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Gedichte über Kinderfeiern - Seite 8


Rumpelstilzchen

(Frei nach den Grimm Brothers)

Des Müllers Tochter, jung und herrlich,
war wunderbar wohl anzuseh´n.
Die Burschen fanden sie begehrlich
und wollten ihr den Kopf verdreh´n.

Der Müller aber hatte Pläne,
die hatte er schon lang´ gehegt.
Die waren hart, wie seine Zähne,
die er mit Sorgfalt stets gepflegt.

Die Tochter sollt´ am Hofe weilen,
vielleicht sogar als Königin!
Sollt´ nie der Armen Schicksal teilen,
so stand dem Müller oft der Sinn.

Und als der junge König freite,
da sprach er frei: „Mein Töchterlein,
bewahrt das Reich vor jeder Pleite,
aus Stroh spinnt Gold sie gut und fein!"

Nun war der König wohl gewogen,
lud sie gleich ein ins Königsschloss.
Hat sie ins Kämmerlein gezogen,
wo Stroh nur lag und mancher Spross.

„Hier spinne nun, sonst sollst du sterben,
verrät ihr nun der König hart.
Der nächste Morgen bringt Verderben,
steht mir nicht pures Gold parat.“

Die Türen schließt, das Mädchen traurig,
das nicht mehr weiß, wie ihr geschieht.
Von Ferne heult ein Käuzchen schaurig,
so etwas, wie ein Todeslied.

„Wie kann der Vater sowas sagen,“
schluchzt sie in Tränen aufgelöst.
Ins Dunkel klingt ihr wehes Klagen,
wo mancher Geist und Gnom schon döst.

Mit einem Mal steht in der Kammer,
ein garstig, altes Männlein nun.
„Was soll dein lauter Katzenjammer,
ach, sagt mir nur, was soll ich tun?“

„Der König gab mir Stroh zu spinnen
und morgen schon, da will er Gold!
Ich weiß nicht wie, kann nicht beginnen,
die Alchemie ist mir nicht hold!"

Das Männlein grinst und schaut verlegen.
„Ich spinn für dich, du schönes Kind,
Dein Halsband wäre mir ein Segen,
gibst du, der Zauber gleich beginnt!“

Die Müllertochter gibt ihm gerne,
der ihr das Leben vielleicht schenkt.
Dann schaut sie hoch, ins Reich der Sterne,
wo sie mit Schrecken weiter denkt.

Schnurstracks und dreimal nur gezogen,
das Stroh sich nun zu Golde spinnt.
Manch alte Spule schon verbogen,
die gleich an Form und Wert gewinnt.

Am Morgen ist das Stroh versponnen,
der König voller Freude staunt.
„Nun hat das Glück für uns begonnen,“
verkündet er gleich frohgelaunt.

Die Gier im Geiste ist ihm groß,
so spricht zum Müller er erfreut,
„Dein Töchterlein, ist wie ein Los,
des Glückes, das heut´ Nacht erneut.

So soll sie mir das Stroh nun spinnen,
das sich mein Reichtum nochmals mehrt.
Um Mitternacht darf sie beginnen,
kein Päuschen sei ihr dann gewährt!“

Und wieder sitzt in großer Kammer,
des Müllers Tochter in der Nacht,
Gar kläglich klingt auf´s Neu ihr Jammer,
der manche Geister schlaflos macht.

Schon steht das Männlein, da im Scheine,
der durch viel Kerzenlicht erstrahlt.
„Mein Kind, was gibt’s du mir alleine.
wenn wieder Gold für dich erstrahlt!“

„Dann sollst du meinen Ring hier haben,“
sie zeigt dem Männlein ihren Schmuck.
Und lacht ihn aus den alten Knaben,
der sich nun gibt den nächsten Ruck.

Kreuzquer und dreimal schon verbogen,
er wieder Stroh zu Gold nun spinnt.
Manch krumme Spule aufgezogen,
das gleiche Spiel auf´s Neu beginnt.

Am Morgen ist das Stroh gesponnen,
der König nun vor Freude hüpft.
„Die Beste bist du,“ sagt er ganz versonnen,
der erste, zarte Bande knüpft.

