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| 58 | Abbitte | 23.01.26 | ||
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Vorschautext: Es wäre angebracht, sich aufzubäumen im Abglanz der Lüge. Sie dürfen nur so viel wissen, wie sie wissen dürfen, feixen die Führer. Wahnwitzig wandelt uns das Unheil an, unmerklich, unaufhaltsam, und ich schwieg, wo Einspruch nötig war. Benommen und beklommen flehe ich um Fürsprache: ... |
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| 57 | Das hohe Lied des Aber (Deutscher Psalm) | 22.01.26 | ||
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Vorschautext: Und das Volk sprach: Ja,.....................Aber. Und siehe, das Aber war stets zur Stelle und meldete Bedenken an. Gesegnet sei der Zweifel, der alles prüft und nichts bestehen lässt, wie es ist. ... |
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| 56 | Mittagsschlaf am Meer | 22.01.26 | ||
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Vorschautext: So viele satte Salzkristalle schmeck‘ ich schmunzelnd auf den Lippen. Fühl‘ mich wie eine Steinkoralle, sanft schlummernd unter Meeresklippen. Lass‘ mich vom großen Meer betören, wieg‘ mich zu Wellenwasserchören. Samtweicher Sand schmiegt sich an mich und Sonnenstrahlen streicheln mich. So möchte ich noch ewig ruh’n. Will gar nichts anderes mehr tun. Will nur dem Meeresrauschen lauschen und leis‘ mit Meerjungfrauen plauschen. |
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| 55 | Normierte Tristesse | 21.01.26 | ||
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Vorschautext: Man verbessert sich. Täglich. Schritte,Puls, Kalorien, Schlafphasen zählen, zählen, zählen. Der Körper wird Projekt, der Tag eine Aufgabe. Selbstoptimierung ersetzt Sinn. Das genügt. Ist das Leben? |
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| 54 | Wenn nichts mehr kommt | 21.01.26 | ||
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Vorschautext: In manchen Gesichtern steht nichts. Das ist der Zustand: Ein Bahnhof nach dem letzten Zug. Anzeigetafeln dunkel. Bänke kalt. Erwartung: nicht mehr vorgesehen. |
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| 53 | Zwischen Gischt und Gesang | 20.01.26 | ||
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Vorschautext: Der Sturm erwacht, die Wellen steigen. Der Himmel reißt auf wie Zeichenpapier. Blitze zucken wie zischende Peitschen. Der Salzwind schreit zornig über dir. Die wütende Gischt weiß noch ihre Namen, die einstmals nicht nach Hause kamen. Der Wal richtete sie: die Kühnen und Harten für ihre dunklen Gräueltaten. Die Männer wurden zu Treibgut im Blau, das nun nicht mehr so stürmisch rau die Boote durcheinander wirbelt, wie Strähnen um den Finger zwirbelt. ... |
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| 52 | Der Kreisel | 19.01.26 | ||
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Vorschautext: Auf der leeren Straße tanzt ein Kreisel. Er dreht sich selbstvergessen, als sei die Welt ein runder Augenblick. Noch hält ihn das Kreisen. Noch trägt ihn die Bewegung. Er ahnt nicht: Die Kinder sind schon weiter. Sie haben keine Zeit mehr. Hände haben anderes zu tun. Man findet ihn später. Die Straße war schneller. |
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| 51 | Zwischen Wäsche und Staub : ihr Geruch | 19.01.26 | ||
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Vorschautext: Mutter ist tot, So ist es jetzt. Es gibt Tage, da liegt ihr Geruch im Raum, einfach so, ohne Anlass. Nicht wie ein Zeichen, eher wie etwas, das noch da ist. ... |
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| 50 | Warum | 18.01.26 | ||
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Vorschautext: Meine Seele runzelt leise auf eine unwohlsame Weise. Ich muss mich ständig neu besinnen, um dem Abgrund zu entrinnen. Ich muss so manche Träume schreddern, mich nicht in Trugbildern verheddern. Ich muss die Welt von Nahem seh’n, um auch das Gute zu versteh’n. Warum fehlt mir die Leichtigkeit in dieser mir geschenkten Zeit? |
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| 49 | Wider der Turbologik | 17.01.26 | ||
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Vorschautext: Ich steigere mein Tempo nicht für Leistungskennzahlen. Ich beschleunige nicht für Produktionszyklen. Ich erhöhe meinen Takt nicht für das Bearbeitungsvolumen. Ich optimiere nicht meine Aufmerksamkeitsspanne. Ich lasse Zeit entstehen. Das ist kein Rückzug. Das ist Widerstand gegen eine Ordnung, ... |
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| 48 | Alte Liebe | 17.01.26 | ||
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Vorschautext: Die Liebe hat das Lodern verlernt, doch die Glut wärmt genau richtig. Die Jahre haben das Reden abgeschliffen wie Kiesel im Fluss, doch wir treiben im gleichen Wasser. Die Luft ist uns dünn geworden, doch wir atmen im gleichen Rhythmus. Die Erde nimmt uns langsam zurück, doch wir halten uns verbunden in Innigkeit. |
