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| 92 | Gleich alt | 10.02.26 | ||
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Vorschautext: Meine Puppe ist in die Jahre gekommen. Sie sitzt am Fenster im Sonnenlicht. Verfilzt das Haar, ein Auge erlischt. Doch hat ihr die Zeit nicht das Lächeln genommen. Ihr Kleid ist müde – Motten fraßen dran. Die Säume dünn, der Stoff schon zernagt. Er hat sich stumm durch die Jahre geplagt. Das Kleid hält trotzdem, so gut es kann. Wir sind gleich alt. Kein Trost, nur wahr. Ihr Stoff wird Staub, mein Körper auch. ... |
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| 91 | Du wusstest es | 09.02.26 | ||
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Vorschautext: Als ich dich sah, verstummte mir das Wort, als hätte sich die Zeit in dir verdichtet. Ein Augenaufschlag: ich ergab mich dir sofort. Du hast mein Herz mit deinem Blick belichtet. Ich stand und wusste nicht mehr, wer ich war, nur dass dein Blick mich durch und durch erkannte. So nah warst du, und doch so sonderbar, als wärst du der, den ich schon immer kannte. Du lächeltest, als hättest du’s geahnt, als wüsstest du: hier gab es kein Entkommen. ... |
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| 90 | Worte weinen | 09.02.26 | ||
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Vorschautext: Immerzu muss ich Worte weinen, als ob meine Zunge nur Salz gebiert. Ich kann Betrübnis nicht verneinen, weil sie in mir zu laut vibriert. Sätze fall’n wie aus Wunden. Ich sammle sie mit meinem Blick. In all den schweren, grauen Stunden empfinde ich kein Lebensglück. Ich rede, bis die Stimme bricht. Doch rettet dies mich leider nicht. |
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| 89 | Zwischen Tag und Traum | 07.02.26 | ||
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Vorschautext: An diesem reich durchsonnten Tag ziehen meine Gedanken auf Wanderschaft. Die Stunden gleiten mir durch die Finger wie Sand. Die Welt trägt heute warmes Blau und löst die Schwere aus meinem Denken. Ich werde leicht zwischen Wachen und Schweben. ... |
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| 88 | Nach der letzten Glut | 07.02.26 | ||
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Vorschautext: Nach der letzten Glut kehre ich die Asche aus den Ecken meines Herzens. Langsam. Als könnte ich ordnen, was sich wehrt. Was bleibt: Kein Feuer, Restwärme, mein Name darin. |
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| 87 | Nicht ohne Preis | 07.02.26 | ||
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Vorschautext: Dort, wo Rosen auf mich warten, wird mein Herz ein wenig weit. Ich geh‘ behutsam durch den Garten, genieße diese stille Zeit. Im Duft fühl‘ ich mich sanft geborgen. Sie blüh’n so schön mit Kraft und Fleiß. Wer Rosen mag, bekommt auch Dornen. Schönheit ist niemals ohne Preis. |
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| 86 | Seifenblasen | 06.02.26 | ||
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Vorschautext: Sie steigen auf. Makellos. Schillernd. Schön. Auf ihrer Haut zittert Regenbogenlicht. Dann zerplatzen sie. Lautlos. Schnell. ... |
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| 85 | Vom Funken zur Flamme | 06.02.26 | ||
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Vorschautext: Heute ist die Hoffnung ein winziger Funken, kaum sichtbar im Grau der Tage. Sie glimmt in der Asche, wärmt noch nicht, aber sie erinnert an Licht. Ich möchte nicht mehr in der Asche stochern. ... |
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| 84 | Bitte treten Sie ein | 06.02.26 | ||
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Vorschautext: Bitte treten Sie ein in das Innere meiner Gedichte. Von außen sind sie nur dunkle Scheiben, bemalt mit Andeutungen, Schatten und einem Licht, das sich nicht verrät. Wer nur vorbeigeht, ... |
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| 83 | Der Preis fürs Bleiben | 05.02.26 | ||
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Vorschautext: Die Zeit spinnt dich allmählich ein zum späteren Verzehr. Im Kokon bist du ganz allein, das Atmen fällt dir schwer. An ganz besonders dunklen Tagen füllt sich dein Herz mit Unbehagen. Du hörst die Welt nur wie von fern. Hier lebst du nicht mehr richtig gern. Und irgendwann, ganz still und leis‘ geht etwas in dir aus. ... |
