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Gedichte über Reichtum - Seite 26


Die Legende von Nördlingen

So hört, ihr Leut’, von alter Mär,
die sich mal zutrug, lang ist’s her:
Im Jahre Vierzehnhundertvierzig war's,
am Anfang noch des Januars,

da zog der Graf Hans Oettingen
mit einer Schar nach Nördlingen
Der Graf war arm, sein Beutel leer,
die Stadt begütert ja so sehr

'Da könnt' man seine Not beenden,
mit einem Raubzug alles wenden'
So dacht er und bestach die Wachen
am Löpsinger Tor mit guten Sachen

Dreikönig war's am späten Abend,
die Wachen froh am Mahl sich labend,
sie spielten Würfel und sie soffen -
und das Stadttor, das blieb offen

Ein Schwein, das war dem Stall entwichen
Es kam zum Tor, grad dem nämlichen
und genoss mit vollen Zügen
sich dort abzureiben mit Vergnügen

Den Wertesten von jener Sau,
den sah des Lodenwebers Frau,
die auf dem Weg zum Wirtshaus war
um Bier zu holen früh im Jahr

Erblickte jenes off'ne Tor,
die trunk'nen Wachen noch davor
und rief entrüstet denen hin:
"So, G'sell, so!?" mit lauter Stimm'

Das Schwein, das quiekte und verschwand
Der Ruf, der weckte das Umland
Die Wachen hat man gleich verhaftet
Das Tor verschlossen, wohlbeachtet

Der Graf, der musste wieder heim
Und schuld daran war dieses Schwein,
das sich da nächtens wohlig rieb
und folgte seinem inn'ren Trieb

Die Wächter hat man viergeteilt
Die Strafe hatte sie ereilt,
weil sie die ganze Stadt verrieten,
um sie dem Grafen feilzubieten

Seit dieser Zeit ruft jede Nacht,
der Türmer, der die Stadt bewacht
vom 'Daniel' hoch zur Stadt hinunter:
"So, G'sell, so!" - bist du noch munter?

Glücksbringer, Star und Talisman
war jenes gute Schwein fortan
Man findet's heut' noch hochverehrt,
wenn man die schöne Stadt durchquert

https://youtu.be/417Yj28DeKg
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Politmanometer

Die Politikverdrossenheit in diesem Land
heute sicher eine neue Fortsetzung fand.
Der Koalitionsvertrag ist unterschrieben,
kein Neuanfang wird vorangetrieben.

Selten wurde derart schnell offenkundig,
Wahlversprechen bereits jetzt gebrochen,
ein Mann blieb bisher alles schuldig,
was er in Phrasen zuvor groß gesprochen.

Jetzt jubeln schon alle Wirtschaftslobbys,
sehen wieder reiche Zeiten anbrechen,
ihre Politmarionetten mit teuren Hobbys,
doch mit 500 Mrd lässt sich alles abrechnen.

Statt energieintensive Unternehmen
zur eigenen Stromversorgung anzuleiten,
haben PV-Dachflächen und Windstellen,
ein Energiestromtarif hilft nur den Reichen.

Die Steuersenkung für die Gaststätten
werden diese, wie einst die Hotelketten,
in ihre eigene Taschen wieder stecken,
weiter schwarz Steuern für sich retten.

Das nur als klar erwartbare Beispiele,
wo Steuergeschenke gehen ans Klientel,
es spreizt sich durch die Unionsziele
die Schere zw. Arm und Reich graduell.

Und es ist zu befürchten, was absehbar,
langfristige politische Neuansätze gestoppt,
keine Legislaturperiode galt was richtig war,
alte Seilschaften sind da innovationsphob.

Die Welt verliert die Demokratieoasen,
autokratische Bestrebung selbst in den USA,
Angst geschürt von AfD-Sprechblasen,
gesichert rechtsextrem, trotzdem noch da!?

Wer gegen korrupte Strukturen protestiert,
hat sich bei AfD und BSW total verirrt!
AfD steht für Abschaffung der Demokratie,
bei Sarah Wagenknecht wählt man nur SIE.

Ja, man kann die Hoffnung schon verlieren,
weil die Politik will ohne das Volk regieren.
Es fehlt die Konsequenz bei Politversagen,
keiner muss da für Fehler die Folgen tragen.

Stattdessen bekommen sie andere Posten,
der Steuerzahler trägt alle Zusatzkosten,
niemand schreitet gegen Kumpelei ein,
keiner unter ihnen will Spaßverderber sein.

Und trotzdem ist Demokratie ein hohes Gut,
für sie zu streiten ist einfach unsere Pflicht!
In Zeiten von Umbruch und nackter Wut,
geht es im Kampf für Frieden ohne sie nicht...

© meteor 2025
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