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Gedichte über Energie - & Seelenvolles - Seite 363


Tanzen

Ich tanze, tanze, tanze und tanze
durch die Musik, durchs Leben, durch die Natur,
zarte Grillen zirpen Zirp-zirp,
Bässe bollern bald bombastisch durch mein Becken,
ich kreise, mein Becken kreist,
mein Po wackelt, meine Pobacken wackeln erstrecht –
im Takt der Musik,
und dann wieder im Gegentakt,
tanzen ihren eigenen Tanz:
den Pobacken-Tanz.
Ich blähe meine Backen auf zu Backentaschen.
Pustebacken und Pobacken wetteifern
um die schönsten Rundungen.
Da kommt kein Busen mit.

Schlangen gesellen sich dazu und
schlängeln sich wispernd von Seite zu Seite:
Schlangentanz ist angesagt.
Eine Kobra wiegt sich sanft hin und her
und hypnotisiert sich dabei selbst.
Meine Hände bewegen sich anmutig durch die Luft,
wie bei einer indischen Schlangentänzerin.

Sonore Bässe bestimmen das Bild der Musik.
Noch immer bewegen sich Po- und Pustebacken
synchron zum Takt und blähen sich auf und nieder.
Gewaltige Hörner stoßen Laute aus,
von denen ich bisher nicht einmal zu träumen wagte.
Chorale Stimmen stimmen einen bestimmten Kanon an.
Alles stimmt gerade.

Über meine nackten Füße bin ich wunderbar geerdet.
Die Kobra liegt mir zu Füßen und schläft –
sie hat sich in den Schlangenschlaf gelullt, ausgetanzt.
Die Grillen zupfen zirpend an musikalischen Saiten,
so vielseitig sind sie.

Klapperschlangen klatschen mit ihren Klappern den Takt.
Ein Augen- und Ohrenschmaus bietet sich mir.
Sphärische Flöten bringen uns
sphärische Flötentöne bei.
Wir singen, summen, brummen,
gurgeln, glucksen, blubbern, blabbern,
grummeln und röhren mit dem Wind,
dass es nur so eine Freude ist.

Ein Kontrabass hüpft vor Glück konträr hin und her,
so sehr freut er sich über seinen eigenen Klang.
Geigen geigen sich einen dazu,
dass es schon nicht mehr feierlich ist.
Paganini wäre wohl wahnsinnig geworden bei ihrem Anblick.
Die Instrumente erwachen zum Leben und spielen,
als ginge es um selbiges.

Die Tiere reihen sich ein
und tanzen den tierischen Tango,
egal ob Tarantel oder Tiger.
Alles ist auf den Beinen und tanzt,
was die Musik hergibt, was das Zeug hält,
nur der Tausendfüßler stolpert hin und wieder
und stellt sich selbst ein Bein –
was aber nicht weiter auffällt.

Indessen schwebe ich davon,
lasse mich von der Musik beflügeln,
von ihren Schwingen emporheben,
transzendiere anderen Sphären entgegen
und kann immer noch nicht glauben,
welchen Zauber ich gerade erleben durfte,
welchem Zauber ich gerade erlegen bin:
dem Zauber des Tanzes…

ls05112012
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Der Boxer

Der Boxer liegt am Boden.
Und ist KO!
Er war stärker als sein Gegner.
Er war trainierter als sein Gegner.
Er war größer als sein Gegner.
Und jetzt liegt er am Boden.
Und ist KO!
Der kleine Gegner.
Er war einfach nur klüger.
Denn er hat nicht gegen den Boxer geboxt.
Denn hat gegen den Mensch geboxt.
Denn der Boxer hat seine Schwächen gekannt.
Aber der Mensch hat seine Schwächen vergessen.
Der kleine Gegner.
Deswegen ist er der Sieger.
Denn er hat als Mensch gekämpft.
Ohne seine Schwächen zu vergessen!


Der Boxer liegt am Boden.
Und ist KO!
Er war erfahrener als sein Gegner.
Er war kämpferischer als sein Gegner.
Er war siegreicher als sein Gegner.
Und jetzt liegt er am Boden.
Und ist KO!
Der kleine Gegner.
Er war einfach nur klüger
Er hat nur geboxt um aus Siegen zu lernen.
Er hat nur geboxt um aus Niederlagen zu lernen.
Er hat nur geboxt um den Mensch zu verstehen.
Denn er wollte nur etwas vom Leben begreifen.
Der kleine Gegner.
Deswegen ist er der Sieger.
Denn er bleibt immer der Mensch.
Der nach dem Kampf etwas besseres will.


Der Boxer liegt am Boden.
Und ist KO.
Er war einmal der Champion
Er war einmal der Unbesiegbare
Er war einmal der von allen Verehrte.
Und jetzt liegt er am Boden
Und ist KO
Der kleine Gegner
Er war einfach nur klüger
Für ihn war das Boxen wie lesen.
Er hat bei dem Gegner neues gelesen.
Er hat mit dem Kampf neues gelesen.
Er wollte nur dieses Wunder erleben.
Die Kämpfe mit denen etwas neues beginnt
Der kleine Gegner
Deswegen ist er der Sieger
Denn er will nur die Wahrheit finden.
Dass, was nach dem Boxen wichtig ist.


(C)Klaus Lutz




Ps. Am 6.4.2014 um 20:42 Uhr zuerst auf:
www.e-stories.de veröffentlicht
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