Profil von Chandrika Wolkenstein

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Anzahl Gedichte: 122
Anzahl Kommentare: 10
Gedichte gelesen: 3.693 mal
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Titel
82 Rendezvous mit mir selbst 05.02.26
Vorschautext:
Für dich hab‘ ich mich schön gemacht.
Ich komme pünktlich,
setze mich
mir gegenüber,
bestelle nichts Großes,
ein Glas Stille, vielleicht.

Ich unterhalte mich
mit mir selbst.
Ich höre mir zu.
Wir haben Zeit.
Ich lächle, weil ich mich
...
81 Liebesbriefe 03.02.26
Vorschautext:
Träume kommen
ohne Absender,
ohne Anschrift
nur deine Handschrift.

Die Seele schreibt langsam:
Bilder
statt Sätze.

Manches bleibt unleserlich,
manches berührt zu sehr,
doch alles meint dich.
...
80 Stille vor dem Kuss 02.02.26
Vorschautext:
Ein Schritt.
Die Welt hält an
zwischen
noch nicht
und
gleich.
Der Mund weiß schon.
Die Lippen warten.
Jetzt oder Verlust.
79 Männer können lieben 02.02.26
Vorschautext:
Manche Männer legen ihre Liebe
nicht in Worte,
sondern in Töne.

Wenn sie singen,
steht die Zeit
einen Augenblick still,

Der Wohlklang spendet Wärme.
So viel Magma
in dieser Musik.
Sie berührt,
...
78 Frühstück für eine Person 02.02.26
Vorschautext:
Liebe kannte nur Jetzt.
Sie zählte keine Tage,
nur Momente, die reichten.
Sie war ein Raum,
in dem man lachte
ohne Angst vor dem
zähen Danach
ohne Ende.

Das war wie ein Frühstück,
das kalt wird,
während man
...
77 Leichte Ware 02.02.26
Vorschautext:
Deine Erfahrungen
sind leicht verderbliche Ware.
Heute gefragt,
morgen aus dem Sortiment.
Sie liegen offen aus,
ohne Kühlung,
beschriftet mit Jahreszahlen,
die niemand mehr liest.
Was nicht sofort verwertbar ist,
verliert an Geruch,
Farbe,
Wert.
...
76 Ausgesetzt 01.02.26
Vorschautext:
Es besteht aus einem einzigen Blatt,
gefaltet entlang klarer Linien.
Die Kanten sind scharf.
Sie wissen, dass sie es nicht bleiben.

Ich setze mein Gedicht aus,
denn Schreiben beginnt,
wenn es mich verlässt.

Für einen Moment
ist es unterwegs,
solange der Leser noch gnädig bleibt.
...
75 Unter Sternen 01.02.26
Vorschautext:
Meine Seele findet Frieden unter Sternen,
wo Lärm und Unrast wie im Traum vergeh’n.
Mein Innerstes muss noch das Ruhen lernen.
Die Zeit bleibt einfach ohne Regung steh’n.

Gedanken lösen sich aus ihren Zwängen.
Kein Ziel ruft meinen Namen laut.
Ich fühl‘ kein innerliches Drängen.
Hab‘ mich dem Himmel wortlos anvertraut.

Ich stehe staunend vor der großen Weite.
Ich bin nicht mehr auf Halt und Zweck bedacht.
...
74 Narben 01.02.26
Vorschautext:
Wir übersahen einander.
Zu groß war der Abstand der Jahre,
zu schmal mein Blick für deinen leisen Schmerz .
Unsere Mutter,
so unbeholfen in Zärtlichkeit,
ließ dich oft ohne Trost,
mit einem Maßband,
das dir schon früh den Atem nahm.
Ich sah dein Ringen,
wie man Regen sieht.
Man hört ihn,
man geht trotzdem weiter.
...
73 Im Elend steht die Zeit 31.01.26
Vorschautext:
Im Elend
steht die Zeit.
Nicht aus Not.
Aus Bequemlichkeit.
Höflichkeit: überflüssig.
Blicke verweigern sich.
Sprache verkürzt sich
auf das Nötigste.
Danke entfällt.
Bitte ist Schwäche.
Was Grenze war
ist Alltag.
...
72 Bis nichts Falsches bleibt 31.01.26
Vorschautext:
Immerzu muss ich Worte weinen.
Sie kullern
haltlos.
Manche Worte wiegen schwer
und treffen den Boden hart.
Andere verdampfen
schon beim Denken.
Manche Worte wissen zu viel.
Manche Worte sagen zu wenig.
Worte müssen weinen,
bis nichts Falsches bleibt.
71 Das bist nicht du 30.01.26
Vorschautext:
Schleppende Schritte
stampfen die Stufen hinauf.

