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Gedichte über Musik - Seite 7


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Die Schönheit am Klavier

Unter dem schwarzen Himmel der Nacht
Wanderte ich stets darauf bedacht
Meine Arbeit zu erfüllen
Und mich einzuhüllen
In Distanziertheit und Ferne
So wie die funkelnden Sterne
Die nichtmehr zu sehen waren
Schon seit etlichen Jahren
Mit ihrem Licht erlosch zugleich
Mein kindliches Traumreich
Voller Unschuld und Güte
Wie im Winter eine Blüte
Ich sah schon viele düstere Sachen
Ich verlernte schon lange das Lachen
Das Leid, das in den Straßenecken lauerte
Und mich jedes Mal zutiefst erschauerte
Verdrängte ich mit all‘ meine Gefühlen
Und ließ sie in mir abkühlen

Dann geschah es auf einmal
Ich betrat diesen riesigen Saal
Wie immer auf meiner Wächterrunde
Zu dieser späteren Abendstunde
Eine langsame Melodie erfüllte den Raum
Ich blieb stehen wie ein angewurzelter Baum
Ich schloss die Augen wie auf einen Befehl
Die Ohren machten überhaupt keinen Hehl
Diesen Befehl gaben sie von sich
Und das augenblicklich
Als sie die Melodie vernommen hatten
Und so ging es weiter vonstatten
Die Melodie strich mir über Wange und Kinn
Und zog mich daraufhin zu ihr hin

Ihre Finger tanzten über die Tasten
Als bräuchten sie niemals rasten
Doch das taten sie, als sie mich sah
Ich sprach: „Das war einfach prima.
Etwas Schöneres hörte ich bis dato nicht.“
Ein Lächeln zeichnete sich ab, in ihrem Gesicht
Als ich das zu ihr sagte.
Und ich danach fragte
Ob sie einmal für mich spielen würde
Sie hatte Angst obgleich der hohen Bürde
Ich beruhigte sie mit aufmunternden Worten
Und sie schloss auf, die versperrten Pforten
Und willigte froh meinem Vorschlag ein
Doch musste sie jetzt wieder heim

Und so verstrich die Nacht wie der Tag
Und als die Hälfte der Arbeit hinter mir lag
Betrat ich wieder diesen Saal
Ihre Augen leuchteten wie ein Sonnenstrahl
Als sie mich kommen sah
So trat ich zu ihr, ganz nah
Und grüßte sie passend zu dieser Stunde
Und gab meine ersehnte Freude zur Kunde
Sie riss nervös die Augen auf
Und fragte kurz darauf
Ob ich es wirklich wollte
Und sie wirklich spielen sollte
Ich bejahte ihre Frage mit ganz großer Freude
Kontrollierte ich doch so schnell jedes Gebäude
Nur um noch länger ihrer Musik zu lauschen
Wusste ich doch sie würde mich berauschen
Wie es schon am Vortag geschah
Darum setzte ich mich ganz nah
Auf einen Stuhl zu ihr
Und ihrem Klavier

Sie atmete einmal noch kräftig durch den Mund
Dann begann sie zu spielen in dieser Abendstund
Als die ersten Töne erklangen
Und durch den Raum sangen
Schien es mir so, dass alles verschwandt
Wie mit musikalischer und magischer Hand
Es gab nur mehr sie, mich und das Klavier
In diesem Raum im jetzt und hier
Ich sah, wie sie mit den Tönen verschmolz
Die herausflogen aus dem schwarzen Holz
Die Melodie strich zärtlich über die Haut
Es wirkte so warm und auch vertraut
Wie eine mütterliche Umarmung
Und ich fühlte mich wieder jung
In der Zeit, als es keine Sorgen gab
Und ich mich freute, auf jeden Tag

Ich blickte zu ihr hin
Zu der Klavierspielerin
Die doch noch recht jung war
Zählte sie doch erst zwanzig Jahr
Doch sah ich auch in ihrem Blick
Die Sehnsucht nach der Zeit zurück
Wir begingen gemeinsam diese schöne Welt
Wo man machen konnte, was einem gefällt
Und nichts fürchten musste, außer Mutters Wut
Doch nach einer Entschuldigung war alles wieder gut
Wir tanzen über die weiten Wiesen
Durften jeden Sonnenstrahl genießen
Auch der Regen war schön und angenehm
Wir mussten nur später unter der Dusche stehn
Um keine Erkältung abzubekommen
Danach wurden wir in dem Arm genommen
So warm und zärtlich
Und mütterlich

