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Gedichte gelesen: 659.195 mal
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Titel
1095 Seelenbaum 21.10.25
Vorschautext:
Wie zerbrechlich sie wirken, die Äste,
so ohne ein einziges Blatt.
Und ohne singende Sommergäste.
Die Hände, zartgliedrig. Und matt.

Der Wind trägt ihr knorriges Ächzen
kaum hörbar die Lüfte empor.
Der Krähen Klagen und Krächzen
durchdringt den stillen Trauerflor.

Zittrige Finger greifen und suchen
im ziehenden wolkigen Grau.
...
1094 "Nie wieder"? 08.10.25
Vorschautext:
"Nie wieder"
ist wertlos, wenn
es nicht für alle gilt.
1093 das Unsichtbare 06.10.25
Vorschautext:
Man hätt' schon lange mich nicht mehr gesehn,
munkelt man ab und zu mal hier, mal da.
Ich sollte raus, gewohnte Straßen gehn,
sagst du, die Welt da draußen ist so nah.

Scheu tastet sich mein Blick Straßen entlang -
sie weichen, entfremdet von mir, zurück.
Anfang und Ende das Nichts verschlang,
gespiegelt als Leere in meinem Blick.

Was andere 'Welt' und 'Leben' nennen,
das alles ist mir nicht fremd, nur ent-fernt.
...
1092 Trugbild 03.10.25
Vorschautext:
Schwer verhangen sind wir
in der Zeit -
dem Augenblick
aus gesternheutemorgen,
obwohl das Jetzt
schon im Wandel verborgen
uns zeigt:
wir fühlen uns im Trugbild
geborgen,
und halten es fest,
ängstlich umsorgend,
damit es uns bleibt
...
1091 Austauschbar 28.09.25
Vorschautext:
Mir machen alle Menschen Angst,
die auf den Strassen laut in Massen,
geeint nur sind, um die zu chassen,

die auf der Wiesn für ein Bier;
die für Free Palestine sind hier;
die Christen, Juden, Moslems hassen;
die mit Gewalt sich Recht verschaffen;
die mit Geschrei Fäuste erheben;
die als die "Guten" sich erleben...

Still bleibt der Tod im Bombenhagel
...
1090 Traumkriege 28.09.25
Vorschautext:
bewaffnete
Friedensträume
erobert der Albtraum
1089 Mein Atemwald 28.09.25
Vorschautext:
Mein Atemwald
trägt den Verlust der Leichtigkeit,
mit der ich saß mit dir
geschützt in Baumeskronen
unterm Blätterdach der Fantasie,
die in uns Grenzen brach
und du im Scheitern noch
als bunter Vogel saßt,
auf kahlem Ast
dich träumtes in ein buntes Blatt,
das fliegt.

...
1088 Rollendynamik 24.09.25
Vorschautext:
Auf der Bühne des Lebens
spiele ich einige Rollen:
Es sind manche dabei,
die nur andere von mir wollen;
die ein' oder andre ist mir
wie auf den Leib geschrieben,
doch gibt es auch die, die
aus Not gedrungen mich verbiegen.

Einige sind mir zu groß,      
und ich wachse ich in sie hinein;
die, die zu klein sind, machen mich
...
1087 im Racherausch* 23.09.25
Vorschautext:
Wir stimmen noch zögernd
für den Frieden -
die Fata Morgana
in Asche und Rauch.
Während unter Trümmern
die Verwesten liegen,
schmaucht sie der Tod
im Racherausch.
Wir stimmen noch zögernd
für den Frieden
der Kinder,
die den Tod in ihren Seelen
...
1086 Grenze des Schweigens* 19.09.25
Vorschautext:
Warum sind die Gedanken nachts so laut,
als würde eine Stimme zu mir sprechen?
Warum spür ich sie fröstelnd auf der Haut,
als wollte an der Ruhe sie sich rächen?

Ist es das Heimliche, das in die Nacht
unheimlich laut und irre grell und klar sich drängt,
was sonst der Tag wie einen Traum bewacht,
wenn das Herz fühlt und das Unsagbare denkt?

