkt. 

Vertrauen wollen sie haben
und finden in unserem Blick.
...
231 Wir könnten auch zufrieden sein 20.09.21
Vorschautext:
Ausgeblutet ist der Sommer,
Die Sonne ist schon bleich.
Bedrohlich nah ist Winters Donner,
Der Mond versinkt im Teich.

Die Erde legt in Schlaf sich nieder
Und Winde harren still.
In Scharen ziehen Vögel wieder,
Ihr Klagen klingt jetzt schrill.

Wie immer, erst wenn Ende naht,
Hat das, was war, Gewicht.
...
230 Kindheitserinnerung 19.09.21
Vorschautext:
Die Urgroßmutter sank in Mittagsschlaf,
ich unter ihrem Bett versteckt, still lag.
Ich kitzelte sie frech am rechten Fuß
gespannt darauf, dass sie, konfus,

in Angst und Schreck, aus dem Traum nicht findet
und denkt, dass ein böser Geist sie schindet.
Doch plötzlich guckt sie unters Bett –
Nun war es ich, die ganz erschreckt,

zum ersten Mal, das Alter vor mir sah!
Und plötzlich war der Tod mir greifbar nah.
...
229 Sonntagsträumereien 19.09.21
Vorschautext:
Mir fehlt das Meer. Mir fehlt die blaue Weite.
Ansonsten fehlen mir die Berge -
da spür ich mich, wenn auch bloß nichtig und klein.
Nur heute wollt ich größer sein 

und mich erheben über tiefste Tiefen,
getragen von der Welle Kraft.
Dass alles gut ist, wie es ist, heut spüren.
Und dich und auch mich noch lieben.

Wie tiefes Meer, so blau ist heut der Himmel -
doch schwimm ich weit, weit unter ihm.
...
228 Kanzlerwahlklamauk 18.09.21
Vorschautext:
Es wird nur mit Bremslicht gefahren,
Standlichter leuchten die Fahrbahnen aus,
das Schlusslicht ersetzt den Weitstrahler,
Schein-Werfer vernebeln die Sicht im Voraus.

 
227 Das Bunte 17.09.21
Vorschautext:
Die Vögel tragen den Sommer weg
und schwingen ihn ein in mehr Wärme,
verlassen das schützende Versteck
und Baumblätter träumen von Ferne.

Einzelne schweben einfach dahin
und wissen nicht, wohin sie fallen.
Frei, lassen sie sich treiben  im Wind -
sie schweben lautlos und verhallen. 

So kurz ist das Fernweh und Träumen,
und doch ist es losgelöst und frei.
...
226 Das Lächeln 17.09.21
Vorschautext:
Verletzlich ist der Morgen, farblos, dünn,
bis traumschweres Erinnern blass zerrinnt,
dunkle Schatten verstohlen sich schleichen
und kreisend die Welt zu atmen beginnt.

Es hilft nicht kleiden, Haut verdecken -
die Härte des fordernden Tags
in Hektik und Strenge der Stunden,
reibt auf, geht unter die Haut und nagt.

Vielleicht das Lächeln dieser Fremden,
aus dem ein anderes Leben schaut -
...
225 Oh Schreck! 16.09.21
Vorschautext:
Ich las
mal wieder
die Gedichte, die
ich vor längerer Zeit schon
schrieb: Oh Schreck! Kein Wortbild,
auch kein Warnschild - nur ein Wörtermeer,
in dem das Wort nur sinnlos trieb, und
Reim, der schwomm umher.

Was auf dem Handy ausgewogen schien,
ist im PC ein einz‘ger großer Schreck!
Verhunzt sind viele der Gedichte -
...
224 Geliebte Utopie 15.09.21
Vorschautext:
Die Projektion des Lebens
in eine weitere Welt -
ein Teil des Universums,
das anderes Sein enthält.

Nicht Himmel oder Hölle,
nicht ewiges Paradies -
nur einen Raum für alle,
in dem Sein zusammenfließt.

Wo Seelen sind viel leichter
als all der Körper Gewicht,
...
223 Innenschau 15.09.21
Vorschautext:
Leben zieht wieder ein in die Häuser,
verlockend wirbt leise Musik
im Fallen der Farben von den Sträuchern -
nach innen kehrt still sich der Blick. 