Die Finger wanderten weiter über die Tasten
Doch schien etwas sie nun zu belasten
Erhellte ihr Spiel noch den ganzen Saal
Durchbrach herein nun, ein schwarzer Strahl
Ihr Blick wurde trauriger
Das Spiel behäbiger
Erst ab jetzt wusste ich Bescheid
Sie offenbarte mir ihre Lebenszeit
Mit all‘ ihren Gefühlen
Die in ihr herumwühlen
Sie gab mir, eine fremde Person
Einblick in ihr Gefühlssalon

Die Strahlen breiteten sich aus
Schwärze füllte aus, das Haus
Die Welt verschwand in der Finsternis
Es gab nirgends einen kleines Riss
Kälte, Angst und Trauer umfasste mein Herz
und brachte mir sehnsüchtigen Schmerz
Den nur die Einsamkeit einem auferlegen kann
Ich kannte zu gut diesen herzlosen Tyrann
wie auch diese junge Klavierspielerin
Kam es mir in den Gedankensinn
Sie hatte die Einsamkeit schon erfahren
Vor Tagen, Monaten oder Jahren?
Ich kannte nicht die Zeit
doch wusste ich Bescheid
Sie war ein Opfer dieser einsamen Gefühlen
sonst könnte sie nicht diese Musik spielen
Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen
und wäre mit ihr durch die Finsternis geschwommen
Nur um ihr zu zeigen, sie ist nicht allein.
Und erlöste sie von dieser Pein
wie auch mich
von dem Stich
Den mir die Einsamkeit jedes Mal versetzt
Seit der Pubertät bis heute und jetzt
Eine Träne brach aus dem Auge hervor
Die Erste seit etlichen Jahren davor
Als ich alleine im Zimmer saß
Und alle anderen hatten Spaß
Ich hatte die Gefühle solange verdrängt
doch jetzt haben sie sich herausgesprengt
Durch diese Musik
Von dem Klavierstück
Dennoch wollte kein Teil von hier fliehen
Die Musik sollte mich weiter mit sich ziehen

Ja, ganz genau
Diese junge Frau
Ich war nicht allein
Ein Funkeln brach herein
Als ich ihr in die Augen sah
Ich fühlte mich ihr ganz nah
Tränen verschwommen auch ihren Blick
Während der Reise durch ihre Gefühlschronik
Just in diesem Augenblick
Verstummte die Akustik
Dasselbe Gefühl zweier Herzen
Es vertrieb alle Schmerzen

Wir waren zusammen, beieinander
Die Finsternis riss auseinander
Über uns war der Himmel so blau
Wie die Augen dieser jungen Frau
Es war zwar immer noch Nacht
Doch die Musik hat dies vollbracht
Gemeinsam flogen wir empor
Ich lauschte dem Himmelschor
wie es aus voller Seele sang
und aus dem Klavier heraus drang
Wir überflogen das Land
Ich hielt ganz fest ihre Hand
Wärme durchflutete mein Herz
Vergessen der fröstelnde Schmerz
Zwei Seelen im Einklang harmonisiert
Von der Klaviermusik zusammen geführt
Schwebten wir über die Welt
wie es uns beiden gefällt
Wie Kinder, die wir waren
Vor unterschiedlichen Jahren
doch heute war es einerlei
für sie und mich, uns zwei
Vergessen war das ganze Leid
Der letztlich vergangenen Zeit
Nur sie und das Klavier
Im jetzt und hier
war das einzige, was noch zählte
und nichts, was mich mehr quälte

