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Gedichte über Vertrauen - Seite 11


Wieso akzeptiert ihr kein "Nein"? (17 Jahre alt)

Da stand ich nun, ganz allein
ein neuer Lebensabschnitt, es musste sein
erst die Ausbildung, dann mein Abitur
ich bin jung und habe viel Zeit,
guckt mal auf die Uhr!

Jetzt bin ich da und fange gerade erst an
hier und da ein paar Freunde
und doch bin ich arm dran
fragen mich jedes Mal, ob ich mit feiern geh´
hab denen dann gesagt, dass ich nicht drauf steh´

sie wollten es nicht kapieren, haben mich immer gefragt
sagte ich nein, hielten sie es für einen Hochverrat
damit die nicht mehr nervten, ging ich einmal mit
sie ließen mich alleine, einfach im Stich

ich war draußen mit einer Freundin, die anderen hatten Spaß
ich hatte keinen Bock mehr, bin gegangen, das war´s
am nächsten Tag tun die so, als wäre nichts passiert
ich erntete blöde Blicke und habe Sprüche kassiert

sie fragten mich trotzdem immer wieder
hatte nen Ohrwurm, als wäre es eines
dieser schrecklichen Lieder
warum war ihnen das so wichtig?
Ich check´s noch heute nicht

haben trotzdem einiges unternommen
haben getan was wir wollten,
sind gegen den Strom geschwommen
sie haben mich danach endlich in Ruhe gelassen
dann eines Tages, sagten sie etwas,
ich konnte es nicht fassen

an unserem Abschluss, sagte mir eine
an ihrem 18. Geburtstag, endlich volljährig
ne ziemlich kleine
haben sie mir Alkohol ins Getränk gemischt
diese Beichte hat mich völlig erwischt

ich konnte es nicht glauben
hatten sie es so nötig, mir den Verstand zu rauben?
Mir ist nichts passiert, zum Glück!
Ich hasste sie, dieses verlogene Stück

jetzt denke ich daran und muss lachen
ich kann nicht verstehen, wieso sie nichts rafften
wir gehen schon lange getrennte Wege
es ist ein Rat, den ich dir dringend ans Herz lege

es ist ganz einfach, aber ich sage es nur einmal
hältst du dich nicht daran, endet es katastrophal
wenn ich "Nein!" sage, dann meine ich das auch so
akzeptiere es, denn so stimmst du mich froh!



© Lily .N. Hope
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Federlesen

neugierig liegen wir im Nebelbecken
lächelnd beginnt unser Entdecken
Schauer laufen über unsere Haut
tiefes Vertrauen hat uns aufgetaut

zwei Daunenfedern sich zugewandt
durch Schwingungen sie sich aufladen
die Härchenspitzen statisch gefranst
magnetisch sich in ihren Feldern baden

es knistert ... flirrt ... elektrisiert
betört nebeneinander ... unberührt
ausgewickelt in reine Zellmembran
Lebewesen verpackt in Zellophan

vier Augen, Spione auf intimer Mission
geheime Blicksprache ohne jeden Ton
jede Regung sofort sensorisch registriert
von Wachsuchscheinwerfern fokusiert

die kleinste Versuchung, spontan
erkennt das Gegenüber aufmerksam
Geheimagenten beachten jede Vorsicht
empfindsam im Schatten ohne Licht

es kribbelt, wenn die Augen abtasten
als würden sie einem direkt anfassen
wenn sie sich kreuzen, sich sanft treffen
unsere Gedanken sich zusammenheften

im Kurzschluss der Weg offengelegt
Härchen stehen Spalier, sind aufgeregt
zwei Essenzen willig sich verflechten
spürbar in einem tiefen zarten Stechen

der Beginn einer dauerhaften Intimität
einer Verbindung, die zärtlich besteht
im Sehnen nach dem inneren Funkeln
im Moment in reiner Hingabe versunken

wir spüren, wie wir uns begehren
sind gierig darauf, uns zu berühren
dieses Verlangen will uns verzehren
die Beherrschung lehrt zu Verführen

süffisantes Lächeln steigert diese Lust
treibt sie auf den Gipfel der Zungenspitze
wie intim ist doch dieser innere Genuss
den Trieb zu bändigen, erzeugt Hitze

die Daunenhärchen der Haut vibrieren
Hauch legt sich auf zwei Stromwesen
in Luftkissen wir unsere Liebe zelebrieren
verlängern unser Federlesen

© meteor 2025
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