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Gedichte über Freundschaften - Seite 6




Selbsterkenntnis

ganz harmlos fing es spielerisch an
nichts ahnend, was passieren kann
plötzlich war da dieses Gefühl
war nicht angedacht in diesem Spiel
langsam Vertrauen wurd' aufgebaut
vieles bereits einzig anvertraut
nichts sollte das je wieder zerstören
dieser Schatz für immer uns gehören

in schwerer Zeit uns gegenseitig Halt gegeben
noch mehr zu hoffen war verwegen
doch sollte nichts sich zwischen uns stellen
wir würden alle Versuche abwehren
alle wie Wachhunde in die Flucht verbellen
sie alle so eines Besseren belehren

dumm nur, dass bei aller Achtsamkeit
auch wir nicht sind vor Fehlern gefeit
Arroganz bracht' mich bei dir in Ungnaden
impertinent ging ich dir viel zu weit
erreichte damit nur sehr großen Schaden
hörte damit nicht auf zur rechten Zeit

nun erst als alles scheint zerstört
in mir mein Hochmut hat aufgehört
vor mir der Haufen voller Scherben
und du längst weg über alle Bergen
siehst nicht mehr mein Bedauern
hörst nicht mehr mein dir nachtrauern

dir Glück zu wünschen ist was mir bleibt
Vergebung wohl viel zu viel verlangt
das ist das Schlimmste nach einem Streit
wenn am Ende die Freundschaft wankt
als Lehre einmal mehr wird zugefügt
auch einen Freund man nicht zu sehr rügt

in einer Zeit, wo um einem herum
ein jeder Freund wird so sehr kostbar
ihn zu verprellen so unglaublich dumm
sein Verlust so schmerzhaft unsagbar
So gilt es künftig noch mehr aufzupassen
damit selbstverschuldet nicht noch weitere
Freunde einen verlassen ...

© meteor 2024
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Ode an die Freundschaft

* Vierklang einer Kindheit *


Als Fremde betrat ich der Schule Raum,
kam neu in die Klasse, ein zaghafter Traum.
Doch aus dem „Ich“ wurde bald ein „Wir“,
drei Türen öffneten begeistert sich mir.

Wir teilten die Welt in gedruckten Seiten
und ließen den Alltag von Musik begleiten.
Im blauen Wasser, beim Bahnen ziehen,
fing unsere Zeit an, leuchtend zu blühen.

Vom Schwimmbad ging es aufs Handballfeld,
das Team war der Anker in unserer Welt.
Vier Mädchen, ein Ball, die Halle bebt;
wir haben den Rhythmus des Spiels gelebt.

Ein Pass, ein Wurf und ein Augenblick,
als Mannschaft vereint, vorm Tor geschickt.
Ob Sieg, ob Niederlage, wir standen bereit,
im Trikot vereint durch die goldene Zeit.

Für Geburtstage dachten wir uns was aus;
Tänze und kleine Szenen gab es im Elternhaus.
Ein Vorhang aus Laken, das Licht gedimmt,
bis jede von uns ihre Rolle einnimmt.

Kultur im Kleinen, aus Freude erdacht;
wir haben gesungen und Tränen gelacht.
Stolz haben wir das auf dem Fest präsentiert,
hatten wir doch alles im Voraus probiert.

Wir büffelten Mathe und lernten gemeinsam;
Seite an Seite war niemand mehr einsam.
Das Lernen war mehr als nur Pflicht und Fleiß,
es war unser gemeinsamer Wissenskreis.

Und als dann der erste Herzschmerz begann,
waren wir für einander da, so gut wie man kann.
Wir trockneten Tränen in Teenager-Nächten,
kämpften gemeinsam mit Schatten und Mächten.

Dann kam der Abschied, das Leben rief laut;
jede hat sich ihr eig’nes Zuhause gebaut.
Was zurück bleibt ist nur ein warmes Verstehen:
Es war wunderschön,
mit euch durch die Kindheit zu gehen.



© Birgit Klingebeil
[2026]
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