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| 335 | Welt.Poetry.Day | 21.03.26 | ||
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Vorschautext: Wir Dichter, wir können im Stillen lang sitzen, und kommen beim Reimen ins innerlich Schwitzen, wenn Vers über Vers mit Herzblut geschrieben, dann hinaus ins weite World Web getrieben uns den Applaus untergräbt. Wie sollen wir dann Inspiration noch haben? Von Euterpe beschützt und mit Gaben beschenkt, die sie mit der Feder durch Verszeilen lenkt, so wie der Wind sanft das Blätterwerk streift auch in unserer Kammer die Lyrik reift. ... |
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| 334 | O Weh! (Lim) | 20.03.26 | ||
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Vorschautext: Es konnt´Meister Lampe im Garten den Ostertag kaum mehr erwarten. Er legte die Eier ins Beet von Frau Maier Doch sie wollt´den Hasen als Braten. SDR |
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| 333 | Leiser | 20.03.26 | ||
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Vorschautext: Es wird leiser mit den Jahren. Wie ein Zimmer, aus dem einer nach dem anderen geht und die Tür nicht ganz schließt. Die Stimmen dünnen aus, die Namen werden schwerer. Man stellt die Tasse vorsichtig ab, als könnte man jemanden stören, der längst fehlt. Doch auf einmal ... |
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| 332 | Zwischenraum | 28.02.26 | ||
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Vorschautext: Du hast nicht gesagt, dass du gehst. Du hast nur aufgehört zu antworten. Vielleicht ist das die höflichste Form des Verschwindens. Ich prüfe mein Telefon wie man eine Wunde prüft – ob sie noch da ist. ... |
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| 331 | Ein Stück Erinnerung | 17.02.26 | ||
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Vorschautext: Der Abend stellt die Stühle enger, als wüsste er von dir. Im Glas steht noch ein Rest November und riecht nach damals hier. Die Uhr probt leise Abschiede, sie kann das ziemlich gut. Ich zähle keine Stunden mehr, nur Dinge, die man tut. Zum Beispiel: Fenster offen lassen. Den Staub im Licht versteh’n. ... |
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| 330 | Nonsensgedicht | 07.02.26 | ||
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Vorschautext: Fasching war’s, die Maske schwieg, laut im leis verhüllten Klang, bunte Nacht war hell und dunkel, kurz war endlos, schnell war lang. Konfetti fiel verziert und nass auf warmen, trocknen Winterwind, Lachen zitterte gleich Stille auf den Lippen wie ein Kind. Clowns verneigten sich erhoben, ernst im spielend leichten Gang — ... |
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| 329 | Fasching - Haiku | 07.02.26 | ||
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Vorschautext: Schneeflockentänze rieseln auf die tanzende Maskenparaden. Beim Faschingsumzug. wirbelt um Clowngesichter Konfettiregen. Zum Klang der Trommeln amüsieren sich feiernd spaßige Menschen. ... |
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| 328 | Der Bücherwurm | 30.01.26 | ||
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Vorschautext: Es war ein Wurm, der mochte Bücher, verschlang die Bände Stück für Stück. Er knabberte an allen Ecken, das dickste Buch zuerst – welch Glück! Er las mit Appetit und Schwung, manch Satz war lang, manch Reim war jung. Doch eines Tages – welch ein Graus! – da fraß er sich durch Omas Haus. Die Regale schrien: „Nicht so schnell!“ Der Wurm, er lachte: „Na, ist doch schön!“ ... |
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| 327 | Karnevalsonett | 08.01.26 | ||
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Vorschautext: Ich setz mir heut ein Lächeln ins Gesicht, nicht, weil die Welt auf Wunder eingestellt. Doch einmal wird das ganze Regelwerk ganz leis beiseitgeschoben durch das Licht. Der Ernst zieht ab, verwundert und verzicht’, die Stadt wird Bühne, jede Rolle zählt. Ich lach nicht tief, doch ehrlich in der Welt, ohn´ dass mein innerst Sein zerbricht. Die Zeit hält an, setzt Maske auf und schweigt und merkt erstaunt: Sie wird heut nicht vermisst. ... |
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| 326 | Die Welt - ein Wunschzettel | 07.01.26 | ||
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Vorschautext: Es leben in Ländern gar weit verstreut, einige Herren, von Macht sehr erfreut. Gewählt, beklatscht, mit sicherem Blick, sie wissen genau um den eigenen Trick. Der eine im Westen spricht laut, nicht gewandt, er baut sich Welten aus Worten und Sand. Er verspricht seinem Volk das Blaue vom Meer und glaubt es selbst – vielleicht noch viel mehr. Er liebt den Beifall, das schnelle Gericht, doch fragt nach Wahrheit am liebsten man nicht. ... |
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| 325 | Vogelquartett im Schneesturm | 05.01.26 | ||