„Ein drittes Mal, so sollst du Mädchen,
mir nochmals spinnen Stroh zu Gold,
die größte Kammer, hier im Städtchen,
die hab ich nur für dich gewollt!“

So sitzt die Gute in der Kammer,
schon wieder nun zur Mitternacht
und wieder klingt ihr lauter Jammer.
„Ich hab´ noch niemals Gold gemacht!“

Schon steht das Männlein da im Lichte,
das nun vom fahlen Monde fällt.
Ein Zaudern steht ihm zu Gesichte,
sein Lachen sich im Nu erhellt!

„Da bin ich um dir Gold zu spinnen,
wohl heute Nacht zum letzten Mal.
Was gibst du mir, soll mir verrinnen,
die Nacht noch einmal voller Qual?"

„Nichts kann ich dir für heute geben,
du nahmst das Halsband und den Ring,
Ich kann dir schenken nur mein Leben,
an dem fürwahr ich niemals hing!“

„Behalte es, das Männlein schlucket,
ch gebt mir erstes Kindelein!“
Und wie sie auf das Stroh so gucket,
spinnt er schon Fäden, golden fein.

Der teuflisch Pakt, er scheint besiegelt,
das Männlein spinnt die ganze Nacht
und als die Kammer ist entriegelt,
ward alles Stroh, zu Gold gemacht!

Der König froh, die Tochter sehnend,
so nimmt er sie alsbald zur Frau.
Sich wohl im großen Glücke wähnend,
da er als König, wirklich schlau.

Und da die Liebe nun auch brennet,
die Königin ein Kind bekommt.
Das sie mit Namen "Sarah" nennet,
schon steht das Männlein, da gar prompt.

„Nun will ich euer Kind mir holen,
das ihr dereinst des Nachts verspracht.
Ich schlich herum auf leisen Sohlen,
damit den Pakt, ihr niemals bracht!

So gebt das Kind, ihr müsst bezahlen,
den Preis mir nun, für eure Schuld!“
Man hört schon seinen Kiefer mahlen,
voll Argwohn und voll Ungeduld.

Ihr könnt die Tochter mir nicht nehmen,
die Königin kämpft wohl bis zuletzt.
Das Männlein tut sich furcht bar grämen,
den Mantel er vor Wut zerfetzt.

„Oh kannst du meinen Namen nennen,
in dritter Folge, will ich ruh´n.
Brauchst dich vom Kinde dann nicht trennen,
du dummes, altes Gackerhuhn!"

„Ach magst du vielleicht Udo heißen,
gar Konrad, Willi, Isidor.
Das Mannlein, mit dem Haar, dem weißen.
„So heiß ich niocht ich armer Tor!

Ich komme morgen Nacht dann wieder
und frage dich zur Geisterstund´.
nach meinem Namen wohl und bieder,
wohl unter all der Sterne Grund!"

Die Königin schickt hundert Mannen,
zu hören wie der Männer Klang.
Schon reiten beherzt von dannen,
der Königin ums Herz wird bang.

DDDie zweite Nacht, die selben Spiele,
das Männlein stapft mit festem Fuß.
„ Es gibt der Namen, gar so viele,
so sag mir meinen nun zum Gruß!"

„Magst du als Paul, dich wohl bekennen,
als Gollum und als Schnabelhans.
Mag man als Tunichtgut dich kennen?"
Das Männlein macht nhun großen Tanz.

„Oh nein, oh nein, so heiß ich nicht,
so lass dich mir´s nicht sagen.
Du dummes,altes, Mondgesicht,
gar traurig dein Betragen!

Kannst du meinen Namen nennen,
nicht morgen in derselben Stund´,
musst du dich von dem Kindlein trennen,
weil töricht ist des Menschen Grund“

Am Morgen kommt ein schwarzer Reiter,
mit Nachricht für die Königin.
„Ein Männlein sprach er tanzte heiter
und sprach manch Worte ohne Sinn.

Rief heute back ich, morgen brau ich,
hol übermorgen mir das Kind.
Das war ein purer Schrecken, grauslich,
wie furchtbar manche Männlein sind!"

Dann sprach er: „ Ach, das niemand weiß,
so wohlgemach bei allen Nöten,
das ich nun Rumpelstilzchen heiß,
das mag kein einzig Vöglein flöten!"

