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| 122 | Rückflimmern | 15.04.26 | ||
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Vorschautext: Eines Tages wird mein Leben in mir zurückflimmern, Bild für Bild wie Staubpartikel im Licht eines alten Projektors. Nicht die Tage werden bleiben, die sich sauber erzählen lassen, an denen alles funktionierte, und niemand stolperte. ... |
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| 121 | Schwerkraft | 14.04.26 | ||
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Vorschautext: Menschen docken an über Schwächen. Nicht über Kontrolle. Nicht über Überlegenheit. Nicht über die sauber gefalteten Tage. Sie docken an: über das Zögern, über die kleine Erschütterung in der Stimme, über das Zittern hinter dem Lachen. ... |
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| 120 | Werde Meer | 13.04.26 | ||
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Vorschautext: „ If you don’t become the ocean, you’ll be seasick every day.“ Leonard Cohen Wenn man sich ängstigt vor der eigenen Tiefe, lebt man am Ufer wie auf geliehenem Boden. Man sagt: Das Leben ist zu viel. Die Welt ist zu laut, die Liebe zu unsicher. ... |
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| 119 | Tanzender Stern | 13.04.26 | ||
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Vorschautext: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären.“ Friedrich Nietzsche Lass dir dein Chaos nicht nehmen. Es ist nicht nur Verlust, es ist auch Ursprung. Fürchte nicht das Wilde in dir, nicht den Widerstreit, nicht die Stunden, in denen alles unfertig ist. ... |
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| 118 | Als es noch da war | 12.04.26 | ||
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Vorschautext: Man denkt immer, Glück müsse sich groß anfühlen. Aber es hat nichts Feierliches: Kein Licht, das plötzlich auf alles fällt. Keine Stimme, die sagt: Das ist der Augenblick, an den du später zurückdenken wirst. Meistens kommt es unscheinbar. Nicht als Ausnahmezustand, sondern als Alltag, als Tage, die keinen Beweis brauchen, als jemand, der noch da ist, als das Gefühl, nicht erklären zu müssen, wer man ist. ... |
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| 117 | Im Namen der Macht | 07.04.26 | ||
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Vorschautext: Sie reden von Ordnung und meinen Unterwerfung. Sie reden von Glauben und meinen Kontrolle. Sie reden vom Volk und meinen sich selbst. Die Demokratie fällt nicht auf einmal. Sie wird ausgehöhlt durch Angst, Gehorsam und Lüge. Machtzirkel bauen keine Zukunft. ... |
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| 116 | Die andere Klarheit | 03.04.26 | ||
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Vorschautext: Musik. Sonst nichts. Und doch wird etwas in uns weit, als hätte jemand ein verborgenes Fenster geöffnet. Sie braucht keinen Begriff für das, was wir sofort erkennen. ... |
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| 115 | Sterne über der Gosse | 02.04.26 | ||
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Vorschautext: Wir liegen alle in der Gosse, manchmal tiefer, als wir zugeben. Wir zweifeln, sehen mehr Boden als Himmel. Und doch heben manche den Blick, trotz der Risse, trotz der Müdigkeit, trotz der Welt. Und dann sind da Sterne, weit weg, aber da. Vielleicht retten sie nichts, ... |
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| 114 | Für irgendwen die Welt | 02.04.26 | ||
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Vorschautext: Für die Welt bist du vielleicht nur ein Gesicht im Strom der Zeit, ein Name, den der Wind verweht, ein Schritt, der kommt und weitergeht. Doch für ein Herz bist du das Licht, das leise durch den Alltag bricht, der Trost, wenn dunkle Stunden sind, die warme Hand, die Hoffnung bringt. So glaube nie, du seist zu klein, ... |
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| 113 | Nach dem Fest | 19.03.26 | ||
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Vorschautext: Schönheit trägt Seide, Hässlichkeit Haut. Schönheit lebt vom Blick der andern. Hässlichkeit braucht keinen. Schönheit schläft ein im letzten Champagnerglas. Hässlichkeit wacht auf neben dem Geruch ... |
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| 112 | Nach dem Ausräumen | 19.03.26 | ||
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Vorschautext: Am Abend sah man nur noch die helleren Rechtecke an der Wand, dort, wo die Bilder gehangen hatten. Im Flur roch es nach Staub und Holz, nach Schränken, die zu lange Dinge bewahrt haben. Wir gingen langsam von Zimmer zu Zimmer, als könnten Schritte ... |
