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| 132 | Heimatlos | 02.05.26 | ||
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Vorschautext: Der Bahnhof riecht nach Diesel, nach nassem Beton, nach Kaffee aus Pappbechern. Ich habe mir etwas Heimat zusammengefaltet zwischen Blusen und Papieren. Mein Koffer duftet nach dem Gewürz, das meine Mutter mit den Fingern maß. ... |
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| 131 | Wo Worte wohnen | 23.04.26 | ||
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Vorschautext: Die Sprache ist das Haus des Seins." Martin Heidegger Wer keine Worte hat, wohnt eng. Die Freude bleibt vor der Tür. Der Schmerz liegt namenlos im Zimmer. Die Angst geht um bei Nacht, ... |
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| 130 | Sachzwang | 20.04.26 | ||
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Vorschautext: “Hell is empty and all the devils are here“ Ariel to Prospero Shakespeare: The Tempest, Act 1, scene 2 Chandrika Wolkenstein Sachzwang Die Hölle ist leer. Nicht weil das Böse ausgestorben wäre. Sondern weil es umgezogen ist, in Großraumbüros und Kommentarspalten, in Gremien und Ministerien, in dem beruhigenden Tonfall, mit dem man Härte ... |
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| 129 | Es gibt mehr | 20.04.26 | ||
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Vorschautext: Wir wissen so viel und verstehen so wenig. Wir kartieren den Himmel, zählen Sterne, berechnen Bahnen, simulieren das Ende der Welt auf glatten Bildschirmen – und scheitern doch am eigenen Herzen, an einem Blick, an der Stille nach einer Nachricht. ... |
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| 128 | Unter deinem Namen | 19.04.26 | ||
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Vorschautext: Die Dinge tragen kein Urteil. Nicht der Regen. Nicht die Nacht. Nicht das Schweigen zwischen zwei Menschen. Erst dein Denken tritt hinzu und macht daraus Trost, ... |
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| 127 | Der andere Weg | 19.04.26 | ||
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Vorschautext: Manchmal beginnt ein Leben mit dem stillen Wissen, dass die vorgezeichneten Wege gut ausgeleuchtet, geordnet, beinahe freundlich sind, aber nicht für dich. Du gehst den schwereren Weg. Kein Versprechen. Keine Rettung. Nur nichts, ... |
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| 126 | Mit allem von gestern | 18.04.26 | ||
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Vorschautext: Gestern steckt mir noch in den Knochen nicht nur als Erinnerung, mehr als Gewicht, als feiner Staub in den Kammern des Herzens, den selbst das Licht nicht fortnimmt, sondern sichtbar macht. Ich gehe nicht leer in diesen Morgen. Ich trage die ungesagten Worte, die Blicke, die geblieben sind, die Liebe in ihrem verstummten Kleid, und die Müdigkeit der Seele, ... |
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| 125 | Vom Getragensein | 17.04.26 | ||
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Vorschautext: Je älter ich werde, desto leiser wird der Irrtum, ich hätte hier das Sagen. Ich habe Pläne gemacht, aber das Leben trat nie durch die Tür, die ich ihm offenhielt. Es kam ungefragt. Es nahm Platz. Es liebte mich für eine Weile. ... |
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| 124 | Zwischen Sternenstaub und Erde | 16.04.26 | ||
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Vorschautext: Die Seele tritt alt ans Licht, mit Staub von Sternen in den unsichtbaren Falten. Sie wird sanfter, heller, durchsichtiger, während die Jahre den Körper beschweren. Der Körper ... |
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| 123 | Innere Jahreszeit | 16.04.26 | ||
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Vorschautext: Der Winter arbeitete gründlich. Er schnitt die Tage kahl, legte frei, was bloß Gewohnheit war. Die Kälte nahm allem die Milde, verdunkelte den Blick, ließ nur gelten, was standhielt. Doch selbst unter Schnee vergaß etwas in mir ... |
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| 122 | Rückflimmern | 15.04.26 | ||
