Stef(ph)anie
Das Universum ist unendlich
Du zeigst Dich nie erkenntlich
Ich finde das bedenklich
Unser beider Universum ist endlich
Du sagst es ist nebensächlich
Dein hier und jetzt ist hauptsächlich
Doch bei mir bist Du unpässlich
Für mich ist das nur noch gräßlich
Warum sind wir noch zusammen
Dornen uns in die Herzen rammen
Alles von damals und heute verdammen
Nichts positives mehr aufsammeln...
...höre ein dumpfes klopfen, eine Stimme
"ist alles in Ordnung mit Dir, mein Schatz "
Wache auf, aus grausamen Tagtraum
vor dem Spiegel fassungslos stehe
"Ich hörte Dich laut reden, hatte Angst!
Es klang brutal und so auswegslos"
Drehte mich zu Ihr hin, war atemlos!
Schaute in Ihre großen schönen Augen
Ich nahm Ihre Hände und sprach zu Ihr
"Du bist ein Engel, der mit mir redet
Ich hatte vergessen, das Du bei mir bist"
Es wurde dunkel, fühlte plötzlich nichts
Etwas meine Wange streichelte, ganz sanft
Öffnete meine Augen, sah eine andere Frau
Sie lächelte mich an und fragte leise
"Hast Du von Ihr diese Nacht geträumt"?
Ich nickte, fing heftig an zu weinen
Es war unsere erste, gemeinsame Nacht
Meine Frau wurde vor zwei Jahren
von dem Krebs sehr schnell umgebracht
Wir waren von Anfang an für einander da
wussten selbst, was das alles bedeutet
Deine Mutter, früh den Kampf verloren
Sie Beide haben uns "auserkoren"
Lagen Wochen im Hospiz, Raum an Raum
auf dem Flur schwerer Schicksalstüren
lernten wir uns langsam kennen
Du hieltest mich einfach in Deinen Armen
Dieses Halten ließ mich nicht mehr los
Meine Gefühl tiefe Dankbarkeit aussprach
Meine Gedanken waren gefangen
hinter der Tür unser aller Endlichkeit
Beide starben im Juli, am selben Tage
Die Sonne schien, als gäbe es nur Leben
Meine Frau ging, Licht flutete den Raum
Deine Mutter, schönster Sonnenuntergang
Der selbe Friedhof, am gleichen Tage
Wir hatten es beide beschlossen
Viele Menschen Abschied nahmen
Einige von diesen, uns trennen wollten
Doch! nichts konnte uns zerreißen.
Eine Freundschaft begann zu wachsen
was vor Schicksalstüren begann
Verbundenheit, sich in Liebe wandeln kann
Es waren viele Gespräche zu zweit, alleine
Am Anfang in Restaurants, im Café
Jeder hatte Freunde, zusammen kamen
Langsam wurde es besser, heilten Wunden
Der Sommer verging, Zeit bekam Flügel
Der Herbst malte wieder, buntes überall
Der Winter im November, Einzug hielt
Schneemann, Schneeballschlachten...
Es war der Tag, im Dezember ohne Frau
Es war der Tag, im Dezember ohne Mutter
Es war der Tag, bei Familie eingeladen
Es war der Tag, ich telefonierte mit Dir
Abseits meiner Familie, keinem viel es auf
Sprachen wir über vieles, alles und nichts
Ich spürte eine Sehnsucht nach Dir
und ich fühlte Deine auch nach mir
Du fragtest, ob ich zu Dir kommen kann
Ich zögerte, Du schnell Verzeihung sagtest
Jetzt spürte, daß alles neu beginnen wird
Ich sagte, "das ich sofort losfahren werde"
Sagte zu meiner Familie "Tschüss".
Mein Bruder sprach ganz leise zu mir
"Fahr' zu Ihr, dort gehörst Du jetzt hin"
Ich schaute Ihm in die Augen, sagte "ja"
Die Fahrt zu Dir war unendlich still
Meine Gedanken laut und fassungslos
Die Straße, wie ein Magnet zu Dir
Die Dunkelheit nicht existierte
Deine Tür war offen, trat ein, wie nie zuvor
Mein Körper! mein Geist! sie zitterten
Als wir uns sahen, flüsterst meinen Namen
Ich den Deinen rufe, langsam zu Dir gehe
Seh' Dich ganz nah', unsere Augen sprechen
Ein zaghaftes Lächeln, noch von mir
Lippen sich finden, berühren, küssen
Die Liebe, das Leben, das Sein, das Nichts!
Trage Dich in Dein Schlafzimmer, für Alles!
Das Wir jetzt frei sein kann, für Immer!
Zwei Körper, zwei Seelen vereint, für Liebe!
Unendliche Nacht, neue Schicksalstür!
Bin spät eingeschlafen, Du bliebst wach
Meinen Traum, danach die Tränen
Dein Streicheln auf meiner Haut, so sanft
Was Du fragtest, ich erzählte, nicht verstand
"Es tut mir leid, das hast Du nicht verdient"
sagte ich mit zitternder Stimme
"Du musst Dich für nichts entschuldigen!
Gestern Nachmittag bin ich eingeschlafen"
"Ich träumte von meiner Mutter, so real!
Nichts von Dir war dabei, es war fatal!
Ich vermisste nichts in diesem Moment!
wachte auf, war überwältigt, fassungslos"!
"Deine Frau hieß Stephanie
Meine Mutter Stefanie
Wir beide sind eine, Ihrer Beider Sinfonie
Des Welten Sinn im Jetzt und Hier"
Zwei Menschen auf unserer Hochzeit
Deine beste Freundin, meine bester Freund
Unsere Trauzeugen waren
Ihre Blicke sich trafen, beide anlachten
Sie hieß Maria und Ihn jeder Joseph rief
Eine neue Schicksalstür sich öffnete...
Jwu 68