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| 47 | Für Vater | 17.01.26 | ||
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Vorschautext: Hätt‘ dir so gern was Schönes noch gesagt vor deiner großen, langen Reise. Hätt‘ dich so manches gern gefragt, bevor du leise, so ganz leise den Abschied gabst. Dann warst du fort vielleicht an einem besseren Ort, wo alles einfach leichter ist, wo du ein Seelenvogel bist. Von Zeit zu Zeit ziehst du ganz leise vor meinem Fenster deine Kreise, weist mir den Weg, den ich noch geh‘, bis ich dich endlich wiederseh‘. |
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| 46 | Vom Ende her | 16.01.26 | ||
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Vorschautext: Manchmal legen Momente die Uhren ab: Ein Raum wird still, ohne leer zu sein, ein Lied löst die Zeit auf, ohne Verlust zu sein; Eine Wahrheit wird erkannt, ohne dass man sie gesucht hat. Du hörst dein Herz deutlich. Du spürst etwas, das ist nicht von dieser Welt, ein Sein ohne Vorher und Nachher. Wenn alles vorbei ist, was wird dann aus der Ewigkeit? Vielleicht war sie nur das Wort für ein Gefühl. ... |
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| 45 | Wenn die Zeit den Atem anhält | 15.01.26 | ||
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Vorschautext: Eine Melodie aus Licht ist kein Klang. Es ist eine Schwelle. Für einen Moment steht ein Tor zur Ewigkeit offen, ohne Wächter, ohne Schlüssel. Du siehst nichts, doch du spürst einen Zustand jenseits der Zeit. ... |
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| 44 | Schweigen | 14.01.26 | ||
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Vorschautext: Wir sagen einander wenig. Manches, weil es nicht mehr nötig ist. Manches, weil wir es nicht mehr finden. Das Schweigen hat sich eingerichtet, fragt nicht nach Erlaubnis. Es bleibt, weil wir es dulden. Sätze liegen wie unbenutztes Besteck in der Schublade der Jahre. Wir verstehen, miteinander zu schweigen und übersehen dabei, ... |
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| 43 | Was der Abschied übrig lässt | 13.01.26 | ||
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Vorschautext: Da ist noch kalter Kaffee in der Tasse. Dein Brot liegt auch noch angebissen da. Wie ich die Stelle, wo wir enden, hasse, wird mir in solchen Augenblicken klar. Im Bad wohnen noch Relikte deiner Nähe. Die Zahnbürste wird vergeblich auf dich warten. Wenn ich dein Bleiben künftig auch verschmähe, such' ich nach stillem Zeugnis ,all' den zarten Überbleibseln unserer Gewesenheit; mehr ist leider nicht geblieben. Ich erinnere viel Kummer und Leid im bunten Leben, das wir liebten. ... |
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| 42 | Bleib doch | 13.01.26 | ||
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Vorschautext: Wie Lippen, die sich fast berühren, wie ein charmantes Lächeln im Vorübergehen, wie süßer Duft, den wir im Abgang spüren, wie ein zu kurzes, scheues Wiedersehen ist das Davongleiten der Zeit. Dies hinzunehmen war ich nie bereit. Sekunden blühen auf und fallen zusammen. Was schön war, tat so weh im Gehen. Ich blieb zurück und zählte meine Schrammen Die goldenen Augenblicke starben im Verwehen. Ich wollte sie doch so gern für mich bewahren. In meinen Händen trug ich sie wie Schnee. ... |
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| 41 | Liebe mich | 12.01.26 | ||
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Vorschautext: Auch dieser Tag soll mir der schönste sein. Mein Recht auf Glück genieß' ich ganz allein. Hab' mich im Gym geplagt, hab' nichts gegessen. Hab' meine Schale wieder neu vermessen. Mein Bild in diesem stillen See, an dem ich heute Abend steh', verzückt mich, doch will ich's berühren, will es ein kleiner Wasserring entführen. Berauscht von mir steig' ich hinab in mein Waldseewonnengrab. |
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| 40 | Lernstolpern | 11.01.26 | ||
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Vorschautext: Am Boden lang kriechen aus Angst vor dem Fallen, aus Furcht vor den Folgen, den Mund immer halten. Dem Geld nachrennen, nach Höherem streben, und völlig vergessen, das Leben zu leben. Auf später hoffen, statt jetzt zu handeln, sich immer weigern, sich selbst zu wandeln. ... |
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| 39 | Staub der Jahre | 09.01.26 | ||
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Vorschautext: Wintertage tragen Staub in ihren Taschen, von Wegen, die man ging und nicht mehr geht. Erinnerungen an dich sacht verblassen wie dein Name, der ganz leis‘ im Schnee verweht. Du warst das Maß, das alles andere überragte. Du warst Verderben mir im Übermaß. Du warst Beweis dafür, dass ich Vertrauen wagte. Du warst der Grund für Tränen, die ich längst vergaß. Du bist nunmehr ein grauer Wintermantel, der nicht mal mehr nach wahrer Wärme riecht. Du bist ein Frostgewand, vom Lauf der Zeit verschandelt, aus dem der Staub der Jahre unablässig kriecht. ... |
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