| Titel | ||||
|---|---|---|---|---|
| 1115 | wortbeleuchtet | 09.12.25 | ||
|
Vorschautext: Die vielen Worte, die mich fanden, sind wie buntschimmernde Girlanden, die hängen an Fenstern zu Räumen, die schon das Vergessen umsäumen. Die vielen Worte, die mich schrieben, mir blinde Schatten nie vertrieben, die, wortbeleuchtet, in den Räumen nicht lernten zu fliegen und träumen. Jetzt habe ich Worte, die binden mich an all die Schatten, die blinden. |
||||
| 1114 | besinnungslos versinken | 09.12.25 | ||
|
Vorschautext: besinnungslos versinken in dem Nebeltropfen, der an dem Glanz des Zweiges hängt als läg' in ihm das Universum und alle Zeit der Welt still warten, bis er tonlos sacht in ruhige Blicke fällt und sein Atem, selbstvergessen schaukelt sich in meinen ... |
||||
| 1113 | Religion ist Menschenwerk | 08.12.25 | ||
|
Vorschautext: Religion ist Menschenwerk: Man kann ein religiöser Mensch sein und von Gott nichts wissen. Man kann das Göttliche spüren und von Religion nichts wissen. |
||||
| 1112 | im Zufall des Blicks | 07.12.25 | ||
|
Vorschautext: eiskristallblütenbesetzt Wimpern an schweren Lidern tagnebelverhangen der Himmel verweigert hell zu umarmen, wenn sie fallen und leuchten im Zufall des Blicks der sie hält über dem Rande des Abgrunds und mir Milchstraße ist |
||||
| 1111 | Brav | 05.12.25 | ||
|
Vorschautext: Liebe Kinder, gebt gut acht, was der Nikolaus mit euch macht! Kommt er, um euch zu bestrafen, über euch sich zu beklagen, und zu rügen das Betragen und versäumte Hausaufgaben? Müsst Gedichte ihr aufsagen und schön singen für die Gaben? Wisset: ihr braucht nicht verzagen: Den müsst ihr nicht mehr ertragen. ... |
||||
| 1110 | daheim: wo wir sind, wie wir sind | 04.12.25 | ||
|
Vorschautext: Ich hätte so viel zu erzählen, doch ich weiß: ihr habt keine Zeit. Es gäbe so viel, das zu reden euch wichtig wär', und ich nicht weiß. So tappen wir alle im Dunkeln, und denken, wir wissen Bescheid. Doch hat es den Wert fast von Munkeln: Keiner kennt des anderen Leid. Auch nichts von den Freuden, die täglich uns geben die nötige Kraft ... |
||||
| 1109 | So viele Fragen | 04.12.25 | ||
|
Vorschautext: Als du dich aus den Grenzen löstest, was nahmst du auf die Reise mit? Nahmst du etwas, mit dem du tröstest das Einsame, das in dich glitt in deinem letzten Atemzuge, als Mensch und Gott allein dich ließ? Nahmst du die Liebe mit im Fluge? Den Schmerz, der nie dich verließ? Da wo du bist, kannst du noch teilen, was du schon immer gern geteilt? ... |
||||
| 1108 | Restpostenplätzchenduft | 03.12.25 | ||
|
Vorschautext: Allseits werden verzückt besungen Advent und stille Weihnachtszeit; Glockenläuten, frohe Lieder, selige Kinder, weil es schneit. Auf meinem Stern gibt es das nicht - mich graut nur Nebelregenmatsch; die Liederflut ist aus der Dose - von stiller Seligkeit kein Touch. Die Wünsche groß und ellenlang, sie bleiben wieder unerfüllt. ... |
||||
| 1107 | Lebenskunst | 01.12.25 | ||
|
Vorschautext: Im Strom des Lebens Zeitinseln der Achtsamkeit Alleinsein mit dir *Senryū |
||||
| 1106 | Entzaubert | 28.11.25 | ||
|
Vorschautext: Das Jahr ist alt. Es wird behängt mit Glitzer, Schmuck und Licht und Tand, damit es, wie so viele Jahr', noch ein Mal richtig prunkvoll glänzt. Hell blicken Fenster in die Nacht - Das machen alle so, rundum. Eines das andre übertrumpft: Wer hat die schönste Sternenpracht? Ach, ich vergaß: Es ist Advent, und es beginnt die Lichterzeit. ... |
||||
| 1105 | Abendrot im November | 27.11.25 | ||
|