„Ach. Rumpelstilzchen, ist sein Name!"
Die Königin vor Glück berauscht
und hofft, dass Gott sich ihr erbarme,
auch wenn sie ihn oft ausgetauscht.

Und als das Männlein steht zur Stunde,
wo Mitternacht sich gerad´ entfacht.
Da bellen leis´ des Königs Hunde,
die Königin voll Freude lacht.

„Wie heiß ich wohl zum letzten Male,
stell ich die Frage nun hier an.
Dann Müllerkind, den Lohn mir zahle.
den unser Handel einst ersann!"

Die Königin, sie will sinnieren:
„Ich glaub du heißt gar Kunibert,
vielleicht auch Max, klingt Stimmvibrieren,
vielleicht auch Otto, oder Gert."

„Nichts ist hier wahr, das Männlein fauchet,
du kennst nun meinen Namen nicht!"
Sein karges, graues Köpfchen rauchet,
als Königin noch einmal spricht.

„Vielleicht magst Willehad, du heißen,
auch Rumpelstilzchen klingt nicht schlecht!“
Da donnert es, aus Nebel weißen,
das Männlein keift mit letztem Recht.

„Das hat der Pfarrer dir gemunkelt,
das hat der Satan dir gesagt.
Das hat ein Dämon dir gefunkelt,
das hat der Teufel nur gewagt!"

Schon reißt es ihn nun in der Mitten,
entzwei, das Männlein ist nicht mehr.
So ließ das Ende sich nicht bitten,
zwei Hälften bleiben, kalt und leer.

Nun endet wieder, hier ein Märchen,
das manchem Kinde ward erzählt.
Es sträuben sich so manche Härchen,
wo uns derweil ein Alptraum quält!

© Hansjürgen Katzer, Januar 2012
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Zuhause ist da...

(als die Bühnenbretter bebten)

Wer als Kind ein Mädchen gewesen,
hat bestimmt „Pippi Langstrumpf“ gelesen.
Auch den Jungen ist der Name bekannt,
denn er wird mahnend oft genug genannt.

Darum hat es in der Stadthalle keinen erstaunt
und mancher Gala-Gast hat leis geraunt,
als der Bühnenvorhang beiseite schwebte
und er Pippi Langstrumpf im Bett erlebte.

Ihre Freunde als Geburtstagsgäste
wünschten ihr zwar das Allerbeste.
doch die Geschenke mit bunten Bändern
sollten eigentlich Pippis Leben ändern.

Nur eine Fee, die rasch wie der Wind,
auf einer Wolke kam geschwind,
riet ihr ab von diesen neuen Sachen,
sie solle lieber eine Weltreise machen.

Über Ferne und Heimat, die wir lieben,
wurde schon sehr viel geschrieben.
Doch Pippi Langstrumpf und 200 Kinder
waren große tanzende Fantasieerfinder.

Was Pippi in der weiten Welt erlebte,
als Tanz Bild auf der Bühne schwebte.
Und so begrüßten wir in jenen Stunden
viele Tanzgruppen bei ihren Runden.

Kontinente, Völker, fremde Länder,
Kokosnüsse, Stäbchen, bunte Bänder,
Affen, Angler, Kinder, alte Leute,
Trachten, Kleider, Hosen heute.



Tiere, Piratenschiff, die Bühne frei,
es raste und tanzte selbst die Polizei.
Vom kleinen Paul bis zur großen Mandy
wirbelten alle beim Klang des Handy.

Was Amateur-Technik verspätet geglückt,
hatte Pippi profihaft überbrückt.
Zum Abschluss auf der Bühne der Halle
gab‘s goldene Taler von Pippi für alle.

Weil schließlich alles so gut geklappt,
hat Marika das Mikro geschnappt,
dankte mit Worten und Blumen gern
allen Aktiven, Trainerinnen und Technikern.

Sie erinnerte an das Motto der Gala,
als sie in strahlende Augen sah
bei stolzen Eltern und freudigem Kind:
„Zu Hause ist da, wo deine Freunde sind.“

15.03.2015 © Wolf-Rüdiger Guthmann
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Der gestiefelte Kater

(Frei nach den Grimm Brothers)

Der Müller Beck, war alt und grau,
mahlt Korn an jedem Morgen.
Drei Söhne schenkte ihm die Frau,
dann starb sie voller Sorgen.

