Profil von Chandrika Wolkenstein

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Anzahl Gedichte: 44
Anzahl Kommentare: 2
Gedichte gelesen: 926 mal
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Titel
44 Schweigen 14.01.26
Vorschautext:
Wir sagen einander wenig.
Manches, weil es nicht mehr nötig ist.
Manches, weil wir es nicht mehr finden.
Das Schweigen hat sich eingerichtet,
fragt nicht nach Erlaubnis.
Es bleibt, weil wir es dulden.
Sätze liegen
wie unbenutztes Besteck
in der Schublade der Jahre.
Wir verstehen,
miteinander zu schweigen
und übersehen dabei,
...
43 Was der Abschied übrig lässt 13.01.26
Vorschautext:
Da ist noch kalter Kaffee in der Tasse.
Dein Brot liegt auch noch angebissen da.
Wie ich die Stelle, wo wir enden, hasse,
wird mir in solchen Augenblicken klar.
Im Bad wohnen noch Relikte deiner Nähe.
Die Zahnbürste wird vergeblich auf dich warten.
Wenn ich dein Bleiben künftig auch verschmähe,
such' ich nach stillem Zeugnis ,all' den zarten
Überbleibseln unserer Gewesenheit;
mehr ist leider nicht geblieben.
Ich erinnere viel Kummer und Leid
im bunten Leben, das wir liebten.
...
42 Bleib doch 13.01.26
Vorschautext:
Wie Lippen, die sich fast berühren,
wie ein charmantes Lächeln im Vorübergehen,
wie süßer Duft, den wir im Abgang spüren,
wie ein zu kurzes, scheues Wiedersehen
ist das Davongleiten der Zeit.
Dies hinzunehmen war ich nie bereit.
Sekunden blühen auf und fallen zusammen.
Was schön war, tat so weh im Gehen.
Ich blieb zurück und zählte meine Schrammen
Die goldenen Augenblicke starben im Verwehen.
Ich wollte sie doch so gern für mich bewahren.
In meinen Händen trug ich sie wie Schnee.
...
41 Liebe mich 12.01.26
Vorschautext:
Auch dieser Tag soll mir der schönste sein.
Mein Recht auf Glück genieß' ich ganz allein.
Hab' mich im Gym geplagt, hab' nichts gegessen.
Hab' meine Schale wieder neu vermessen.
Mein Bild in diesem stillen See,
an dem ich heute Abend steh',
verzückt mich, doch will ich's berühren,
will es ein kleiner Wasserring entführen.
Berauscht von mir steig' ich hinab
in mein Waldseewonnengrab.
40 Lernstolpern 11.01.26
Vorschautext:
Am Boden lang kriechen
aus Angst vor dem Fallen,
aus Furcht vor den Folgen,
den Mund immer halten.
Dem Geld nachrennen,
nach Höherem streben,
und völlig vergessen,
das Leben zu leben.
Auf später hoffen,
statt jetzt zu handeln,
sich immer weigern,
sich selbst zu wandeln.
...
39 Staub der Jahre 09.01.26
Vorschautext:
Wintertage tragen Staub in ihren Taschen,
von Wegen, die man ging und nicht mehr geht.
Erinnerungen an dich sacht verblassen
wie dein Name, der ganz leis‘ im Schnee verweht.
Du warst das Maß, das alles andere überragte.
Du warst Verderben mir im Übermaß.
Du warst Beweis dafür, dass ich Vertrauen wagte.
Du warst der Grund für Tränen, die ich längst vergaß.
Du bist nunmehr ein grauer Wintermantel,
der nicht mal mehr nach wahrer Wärme riecht.
Du bist ein Frostgewand, vom Lauf der Zeit verschandelt,
aus dem der Staub der Jahre unablässig kriecht.
...
38 Frostfinger 08.01.26
Vorschautext:
Der Winter gierig greift nach mir
mit ungewaschenen Händen.
Ich zieh‘ den Kragen hoch und frier‘,
will diese Pein beenden.
Er legt mir Kälte auf die Zunge.
Eisblumen sprießen auf der Lunge.
Er flüstert mir leise Schnee ins Ohr.
Er kommt mir nah wie nie zuvor.
Sein alter und verbrauchter Atem
haucht grabeskalte Nebelschwaden.
Dann lässt er ab, noch übersatt von Nähe;
er nimmt sich Lebensenergie als Trophäe.
37 Traurige Tage 07.01.26
Vorschautext:
Mein Blick schweift durch das karge Zimmer,
verloren lieg‘ ich auf dem Bett.
Ich frage mich, was bleibt für immer,
vielleicht nur dieses Amulett,
das ich auf meinem Herzen trage.
Vielleicht bleibt nichts, und was ich sage,
schreib‘ ich nicht neu; ich antworte nur.
Ich folge einer textlichen Spur.
Es war alles schon da, wurde schöner gesagt.
Was bleibt von mir, hab‘ ich mich gefragt.
Drum zweifle ich an mir auch immer
und hüte freudlos dieses Zimmer.
36 Kurz davor 07.01.26
Vorschautext:
Manchmal möchte ich ihm
aus meinem Lieblingsbuch
vorlesen.
Doch ich tue es nicht.

Manchmal möchte ich ihm
die Sterne vom Himmel holen.
Doch ich tue es nicht.