Schon legt sich schwerer die Nacht in den Tag,
wächst grau in neblige Morgen.
Auf hellen Stunden liegt silbrig Belag,
hält Perlentau noch verborgen.

Wie Staub liegt Stille in leeren Räumen,
Stimmen und Gesten klingen mild.
...
222 Nur heute 14.09.21
Vorschautext:
Ich glaube nicht alles, was ich denk‘ -
es ändert den Tag, doch nicht die Welt.
Morgiger Tag ist ohne Gewähr,
andre Gedanken kommen daher.

Ich glaube nicht alles, was ich fühl‘ –
was heute so heiß, ist morgen kühl.
Gedanken kommen und gehen auch,
Gefühle sind manchmal nur ein Hauch. 

Nur das, was mir bleibt, hat ein Gesicht,
nur was mich beschwert, bleibt als Gewicht.
...
221 Gnadenlos 14.09.21
Vorschautext:
Staub aus Dogmen
spuckten die Münder
in unschuldige Herzen
zerrieben Lebendiges
im Zerfließen des Kindseins
in Gut und Böse

Schufen dunkle Gestalten
in all ihre Träume
legten Gedanken
in dunkle Ecken
und Lauern der Angst
...
220 Das Fühlen, das so zarte 13.09.21
Vorschautext:
Was ich euch vererben wollte,
war mir lange nicht bewusst.
Das, womit ich Taschen füllte,
war letztendlich nur Verlust.

Würde euch gern hinterlassen,
wie Leben geht, wie es gelingt.
Dafür gibt es keine Taschen -
hab‘ mir vieles abgeschminkt.

Was ich mir jedoch bewahrte -
war das Leben noch so schwer,
...
219 Mein Gott legt mich nicht in Ketten 13.09.21
Vorschautext:
Pfarr-Herr in der weißen Kutte,
'hörte' meinen Hilfe-Schrei!
Wollte meine Seele retten,
hat jedoch mir Gott entweiht. 

Sprach mich schuldig, arme Seele,
die er schleunigst retten muss.
Seele, die man vorher quäle,
kann man retten, welch‘ Genuss!

Meine Seele – nicht zu retten!
Geb‘ sie Allem einfach hin.
...
218 Wadenbeißer 13.09.21
Vorschautext:
Kleiner Wuchs an menschlich‘ Größe,
beißt dich immer hinterrücks,
schafft es nicht auf Augenhöhe,
untenrum ist Schnüffel – Glück. 

Ist ihm einer überlegen,
schnappt er feste, kriegt den Schuh.
Das wird er zwar überleben –
doch nach dem Kick ist endlich Ruh‘.
217 Wenn die dunklen Tage kommen 13.09.21
Vorschautext:
Noch hängt Grün an allen Bäumen,
nur die bunten Blätter fallen sacht.
Fallen, wie in meinen Träumen,
längst vergilbte Tage in die Nacht.

Was ich schon vergessen glaubte,
leuchtet jetzt und rührt mich zärtlich an.
Weil ich niemals rückwärts schaute,
ging Erinn’rung weise mir voran.

Wartet sie auf meinem Pfade,
wie ein guter, alter Freund?
...
216 als Schatten meiner Träume 12.09.21
Vorschautext:
erwache als Schatten
meiner Träume
unwirklich  

zersetzt
ist Lebens Schein
in Luft 

ich löse mich
bin nicht mehr da
und kann doch  

...
215 Politisches Farbenspiel 12.09.21
Vorschautext:
rotrot Grün
ist Schreckgespenst
des Sommers,

gemalt als
Teufel an der Wand
in glutrot‘ Sockenbrand.

Nun herbstet’s wieder.
Zermalmt wird
grün und rot,

...
214 die ewig alte Erneuerung 09.09.21
Vorschautext:
Umschwung, Aufschwung,
wollen wir doch alle.
Es fragt sich nur:

Wohin - und auch - mit wem?

Mit der alten
Kuh im Stalle,
hat keiner noch
Erneuerung geseh‘n.
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