Der Müller nie sehr viel besaß,
außer der alten Mühle.
Ein Kater, der die Mäuse fraß,
meist in der Abendkühle.

Auch einen Esel, gab es wohl,
der war zum Lasten tragen.
Der fraß am liebsten Blumenkohl
und ließ sich wenig sagen.

Als auch der alte Müller ging,
zum Herrgott, um zu sterben.
Die Söhne, kurz nur Trauer fing,
dann galt es was zu erben.

Er älteste, die Mühle kriegt,
mit Glanz, in frohen Augen.
Des zweiten Gück, dem nicht obliegt,
der Esel mag kaum taugen!

Der Jüngste, aber übt Verriss,
ob seines Vaters Lohne.
Der Kater ist dann wohl Beschiss
und schmeckt ihm wie Zitrone.

„Dem gerbe ich das Katzenfell,
werd´ Handschuh mir draus machen!“
So klingt nun grauslich sein Appell,
man hört ihn schaurig lachen.

Dem Kater friert nun Mark und Bein.
„Halt ein, hört man ihn sprechen,
ich will Euch treu und dienlich sein,
und pures Glück Euch brechen!"

„So brauch´ ich ein paar Stiefel nur,
dann wird auch mich, man achten.
Dann führ´, das Glück ich auf die Spur,
das Ihr sollt´ nie mehr schmachten!"

Der Jüngste zählt das Geld zuletzt,
die Taler, die ihm blieben.
Kauft Kater rote Stiefel jetzt,
mit Mäusespeck berieben.

Der Kater stiefelt stolz daher,
dass was er einst versprochen,
das hält er ein, vergisst nie mehr,
kein Wort, wird je gebrochen.

Ein König lebt zu dieser Zeit,
der liebt es oft zu jagen.
Kein Rebhuhn zeigt sich weit und breit,
für jenes Herrschers Magen.

Die Vöglein waren alle scheu,
die taten sich verstecken.
Das war dem Kater nicht ganz neu,
die pickten gern an Hecken.

Er sann auf List, füllt einen Sack,
mit Korn, der schlaue Kater,
das lockt herbei, das scheue Pack,
mit tönendem Theater.

Manch Vöglein in den Sack nun geht,
um einmal satt zu fressen.
Der Kater etwas Abseits steht,
um Mäusewurst zu essen.

Und als der Sack, ganz voll und schwer,
er schnell ihn schließt und bindet.
Macht nun ganz stolz, auf großer Herr,
der sich ganz prima findet!

Schmeißt gleich den Sack zur Schulter auf
und läuft jetzt auf zwei Beinen,
als Kater Miez, im Dauerlauf,
geschmeidig möcht´ man meinen.

„Mein Graf schickt mich gar mit Verlaub,
um Kostbarstes zu bringen,"
wirft sich am Thron gleich in den Staub,
um dienlicher zu klingen.

Der König, will die Hühner gleich,
sich froh zum Mahle nehmen.
Beschenkt den Kater, gut und reich,
der braucht sich nicht bequemen.

Der eilt zu seinem Herren nun,
um ihm das Geld zu schenken,
das er mit großer List und Huhn,
sich reichlich tat erdenken.

„Hör spricht, der Kater halte ein,
gleich morgen musst du baden,
Im See, im warmen Sonnenschein,
das wird dir nicht groß schaden!"

Vom Koch hatte der Miez gehört,
der König führ´ spazieren,
mit seiner Tochter, die betört,
es liebte zu prahlieren.

Und als der Müllersohn im See,
sich gibt als kühner Schwimmer.
Hält an der Kater, mit Ohweh,
den König, welch Gewimmer!

„Mein Graf, mein Herr zum Bade ging,
nun hat man ihn bestohlen,
nahm Kleid und Hos´ und was hier hing,
der Teufel, soll sie holen!"

„Mein Graf ist nackt und kommt nicht raus,
wird wohl den Tod erleiden.
So kann mein Herr doch nicht nach Haus,
das muss man wohl vermeiden!"

Der König seinen Diener schickt,
nach Kleidern nun zu reiten,
die Tochter, in den See wohl spickt,
welch schöner Herr, bei Zeiten.

