Profil von Chandrika Wolkenstein

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Anzahl Gedichte: 110
Anzahl Kommentare: 6
Gedichte gelesen: 2.816 mal
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Titel
10 Undines Erlösung 09.12.25
Vorschautext:
Man sagt:
Ich wurde seelenlos geboren.
Ich hab‘ euch geliebt,
um ganz zu werden.
Ihr wolltet Verlockung ohne Moral,
So konntet ihr mich schuldig nennen.
Ihr wolltet absolute Verfügbarkeit,
So wurde ich kein Gegenüber.
Ihr wolltet grenzenlose Hingabe,
so musstet ihr euch nicht fragen,
was ihr selbst zu geben hattet.
Solange ich anders war,
...
9 Kostbare Leihgabe 08.12.25
Vorschautext:
Ich habe gerne Zeit für dich.
Das sag‘ ich nur gelegentlich.
Ich kann Zeit wirklich nicht vergeuden
mit öden, monotonen Freuden.
Zeit ist nunmal von großem Wert,
jeder Moment bemerkenswert.
Zeit genieß‘ ich nur mit dir,
mit dir ich niemals Zeit verlier‘.
Dir will ich jede Weile schenken,
ohne an die Zeit zu denken.
8 Ophelias stiller Übergang 08.12.25
Vorschautext:
Im dunklen Wasser ruhe ich,
mein langes Haar der Ratten Kinderstube.
Das kalte Wasser gruselt mich
so einsam dort in meiner Nebelgrube.
Es fall’n mir Buchenblätter auf die Lider,
wollen mir Wärme geben,
wollen mich immer wieder
wohlig mit dem Wald verweben.
Eh‘ dies geschieht, stakt dein Kahn
durch dies‘ lichtlose Labyrinth,
und schweigend legst du leise an,
dort, wo die Ratten glücklich sind.
...
7 Erinnerungssplitter 07.12.25
Vorschautext:
Als mein Blick
bei dir stehen blieb,
warst du mir sofort
ein Zuhause,
wo meine Unruhe
ruhen durfte.
Ich fühlte ein Ja,
das nach einer langen Reise
durch mehrere Leben
angekommen war.
Wir erkannten uns,
ohne uns zu kennen,
...
6 Sternschnuppenschauer 06.12.25
Vorschautext:
Ich trinke das Sterben der Sterne,
in meinem Mund zerschmilzt das All.
Lichttropfen ritzen mir
Glutlinien in die Zunge.
So viele verbrannte Wünsche!
Sie schmecken nach Asche und Eis:
zu heiß geträumt
und kalt wie ein Kuss,
der nie erwidert wurde.
5 Aurobinda 06.12.25
Vorschautext:
Aurobinda heiß'ich, die Mondsüchtige.
Ich wandle auf Dächern, um Sterne zu greifen.
Der Wind ist mein Wächter, sät Licht mir zur Brücke.
Ich taste Funken, die meine Hände streifen.

Ich folge dem Mond, seinem heimlichen Ruf.
Sein magischer Zauber durchpulst meinen Schritt.
Ein falscher Tritt, Verirrung genug,
und die Tiefe nimmt mich mit sich mit.

So gehe ich weiter, geführt durch die Nacht,
vom Mond, meinem uralten Tröster.
...
4 Kleines Liebesgedicht 29.11.25
Vorschautext:
Und wenn die Nacht kommt,
dann falte ich den Tag
wie ein Tuch aus leisem Licht
und lege es zu dir,
damit du weißt,
dass du mein stillster Hafen bist.
3 Fensterlichter 29.11.25
Vorschautext:
Niemand soll allein durch die Nacht gehen,
wenn die Luft plötzlich weicher wird,
wenn Zimmer zu Inseln aus Licht werden,
wenn Lichter Geschichten erzählen
wenn Menschen sich Zeit schenken,
wenn eine Hand nach einer anderen sucht,
wenn die Nacht geteilt wird,
damit sie niemandem zu groß wird.
Solange irgendwo in einem Fenster
ein Funke Menschlichkeit leuchtet,
muss niemand
allein durch die Nacht.
2 Novemberblues 28.11.25
Vorschautext:
Der Tag fault heran
wie der dunkle Rest
von etwas,
das vorher Morgen hieß

Er schleicht
bleich
über den knirschend kalten Boden.
Seine Spuren aus Frost
deutet niemand mehr.

Nichts wächst.
...
1 LoveStory 27.11.25
Vorschautext:
Am Anfang legte er sich
wie ein warmer Mantel
um ihr frierendes Herz.
Doch irgendwann
begann er,
den Gürtel um ihren Hals
zu legen
und immer fester zu ziehen.
Er zog nicht laut,
sondern leise
mit der Präzision
eines Fallenstellers,
...