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Gedichte über das Leben - Seite 1898


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Zwiegespräch zwischen zwei Ichs

Wenn die Vergangeheit rennt mir immer hinterher,
wird meistens mein Herz so schwer.
Denn habe ich Angst, sie holt mich irgenwann mal ein.
Dann kommen meistens schlimme Bilder in den Kopf hinein.

Wenn ein Kind schwer misshandelt wird.
Dann ist es nicht nur leicht verwirrt.
Nein, das Geschehene frißt sich in die Seele rein.
Später als Erwachsener holt dann ihn die Vergangenheit ein.

Dies geschieht, wenn das Kind niemanden hat.
Nur heimlich kommt es vor, das es sich fragt,
warum ich, habe ich etwas getan?
Oder. Wann endet endlich dieser Wahn.

Niemanden getraut es sich an zu vertrauen.
Solche Erlebnisse können doch nur das Leben des Kindes verbauen.
Verdrängen ist zwar ein Mittel
aber nach 30,40 Jahren kommen dann Menschen mit einem weißen Kittel.

Irgendwann kommt das Verdrängte wieder zum Vorschein.
Und dann falle ich vielleicht in deftige Depressionen rein.
Vor allem wenn es in der eigenen Familie etwas ähnliches vorfällt.
Und dann? Wenn professionelle Hilfe fehlt,
kann es ziemlich schlecht enden.
Das Schicksal lässt sich nun mal nicht wenden.

Das Schlimmste waren Selbstmordversuche,
die bei mir schlagen zu buche.
Dunkle Gedanken suchen mich ja ständig heim.
Wann bekomme ich endlich ein vertauenswürdiges Heim?

Postraumatische Belastungsstörungen tauchen dann auf.
Am Tage ist man immer nur noch ziemlich mies drauf.
Man will dann einfach niemanden sehen
und man denkt, niemand kann einen verstehen.

Schizophrenie ist bei solchen Kindern Gang und Gebe.
Stehen geblieben in der Psyche sind sie auf ihrem Wege.
Mit dem Jüngeren ich, verucht man dann zu reden.
Sehen dies Andere, macht es ihm ganz schön verlegen.

Wie wird man dieses Teufelszeug los?
Wo finden solche Kinder Trost?
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Die Eltern

Manchmal denke ich so über meine
Mutter nach, die ich nie kannte. Wie
sie wohl war? Wie sie dachte? Was
sie wollte? Wovon sie träumte?
Dann fahre ich durch die Stadt. Und
beobachte Gesichter. Sitze in Cafes.
Und höre Gespräche. Oder rede mit
Jemand. Dann liege ich auf dem
Bett für Stunden und Stunden. Und
alles ist still. Und voller Frieden. Und
ich begreife die Zeit. Mit aller Liebe.
Mit allem Wissen. Mit allen Gedanken.
Die Zeit, meine Poesie. Meine Mutter
des Lebens. Meine Mutter der Welt.


Manchmal denke ich über meinen
Vater nach, den ich nie kannte. Und
wie er so war? Was ihn so beschäftigt
hat? Welche Ziele er hatte? Für was er
sich eingesetzt hat? Wie sein denken
war? Und ich fahre durch die Stadt.
Durch Parks. Und durch Alleen. Und
an Flüssen entlang. Und bewundere
das Leben. Dann sitze ich für Stunden
in einer Ecke. Trinke einen Tee. Und
alles ist ein Wunder: „Das Bild an
der Wand! Die Tasse auf dem Tisch!“
Und alles hat Wahrheit. Die Liebe
meine Poesie. Mein Vater des Lebens.
Mein Vater der Welt.


Manchmal denke ich ich nach. Über
meine Eltern, die ich nie kannte. Wie
waren sie? Wie haben sie so, um das
überleben gekämpft? Wie sind sie mit
anderen Menschen umgegangen? Mit
Freunden. Mit Verwandten. Mit
Arbeitskollegen. Mit Nachbarn. Dann
fahre ich so durch die Stadt. Liege
für Stunden auf dem Bett. Oder sitze
einfach so in einer Ecke. Und alles
hat leben. Und alles hat Zauber. Und
alles hat Licht. Und die Zeit gehört mir.
Und die Poesie gehört mir. „Meine
Eltern des Lebens! Meine Eltern
der Welt!“


Klaus Lutz
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