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Vorschautext: Es hocken die Vögel im Schnee. Der Frost ist für sie nicht okay. Im Gesicht sitzt Verdruß. Es ist kein Genuß. Sie zwitschern: "Wo bleibt den der Tee?" SDR |
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| 324 | Dritter Advent | 13.12.25 | ||
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Vorschautext: Nicht alle zählen Kerzenlicht, manche nur die stillen Tage. Der dritte Advent verspricht nichts – er kennt die alte, schwere Lage. Er tritt nicht laut in manche Zimmer, setzt sich leise an den Rand. Noch tragen alte Hände Jahre, die niemand ihnen nehmen kann. Die Stadt hängt Glanz in jedes Fenster, doch drinnen bleibt es arm und klein. ... |
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| 323 | Einmal hebt das JETZT den Kopf | 05.12.25 | ||
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Vorschautext: Ein Hauch von Zeit liegt auf der Haut, ein kaum gefasster Zwischenfall aus Licht. Er tritt hervor wie ein ungerufener Gedanke, zitternd, als fürchte er den Sturz zurück ins Niemals. Der Augenblick, ein rastloser Gast, stellt seinen Becher auf mein Herz und trinkt aus meinen Fragen. Ich höre, wie die Welt in ihm knackt, ein Splitter Zukunft, ... |
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| 322 | Schwellenzeit | 02.11.25 | ||
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Vorschautext: Ein matter Schleier hängt auf kahlen Wegen, der Nebel tastet still nach jedem Stein. Verblasst ist, was im Sommer schien zu leben, und jeder Laut versinkt im fahlen Sein. Die Tage schrumpfen, sacht und ohne Gnade, die Sonne sinkt, ein müder, goldner Schwur. Im Atem liegt die Ahnung alter Pfade, die Zeit verrinnt – ein Kreis im Still der Spur. Die Erde ruht, ihr Herz schlägt tief im Grunde, es sammelt sich, was bald vergehen muss. ... |
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| 321 | Allerheiligen | 02.11.25 | ||
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Vorschautext: Die Nebel ruh’n auf alten Steinen sacht, ein Blätterflüstern trägt vergangne Lieder. Die Erde atmet still in weicher Nacht, und Schatten wandern leis’ die Pfade wieder. Ein Hauch von Zeit liegt auf dem welken Kranz, die Kerzen flackern – goldne, zarte Wunden. Im Glanz der Flamme hebt sich Traum und Glanz von jenen, die im Schweigen Ruh gefunden. Ein Name schimmert, halb vom Moos verdeckt, ein Leben sinkt zurück in Wort und Schweigen. ... |
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| 320 | Wenn die Glocke zwölf schlägt | 27.10.25 | ||
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Vorschautext: Die Hexen reiten wieder über verbrannte Karten, ihre Besen tasten nach Grenzen, die niemand mehr glaubt. In den Fenstern frieren Geister, sie murmeln Verträge, die in Blut geschrieben sind und mit Gas gelöscht werden. Ein Mann mit dem Gesicht aus Stahl, aus dem Osten kommt er, ... |
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| 319 | Und Gott sah, dass es mühsam war | 17.10.25 | ||
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Vorschautext: Es heißt Gott schuf nach seinem Bild den Mann. Doch war er auch gewillt ein Leidenswesen zu erschaffen, dem alle Muskeln gleich erschlaffen, wenn er zur Hausarbeit gerufen? Des Mannes liebster Satz „Wo ist?...“ so hofft er, gibt ihm eine Frist, sich hurtig aus dem Staub zu machen. So lang der Mann in Blütejahren, ... |
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| 318 | Schwestern | 21.09.25 | ||
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Vorschautext: Sie schweigt. Die Nachrichten gelesen, kein Wort zurück. Ein Leben lang Verbindungen zerschnitten, Stimmen vergiftet, Herzen ausgehöhlt. Die Krankheit frisst, doch sie hält die Hand verschlossen, ... |
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| 317 | Altweibersommer | 21.09.25 | ||
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Vorschautext: Die Spinne webt ihr feines Kleid, im Morgen hängt es schillernd weit; der Tau, er flimmert gläserklar, als wär der Sommer noch mal da. Die Blüte zittert matt und scheu, ihr Purpur welkt im Himmelstreu; die Sonne lächelt müd und lind, als ob wir alle Abschied sind. Der Traum verweht, der Sommer flieht, zurück bleibt nur ein leises Lied; ... |
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| 316 | Herbstlied | 16.09.25 | ||
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Vorschautext: Die Felder sind still, die Garben gebunden, Der Sommer verweht in der Lüfte Lied. Ein matter Glanz liegt auf allen Gründen, Der Tag schon früh zur Nacht entflieht. Die Blätter sinken, gleich müden Händen, Sie lösen sich sanft vom Lebensast. Ein dunkler Schleier will niederblenden, Was einst im Licht geborgen saß. So wandl’ ich einsam durch graue Stunden, Die Erde schläft in tiefem Traum. ... |
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