Profil von Chandrika Wolkenstein

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Anzahl Gedichte: 110
Anzahl Kommentare: 6
Gedichte gelesen: 2.816 mal
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Titel
90 Worte weinen 09.02.26
Vorschautext:
Immerzu muss ich Worte weinen,
als ob meine Zunge nur Salz gebiert.
Ich kann Betrübnis nicht verneinen,
weil sie in mir zu laut vibriert.

Sätze fall’n wie aus Wunden.
Ich sammle sie mit meinem Blick.
In all den schweren, grauen Stunden
empfinde ich kein Lebensglück.

Ich rede, bis die Stimme bricht.
Doch rettet dies mich leider nicht.
89 Zwischen Tag und Traum 07.02.26
Vorschautext:
An diesem reich durchsonnten Tag
ziehen meine Gedanken auf Wanderschaft.

Die Stunden gleiten mir
durch die Finger
wie Sand.

Die Welt trägt heute warmes Blau
und löst die Schwere aus meinem Denken.

Ich werde leicht
zwischen Wachen und Schweben.
...
88 Nach der letzten Glut 07.02.26
Vorschautext:
Nach der letzten Glut
kehre ich die Asche
aus den Ecken
meines Herzens.
Langsam.
Als könnte ich ordnen,
was sich wehrt.
Was bleibt:
Kein Feuer,
Restwärme,
mein Name darin.
87 Nicht ohne Preis 07.02.26
Vorschautext:
Dort, wo Rosen auf mich warten,
wird mein Herz ein wenig weit.
Ich geh‘ behutsam durch den Garten,
genieße diese stille Zeit.

Im Duft fühl‘ ich mich sanft geborgen.
Sie blüh’n so schön mit Kraft und Fleiß.
Wer Rosen mag, bekommt auch Dornen.
Schönheit ist niemals ohne Preis.
86 Seifenblasen 06.02.26
Vorschautext:
Sie steigen auf.
Makellos.
Schillernd.
Schön.

Auf ihrer Haut
zittert
Regenbogenlicht.

Dann zerplatzen sie.
Lautlos.
Schnell.
...
85 Vom Funken zur Flamme 06.02.26
Vorschautext:
Heute ist die Hoffnung
ein winziger Funken,
kaum sichtbar
im Grau der Tage.

Sie glimmt in der Asche,
wärmt noch nicht,
aber sie erinnert
an Licht.

Ich möchte nicht mehr
in der Asche stochern.
...
84 Bitte treten Sie ein 06.02.26
Vorschautext:
Bitte treten Sie ein
in das Innere
meiner Gedichte.

Von außen sind sie nur
dunkle Scheiben,
bemalt mit Andeutungen,
Schatten
und einem Licht,
das sich nicht verrät.

Wer nur vorbeigeht,
...
83 Der Preis fürs Bleiben 05.02.26
Vorschautext:
Die Zeit spinnt dich allmählich ein
zum späteren Verzehr.
Im Kokon bist du ganz allein,
das Atmen fällt dir schwer.

An ganz besonders dunklen Tagen
füllt sich dein Herz mit Unbehagen.
Du hörst die Welt nur wie von fern.
Hier lebst du nicht mehr richtig gern.

Und irgendwann, ganz still und leis‘
geht etwas in dir aus.
...
82 Rendezvous mit mir selbst 05.02.26
Vorschautext:
Für dich hab‘ ich mich schön gemacht.
Ich komme pünktlich,
setze mich
mir gegenüber,
bestelle nichts Großes,
ein Glas Stille, vielleicht.

Ich unterhalte mich
mit mir selbst.
Ich höre mir zu.
Wir haben Zeit.
Ich lächle, weil ich mich
...
81 Liebesbriefe 03.02.26
Vorschautext:
Träume kommen
ohne Absender,
ohne Anschrift
nur deine Handschrift.

Die Seele schreibt langsam:
Bilder
statt Sätze.