Noch zehn.

Drei Faustschläge.

Das bist nicht du.
Das ist der Alkohol.

Die Tür reißt auf.
Du siehst mich an.
...
70 Freier Blick 30.01.26
Vorschautext:
Das Meer: Magie im Jetzt.
Was fasziniert, ist die Weite.
Sie beruhigt, weil sie nichts fordert.

Und dann ist da das Licht.
Es zerbricht, tanzt, verschiebt sich
je nach Tageszeit.

Das Meer trägt Farben,
die nicht bleiben wollen:

weißsprühende Gischt,
...
69 Meerweh 30.01.26
Vorschautext:
Häng dein Haar in den Salzwind.
Nichts duftet besser als Meer.
Barfuß im Sand wie ein Kleinkind
lauf‘ den Wellen hinterher.
Es spritzt und zischt und tost und schäumt.
Davon hast du schon lang geträumt.
Du fühlst dich neu, fast schaumgeboren.
Du hast dein Herz an das Meer verloren.
Geheimnisvoll und wunderschön,
so sollen dich die Menschen sehen.
Wild wie das Meer, so grenzenlos frei,
so willst du sein. Also sei!
68 Schade um den Mond 29.01.26
Vorschautext:
Wir streiten uns
in der Nacht.
Worte blitzen auf.
Zorn glüht nach.
Keiner hört zu.
Jeder hat recht.
Über uns
der Mond.
Er wandert um den Teich,
uns belauschend.
Schade um den Mond,
er lässt die Sterne
...
67 Nach dem Blick 28.01.26
Vorschautext:
„La laideur est supérieure à la beauté, car elle dure.“
Serge Gainsbourg

(Das Hässliche ist dem Schönen überlegen, weil es bleibt).

Unbeeindruckt von mir
kreuzt eine Wanderratte
meinen Weg.

Das Fell stumpf und staubig,
der Körper zu nah am Boden,
der Schwanz nackt.
...
66 An diesem geschmacklosen Tag 28.01.26
Vorschautext:
An diesem geschmacklosen Tag
bleibt alles im Ansatz.
Der blasse Morgen verspricht nichts.
Der Kaffee hinterlässt nichts
auf der Zunge.
Gespräche rutschen durch.
Kein Satz bleibt hängen.
Selbst das Schweigen
hat heute kein Aroma.
Ich gehe durch Stunden
wie durch lauwarmes Wasser.
Vor dem Fenster fliegt eine Plastiktüte.
...
65 Stillgelegte Verheißung 27.01.26
Vorschautext:
Geschlossen!
Kein Licht brennt mehr,
weil nichts mehr kommt.

Regale bewahren das Ausbleiben.
Preisschilder sprechen von gestern
in einer Sprache ohne Bedarf.

Die Kühltruhen atmen nicht mehr:
Ende der Versorgung als Versprechen.

Die Zukunft wurde aus dem Sortiment genommen.
...
64 Kein Ort zum Bleiben 26.01.26
Vorschautext:
Ein Lied, plötzlich hab‘ ich an dich gedacht:
Du warst wie ein Autobahn-Rastplatz bei Nacht.
Du warst nur Neonlicht als ein Ersatz für Wärme.
Selbst deinen Geruch mag ich auch heute noch
nicht wirklich gerne:
wie Diesel, altes Fett und kalter Rauch.
Die leeren Gespräche mit dir belächle ich heute auch.
Bei dir ist niemand lange Zeit geblieben,
dich kann man einfach nicht so richtig lieben.
Die Begegnung mit dir, reiner Zeitverlust,
erschöpfter Stillstand in abgestumpften Fluss.
Wär‘ ich ein Pendler, Fahrer, Schichtarbeiter,
...
63 Leer gerechnet 26.01.26
Vorschautext:
Im immerwährenden Jetzt
sind die Lichter ausgedünnt.
Teppiche schlucken die Schritte
der Zählenden.
Um dem Zufall eine Form zu geben,
werden Zahlen beschworen.
Gespräche versickern im Dazwischen.
Masken verraten nichts,
doch alle spüren die Nähe zum Abgrund.
Hände setzen routiniert.
Blicke hypnotisieren die Kugel.
Erwartung flackert auf,
...