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Anzahl Gedichte: 1.135
Anzahl Kommentare: 693
Gedichte gelesen: 659.195 mal
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Titel
1115 wortbeleuchtet 09.12.25
Vorschautext:
Die vielen Worte, die mich fanden,
sind wie buntschimmernde Girlanden,
die hängen an Fenstern zu Räumen,
die schon das Vergessen umsäumen.

Die vielen Worte, die mich schrieben,
mir blinde Schatten nie vertrieben,
die, wortbeleuchtet, in den Räumen
nicht lernten zu fliegen und träumen.

Jetzt habe ich Worte, die binden
mich an all die Schatten, die blinden.
1114 besinnungslos versinken 09.12.25
Vorschautext:
besinnungslos versinken

in dem Nebeltropfen, der an
dem Glanz des Zweiges hängt
als läg' in ihm das Universum
und  alle Zeit der Welt

still warten, bis er tonlos
sacht in ruhige Blicke fällt
und sein Atem, selbstvergessen
schaukelt sich in meinen

...
1113 Religion ist Menschenwerk 08.12.25
Vorschautext:
Religion ist Menschenwerk: Man kann ein religiöser Mensch sein und von Gott nichts wissen.
Man kann das Göttliche spüren und von Religion nichts wissen.
1112 im Zufall des Blicks 07.12.25
Vorschautext:
eiskristallblütenbesetzt
Wimpern an schweren Lidern
tagnebelverhangen der Himmel
verweigert hell zu umarmen, wenn sie
fallen und leuchten im Zufall des Blicks
der sie hält über dem Rande des Abgrunds
und mir Milchstraße ist
1111 Brav 05.12.25
Vorschautext:
Liebe Kinder, gebt gut acht,
was der Nikolaus mit euch macht!

Kommt er, um euch zu bestrafen,
über euch sich zu beklagen,
und zu rügen das Betragen
und versäumte Hausaufgaben?
Müsst Gedichte ihr aufsagen
und schön singen für die Gaben?

Wisset: ihr braucht nicht verzagen:
Den müsst ihr nicht mehr ertragen.
...
1110 daheim: wo wir sind, wie wir sind 04.12.25
Vorschautext:
Ich hätte so viel zu erzählen,
doch ich weiß: ihr habt keine Zeit.
Es gäbe so viel, das zu reden
euch wichtig wär', und ich nicht weiß.

So tappen wir alle im Dunkeln,
und denken, wir wissen Bescheid.
Doch hat es den Wert fast von Munkeln:
Keiner kennt des anderen Leid.

Auch nichts von den Freuden, die täglich
uns geben die nötige Kraft
...
1109 So viele Fragen 04.12.25
Vorschautext:
Als du dich aus den Grenzen löstest,
was nahmst du auf die Reise mit?
Nahmst du etwas, mit dem du tröstest
das Einsame, das in dich glitt

in deinem letzten Atemzuge,
als Mensch und Gott allein dich ließ?
Nahmst du die Liebe mit im Fluge?
Den Schmerz, der nie dich verließ?

Da wo du bist, kannst du noch teilen,
was du schon immer gern geteilt?
...
1108 Restpostenplätzchenduft 03.12.25
Vorschautext:
Allseits werden verzückt besungen
Advent und stille Weihnachtszeit;
Glockenläuten, frohe Lieder,
selige Kinder, weil es schneit.

Auf meinem Stern gibt es das nicht -
mich graut nur Nebelregenmatsch;
die Liederflut ist aus der Dose -
von stiller Seligkeit kein Touch.

Die Wünsche groß und ellenlang,
sie bleiben wieder unerfüllt.
...
1107 Lebenskunst 01.12.25
Vorschautext:
Im Strom des Lebens
Zeitinseln der Achtsamkeit
Alleinsein mit dir


*Senryū
1106 Entzaubert 28.11.25
Vorschautext:
Das Jahr ist alt. Es wird behängt
mit Glitzer, Schmuck und Licht und Tand,
damit es, wie so viele Jahr',
noch ein Mal richtig prunkvoll glänzt.

Hell blicken Fenster in die Nacht -
Das machen alle so, rundum.
Eines das andre übertrumpft:
Wer hat die schönste Sternenpracht?

Ach, ich vergaß: Es ist Advent,
und es beginnt die Lichterzeit.
...
1105 Abendrot im November 27.11.25
Vorschautext:
Der Himmel atmet
in hellen Farben des Lichts -
durchscheinend und zart -
so plötzlich, wie aus dem Nichts.