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| 82 | Rendezvous mit mir selbst | 05.02.26 | ||
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Vorschautext: Für dich hab‘ ich mich schön gemacht. Ich komme pünktlich, setze mich mir gegenüber, bestelle nichts Großes, ein Glas Stille, vielleicht. Ich unterhalte mich mit mir selbst. Ich höre mir zu. Wir haben Zeit. Ich lächle, weil ich mich ... |
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| 81 | Liebesbriefe | 03.02.26 | ||
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Vorschautext: Träume kommen ohne Absender, ohne Anschrift nur deine Handschrift. Die Seele schreibt langsam: Bilder statt Sätze. Manches bleibt unleserlich, manches berührt zu sehr, doch alles meint dich. ... |
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| 80 | Stille vor dem Kuss | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Ein Schritt. Die Welt hält an zwischen noch nicht und gleich. Der Mund weiß schon. Die Lippen warten. Jetzt oder Verlust. |
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| 79 | Männer können lieben | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Manche Männer legen ihre Liebe nicht in Worte, sondern in Töne. Wenn sie singen, steht die Zeit einen Augenblick still, Der Wohlklang spendet Wärme. So viel Magma in dieser Musik. Sie berührt, ... |
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| 78 | Frühstück für eine Person | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Liebe kannte nur Jetzt. Sie zählte keine Tage, nur Momente, die reichten. Sie war ein Raum, in dem man lachte ohne Angst vor dem zähen Danach ohne Ende. Das war wie ein Frühstück, das kalt wird, während man ... |
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| 77 | Leichte Ware | 02.02.26 | ||
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Vorschautext: Deine Erfahrungen sind leicht verderbliche Ware. Heute gefragt, morgen aus dem Sortiment. Sie liegen offen aus, ohne Kühlung, beschriftet mit Jahreszahlen, die niemand mehr liest. Was nicht sofort verwertbar ist, verliert an Geruch, Farbe, Wert. ... |
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| 76 | Ausgesetzt | 01.02.26 | ||
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Vorschautext: Es besteht aus einem einzigen Blatt, gefaltet entlang klarer Linien. Die Kanten sind scharf. Sie wissen, dass sie es nicht bleiben. Ich setze mein Gedicht aus, denn Schreiben beginnt, wenn es mich verlässt. Für einen Moment ist es unterwegs, solange der Leser noch gnädig bleibt. ... |
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| 75 | Unter Sternen | 01.02.26 | ||
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Vorschautext: Meine Seele findet Frieden unter Sternen, wo Lärm und Unrast wie im Traum vergeh’n. Mein Innerstes muss noch das Ruhen lernen. Die Zeit bleibt einfach ohne Regung steh’n. Gedanken lösen sich aus ihren Zwängen. Kein Ziel ruft meinen Namen laut. Ich fühl‘ kein innerliches Drängen. Hab‘ mich dem Himmel wortlos anvertraut. Ich stehe staunend vor der großen Weite. Ich bin nicht mehr auf Halt und Zweck bedacht. ... |
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| 74 | Narben | 01.02.26 | ||
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Vorschautext: Wir übersahen einander. Zu groß war der Abstand der Jahre, zu schmal mein Blick für deinen leisen Schmerz . Unsere Mutter, so unbeholfen in Zärtlichkeit, ließ dich oft ohne Trost, mit einem Maßband, das dir schon früh den Atem nahm. Ich sah dein Ringen, wie man Regen sieht. Man hört ihn, man geht trotzdem weiter. ... |
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| 73 | Im Elend steht die Zeit | 31.01.26 | ||
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Vorschautext: Im Elend steht die Zeit. Nicht aus Not. Aus Bequemlichkeit. Höflichkeit: überflüssig. Blicke verweigern sich. Sprache verkürzt sich auf das Nötigste. Danke entfällt. Bitte ist Schwäche. Was Grenze war ist Alltag. ... |
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