Manchmal möchte ich
meine Dankbarkeit
behutsam in seine Hände
...
35 Himmelhoch, ohne Netz 04.01.26
Vorschautext:
Ein schwankendes Stück Drahtseil,
über einem Abgrund gespannt.
Ein erster tastender Schritt,
dann ein zaghafter Tanz
mit der Schwerkraft,
himmelhoch, ohne Netz.
Die Balance in der Schwebe
ist Arbeit,
nicht Talent.
Ich springe, hüpfe, federe, gehe,
weil Stehen schon Fallen wäre.
Die Tiefe und ich,
...
34 Begehren Ohne Süße 03.01.26
Vorschautext:
Unsere Geschichte spricht nach Mitternacht.
Dein Blick hat mein stillstes Sehnen entfacht.
Kein Wort, nur ein sehr sich’res Nicken;
Dann deine Hand an meinem Rücken,
fest, fordernd und gefährlich heiß.
Es perlt recht uncharmant der Schweiß.
Wenn wir uns‘re Umarmung finden,
und unsere Körper sich verbinden,
schalt‘ ich den Kopf aus, lass mich fließen.
Wir malen die Musik mit Füßen.
Ich fühl‘ mich frei, fühl‘ mich erlöst.
Du hast mein „ich“, mein Herz entblößt.
...
33 Milonga, nachts 02.01.26
Vorschautext:
Der Rauch hängt tief.
Die Gläser klirren
zu Whiskymief
und Blicke flirren.
Das Licht gedimmt und müde,
entkleidet die Blicke
sanft, nicht prüde.
Gesichter, die geliebt,
dennoch verloren haben
und gerade deshalb tanzen,
statt finster zu verzagen.
Das Bandoneon reißt
...
32 Machtwort 01.01.26
Vorschautext:
Wie will ich die Welt?
Ich will sie bunt.
Ich will sie laut.
Ich will sie rund.
Ich will mein Leben,
will es schrill.
Ich will entscheiden,
was ich will.
Nichts soll mit mir
hier mehr geschehen.
Ich will nicht länger
stumm zusehen.
...
31 Staubig 01.01.26
Vorschautext:
Staubig - glaub‘ ich -ist mein Herz.
Wirbelnd tanzt es himmelwärts.
In Wolken tanzt sich’s wunderschön,
um dann im Lichte zu vergeh’n.
Was bleibt, sind Flocken auf den Wegen,
die Menschen wegzukehren pflegen.
Ich war doch einst Moment des Lichts.
Mach‘ mich nun aus dem Staub ins Nichts.
30 Warum? 01.01.26
Vorschautext:
Meine Seele runzelt leise
auf eine unwohlsame Weise.
Ich muss mich einfach neu besinnen,
um dem Abgrund zu entrinnen.
Ich muss so manche Träume schreddern,
mich nicht in Trugbildern verheddern.
Ich muss die Welt von Nahem seh’n,
um auch das Gute zu versteh’n.
Warum fehlt mir die Leichtigkeit
in dieser mir geschenkten Zeit?
29 Rückschau 31.12.25
Vorschautext:
Als ich mit meiner Seele sprach,
war ich schon müde von der Reise,
auf der so mancher Traum zerbrach
kaum merklich, eher etappenweise.
Hab' ich mir zuviel vorgenommen?
Bin ich mir wirklich nah gekommen?
Hab' ich den Sinn für mich erfahren?
Bin ich nun weise mit den Jahren?
Jäh reift in mir ein Glücksgedanke.
Ich verneige mich ganz tief und danke.
28 Mantra mit Ablaufdatum 30.12.25
Vorschautext:
„Es kann nur besser werden,“
sagen wir am Ende eines Jahres
seit Jahren.
Wir sagen es, während wir „kriegstüchtig“ werden,
und man Friedensstifter verlacht.
Wir sagen es, während Politik sich schmiert,
und die Wirtschaft taumelt.
Wir sagen es, während wir Tiere züchten
für ein Leid in Serie,
und den Meeren der Atem ausgeht.
Schluss damit!
Ab jetzt fordern wir:
...
27 Die Ästhetik des Schiefen 29.12.25
Vorschautext:
Die Welt hängt schief im Rahmen.
Sie wurde so gehängt.
Das liegt nicht an den Dramen.
Die hab’n wir längst verdrängt.
So oft hab’n wir entschieden,
die Welt gerade zu richten.
Wir lügen uns zufrieden,
wenn wir das Chaos sichten.
Und eh‘ wir uns entsinnen,
bröselt die Wand von innen.
Und alles kippt ohne Gnade.
Wir leben schief und nennen’s gerade.
26 Anyway 28.12.25
Vorschautext:
Sie wusste stets, was sie tat.
Doch wusste sie auch, warum?
Sie überschritt Grenzen,
als seien es Spielregeln,
die man ändern darf,
wenn man das Spiel früh gelernt hat.
Männer fielen ihr zu
wie Zungen dem Zucker.
Man sagte, sie lockte mit Süße,
doch sie sättigte nie.
Man sagte, sie tränke keine Seelen,
doch sie ließ die verdursten
...
25 Im Stand-by der Anderen 28.12.25
Vorschautext:
Ich sag’s ,wie es ist.
Du hast kein eigenes Licht.
Immerzu wartest du,
bis jemand erscheint,
der es gut mit dir meint.
Ohne eigene Energie
lebst du von fremder Batterie.
Du dockst an,
wirst warm,
und leuchtest tatsächlich
für einen Moment,
wirkst sogar richtig
...
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