Aber einmal endet auch der schönste Augenblick
und mit ihr auch dieses schöne Musikstück
Wir landeten zurück in diesem Raum
Verließen den von uns geschaffenen Traum
Erwartungsvoll schaute sie mich an
Als sie ganz schüchtern zu Fragen begann
ob es mir gefallen hat
ich war noch platt
Wie konnte ich mit Worten zum Ausdruck bringen
wie es mir gefallen hat?
Meine Kehle schnürte sich zu wie durch Schlingen
deshalb gab ich ihr anstatt
- weiter nach Worten zu suchen - einen Kuss
auf die Hand, als Dank für diesen Genuss
den sie mir musikalisch bescherte
und was sie mir damit lehrte
Auf meine freudige Bitte hin
Spielt die Klavierspielerin
Jede Nacht nur für mich
und ließ mich nie im Stich
und wir reisten in die Traumwelt
sooft es uns dort gefällt
Sie, ich und das Klavier
Aus dem jetzt und hier

Leider muss ich eingestehn
das alles ist nie geschehn
Es gab zwar die Klavierspielerin
und auch das Angebot
Doch von damals bis heute hin
verging so manches Morgenrot
Ob ich sie je wiedersehen werde
wie das helle Leuchten der Sterne
Frage ich mich schon seit einem Jahr
Und so langsam wird mir leider klar
stehe ich hier bei dem Klavier
während ich langsam wieder frier
Jedoch hoffe ich bis heute und jetzt
-die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt-
ob ich sie wiederhörn kann
...irgendwann
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Dieses Leben stinkt

Dieses Leben - stinkt ja so
Dieses Leben - macht nicht froh
Sobald etwas - Schönes machst
Du gleich auf den - Boden krachst
Stehst du dann doch - wieder auf
Stellt es dir bei - vollem Lauf
Einfach wieder - hin das Bein
Denn das Leben - ist gemein

Dieses Leben - ist gemein
Und du bist hier - ganz allein
Findest du doch - eine Frau
Sagt sie dir dann - ganz genau
Dass es nur dich - für sie gibt
Und schon morgen - nicht mehr liebt
Und auch nie mehr - sehen will
Denn das Leben - macht Unbill

Dieses Leben - macht Unbill
Und es hält auch - niemals still
Wünscht du dir auch - immerzu
Eine kleine - Seelenruh
Doch dann macht‘s den - größten Lärm
Es verknotet - dein Gedärm
Als hättest du zu - viel gezecht
Denn das Leben - ist halt schlecht

Dieses Leben - ist halt schlecht
Nie und niemals - ganz gerecht
Machst du eine - gute Tat
Glaube mir das - Schlechte naht
Rettest du auch - diese Welt
Ein And’rer kriegt - dafür Geld
Damit er sie - zerstörn kann
Ja, das Leben - kotzt dich an

Dieses Leben - kotzt dich an
Wie’n Kind in der - Achterbahn
Wisch dir es aus - dem Gesicht
Und tritt hinaus - in das Licht
Unter tosen - den Applaus
Schaltet es die - Lichter aus
Und du stürzt schon - wieder hin
Ja, das Leben - macht Unsinn
Dieses Leben - macht Unsinn
Und das schon - seit Anbeginn
Du bekommst gleich - einen Schlag
Schon am aller - ersten Tag
Und man gibt dir - zu versteh’n
Der Schlag hier muss - so gescheh’n
So zeigt man dir - ganz banal
Ja, das Leben - ist brutal

Dieses Leben - ist brutal
Nur die reinste - Höllenqual
Sprichst du dann ein - mal zu schnell
Und nicht ganz kon - ventionell
Sei dann bitte - auf der Hut
sonst trinkst du dein - eig‘nes Blut
oder erhältst - Hohn und Spott
Ja, das Leben - ist halt Schrott

Dieses Leben - ist halt Schrott
Betest dann zu - einem Gott
Doch statt einem - liebend Kuss
Erhältst du ´nen - Abschiedsgruß
Mach, was ihm doch - so gefällt
Und spreng dich von - dieser Welt
Weil du so be - sonders bist
Ja, das Leben - ist halt Mist

Diese Leben - ist halt Mist
Das du mit zwei - Händen frisst
Und sieh es doch - endlich ein
Das alles hier - muss so sein
Wäre es denn - nicht so schwer
Fühltest du dich - müd‘ und leer
Wie nach einer - Diashow
Deshalb stinkt das - Leben so
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