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Anzahl Gedichte: 162
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Titel
102 Trotzdem frei? 05.07.21
Vorschautext:
Für alles, was es gibt und was man fühlt, Ursprung und Ursache zugrunde liegt. Wie kann der Mensch wann frei sich fühlen ? Ist freier Wille unterlegen 

dem, was man erfahren hat im Leben? Wir Sinn nur der Erfahrung geben? Wenn unbewusst Erfahrung wirkt, ist freier Wille schon verwirkt?

Warum wird wohl ein Mensch, der frei sich wähnt, heimlich von seiner Freiheit doch gequält, wenn alles fehlt, was verbindlich ist und auch Beziehung daran sich misst? 

Kann man das Freisein einfach entscheiden und Gefangensein vielleicht vermeiden? Was hält uns dann, sind wir ganz frei? Wer bleibt bedingungslos dabei?

Wenn alle Freiheit, die sich einer nimmt, in die des anderen reicht weit hinein, und meine Freiheit erst beginnt, wo seine aufhört noch zu sein,

bin ich dann trotzdem wirklich frei?

...
101 Stille in mir 05.07.21
Vorschautext:
Es ziehen Gedanken durch mich,
die aus mir, doch nicht meine sind,
friedlich und leicht, ohne Gewicht -
endlose Zeit klaglos verrinnt.

Jetzt liegt eine Stille in mir,
die ruht wie die Tiefe im See,
sich spiegelnde Schatten sind Zier -
mehr auch ich im Spiegel nicht seh,

will ich der Seele auf den Grund,
dem Hauch, der meine Tiefen streift,
...
100 Die Wiege des Vergessens 05.07.21
Vorschautext:
Die Tage ziehen mit den Wolken,
Erinnerungen treibt der Wind
in Jahre, die mich überholten -
Und nichts gibt es, das sie besingt.

Sie waren klanglos, ohne Farben,
nur ab und zu kurz Licht drauf fällt.
Woher nur sind all meine Narben,
wenn nicht viel war, das mich beseelt?

Versinkt so manches ins Vergessen,
damit ganz neu ich mich erfind?
...
99 Wer schreibt, der öffnet sich für jeden 04.07.21
Vorschautext:
Bin mir so sicher, wenn ich schreibe,
doch menschenscheu, wenn ich es zeige.
Drum, liebe Leser, meldet euch, -
auch ich geb' auf all‘ meine Scheu!

Ist für euch was lesenswert,
dann zeigt es – es ist nie verkehrt!
Wer schreibt, der öffnet sich für jeden,
der täglich hier will gerne lesen.
98 versäumte augenblicke 04.07.21
Vorschautext:
versäumte augenblicke erinnern und begreifen, dass sie unwiederbringlich
verloren bleiben; aussichtslos wiederholung, alles gut machen können wollen dürfen

versäumte augenblicke nicht dringlich genug, um zu reden über das, was das leben leicht und schwer macht; alles sagen, was längst hätte gesagt werden müssen

versäumte augenblicke toben durch mich wie wütende stürme, wirbeln durcheinander, was längst verstaubt und vergessen, einst nichtig, achtlos liegenblieb

versäumte augenblicke heulen in mir auf wie ausgesetzte hunde in dunklen kalten nächten, kreisen um mich als dämonen, entfesselt, mich zu verschlingen

versäumte augenblicke, damals ohne bedeutung, wiegen jetzt schwer un - veränderbar erinnert; erinnern, das kommt geht, kommt und bleibt untröstlich - versäumte augenblicke

 
...
97 mit worten graben 03.07.21
Vorschautext:
ich habe
kein glattes gesicht
keine glatten
worte

meine trauer
schlägt wellen
der sprachlosigkeit
in der alles mir
entgleitet

mit worten graben
...
96 ein leichtes beben 03.07.21
Vorschautext:
erstarrt ist
das einst glühendrot
und liebend herz
gepflastert seine wege
mit der steine jahre
auf denen du
mit mir gegangen bist
und manchmal
spüre ich

ein leichtes beben
wenn deine schritte
...
95 An Tagen wie diesen 01.07.21
Vorschautext:
An Tagen wie diesen verschließ‘ ich mich. Mein Herz pocht so laut, ich höre euch nicht.
Was sonst verborgen, liegt mir auf der Haut, und hilflos mein Auge ins Leben schaut.

Ich bin unter euch und bin doch nicht da. Alles ist fern und ist doch mir so nah.
Mein Mund verschlossen, kein Wort dringt aus mir, und wund schreit mein Herz, während ich erfrier.

Ich bin nicht verbunden, hab‘ kein Gefühl. Und Lufthauch und Atem ist mir zu viel.
Der Tag stürzt in Trümmer über mir ein - An Tagen wie diesen will ich nicht sein.

 
94 hände - füße - hoffnung 01.07.21
Vorschautext:
seit
du dich
aus dem leben
genommen hast, fehlen mir
oft hände zum tun, füße zum gehen, hoffnung, dass alles je wieder gut wird.
93 Mein Wunsch für dich, an deinem Tag 01.07.21
Vorschautext:
Mein Wunsch für dich, an deinem Tag,
hat heute sich erfüllt - dein ausgegrabenes Herz in Blumen und Liebe eingehüllt.
Die Trauer, die beständig, zog sich ganz leis zurück. Freude fühlt sich an wie längst vergangenes Glück. 

