Profil von Chandrika Wolkenstein

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Anzahl Gedichte: 158
Anzahl Kommentare: 21
Gedichte gelesen: 4.583 mal
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Titel
138 Die matte Stelle 15.05.26
Vorschautext:
Ich kam nicht in Scherben zum Stehen.
Nur mit Spuren
von Vernachlässigung
und mit einer matten Stelle
dort,
wo einmal Vertrauen glänzte.
137 Irgendwo abgelegt 15.05.26
Vorschautext:
Du hast mich nicht zertrümmert.
Nur irgendwo abgelegt,
wo niemand mehr nach mir sah.
Seitdem trage ich eine kleine Delle
und den Geruch
vergessener Winkel.
136 Was bleibt, wird Licht 14.05.26
Vorschautext:
Pflege Deine Gedanken
wie einen Garten.

Nicht alles muss
bewertet werden,
nur weil es wächst.

Manches darf gehen.
Manches braucht Wasser.
Manches
war nie für Dich bestimmt.

...
135 Ein Stück Himmel 13.05.26
Vorschautext:
Was nützt ein Tag,
der nur vergeht?

Die Seele braucht
mehr als Brot
und Salz.

Sie braucht
Glut unter der Asche,
Himmel ohne Riegel,

und eine blaue Blume,
...
134 Hand aufs Herz 11.05.26
Vorschautext:
Ich begreife vieles nie:

Warum etwas kommt.
Warum etwas geht.
Warum manches
erst weh tut
und später
eine Tür wird.

Manchmal reicht
ein Traum,
um den Blick
...
133 Nicht ganz, aber wirklich 10.05.26
Vorschautext:
Niemand kann
in meinem Bewusstsein wohnen.

Auch die Liebe
kennt nur die Tür,
nicht den Raum dahinter.

Der Schmerz selbst
spricht keine gemeinsame Sprache.

So leben wir:
eingeschlossen
...
132 Heimatlos 02.05.26
Vorschautext:
Der Bahnhof riecht nach Diesel,
nach nassem Beton,
nach Kaffee aus Pappbechern.

Ich habe mir etwas Heimat
zusammengefaltet
zwischen Blusen und Papieren.

Mein Koffer duftet
nach dem Gewürz,
das meine Mutter
mit den Fingern maß.
...
131 Wo Worte wohnen 23.04.26
Vorschautext:
Die Sprache ist das Haus des Seins."
Martin Heidegger

Wer keine Worte hat,
wohnt eng.

Die Freude bleibt
vor der Tür.
Der Schmerz liegt
namenlos im Zimmer.
Die Angst geht um
bei Nacht,
...
130 Sachzwang 20.04.26
Vorschautext:
“Hell is empty and all the devils are here“ Ariel to Prospero Shakespeare: The Tempest,
Act 1, scene 2

Chandrika Wolkenstein Sachzwang

Die Hölle ist leer.
Nicht weil das Böse ausgestorben wäre.
Sondern weil es umgezogen ist,
in Großraumbüros und Kommentarspalten,
in Gremien und Ministerien,
in dem beruhigenden Tonfall,
mit dem man Härte
...
129 Es gibt mehr 20.04.26
Vorschautext:
Wir wissen so viel
und verstehen so wenig.

Wir kartieren den Himmel,
zählen Sterne,
berechnen Bahnen,
simulieren das Ende der Welt
auf glatten Bildschirmen –
und scheitern doch
am eigenen Herzen,
an einem Blick,
an der Stille nach einer Nachricht.
...
128 Unter deinem Namen 19.04.26
Vorschautext:
Die Dinge
tragen kein Urteil.

Nicht der Regen.
Nicht die Nacht.
Nicht das Schweigen
zwischen zwei Menschen.

Erst dein Denken
tritt hinzu
und macht daraus
Trost,
...
127 Der andere Weg 19.04.26
Vorschautext:
Manchmal beginnt ein Leben
mit dem stillen Wissen,
dass die vorgezeichneten Wege
gut ausgeleuchtet,
geordnet,
beinahe freundlich sind,
aber nicht für dich.

Du gehst den schwereren Weg.
Kein Versprechen.
Keine Rettung.
Nur nichts,
...
126 Mit allem von gestern 18.04.26
Vorschautext:
Gestern steckt mir noch in den Knochen
nicht nur als Erinnerung,
mehr als Gewicht,
als feiner Staub in den Kammern des Herzens,
den selbst das Licht nicht fortnimmt,
sondern sichtbar macht.

Ich gehe nicht leer in diesen Morgen.
Ich trage die ungesagten Worte,
die Blicke, die geblieben sind,
die Liebe in ihrem verstummten Kleid,
und die Müdigkeit der Seele,
...
125 Vom Getragensein 17.04.26
Vorschautext:
Je älter ich werde,
desto leiser wird der Irrtum,
ich hätte hier das Sagen.

Ich habe Pläne gemacht,
aber das Leben
trat nie durch die Tür,
die ich ihm offenhielt.

Es kam ungefragt.
Es nahm Platz.
Es liebte mich für eine Weile.
...
124 Zwischen Sternenstaub und Erde 16.04.26
Vorschautext:
Die Seele
tritt alt ans Licht,
mit Staub von Sternen
in den unsichtbaren Falten.

Sie wird sanfter,
heller,
durchsichtiger,
während die Jahre
den Körper beschweren.

Der Körper
...
123 Innere Jahreszeit 16.04.26
Vorschautext:
Der Winter arbeitete gründlich.
Er schnitt die Tage kahl,
legte frei,
was bloß Gewohnheit war.

Die Kälte nahm allem die Milde,
verdunkelte den Blick,
ließ nur gelten,
was standhielt.

Doch selbst unter Schnee
vergaß etwas in mir
...
122 Rückflimmern 15.04.26
Vorschautext:
Eines Tages
wird mein Leben
in mir zurückflimmern,
Bild für Bild
wie Staubpartikel
im Licht eines alten Projektors.

Nicht die Tage werden bleiben,
die sich sauber erzählen lassen,
an denen alles funktionierte,
und niemand stolperte.

...
121 Schwerkraft 14.04.26
Vorschautext:
Menschen docken an
über Schwächen.

Nicht über Kontrolle.
Nicht über Überlegenheit.
Nicht über die sauber gefalteten Tage.

Sie docken an:
über das Zögern,
über die kleine Erschütterung in der Stimme,
über das Zittern hinter dem Lachen.

...
120 Werde Meer 13.04.26
Vorschautext:
„ If you don’t become the ocean, you’ll be seasick every day.“ Leonard Cohen

Wenn man sich ängstigt
vor der eigenen Tiefe,
lebt man am Ufer
wie auf geliehenem Boden.

Man sagt:
Das Leben ist zu viel.
Die Welt ist zu laut,
die Liebe zu unsicher.

...
119 Tanzender Stern 13.04.26
Vorschautext:
„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären.“ Friedrich Nietzsche


Lass dir dein Chaos
nicht nehmen.
Es ist nicht nur Verlust,
es ist auch Ursprung.

Fürchte nicht das Wilde in dir,
nicht den Widerstreit,
nicht die Stunden,
in denen alles unfertig ist.
...