Vorschautext: Der Himmel atmet in hellen Farben des Lichts - durchscheinend und zart - so plötzlich, wie aus dem Nichts. Hinter der Kälte, die starr auf den Dächern liegt, schwindend, die Sonne, sich sanft im Dämmerlicht wiegt - Einen Hauch Leichtigkeit über den Himmel zieht. |
||||
| 1104 | Liedlose Stunden | 26.11.25 | ||
|
Vorschautext: Verstummte Vögel Meine innre Uhr lauscht in liedlose Stunden Jetzt singt mich die Vogeluhr* ins frühe Tagerwachen * Vogeluhr mit Vogelstimmen von NABU :-) *Tanka |
||||
| 1103 | Düster | 25.11.25 | ||
|
Vorschautext: Novemberregen Wäscht das letzte Herbstbunt aus Die Schatten bleiben Sie rücken eng zusammen Unzertrennlich verdichtet *Tanka |
||||
| 1102 | Novembertief | 24.11.25 | ||
|
Vorschautext: Was uns zu schnell verloren ging, zieht langsam sich nun ins Gemüt. Wo bisher noch Herbstnebel hing, endloser Regen uns betrübt. Sie nimmt's wie' s ist, diese Natur, doch wir, wir leiden still ergraut an der Gedankenperlenschnur, die unser Inneres aufraut. Das Bunte, dass der Wind sich nahm, nahm er auch unseren Träumen. ... |
||||
| 1101 | in der Illusion von Tiefe | 17.11.25 | ||
|
Vorschautext: morgens aus den Trümmern der Nacht durch alle Traumscherben steigen wenn deine Toten schweigen dich zusammenfügen und dabei spüren was alles fehlt wenn du aus der Asche dich quälst um der Morgensonne mitten ins Herz zu sehn und Leben in seinen Farben neu bewegt wie ein Kaleidoskop ... |
||||
| 1100 | Seelenflügel | 14.11.25 | ||
|
Vorschautext: Das Schicksal wirft dich manchmal aus der Welt, Und hängt dich gottverlassen einsam in die Luft. Nichts gibt es, was dich begrenzt, was dich hält. Zwischen Himmel und Erde ist dein Gott ein Schuft. Die Uhr deines Herzens ist aus dem Takt. Du bist dir fremd in einer Welt, die du nicht kennst. Füße und Hände sind wie abgehackt; Deine Träume ein kopfloses Nebelgespenst. Da hängst du nun, tot wie dein Gott, erstarrt. Das Liebste ist aus deinem Herzschlag genommen, ... |
||||
| 1099 | Sonnenschaukel | 03.11.25 | ||
|
Vorschautext: Die Sonne hängt die zarten Seile ganz tief zu mir, bis an mein Herz. Zaghaft, der Mut zur Sternenreise, zieht Sehnsuchtsflug mich himmelwärts. Ich halt' mich fest im Gottvertrauen - will einen Augenblick entfliehn; will leicht sein und von oben schauen, wie unter mir die Schatten ziehn. Ich lasse unter mir die Dächer, und Menschen werden klein: ein Punkt; ... |
||||
| 1098 | Abschied in Würde | 02.11.25 | ||
|
Vorschautext: Feuerzungen lodern durch die Luft zum letzten Mal im Farbenglüh'n und Tanz im gold'nen Licht, um dann zu fallen aus des Herbstes Reigen. Es zittern Tränen in den Zweigen. Und Bäume sich in Trauer neigen. |
||||
| 1097 | Echo der Seelen | 02.11.25 | ||
|
Vorschautext: Verklingen diese dunklen Tage ohne Echo, das dich meint - spüre die kalte Erde, suche der Sonne Blick, lasse vom Wind dich wiegen, deine Seufzer tragen von Flügeln. Und aus der Stille des Horizontes wird das Echo ferner Seelen steigen, die verloren geglaubte Energie in sich bündeln - wie du im Schweigen. |
||||
| 1096 | ... und wurde für die Andern sonderbar | 22.10.25 | ||
|
Vorschautext: Ich bin durch dunkle Täler weit gewandert Und jeder Schritt war wie ein Berg für mich Nie greifbar das Licht, von Schatten umrandet Das sich wie Todesunheil in mich schlich Ich fiel in Abgründe, in Sinnestiefen Sie saugten wissend mich in sich hinen In manchen lernte ich das freie Fliegen In vielen blieb ich lange und allein In diesem Auf und Ab lernte ich sehen Obwohl es in mir so schwerdunkel war ... |
||||