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Vorschautext: Eines Tages wird mein Leben in mir zurückflimmern, Bild für Bild wie Staubpartikel im Licht eines alten Projektors. Nicht die Tage werden bleiben, die sich sauber erzählen lassen, an denen alles funktionierte, und niemand stolperte. ... |
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| 121 | Schwerkraft | 14.04.26 | ||
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Vorschautext: Menschen docken an über Schwächen. Nicht über Kontrolle. Nicht über Überlegenheit. Nicht über die sauber gefalteten Tage. Sie docken an: über das Zögern, über die kleine Erschütterung in der Stimme, über das Zittern hinter dem Lachen. ... |
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| 120 | Werde Meer | 13.04.26 | ||
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Vorschautext: „ If you don’t become the ocean, you’ll be seasick every day.“ Leonard Cohen Wenn man sich ängstigt vor der eigenen Tiefe, lebt man am Ufer wie auf geliehenem Boden. Man sagt: Das Leben ist zu viel. Die Welt ist zu laut, die Liebe zu unsicher. ... |
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| 119 | Tanzender Stern | 13.04.26 | ||
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Vorschautext: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären.“ Friedrich Nietzsche Lass dir dein Chaos nicht nehmen. Es ist nicht nur Verlust, es ist auch Ursprung. Fürchte nicht das Wilde in dir, nicht den Widerstreit, nicht die Stunden, in denen alles unfertig ist. ... |
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| 118 | Als es noch da war | 12.04.26 | ||
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Vorschautext: Man denkt immer, Glück müsse sich groß anfühlen. Aber es hat nichts Feierliches: Kein Licht, das plötzlich auf alles fällt. Keine Stimme, die sagt: Das ist der Augenblick, an den du später zurückdenken wirst. Meistens kommt es unscheinbar. Nicht als Ausnahmezustand, sondern als Alltag, als Tage, die keinen Beweis brauchen, als jemand, der noch da ist, als das Gefühl, nicht erklären zu müssen, wer man ist. ... |
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| 117 | Im Namen der Macht | 07.04.26 | ||
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Vorschautext: Sie reden von Ordnung und meinen Unterwerfung. Sie reden von Glauben und meinen Kontrolle. Sie reden vom Volk und meinen sich selbst. Die Demokratie fällt nicht auf einmal. Sie wird ausgehöhlt durch Angst, Gehorsam und Lüge. Machtzirkel bauen keine Zukunft. ... |
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| 116 | Die andere Klarheit | 03.04.26 | ||
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Vorschautext: Musik. Sonst nichts. Und doch wird etwas in uns weit, als hätte jemand ein verborgenes Fenster geöffnet. Sie braucht keinen Begriff für das, was wir sofort erkennen. ... |
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| 115 | Sterne über der Gosse | 02.04.26 | ||
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Vorschautext: Wir liegen alle in der Gosse, manchmal tiefer, als wir zugeben. Wir zweifeln, sehen mehr Boden als Himmel. Und doch heben manche den Blick, trotz der Risse, trotz der Müdigkeit, trotz der Welt. Und dann sind da Sterne, weit weg, aber da. Vielleicht retten sie nichts, ... |
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| 114 | Für irgendwen die Welt | 02.04.26 | ||
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Vorschautext: Für die Welt bist du vielleicht nur ein Gesicht im Strom der Zeit, ein Name, den der Wind verweht, ein Schritt, der kommt und weitergeht. Doch für ein Herz bist du das Licht, das leise durch den Alltag bricht, der Trost, wenn dunkle Stunden sind, die warme Hand, die Hoffnung bringt. So glaube nie, du seist zu klein, ... |
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| 113 | Nach dem Fest | 19.03.26 | ||
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Vorschautext: Schönheit trägt Seide, Hässlichkeit Haut. Schönheit lebt vom Blick der andern. Hässlichkeit braucht keinen. Schönheit schläft ein im letzten Champagnerglas. Hässlichkeit wacht auf neben dem Geruch ... |
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