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| 111 | Unter sich | 02.03.26 | ||
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Vorschautext: Man sprach von Netzwerken und hob die Gläser auf sich. Man war unter sich. Das galt als Qualität. Teppiche schluckten Schritte. Wände hielten. Man nannte es Diskretion. ... |
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| 110 | Nachgesang | 19.02.26 | ||
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Vorschautext: Die Spieluhr klingt, als wär‘ sie müd‘ vom Leben. Die Ballerina dreht sich leis im Raum. Sie wird niemals wie and’re Tänzer schweben. Das Schweben bleibt ihr unerreichter Traum. Ein feiner Staub legt sich auf ihre Kreise. Die Melodie wird leis‘, ein dünner Klang. Sie dreht sich stumm in immer gleicher Weise, als sei ihr Dasein nur noch Nachgesang. Dann stockt der Ton. Die kleine Feder bricht. Kein Sinn durchzieht ihr kurzes Leben. ... |
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| 109 | Hymne für Gisèle | 19.02.26 | ||
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Vorschautext: Man hat dir angetan, was Sprache sprengt, was selbst die Nacht kaum tragen kann. Man(n) hat kein Mitleid dir geschenkt. Dein Schänder war dein eig’ner Mann. Sie kamen wie zu einem geheimen Fest, betäubten dich ... |
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| 108 | Von Hand zu Hand | 17.02.26 | ||
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Vorschautext: Du warst mein erster Trost in dunklen Nächten. Ich hielt dich fest, als wärst du nur dafür gemacht. Du nahmst mir sanft die Angst vor allem Schlechten und hast stets über meinem Schlaf gewacht. Dann kam die Zeit. Ich wurde groß und kälter. Ich tat, als wärst du nur ein Kinderding. Ich spielte mit dir kaum noch, immer seltener, bis ich dich fortlegte und von dir ging. Du lagst im Staub, von Motten leicht zerfressen, das Auge stumpf, dein Fell schon ausgebleicht. ... |
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| 107 | Tschüss | 17.02.26 | ||
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Vorschautext: Ich hätte dich doch küssen sollen. Der Tag war wirklich schön gewesen. Ich wollt, ich könnt‘ Gedanken lesen. Jetzt bleibt mir nichts, als dumpf zu schmollen. Hast du denn auch mich küssen wollen? Der Wein war herb und auserlesen. Wir haben Gedichte vorgelesen. Ich wollte dich nicht überrollen. Du machtest es mir nicht so leicht. Deshalb hab‘ ich es nicht gewagt, ... |
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| 106 | Nach dem Applaus | 16.02.26 | ||
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Vorschautext: Ich bin kein Clown. Mein Lachen jongliert mit Wahrheiten, die zerspringen wie Glas. Mein Gewand aus Rauten raschelt leise wie Kulissenstoff, der nicht mehr an Wunder glaubt. Auf meinen Schuhen Staub von tausend Abenden, ... |
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| 105 | Schmerzkaskade | 15.02.26 | ||
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Vorschautext: Stell‘ dir vor, du stirbst allein. Wirst du vorbildlich leise untergehn oder vergebens laut um Gnade flehn? Wirst du im stillen Rückwärts selbstverliebt dein Leben und dein Leiden stolz beschauen? Oder wirst du trauernd, lauernd, kauernd von trüben Erinnerungen umschmiegt im diesigen Licht lautlos erschauern? Was wird die Nacht für dich auffahren? ... |
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| 104 | "Briefwechsel" | 14.02.26 | ||
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Vorschautext: Im Winter schrieb ich dir, zutiefst verliebt. Ich fühlte mich so unwahrscheinlich gut. Dass du nicht nah warst, hat mich zwar betrübt – doch jeder Satz war hell und voller Mut. Im Frühling schrieb ich dir mit einem Hauch von Grün. Die Welt war plötzlich leichter, fast wie neu. Ich sah die Knospen in den Zweigen blüh’n und glaubte: Dieses Glück bleibt uns auch treu. Im Sommer schrieb ich dir im Sonnenlicht, die Tage schmeckten nach Unendlichkeit. ... |
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| 103 | Ball der Irren | 14.02.26 | ||
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Vorschautext: In dieser fahl erleuchteten Stunde wiegen wir uns wehrlos, dem Charme der begehrlichen Musik ergeben, schmiegen wir uns schwerelos an eine mühselig gewundene Melodie. Dieser regelmäßige Rhythmus tut uns gut in erschütternden Zeiten. Er hält uns bei Laune. Er hält die Stimmen weich. Er hält die Katastrophen auf Abstand. ... |
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