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Gedichte über Irrtum - Seite 3


3 Wünsche frei

3 Wünsche frei

Der Sultan gab einen Auftrag mir, und einen Beutel voll Gold dafür
So stieg ich auf mein Kamel, und ritt durch die Dünen nach Osten

Aus den Flaschen zog die Hitze das Wasser, mir die Kraft aus dem Leib
Und eines Nachts, überraschten uns die Räuber in den Zelten

Ich hatte Glück... mehr oder weniger, eine Flucht mit hohem Preis
Alleine schleppte ich mich durch den glühenden Sand

Wie ein schwerer Stein, lastete die Sonne auf mir
Zwang mich in die Knie, und die Geier kreisten mich geduldig ein

Da plötzlich erschien diese Oase aus dem Nichts
Euch da oben, habe ich das Festmahl verdorben!

Auf allen vieren, erreichte ich die Palmen und Gräser
Und die Quelle so klar und rein, ich warf mich hinein

Lächelnd an eine Palme gelehnt, dankte ich dem Herrn
Doch nun war ich ein Gestrandeter, in einem Ozean aus Sand

Da funkelte mich etwas aus dem Gras an
Enttäuscht fand ich nur, eine alte Öllampe, putzte sie sauber

Da schrack ich auf... lilafarbener Rauch quoll heraus
Und dann schwebte er vor mir, ein Lampengeist... das ist ein Traum?!

Mit grimmigem Blick gewährte der Dschinn, drei Wünsche mir
Ich fasste es kaum! Na gut dann, ich fing also bescheiden an:

"Mach mich zum reichsten Mann der Wüste!" Gesagt, gewährt
Die Dünen wurden zu Diamantenhaufen, ich badete in funkelnden Steinen

"Nun wünsche ich, einen Harem, aus tausend hübschen Frauen!" Gesagt, gewährt
Schon war ich umzingelt und küsste mich sabbernd durch die Menge

Und der letzte Wunsch... was war jetzt noch offen?
Der Dschinn gab mir einen Tipp: "Wünsch dir ewig zu leben!"

Genau dass war es, was noch fehlte!
"Ich wünsche nie zu altern, oder zu sterben!"

Gesagt, gewährt
Ich nahm den Platz des Geistes in der Lampe ein, er meinen


JC
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Kunst muß können

Ich ruf’s aus mit tiefem Grollen:
Kunst muß können, nicht nur wollen!
Wär’ allein der Wille Kunst,
hieße sie stattdessen „Wunst“.
Ja, ich weiß, der Gag ist alt,
stimmt jedoch im Wortgehalt.

„Jeder Mensch ist auch ein Künstler“,
sagte Beuys und meinte „Wünstler“.
Deshalb kritzelt jeder Wicht,
malt, als litte er an Gicht,
bildhauert und knetet,
singt, daß man ums Ende betet.

Oder tanzt sich gar den Wolf,
heißt nun „Flor“, hieß früher Rolf.
Denn der Künstlername gilt
selbst, wo Schmiere ziert das Bild.
Ebenso ist dies beim „Dance“:
Jeder Plattfuß hat auch Fans.

Singen, Tanzen oder Schmieren –
freies Recht auf Dilettieren!
Solch eine Demokratie
gab’s bei Rubens aber nie,
nicht zu Zeiten von Bellini,
Mozart, Händel und Rossini.

Damals mußte man viel können,
wollte Künstler man sich nennen,
mußte streng im Versmaß reimen,
nicht nur Worte ‘runterschleimen.
Malerei, Musik und Schreiben
kann man nur mit Fleiß betreiben!

Worte, Bilder und auch Noten
reisen durch die Zeit als Boten.
Twain, Fontane, Wilde und Mann
schrieben diese Welt in Bann.
Cranach, Raffael und Dürer
sind bis heute Faszinierer.

Und Dalí, ganz surreal,
war verrückt zwar, doch genial.
Statuen von E. Degas
sind auch heute noch Eins A.
Die Musik von Johann Strauss
garantiert stets viel Applaus.

Doch bei neuen „Performäncen“,
stößt das Können oft an Grenzen.
Denn zur „Kunst“ erklärt wird laut
jeder Bockmist, den wer baut.
So wird mancher Depp zum Star,
nur weil er ist sonderbar!

Dem ist Ruhm oft garantiert,
der sich weder schämt noch ziert.
Steht ein Scharlatan am Pult,
wird selbst Müll zu Kunst und Kult.
Gottlob sehen’s nicht nur Neider,
daß der Kaiser ohne Kleider.

© Micha Schneider
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