Profil von Chandrika Wolkenstein

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Anzahl Gedichte: 110
Anzahl Kommentare: 6
Gedichte gelesen: 2.816 mal
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Titel
30 Warum? 01.01.26
Vorschautext:
Meine Seele runzelt leise
auf eine unwohlsame Weise.
Ich muss mich einfach neu besinnen,
um dem Abgrund zu entrinnen.
Ich muss so manche Träume schreddern,
mich nicht in Trugbildern verheddern.
Ich muss die Welt von Nahem seh’n,
um auch das Gute zu versteh’n.
Warum fehlt mir die Leichtigkeit
in dieser mir geschenkten Zeit?
29 Rückschau 31.12.25
Vorschautext:
Als ich mit meiner Seele sprach,
war ich schon müde von der Reise,
auf der so mancher Traum zerbrach
kaum merklich, eher etappenweise.
Hab' ich mir zuviel vorgenommen?
Bin ich mir wirklich nah gekommen?
Hab' ich den Sinn für mich erfahren?
Bin ich nun weise mit den Jahren?
Jäh reift in mir ein Glücksgedanke.
Ich verneige mich ganz tief und danke.
28 Mantra mit Ablaufdatum 30.12.25
Vorschautext:
„Es kann nur besser werden,“
sagen wir am Ende eines Jahres
seit Jahren.
Wir sagen es, während wir „kriegstüchtig“ werden,
und man Friedensstifter verlacht.
Wir sagen es, während Politik sich schmiert,
und die Wirtschaft taumelt.
Wir sagen es, während wir Tiere züchten
für ein Leid in Serie,
und den Meeren der Atem ausgeht.
Schluss damit!
Ab jetzt fordern wir:
...
27 Die Ästhetik des Schiefen 29.12.25
Vorschautext:
Die Welt hängt schief im Rahmen.
Sie wurde so gehängt.
Das liegt nicht an den Dramen.
Die hab’n wir längst verdrängt.
So oft hab’n wir entschieden,
die Welt gerade zu richten.
Wir lügen uns zufrieden,
wenn wir das Chaos sichten.
Und eh‘ wir uns entsinnen,
bröselt die Wand von innen.
Und alles kippt ohne Gnade.
Wir leben schief und nennen’s gerade.
26 Anyway 28.12.25
Vorschautext:
Sie wusste stets, was sie tat.
Doch wusste sie auch, warum?
Sie überschritt Grenzen,
als seien es Spielregeln,
die man ändern darf,
wenn man das Spiel früh gelernt hat.
Männer fielen ihr zu
wie Zungen dem Zucker.
Man sagte, sie lockte mit Süße,
doch sie sättigte nie.
Man sagte, sie tränke keine Seelen,
doch sie ließ die verdursten
...
25 Im Stand-by der Anderen 28.12.25
Vorschautext:
Ich sag’s ,wie es ist.
Du hast kein eigenes Licht.
Immerzu wartest du,
bis jemand erscheint,
der es gut mit dir meint.
Ohne eigene Energie
lebst du von fremder Batterie.
Du dockst an,
wirst warm,
und leuchtest tatsächlich
für einen Moment,
wirkst sogar richtig
...
24 Traumrausch 28.12.25
Vorschautext:
Mein Traum geht leis‘ auf Zehenspitzen,
damit mein Herz nicht jäh erwacht.
Gedanken funkeln, sprüh’n und blitzen
in dieser fahlen Winternacht.
Mein Traum hält die Gedanken noch im Zaum.
Bilder huschen schweigend durch den Raum.
Aus dieser Quelle trinkt das Herz
und reckt sich trunken himmelwärts.
23 Leblosigkeit der Einsamkeit 27.12.25
Vorschautext:
Da ist kein Blick,
der nach mir sucht.
Da ist keine Stimme,
die mich meint.
Gedanken sind vorhanden,
sie werden nicht gebraucht.
Der Körper ist vorhanden,
ohne Bedeutung.
Meine Abwesenheit:
folgenlos.
Das ist der Schmerz.
22 Restbestand 27.12.25
Vorschautext:
Ausgehöhlt
vom Hunger
des Lebens.
Nicht leer,
eher abgetragen.
Gerade noch
stehend.
21 Ankommen 27.12.25
Vorschautext:
Still zieht mein Herz die Schuhe aus,
wenn ich dich vor mir sehe.
Ich strecke beide Arme aus;
Ich brauch‘ nur deine Nähe.
Wir halten uns ganz fest im Arm.
Der Kreis schließt sich, er wird schön warm.
Die Wärme fließt von Herz zu Herz.
Die Blicke finden himmelwärts.
Solch‘ innige Verbundenheit
gibt uns so viel Geborgenheit.
Die Seelen sind sich sichtbar nah.
Der Zauber wirkt ganz wunderbar.
...
20 Angefressen 27.12.25
Vorschautext:
Fressen, fressen,
immer essen.....