Hinter der Kälte,
die starr auf den Dächern liegt,
schwindend, die Sonne,
sich sanft im Dämmerlicht wiegt -

Einen Hauch Leichtigkeit
über den Himmel zieht.
1104 Liedlose Stunden 26.11.25
Vorschautext:
Verstummte Vögel
Meine innre Uhr lauscht in
liedlose Stunden

Jetzt singt mich die Vogeluhr*
ins frühe Tagerwachen


* Vogeluhr mit Vogelstimmen von NABU :-)


*Tanka
1103 Düster 25.11.25
Vorschautext:
Novemberregen
Wäscht das letzte Herbstbunt aus
Die Schatten bleiben

Sie rücken eng zusammen
Unzertrennlich verdichtet


*Tanka
1102 Novembertief 24.11.25
Vorschautext:
Was uns zu schnell verloren ging,
zieht langsam sich nun ins Gemüt.
Wo bisher noch Herbstnebel hing,
endloser Regen uns betrübt.

Sie nimmt's wie' s ist, diese Natur,
doch wir, wir leiden still ergraut
an der Gedankenperlenschnur,
die unser Inneres aufraut.

Das Bunte, dass der Wind sich nahm,
nahm er auch unseren Träumen.
...
1101 in der Illusion von Tiefe 17.11.25
Vorschautext:
morgens aus den Trümmern der Nacht
durch alle Traumscherben steigen
wenn deine Toten schweigen
dich zusammenfügen
und dabei spüren
was alles fehlt
wenn du aus der
Asche  dich quälst
um der Morgensonne
mitten ins Herz zu sehn
und Leben in seinen Farben
neu bewegt wie ein Kaleidoskop
...
1100 Seelenflügel 14.11.25
Vorschautext:
Das Schicksal wirft dich manchmal aus der Welt,
Und hängt dich gottverlassen einsam in die Luft.
Nichts gibt es, was dich begrenzt, was dich hält.
Zwischen Himmel und Erde ist dein Gott ein Schuft.

Die Uhr deines Herzens ist aus dem Takt.
Du bist dir fremd in einer Welt, die du nicht kennst.
Füße und Hände sind wie abgehackt;
Deine Träume ein kopfloses Nebelgespenst.

Da hängst du nun, tot wie dein Gott, erstarrt.
Das Liebste ist aus deinem Herzschlag genommen,
...
1099 Sonnenschaukel 03.11.25
Vorschautext:
Die Sonne hängt die zarten Seile
ganz tief zu mir, bis an mein Herz.
Zaghaft, der Mut zur Sternenreise,
zieht Sehnsuchtsflug mich himmelwärts.

Ich halt' mich fest im Gottvertrauen -
will einen Augenblick entfliehn;
will leicht sein und von oben schauen,
wie unter mir die Schatten ziehn.

Ich lasse unter mir die Dächer,
und Menschen werden klein: ein Punkt;
...
1098 Abschied in Würde 02.11.25
Vorschautext:
Feuerzungen
lodern durch die Luft
zum letzten Mal
im Farbenglüh'n
und Tanz
im gold'nen Licht,
um dann zu fallen
aus des Herbstes Reigen.

Es zittern Tränen in den Zweigen.
Und Bäume sich in Trauer neigen.
1097 Echo der Seelen 02.11.25
Vorschautext:
Verklingen diese dunklen Tage
ohne Echo, das dich meint -
spüre die kalte Erde,
suche der Sonne Blick,
lasse vom Wind dich wiegen,
deine Seufzer tragen von Flügeln.

Und aus der Stille des Horizontes
wird das Echo ferner Seelen steigen,
die verloren geglaubte Energie
in sich bündeln - wie du im Schweigen.
1096 ... und wurde für die Andern sonderbar 22.10.25
Vorschautext:
Ich bin durch dunkle Täler weit gewandert
Und jeder Schritt war wie ein Berg für mich
Nie greifbar das Licht, von Schatten umrandet
Das sich wie Todesunheil in mich schlich

Ich fiel in Abgründe, in Sinnestiefen
Sie saugten wissend mich in sich hinen
In manchen lernte ich das freie Fliegen
In vielen blieb ich lange und allein

In diesem Auf und Ab lernte ich sehen
Obwohl es in mir so schwerdunkel war
...