Der Mensch, der deinetwegen kam und um dich weinte, seine unvergessliche Liebe und Achtung für dich zeigte,
hat alle unsere Herzen höher schlagen lassen und wollte alles Sterben ungeschehen machen. 

Du bist für einen Augenblick, der leicht und schwer zugleich, aus der Vergangenheit zurück, die uns für immer bleibt.
Ein Trost, dass jemand da ist, der dich im Herzen trägt und seins und deins und unsere wieder zusammenlegt.

 

...
92 ich atme dich ein und atme dich aus 30.06.21
Vorschautext:
erinnerungen, fürs alter gedacht, schlagen gnadenlos ein mitten im leben. kriegsgebiet. blutdurchtränkt die zerfetzten träume zerstörter hoffnung.

tränen nach innen lautlos, lassen ersticken am atem der trauer. ohne übergang das unverhoffte lachen des bitteren mundes, wie ein kind, das vergisst, warum es gerade geweint hat.

ohne übergang deine gedanken in meinen, dein lachen hören, fühlen wie du und ahnen, was dich ausmacht und mich.

wechsel von einem leben ins andere als schlüge für beide nur ein herz, zellengedächtnis deines werdens in mir, bewusstseinsdurchtränkt im universellen gedächtnis.

ich atme dich ein und atme dich aus
in jedem augenblick.
ist das unendlich sein?

...
91 Und Tage fingen an zu splittern 30.06.21
Vorschautext:
Ich suchte dich in allen Dingen
und lief Erinnerung entlang
durchs Herz, mit allen meinen Sinnen -
doch manchmal wurd' es mir so bang,

dass alle Wege, die ich ging,
wie dunkles Unheil mir erschien.
So grausam aus Himmelslüften hing
dein Tod – ich konnt' ihm nicht entflieh'n.

Dein Tod. Er legte sich in alles.
Auch nachts aus Schlaf Gewalt mich riss.
...
90 ein hauch von dir 30.06.21
Vorschautext:
bist du da,
wenn der wind
dich mir zuraunt

bist du da,
wenn die wolken
dich mir zeichnen

bist du da,
wenn ein lufthauch
dich mir ausatmet

...
89 Es reicht kein Wort bis hin zu dir 30.06.21
Vorschautext:
Wie kann ich dich berühren,
damit mein Herz sich wieder regt?
Mit Worten dich berühren,
wär' Staub, der sich auf Asche legt.

Es reicht kein Wort bis hin zu dir -
der Bogen ist zu weit gespannt;
es öffnet keine Himmelstür,
nur kalte Erde - dein Gewand,

verstaubt; in Asche liegst du da
wie Schatten, lange nicht bewegt,
...
88 Wortblüten 29.06.21
Vorschautext:
wortblüten leuchten
in nächtliche träume
von sehnsucht erdacht
verglühen im lebensreigen
wie sternschnuppen der nacht
versinken in wünsche und hoffnung
wenn unentbehrliches zu lange fehlt -
wie schnell sind sie alle vergessen
wenn es nichts gibt, was quält!

 
87 Auf leisen Pfoten 29.06.21
Vorschautext:
Es ist die Zeit für dich gekommen.  

Auf leisen Pfoten, kaum zu hören,
fast mit Bedacht - so, wie du immer kamst, um Nacht und Stille nicht zu stören - hat dich das Leben leise, wie erahnt, auf eine letzte Reise mitgenommen.

Aus einer anderen Welt dein Blick.

Mit großen Augen tief und wissend,
sahst du bis auf der Seele Grund. Den Trost im Blick werd' ich vermissen! Nun ist er fern für mich und stumpf. Auch Klang, wie sanftes Taubengurren, nahmst du in deine weite Stille mit.

Den goldnen Vorhang hat deine Göttin zugezogen und schützte deine Seele, die bereit zum Flug. Es trug sie mit, auf Flügel ausgebreitet, ein tiefer Seufzer in deinem letzten Atemzug.

...
86 Streit 29.06.21
Vorschautext:
In endlos
gefallenen Worten
findet man das erste
genausowenig
wie das erste gefallene Blatt
im Herbstblätterhaufen.
85 hätte ich nur noch einen Tag 28.06.21
Vorschautext:
hätte ich nur noch einen Tag 
würde ich tun, was ich nie tat
ändern, was mich plagt
tun, was ich vermag
lösen, was erstarrt
bewirken eine gute Tat
vergeben, wem ich nie vergab
zeigen, was ich verbarg
bereuen den verbalen Schlag
annehmen manchen Rat
verschenken Gut und Hab'
geben, was ich nie gab
...
84 Wer bin ich denn 28.06.21
Vorschautext:
Wenn Illusionen mir zerspringen,
seh' ich das Leben, wie es ist.
Darin noch einen Sinn zu finden –
mal gelingt's, mal gelingt es nicht.

Wer bin ich denn, mich zu erheben
über die, die es nie geschafft,
dem Leben einen Sinn zu geben,
weil Lebensrealität versklavt.

Wer bin ich denn, um mich zu suhlen
auf Sonnenseiten, die geschenkt,
...
83 was bei mir bleibt, hat wert 28.06.21
Vorschautext:
ich stell die welt verkehrt
was bei mir bleibt, hat wert
was lose ist, das fällt
was festgewachsen, hält

was oben bleibt, wird lichter
was unten liegt, wird dichter
darauf lässt es sich wandern
im kopf neue gedanken
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