Profil von Chandrika Wolkenstein

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Anzahl Gedichte: 122
Anzahl Kommentare: 10
Gedichte gelesen: 3.693 mal
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Titel
102 So liebst du 14.02.26
Vorschautext:
Du liebst leise,
wie man die Tür schließt,
damit das Kind
nicht aufwacht.

Wie man Tee
noch einmal warm macht,
ohne zu fragen,
ob es sich lohnt.

Du fragst nicht viel.
Du drängst nicht.
...
101 Stille Wärme 13.02.26
Vorschautext:
Die Jahre lagen wie fremde Städte
in meinen Taschen, schwer und kalt.
Wie Fahrkarten sammelte ich Namen
und fand zu keinem Zeitpunkt Halt.

Die Stimmen, die mich einst umgaben,
sind längst verhallt im leeren Wind.
Nur manche Blicke, manche Nächte,
an die erinnere ich mich blind.

Ich kam zurück mit kleinen Narben.
Die Fremde war kein sanfter Ort.
...
100 Ohne Anschrift 13.02.26
Vorschautext:
In einer Flasche
treiben Verse
ohne Anschrift.

Die Nacht umschließt
die Schrift
mit salzigem Schweigen.

Auf wogender Zunge
trägt die See
die suchenden Worte.

...
99 Schutzengel 13.02.26
Vorschautext:
Du standst bereits am Fuße meiner Wiege
und warst bei mir auf allen meinen Wegen.
Du streckst mir deine warme Hand entgegen,
wenn ich dem Schmerz zu sehr erliege.

Du willst mich durch dunkle Tage treu begleiten,
Du willst mir niemals von der Seite weichen.
Du willst mir deinen starken Arm stets reichen
und bist mir Freund in allen schweren Zeiten.


Du hast mich oft aus Not errettet,
...
98 Mehr Farbe 12.02.26
Vorschautext:
Auf dem Regenbogen finden wir uns wieder
in einem federleichten Farbenmeer.
Die Welt dort unten wird für uns viel leiser,
als käme sie aus weiter Ferne her.

Wir ruhen über all‘ den grauen Tagen.
Nichts muss heut‘ Sinn sein. Nichts ist Maß.
Kein Leben, das uns drängt mit seinen Fragen.
Nur dieses warme Licht, wie unter Glas.

Dann schließt der Himmel langsam seine Farben,
und unten warten wieder Zeit und Pflicht.
...
97 In einem fernen Land 12.02.26
Vorschautext:
Auf meinem Badewannenrand
liegt eine Muschel, die ich fand.
Beim Baden lausche ich gespannt
dem Ruf des Meeres in einem fernen Land,
und ich erinnere mich an jenen Strand
und deine Fußspuren im Sand.

Ach, wie fand ich dich charmant.
Du warst so herrlich braun gebrannt.
Dein Akzent hat mich gebannt.
Du nahmst ganz einfach meine Hand,
und mein Herz war sofort entflammt.
...
96 Bring mich zu den Sternen 12.02.26
Vorschautext:
Bring mich zu den Sternen, bitte.
Hier ist mir alles viel zu laut.
In der Stille find’ ich meine Mitte.
Hab mir das Schweigen abgeschaut.

Nimm mich aus den grellen Räumen,
aus dem Muss, das ständig schreit.
Ich will nicht nur von Freiheit träumen.
Will bei mir sein – ganz befreit.

Rundherum die großen Lichter,
ohne Urteil, ohne Ziel.
...
95 Mango Mambo 11.02.26
Vorschautext:
In deinem Blick die Abendsonne,
golden, warm und still verglüht.
Dein Atem trägt den Duft der Wonne,
auf deinen Lippen Süßes blüht.

Die Süße klebt an meinen Fingern,
wir lachen leis im Sommerwind.
Palmen wiegen, Sterne schimmern.
Wie schnell doch unsre Zeit verrinnt.

Ein Mambo – unsre Körper nah,
wir bewegen uns im Takt, ganz sacht
...
94 Sommer jetzt 11.02.26
Vorschautext:
Ich wünsch‘ mir den Sommer jetzt, nicht irgendwann.
Wenn Luft nach Leben schmeckt und Tage barfuss geh’n.
Wenn ich helle Stunden kann am Fenster seh’n.
Wenn ich nachts die Sterne schauen kann.

Ich will die Sonne warm auf meinen Schultern spür’n.
Nicht nur als Wunsch, der sich ins Herz mir drängt.
Ich will, dass Sonnenlicht mich reich beschenkt,
und leichte Winde meine müden Schritte führ’n.

Ich will den Duft von Gras, von Flieder nach dem Regen.
Ein sanftes Grün, das keine Sorgen kennt.
...
93 Leise Töne 10.02.26
Vorschautext:
Ruh‘ dich aus in meinen Versen.
Bette dich in ihrem Sinn.
Lass die Hast, die Alltagsscherben.
Schau, du findest dich darin.