Wenn sich Gedanken explosiv entzünden
und Zündschnur der Erkenntnis nächtlich glüht,
...
1085 Geburtstagswunsch an ein Herbstkind im Herbst des Lebens 18.09.25
Vorschautext:
Als Herbstkind wirst du heute reich beschenkt
mit Sonne, die sich durch die Bäume drängt
wie Gold, das auch in deinen Augen glänzt
und Herz erfreut und wärmt - es ist geschenkt.

Geschenk ist auch der Enkelkinder Lachen
und Menschen, die dir viel Freude machen.
Lass Freude steigen wie herbstbunte Drachen
und lass dich feiern, lass es krachen!
1084 Mitgefühl 15.09.25
Vorschautext:
Was schleichend begann
bleibt liegen
im Schlachtfeld
für den Frieden
Der Tod
wird arbeitslos
Wir schauen zu
Gebannt
sind wir am Hoffen
Noch geht das Sterben hier
in aller Ruh
Weltweit
...
1083 Herbstträune 15.09.25
Vorschautext:
Traumfänger zwischen den Bäumen
spinnen Feen engelsgleich
Perlentau die Silberfäden säumen
die der Wind verweht im Himmelteich

Und mit ihnen ziehen weit die Träume
aus kühlseidner Nacht in uns gewebt
fallen fern in unbekannte Räume
in die uns die Sehnsucht trägt
1082 ineinander 06.09.25
Vorschautext:
Stilletrunken
lausche ich den weiten Räumen,
wenn der nachtgetaute Morgen
in mich rinnt,

den sich der Tag
hellwachsend greift und füllt -
alles Denken ohne Stimme
sich das Laute nimmt,

um an sternelosen
Himmeln zu ertrinken,
...
1081 Vergeltung 02.09.25
Vorschautext:
Wenn das Gewissen eure Lüge braucht,
um sich, euch, andre zu beruhigen,
dann hat der Satan Seines Todeswahns
mit euch sich heimlich längst verbunden.

Wenn ihr die Staatsmacht und Komplizen braucht,
um eure Unschuld zu beweisen,
dann wird das Unrecht, das ihr Ihm getan,
tagtäglich, nächtlich in euch kreisen.

Wenn Not und Angst in euch nach Hilfe schreit,
wird dieser Satan hämisch lachen.
...
1080 ungereimtes Leben 31.08.25
Vorschautext:
Mein verstreutes Ich
sich in Worten
zu Gedichten
sammelt
bindet
findet
deckt mich
- wie eine warme
Hand am Rücken - zu
wenn ich an allen Worten friere
sie verliere im letzten Wort, das keinen
Reim mehr findet für das Leben
1079 auch dich 30.08.25
Vorschautext:
Wieso kann ich im Traume
schweben, mich in die Lüfte
heben, mühelos und
leicht, als käme ich aus
einem andern Leben

obwohl in all den langen
Jahren, bleiern an vielen
Tagen, in mir bedrohlich
schwarz Wolkentürme wie
Gewitter lagen

...
1078 der Fußabdruck 29.08.25
Vorschautext:
meine Stimme schmilzt
im heißen Asphalt
die Worte rinnen
in graue Pfützen

kein Neonlicht
das sie erhellt
kein Ton in Schwingung
der sich wellt

mein Fußabdruck
allein erzählt
...
1077 Wir sind uns Gott genug 18.08.25
Vorschautext:
Im Fieber des heißen Sommeratems
Ringen Schatten schwer nach Luft
Vögel sind still und müde des Wartens
Verbrannt ist des Sommers Duft

Über Nacht fällt der Bäume Blätterkleid
Und früh die unreife Frucht
Lodernde Wälder klagen ihr Leid
Die Natur schlägt zu mit Wucht

Der Himmel öffnet die Tore ganz weit
Lässt stürzen die Sintfluten
...
1076 Sommerhimmel 11.08.25
Vorschautext:
Im Sommer fließt der Himmel bis
zur Erde. Wie warm auf jeden
Stein das Blau sich legt!
Der Bäume Krone tragen ihn
als Schleier, in dem der Vögel
späte Brut sich regt.

Eng schmiegt er sich an Wiesen und
an Felder. Sein Blau - soweit das
Auge reicht - fließt still.
Er formt auf Wegen blaue Wellen;
er fließt in alles, was in Farbe
...