Der Kater aber jagt hinfort,
mit schnellen, flinken Schritten.
An einen ihm bekannten Ort,
um hier die Leut´ zu bitten.

Die standen auf der Wiese Grund,
die groß, wie keine Zweite,
die machten Heu seit frühster Stund´.
wohl in des Mittags Weite.

Die Wiese war des Hexers Reich,
was auch die Leute wussten.
Der Kater drohte ihnen gleich,
so das sie lügen mussten.

„Hört Leute, wenn der König fragt,
wem´s hier gehört, dann sagt ihr brav,
das euch niemals der Hunger nagt
und der Besitzer, sei der Graf!"

Und weiter nun der Kater rennt,
zu einem großen Roggenfeld.
Wo Sonne gar so garstig brennt,
gar hoch am blauen Himmelszelt.

Das Feld, das ist des Hexers Reich
und hundert Leute ernten Korn.
Der Kater droht ihnen sogleich,
so das sie reden Lügenhorn.

„Hört Leute, wenn der König fragt,
wem´s Feld gehört, dann sagt ihr brav,
das euch niemals die Not auch plagt
und der Besitzer, sei der Graf!"

Schon weiter läuft er nun geschwind,
der Kater, den die Stiefel tragen.
Der eilt dahin, im Abendwind,
sehnt manche Maus sich für den Magen.

Bleibt nun am dunk´len Walde steh´n,
wo hundert Leute Eichen sägen,
die nun wohl hin zum Tischler geh´n
und sich in Tisch und Stuhl dort prägen.

Der Wald, das ist des Hexers Reich
und hundert Leute schwitzen gern.
Der Kater droht ihnen sogleich,
zu lügen nun für seinen Herrn.

„Hört Leute, wenn der König fragt,
wem Wald gehört, dann sagt ihr brav,
das niemals ihr zu klagen wagt
und der Besitzer, sei der Graf!"

Und weiter treibt der Kater an,
besucht den Hexer nun im Schloß.
Das war sehr wohl ein alter Mann,
der den Besuch gleich sehr genoß.

„Ich hörte das Ihr zaubern sollt´,
spricht listig gleich der Kater.
So macht aus Asche etwas Gold
und Silber, alter Vater.

Ach, besser noch ein Elefant,
in den Ihr Euch verwandelt.
Das ist das größte Tier im Land,
jetzt zaubert schon und handelt!"

Der Hexer ist belustigt nun,
ob jenes Kater´s Worte,
die schändlich auf der Ehre ruh´n
ihm kränklichst nun an Sorte.

Schon sprich er leis den Zauber wild
und wird zum Rüsseltiere,
dem Kater nun der Schrecken gilt,
der streckt der Beine viere.

„So zauber mir ein kleines Ding,
ich bin ganz aus dem Häuschen.
Vielleicht nur einen Schmetterling,
vielleicht ein weißes Mäuschen!"

So murmelt Hexer wieder leis,
mit unbekannten Worten.
Und bumm, ein Mäuschen, wahrlich weiss,
wie feinste Sahnetorten.

Der Kater, aber flink und frei,
erhascht es, um zu fressen,
den Hexer, der dies Mäuschen sei.
Den kann man nun vergessen!

Der Kater sich das Bäuchlein reibt,
mit köstlichem Behagen,
das Leben schon Geschichten schreibt,
die kann man nicht beklagen.

Der König mit dem Müllersohn,
der frisch nun angekleidet,
und den ins Herz geschlossen schon,
die Tochter wohl beneidet.

Der fragt wem all´ das Land gehört,
durch das sie nun wohl fahren,
das groß ist und das ihn betört,
wie wenig ihn in Jahren.

So sagen alle Leute brav,
da ihnen Kater drohte:
„Dies Land Herr König, ist dem Graf,
der Kater, ist sein Bote!"

So wurd der Müller, König bald ,
nahm´s Töchterchen zur Braute,
Der seine ganzen Liebe galt,
die Süsse, die hieß Traute.

Der Kater, der bekam ein Amt,
Minister hoch zu Ehren.
So war´n sie alle glücklich samt,
das darf man nie verwehren!

© Hansjürgen Katzer, Januar 2012
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