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Anzahl Gedichte: 1.128
Anzahl Kommentare: 693
Gedichte gelesen: 630.858 mal
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Titel
1128 Ventil 04.03.26
Vorschautext:
Das Ventil hält lange die Luft
im Rad des Schreibens.
Doch plötzlich
ist der Reifen platt -
und unter den Füßen
ändern sich die Wege.

*Aphorismus
1127 Wortabstinenz 26.01.26
Vorschautext:
Raus aus der Sucht
in sich
das Leben neu
zu denken

Das Leben tickt
1126 Neuschnee 26.01.26
Vorschautext:
Schwebende Flocken
sammeln fallend das Leichte
ins Fließen der Schwere
1125 Nur ein Wort für Schnee 26.01.26
Vorschautext:
Nur ein Wort für Schnee
Und doch so viele Worte
ihn zu beschreiben
1124 Schneeatem 26.01.26
Vorschautext:
Die weiße Grenze
zwischen Aus- und Einatmen
kurz Atem anhalten
1123 Schnee 26.01.26
Vorschautext:
Der weiße Atem
lässt ruhen, was gestern noch
mir den Atem nahm
1122 Durch mein Fenster 20.01.26
Vorschautext:
Es klopft. Ein Freund schaut durch mein Fenster.
Ich zöger. Suche nach mir
und denke: Es sind  ja nur
ein paar Schritte bis zur Tür.

Mein Lächeln, abgelegt, hängt
noch an der Garderobe.
Dem Spiegelbild fehlt ein Gesicht.
Wer bin ich ohne?

Ich könnte meine Mitte zeigen,
die Lebenssplitter,
...
1121 Melodie, die bleibt 15.01.26
Vorschautext:
Wenn Raum und Zeit
sich lösen
aus dem Sein,
spürst du den Fluss
Unendlichkeit,
der durch dich zieht
als urvertrauter Klang
wie eine Melodie,
die bleibt.
1120 Winterhaiku 10.01.26
Vorschautext:
*

Ein weißer Flaum wärmt
die erdige Einsamkeit
im Klang der Stille

           *

Eiskristallblüten
Ein Meer tausender Spiegel
des goldenen Lichts

...
1119 Grausig schön! 31.12.25
Vorschautext:
Explosionen am Himmel
Beben der Erde
Nichts ist uns
zu schrecklich und laut
zu gefährlich
für diesen Adrenalinkick
im Rausch

Und morgen sammeln wir ein
den Dreck, die toten Vögel
die verirrten Tiere
und die abgefetzten Finger
...
1118 Sternflocken 24.12.25
Vorschautext:
sie fallen still
man hört ihr Fallen nicht
während sie Zauberkleider weben
und zart und sacht
in uns die Stille legen
aus der die Hoffnung keimt
und Sterneblütensegen
1117 Gebet 17.12.25
Vorschautext:
Die Taubheit
die auf meinem Leben liegt
Herr, nimm sie mir
damit die Seele wieder lebt
unter dem täglichen
Not-wenden
das seine Grenzen spürt
im Schmerz
dass ich nicht viel
kann ändern
von dem, was mich bemüht
im Ab- und Himmelwärts
...
1116 Snooze 12.12.25
Vorschautext:
Die innere Uhr
im Modus von Schlummerzeit
Das Murmeltier grüßt
1115 wortbeleuchtet 09.12.25
Vorschautext:
Die vielen Worte, die mich fanden,
sind wie buntschimmernde Girlanden,
die hängen an Fenstern zu Räumen,
die schon das Vergessen umsäumen.

Die vielen Worte, die mich schrieben,
mir blinde Schatten nie vertrieben,
die, wortbeleuchtet, in den Räumen
nicht lernten zu fliegen und träumen.

Jetzt habe ich Worte, die binden
mich an all die Schatten, die blinden.
1114 besinnungslos versinken 09.12.25
Vorschautext:
besinnungslos versinken

in dem Nebeltropfen, der an
dem Glanz des Zweiges hängt
als läg' in ihm das Universum
und  alle Zeit der Welt

still warten, bis er tonlos
sacht in ruhige Blicke fällt
und sein Atem, selbstvergessen
schaukelt sich in meinen

...
1113 Religion ist Menschenwerk 08.12.25
Vorschautext:
Religion ist Menschenwerk: Man kann ein religiöser Mensch sein und von Gott nichts wissen.
Man kann das Göttliche spüren und von Religion nichts wissen.
1112 im Zufall des Blicks 07.12.25
Vorschautext:
eiskristallblütenbesetzt
Wimpern an schweren Lidern
tagnebelverhangen der Himmel
verweigert hell zu umarmen, wenn sie
fallen und leuchten im Zufall des Blicks
der sie hält über dem Rande des Abgrunds
und mir Milchstraße ist
1111 Brav 05.12.25
Vorschautext:
Liebe Kinder, gebt gut acht,
was der Nikolaus mit euch macht!

Kommt er, um euch zu bestrafen,
über euch sich zu beklagen,
und zu rügen das Betragen
und versäumte Hausaufgaben?
Müsst Gedichte ihr aufsagen
und schön singen für die Gaben?

Wisset: ihr braucht nicht verzagen:
Den müsst ihr nicht mehr ertragen.
...
1110 daheim: wo wir sind, wie wir sind 04.12.25
Vorschautext:
Ich hätte so viel zu erzählen,
doch ich weiß: ihr habt keine Zeit.
Es gäbe so viel, das zu reden
euch wichtig wär', und ich nicht weiß.

So tappen wir alle im Dunkeln,
und denken, wir wissen Bescheid.
Doch hat es den Wert fast von Munkeln:
Keiner kennt des anderen Leid.

Auch nichts von den Freuden, die täglich
uns geben die nötige Kraft
...
1109 So viele Fragen 04.12.25
Vorschautext:
Als du dich aus den Grenzen löstest,
was nahmst du auf die Reise mit?
Nahmst du etwas, mit dem du tröstest
das Einsame, das in dich glitt

in deinem letzten Atemzuge,
als Mensch und Gott allein dich ließ?
Nahmst du die Liebe mit im Fluge?
Den Schmerz, der nie dich verließ?

Da wo du bist, kannst du noch teilen,
was du schon immer gern geteilt?
...