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Gedichte über Genuss - Seite 63


Federlesen

neugierig liegen wir im Nebelbecken
lächelnd beginnt unser Entdecken
Schauer laufen über unsere Haut
tiefes Vertrauen hat uns aufgetaut

zwei Daunenfedern sich zugewandt
durch Schwingungen sie sich aufladen
die Härchenspitzen statisch gefranst
magnetisch sich in ihren Feldern baden

es knistert ... flirrt ... elektrisiert
betört nebeneinander ... unberührt
ausgewickelt in reine Zellmembran
Lebewesen verpackt in Zellophan

vier Augen, Spione auf intimer Mission
geheime Blicksprache ohne jeden Ton
jede Regung sofort sensorisch registriert
von Wachsuchscheinwerfern fokusiert

die kleinste Versuchung, spontan
erkennt das Gegenüber aufmerksam
Geheimagenten beachten jede Vorsicht
empfindsam im Schatten ohne Licht

es kribbelt, wenn die Augen abtasten
als würden sie einem direkt anfassen
wenn sie sich kreuzen, sich sanft treffen
unsere Gedanken sich zusammenheften

im Kurzschluss der Weg offengelegt
Härchen stehen Spalier, sind aufgeregt
zwei Essenzen willig sich verflechten
spürbar in einem tiefen zarten Stechen

der Beginn einer dauerhaften Intimität
einer Verbindung, die zärtlich besteht
im Sehnen nach dem inneren Funkeln
im Moment in reiner Hingabe versunken

wir spüren, wie wir uns begehren
sind gierig darauf, uns zu berühren
dieses Verlangen will uns verzehren
die Beherrschung lehrt zu Verführen

süffisantes Lächeln steigert diese Lust
treibt sie auf den Gipfel der Zungenspitze
wie intim ist doch dieser innere Genuss
den Trieb zu bändigen, erzeugt Hitze

die Daunenhärchen der Haut vibrieren
Hauch legt sich auf zwei Stromwesen
in Luftkissen wir unsere Liebe zelebrieren
verlängern unser Federlesen

© meteor 2025
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Tanz im Nebel

Ich will dich nackt tanzen sehen,
mich mit deiner entblößten Seele
zwanglos auf dem Boden drehen,
rollen, schaukeln auf der Stelle,
zum Rhythmus deines Herzschlags,
pulsierend in jeder deiner Zelle.

Ich will nackt mit dir tanzen,
deine Wangen heiß von Schweiß,
rot von Blut in deiner Haut,
mit allen gewagten Extravaganzen,
die Einsätze erhöhen um jeden Preis,
alle Hemmungen von uns abgebaut.

Ich will mich nackt anschmiegen,
unsere Füße über dem Boden,
durch den Nebel mit dir fliegen,
auf ihm schwebend abgehoben,
schwindlig bezirzt von der Musik,
Augen um Lusttränen betrogen.

Ich will dir beim Tanzen gestehen,
vom Verlangen verzerrt, gequält,
vor Begierde nach dir vergehend,
ungeduldig meine Zunge zählt,
Lippen formen den Countdown,
drei, zwei, eins, der Vorhang fällt.

Vorwärts, zurück, du ziehst mich mit,
innen hauteng, nebelseidig außen,
von Seite zu Seite im Gleitschritt,
kurze Besinnungspause...
beugen, greifen, strecken, reißen,
eintauchen, zusammenschweißen...

Wie wir innig nah nackt tanzen,
während Reibung Funken schlägt,
Druckstellen sich auf uns fortpflanzen,
wo ein Körper fest am anderen sägt,
ineinander eng verschlungen,
Aug' in Aug' tief eingedrungen.

Tanz mit mir nur nach Gespür.
Überlass es mir, wohin ich führ.
Ich zeige dir den Weg,
die Schritte sind in dir.
Kein Moment vergeht,
in dem ich dich verlier'.

Tanz mit mir,
schließe dich mir an,
atme mit mir im Gleichklang.
Dieser Vorgang ist nicht
für alleine gedacht.
Dieser Tanz im Nebel ist nur
für uns beide gemacht...
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