Hast du alles aufgegessen?
Hier gesessen,
da gesessen.
Ist die Portion angemessen?
Ganz versessen auf das Fressen,
stets das Beste nur gegessen.
Bist versessen von dem Fressen,
bist von allem angefressen.
19 Für die, die blieb ( meine Reisetasche) 27.12.25
Vorschautext:
Gegerbt von Zeit
und
weich geworden
von Wegen
wartest du
wehmütig
zwischen Wintermänteln.
In deinen Falten
schlafen Erinnerungen,
die nach Meer riechen
nach Zugluft und
zögernden Händen.
...
18 Windsbraut 19.12.25
Vorschautext:
Ab und zu reis‘ ich auf Wolken
und blinz’le in das blaue Licht.
Die Stürme sind nun abgemolken.
Heut‘ gleite ich mit Zuversicht
auf Nebelschwaden sanft dahin,
wo ich ein Nebeltänzer bin.
Greif‘ zu den Sternen,
wenn sie funkeln.
Das Helle wird erst schön
im Dunklen.
17 Lichtmoment 18.12.25
Vorschautext:
Als wir uns noch an Träumen labten,
da sagtest du: "Wir werden tanzen."
Als wir dann an der Welt zerdarbten,
und uns hinter dem Job verschanzten,
da war'n die Melodien zerronnen.
Wir hab'n sie nicht mehr wahrgenommen.
Doch plötzlich , da erinnert sich
die blasse, resignierte Seele.
Jählings erblühst du innerlich,
ein Lied von gestern dringt an deine Kehle.
Du lässt es frei, hinaus ins Nichts
und kostest mit Freude
...
16 Seit ich dich fand 14.12.25
Vorschautext:
Seit ich dich fand, mein Liebster,
spricht mein Herz zu dir.
Seit ich dich fand, mein Liebster,
wurd' das Ich zum Wir.
Seit ich dich fand, mein Schönster,
kann ich wieder lachen.
Seit ich dich auserwählte,
will ich dir Geschenke machen.
Die Zeit mit dir sind mir geschenkte Tage.
Mein Lebensherbst stellt nun die Frage:
Werden wir zusammen gehen,
wenn einst die Todesglocke klingt?
...
15 In mondloser Nacht 14.12.25
Vorschautext:
Ich bin eine schweifende Seele.
Egal, welchen Ort ich auch wähle,
bin immer im Niemandsland.
Flieh‘ immer vor so vielen Geistern,
kann so mein Leben nicht meistern,
fühl‘ mich stets von Furcht übermannt.
Mit meinen bangen Sorgen
bin ich nur bei dir geborgen.
Du bist mein Festgewand.
Bist lauter Liebespurpur nur für mich.
In mondloser Nacht tanz‘ ich für dich.
14 Unterwegs zwischen den Welten 13.12.25
Vorschautext:
Ich glaube oft, ich war schon viele,
und viele waren auch schon ich.
Die Seelen wechseln ihre Kleider,
und viele Kleider gab’s für mich.
Manche Erfahrungen und Träume
verraten, ich bin unterwegs.
Ich ging bereits durch viele Räume,
durchlebte viele Leben stets.
Ich möchte wirklich weise werden
am Ende meiner langen Reise.
Dann wird‘ ich nicht mehr wiederkehren.
Ich tauch‘ ins Zwielicht und verdufte leise.
13 Nie genug 13.12.25
Vorschautext:
Nie genug Wärme,
nie genug Licht,
nie genug Weite,
gereicht hat es nicht.
Die Seele bleibt hungrig
nach Zuversicht.
Nichts sättigt die Sehnsucht.
Nichts heilt durch Verzicht.
Du fühlst dich eingepfercht in dir,
starrst schmachtend auf die Ausgangstür.
Warst immer schon zur Flucht entschlossen.
Doch diese Tür war nie verschlossen.
12 Reife Frucht 12.12.25
Vorschautext:
Überreif sabbernd
an ihrem Strauch
die rote Beere.
Sie duftet schlabbernd
auf welkes Laub,
fällt dann ins Leere.
Das ist der Ort,
wo sie verdorrt.
Nichts bleibt
von dieser reifen Frucht,
ein bisschen Duft vielleicht,
ein fruchtiger Geruch.
11 Intermezzo 10.12.25
Vorschautext:
Gern leg‘ ich deinen Kuss zurück
dort ins verstaubte Zimmer.
Du warst nur ein Sekundenglück,
zerzaustes Herzgeflimmer.
In weher und in wunder Zeit
warst du zur Nähe nicht bereit.
Hast meine Tränen nicht bemerkt.
Hast meinen Kummer noch verstärkt.
Wie ein verschliss’nes Kleidungsstück
mit Kunstperlengeglimmer
so leg‘ ich deinen Kuss zurück
dort ins verstaubte Zimmer.