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Gedichte Über Feuer - Seite 48


Atme das Leben

Sei so frei und hab' den Mut.
Lese dies Gedicht, das sich nicht reimen tut !

*

Ich gehe !
Ich gehe in die Farben, Formen und Klänge der Schöpfung.

Ich atme !
Ich atme intensiv ein.
Ich erfülle meine Lunge mit reiner, klarer, gesunder, heilender Luft.
Langsam, ganz langsam atme ich wieder aus.
Verbrauchte, alte Luft entlasse ich vollständig aus meinem Körper.

Ich rieche !
Ich höre !
Ich fühle !
Ich sehe !
Ich schmecke !
Ich nehme wahr !
Ich erkenne !

Vögel zwitschern.
Insekten fliegen lebhaft durch die Luft.

Die Luft !
Ich atme sie und fühle sie auf meiner Haut.
Ich spüre ihre erfrischende Kühle.
Reine, klare, nährende, heilende Luft umgibt und erfüllt mich.
Ich liebe und ich segne sie, denn sie ermöglicht das Leben ...
... sie ermöglicht mir zu leben !

Die Erde !
Ich fühle sie, ich rieche sie, ich schmecke sie, ich höre sie und ich sehe sie.
Ich fühle ihren Sand, ihren Mutterboden, ihre Wasser, ihre Steine.
Ich sehe ihre Formen, Farben, Vielfalt.
Das Leben durchwirkt sie und dringt in Tiefen vor,
die nicht wahrgenommen, erfasst und erkannt werden können.
Ich liebe und ich segne sie, denn sie ermöglicht das Leben ...
... sie ermöglicht mir zu leben !

Ich liebe das Leben und ich lebe die Liebe !

Die Sonne !
Ich schaue in die Sonne und schließe meine Augen.
Ich atme ihr helles weißes Licht in mein Herz.
Es öffnet sich.
Mein Herz wird selbst zur Sonne und erleuchtet.
Funkensprühendes weißes, reines Licht
erstrahlt aus meiner Mitte in die Welt.
Licht ist Wärme !
Starke Wärme ist Hitze !
Starke Hitze ist Feuer !
Feuer reinigt und transformiert.
Transformation ist Leben.
Ich liebe und ich segne es, denn es ermöglicht das Leben ...
... die Sonne ermöglicht mir zu leben !

Wasser !
Wasser reinigt, klärt, nährt, kühlt.
Das Feuer der Sonne und das Wasser sind ein Liebespaar.
Wasser verdampft und legt als Wolken Schatten über die Erde.
Der Schatten kühlt und schützt.
Schatten schützt Leben.
Wasser ist Lebensraum, Reinigung, Nahrung, Veränderung.
Ich liebe und ich segne es, denn es ermöglicht das Leben ...
... Wasser ermöglicht mir zu leben !

Lebe !
Liebe !
Liebe das Leben !
Lebe die Liebe ..
.. und erfühle sie in Deinem hochschwingenden, strahlenden Herz,
das alles Negative in Dir verbrennt und durch Deinen Atem entläßt ...
... aus Dir in die Schöpfung, die Dir ein Leben schenkt!

© jogdragoon
Bibat ex me qui potest
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Wylde Nacht

Ins Dunkel unter den Eichen
da sieht man zwei Schatten schleichen.
Der Wylde Wald ruft, der Wylde Wald lockt!
Passt auf, dass ihr euch versteckt,
bevor sie euch finden und wir davon künden:
"Der Wald hat wieder verschluckt!"

Es wispern Stimmen im Unterholz,
doch umzukehren versagt der Stolz.
Da tönen die Trommeln, ein mystischer Klang,
unsern zwei Liebsten wird ums Herze so bang.
Schon seh'n sie die Flammen und tanzende Schatten
und hören der Flöten Gesang.

Es tanzen gar düst're Gestalten,
's sind finstere Mächte am walten.
Hexen, Dämonen, schon ham sie gesehen
die Lauscher im gaukelden Schein.
Schnell war'n sie gefangen, oh, wie sie da bangen,
die letzte Stunde wird's sein!

Die Hexen dann kreischend weben
den Zauberbann über die beiden,
voller Begehren und Liebe und Lust!
Und blind in haltloser Hast
sie dann beginnen sich zu verschlingen
am Feuer, das knistert und zuckt.

Doch als sie stöhnend am Ende,
da trennen sie magische Hände,
geben ein Kleid ihr aus Borke und Laub.
Ihm wachsen Hörner aus dem Haupt!
Ein Hirsch, eine Weide, verwandelt sind beide,
bedeckt von Asche und Staub.

Keiner sah sie je wieder,
doch horch, es riefen die Jäger
zur Jagd auf den prächtigen Hirsch.
Mit Hunden war'n sie auf der Pirsch,
hetzten ihn zum Leide unter die Weide.
Die Trauer hat hat ihr die Rinde zerfurcht.

Und als vergangen neun Monde,
da krümmt sich vor Schmerzen die Weide,
es splittert der Stamm, ein Loch plötzlich klafft,
ein Wesen mit Hörnern steigt aus dem Schacht.
Die Hexen, sie stampfen, die Satyre tanzen
und feiern das Kind der wylden Nacht.
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