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Gedichte über Gefühle - Seite 851


Schein und Sein

Ich unterhalte gerne Menschen, bringe sie auch zum lachen
liebe es Unsinn und so manchen Scherz zu machen
in Gesellschaft liefere ich Pointen, spiele den Clown
doch hinter die Fassade darf niemand schauen

ich verberge meine Gefühle, bin bemüht diese zu verstecken
niemand soll die Wahrheit erkennen und entdecken
ein lebenslustiger Typ, so hat es den Schein
doch die Wahrheit, sie sollte eine andere sein

in so vielen allein verbrachten Stunden
öffnen sich immer wieder die seelischen Wunden
macht sich deutlich bemerkbar die Einsamkeit
mir selbst muss ich nicht vorspielen die Fröhlichkeit

in der Nacht lassen mich oft Träume aufschrecken
in diesen kann ich immer wieder die Vergangenheit entdecken
dabei durchlebe ich alle Emotionen
die schönen, die glücklichen, aber auch die schlimmen Situationen

manche bringen mich zum lächeln, erwärmen mein Herz
nur kurz, dann überwiegt wieder der Schmerz
an Schlaf ist dann nicht mehr zu denken
schaffe es nicht den Traum auszublenden, mich abzulenken

es beginnt so vieles was ich erlebte an mir vorüber zu ziehen
keine Chance diesen Gedanken zu entfliehen
immer wieder habe ich dann nachgedacht
was wir als Familie gemeinsam falsch oder richtig gemacht

an die Zeit in welcher die Liebe noch hatte Bestand
wo wir uns noch gerne reichten die Hand
lange, sehr lange ist das nun schon her
daran zu denken aber immer noch schwer

vielleicht waren wir zu dumm, vielleicht auch zu arrogant
habe den Sinn des Lebens, einer Familie, nicht richtig erkannt
und irgendwann war es für alles zu spät
die Trennung, die Scheidung bittere Realität

getrennte Wege sollten wir nun gehen
ließen uns scheiden ohne uns noch einmal in die Augen zu sehen
lehnten ab jedes Gespräch, wollten uns nichts mehr sagen
unbeantwortet blieben dabei viele Fragen

mit diesen Gedanken vergehen die Stunden
selbst die längste Nacht hat so ein Ende gefunden
dann im Laufe des Tages geht man wieder unter die Leute
spielt erneut seine Rolle als ob einem das Leben erfreute

im Tageslicht soll die Wahrheit nicht erscheinen
niemand soll bemerken, dass man oft nahe am Weinen
"the Show must go on" ist das heutige Programm
es wird zur Routine irgendwann
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"Rehabilitation" - Die neue Leiden der Opfer

Wenn die Täter entwischen, komme ich nicht davon. Sobald der Schleier der Erinnerung sich legt, um meine Wunden der Vergangenheit unter dem Betrug zu begraben, ohne die Verletzungen der Gegenwart zu heilen. Still wird es sein um mich, zu still.

Wie einzelne Regentropfen aus einem Wolkenbruch im tiefen Sturz werde ich zerfallen, zertrümmert die Tage meiner Rehabilitation. Noch einmal splitternackt an unbarmherzigen Echos verzweifeln, den Hammerschlägen des Schicksals ausgeliefert. Im Falle einer Verweigerung von Wiedergutmachungsleistungen werde ich wieder hilflos und zerwühlt sein, vielleicht so gebrochen, dass sich das Blatt niemals mehr wenden kann.

Wenn sie erneut den Versuch unternehmen sollten, mich in den Strudel ihrer bleischweren Nachtblindheit mithineinzuziehen, um die Nachgeschichte des Unrechts ein für allemal auszuräumen, wie erfrorene Tränen, die man achtlos aus kalten Händen einfach abschüttelt, weil sie besser ungeweint oder ungesehen sein sollten.

Dann helfen mir weder gutgemeinte Ratschläge aus reizüberfluteten Erklärungsversuchen, noch mein über Sinne stolperndes Gewissen. Nichts könnte mich danach noch retten. Dann wird es still sein um mich, zu still. Wenn die Täter entwischen, komme ich nicht davon.




© Marcel Strömer
(Magdeburg, den 25.06.2017)

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