Manches bleibt unleserlich,
manches berührt zu sehr,
doch alles meint dich.
...
80 Stille vor dem Kuss 02.02.26
Vorschautext:
Ein Schritt.
Die Welt hält an
zwischen
noch nicht
und
gleich.
Der Mund weiß schon.
Die Lippen warten.
Jetzt oder Verlust.
79 Männer können lieben 02.02.26
Vorschautext:
Manche Männer legen ihre Liebe
nicht in Worte,
sondern in Töne.

Wenn sie singen,
steht die Zeit
einen Augenblick still,

Der Wohlklang spendet Wärme.
So viel Magma
in dieser Musik.
Sie berührt,
...
78 Frühstück für eine Person 02.02.26
Vorschautext:
Liebe kannte nur Jetzt.
Sie zählte keine Tage,
nur Momente, die reichten.
Sie war ein Raum,
in dem man lachte
ohne Angst vor dem
zähen Danach
ohne Ende.

Das war wie ein Frühstück,
das kalt wird,
während man
...
77 Leichte Ware 02.02.26
Vorschautext:
Deine Erfahrungen
sind leicht verderbliche Ware.
Heute gefragt,
morgen aus dem Sortiment.
Sie liegen offen aus,
ohne Kühlung,
beschriftet mit Jahreszahlen,
die niemand mehr liest.
Was nicht sofort verwertbar ist,
verliert an Geruch,
Farbe,
Wert.
...
76 Ausgesetzt 01.02.26
Vorschautext:
Es besteht aus einem einzigen Blatt,
gefaltet entlang klarer Linien.
Die Kanten sind scharf.
Sie wissen, dass sie es nicht bleiben.

Ich setze mein Gedicht aus,
denn Schreiben beginnt,
wenn es mich verlässt.

Für einen Moment
ist es unterwegs,
solange der Leser noch gnädig bleibt.
...
75 Unter Sternen 01.02.26
Vorschautext:
Meine Seele findet Frieden unter Sternen,
wo Lärm und Unrast wie im Traum vergeh’n.
Mein Innerstes muss noch das Ruhen lernen.
Die Zeit bleibt einfach ohne Regung steh’n.

Gedanken lösen sich aus ihren Zwängen.
Kein Ziel ruft meinen Namen laut.
Ich fühl‘ kein innerliches Drängen.
Hab‘ mich dem Himmel wortlos anvertraut.

Ich stehe staunend vor der großen Weite.
Ich bin nicht mehr auf Halt und Zweck bedacht.
...
74 Narben 01.02.26
Vorschautext:
Wir übersahen einander.
Zu groß war der Abstand der Jahre,
zu schmal mein Blick für deinen leisen Schmerz .
Unsere Mutter,
so unbeholfen in Zärtlichkeit,
ließ dich oft ohne Trost,
mit einem Maßband,
das dir schon früh den Atem nahm.
Ich sah dein Ringen,
wie man Regen sieht.
Man hört ihn,
man geht trotzdem weiter.
...
73 Im Elend steht die Zeit 31.01.26
Vorschautext:
Im Elend
steht die Zeit.
Nicht aus Not.
Aus Bequemlichkeit.
Höflichkeit: überflüssig.
Blicke verweigern sich.
Sprache verkürzt sich
auf das Nötigste.
Danke entfällt.
Bitte ist Schwäche.
Was Grenze war
ist Alltag.
...
72 Bis nichts Falsches bleibt 31.01.26
Vorschautext:
Immerzu muss ich Worte weinen.
Sie kullern
haltlos.
Manche Worte wiegen schwer
und treffen den Boden hart.
Andere verdampfen
schon beim Denken.
Manche Worte wissen zu viel.
Manche Worte sagen zu wenig.
Worte müssen weinen,
bis nichts Falsches bleibt.
71 Das bist nicht du 30.01.26
Vorschautext:
Schleppende Schritte
stampfen die Stufen hinauf.

Noch zehn.

Drei Faustschläge.

Das bist nicht du.
Das ist der Alkohol.

Die Tür reißt auf.
Du siehst mich an.
...