Gerne schreib‘ ich dir Gedichte.
Du bist mir Inspiration.
Denk‘ ich an unsere Geschichte,
wird jedes Wort ein leiser Ton.

Manchmal will mir Musik gelingen,
manchmal klingt’s eher atonal.
...
92 Gleich alt 10.02.26
Vorschautext:
Meine Puppe ist in die Jahre gekommen.
Sie sitzt am Fenster im Sonnenlicht.
Verfilzt das Haar, ein Auge erlischt.
Doch hat ihr die Zeit nicht das Lächeln genommen.

Ihr Kleid ist müde – Motten fraßen dran.
Die Säume dünn, der Stoff schon zernagt.
Er hat sich stumm durch die Jahre geplagt.
Das Kleid hält trotzdem, so gut es kann.

Wir sind gleich alt. Kein Trost, nur wahr.
Ihr Stoff wird Staub, mein Körper auch.
...
91 Du wusstest es 09.02.26
Vorschautext:
Als ich dich sah, verstummte mir das Wort,
als hätte sich die Zeit in dir verdichtet.
Ein Augenaufschlag: ich ergab mich dir sofort.
Du hast mein Herz mit deinem Blick belichtet.

Ich stand und wusste nicht mehr, wer ich war,
nur dass dein Blick mich durch und durch erkannte.
So nah warst du, und doch so sonderbar,
als wärst du der, den ich schon immer kannte.

Du lächeltest, als hättest du’s geahnt,
als wüsstest du: hier gab es kein Entkommen.
...
90 Worte weinen 09.02.26
Vorschautext:
Immerzu muss ich Worte weinen,
als ob meine Zunge nur Salz gebiert.
Ich kann Betrübnis nicht verneinen,
weil sie in mir zu laut vibriert.

Sätze fall’n wie aus Wunden.
Ich sammle sie mit meinem Blick.
In all den schweren, grauen Stunden
empfinde ich kein Lebensglück.

Ich rede, bis die Stimme bricht.
Doch rettet dies mich leider nicht.
89 Zwischen Tag und Traum 07.02.26
Vorschautext:
An diesem reich durchsonnten Tag
ziehen meine Gedanken auf Wanderschaft.

Die Stunden gleiten mir
durch die Finger
wie Sand.

Die Welt trägt heute warmes Blau
und löst die Schwere aus meinem Denken.

Ich werde leicht
zwischen Wachen und Schweben.
...
88 Nach der letzten Glut 07.02.26
Vorschautext:
Nach der letzten Glut
kehre ich die Asche
aus den Ecken
meines Herzens.
Langsam.
Als könnte ich ordnen,
was sich wehrt.
Was bleibt:
Kein Feuer,
Restwärme,
mein Name darin.
87 Nicht ohne Preis 07.02.26
Vorschautext:
Dort, wo Rosen auf mich warten,
wird mein Herz ein wenig weit.
Ich geh‘ behutsam durch den Garten,
genieße diese stille Zeit.

Im Duft fühl‘ ich mich sanft geborgen.
Sie blüh’n so schön mit Kraft und Fleiß.
Wer Rosen mag, bekommt auch Dornen.
Schönheit ist niemals ohne Preis.
86 Seifenblasen 06.02.26
Vorschautext:
Sie steigen auf.
Makellos.
Schillernd.
Schön.

Auf ihrer Haut
zittert
Regenbogenlicht.

Dann zerplatzen sie.
Lautlos.
Schnell.
...
85 Vom Funken zur Flamme 06.02.26
Vorschautext:
Heute ist die Hoffnung
ein winziger Funken,
kaum sichtbar
im Grau der Tage.

Sie glimmt in der Asche,
wärmt noch nicht,
aber sie erinnert
an Licht.

Ich möchte nicht mehr
in der Asche stochern.
...
84 Bitte treten Sie ein 06.02.26
Vorschautext:
Bitte treten Sie ein
in das Innere
meiner Gedichte.

Von außen sind sie nur
dunkle Scheiben,
bemalt mit Andeutungen,
Schatten
und einem Licht,
das sich nicht verrät.

Wer nur vorbeigeht,
...
83 Der Preis fürs Bleiben 05.02.26
Vorschautext:
Die Zeit spinnt dich allmählich ein
zum späteren Verzehr.
Im Kokon bist du ganz allein,
das Atmen fällt dir schwer.

An ganz besonders dunklen Tagen
füllt sich dein Herz mit Unbehagen.
Du hörst die Welt nur wie von fern.
Hier lebst du nicht mehr richtig gern.

Und irgendwann, ganz still und leis‘
geht etwas in dir aus.
...