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Gedichte über Fantasie - Seite 138


Ambers Vision

Von der Sonne geküsst, vom Morgen umarmt,
der Wald verliert seinen Umhang der Nacht.
Der schwarze Schwan in Dunkelfedern getarnt,
schlüpft in ein Kleid aus Nebel gemacht.

Amber webte es sich im Morgenlicht.
Ihr Hals war mit einem Geschmeidestück
einzigartiger Erinnerungen geschmückt,
gefangen in einer alten Bernsteinschicht.

Manche Momente sind nicht zu lohnenswert,
um vom Geist ganz vergessen zu werden.
Doch einen zu hohen Preis man wohl erfährt,
wenn man dem Herzen nimmt zu große Scherben.

In Bernsteinstrahlen tanzt der Wald,
in versteckten Tälern in den Bergen.
Barfuß gleitet ihre feenhafte Gestalt
durch offene Wiesen, wilden Gärten.

Zehenspitzen gehen vorbei an Silberrillen,
ihr Nebelkleid zieht sich hinter ihr her.
Flattern im Morgenwind mehliger Hüllen,
mit funkelnden Juwelen besticktes Revers.

Die aufgehende Sonne schickt Astrallampen.
Erleuchtete Blütenblättern blitzen auf im Chor.
Durch ihr Bernsteinkleinod entzündete Amber
funkelt in der Dämmerung unter allen hervor.

Über den Sommertag gesammelte Momente
gespeichert im Chlorophyl der Floraaura.
So verweilen zeitlose Erinnerungen & Akzente
als lebendiger Traum, was einst Realität war.

Ambers Vision harmonischer Schicksalskräfte,
orchestriert, in sinfonischen Akkorden vereint.
In unwiderstehlicher Phantasie in Traumhefte
verstaut, als Erinnernung, was möglich scheint.

In Nostalgie fein gewickeltes Nebelfeewesen,
das sich auf dem Schwanensee-Podest dreht,
dabei verschleiertes Wissen ist am einlesen,
alles um sie aus Phantasieerinnerung besteht.

© meteor 2024
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Sommernachtstraum

Vom Mondschein zart gestreichelt,
wie ein Dieb kommt er in der Nacht.
Verstohlen er mich umschmeichelt,
liebkost mich hauchend sacht.

Über die offene Balkontür ergreift er mich,
schleicht sich lautlos ganz nah heran.
Der Nachtwind weht die Gardinen vor sich,
unerhörtes Wispern regt meine Sinne an.

Die Luft erfüllt von Knisterflüsterstille.
Langsames Atmen, tiefes Atmen
hebt und senkt die nackte Hauthülle,
ist dabei, Geheimnisse zu verraten.

Eine kühle Bö ist Hauthärchen am verführen,
kriecht über das Meer des Schlummers.
Nebel, die von verborgenem Verlangen glühen,
bedecken das Bett mit frischem Hunger.

Im Schattenspiel des Mitternachtsvoyeurs,
das durch die Fensterscheibe kriecht,
entfacht im erregten Schlaf das Sehnsuchtsfeuer,
mit Blitz und Flamme es schnell obsiegt.

Gerüche, die den Kissenbezug beflecken,
durchdrungen von starken Gefühlen,
auf dem Fluss der Stille Wellen erwecken,
Ekstase verfängt sich im Lustaufwühlen.

Hinter dem Schatten fiebriger Träume,
schreit durchreissende Wahrheit in der Hitze.
Eingesperrt unter der Haut, geheime Räume,
Visionen reifen zur explodierenden Spitze.

Atemloses Flüstern flattert keuchend vorbei,
malt süße Versprechen in Sternenwörter.
Schwitzendes Fleisch windet sich im Schrei,
Leidenschaft flammt auf, verbrennt den Körper.

Gefangen im Unterbewusstsein der lauen Nacht,
das Tageslicht niemals ein so heißes Feuer findet,
wie diese infernale Wonne im Dunkel entfacht,
von einem Kuss vom Mondlicht entzündet...

© meteor 2024
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Ahnen

Geister unserer Vorfahren leben in uns
Flüstern von früheren Zeiten und Orten
In Traumnächten gewähren sie die Gunst
Öffnen den Zugang durch heimliche Pforten

Man findet nur, wenn man danach sucht
Im Reich der Ahnen wispern leise Stimmen
Ich blicke in uralte Gesichter ohne Furcht
Fühle mich seltsam wie einer von ihnen

Das bloße Auge sieht nicht, was ich suche
Die Weisheit eines Geistes aus der Urvorzeit
Blut meiner Vorfahren in mir längst verbuche
Der Beistand eines Weisen mich umtreibt

Ihn fragte ich, was ist unser aller Zweck?
Ich fragte ihn in einer Welt im Kopfstand
Wollte von ihm wissen, wohin führt mein Weg?
Und ob für mich ein Ausweg ist bekannt?

Sagt, worin liegen meine Stärken von euch vererbt?
Das Herz jedes Nachkommen Weisheit rettet
Bleibt mir denn eine Antwort von euch verwehrt?
Kann es denn sein, habt ihr mein Leben verwettet?

Sprecht jetzt zu mir, verehrte Geister so uralt
Ich stolpere, helft mir, mein Schicksal zu finden
Euer Blut in meinen Adern fließt nicht bitter kalt
In dieser Welt verbleibt ihr mit mir in mir drinnen

Weiht mich bitte in eure Geheimnisse ein
Nur was ich kenne, kann ich verwahren
Lasst in mir eure Hoffnung die meine sein
Die vor langer Zeit euch alle ließ uns bejahen

Eure Erinnerungen sollen mich leiten
Durch tägliche Entscheidungen und Konflikten
Mit den Erfahrungen aus allen gelebten Zeiten
Will Ratschläge und Ambitionen von euch erbitten

Seit meine Mentoren, die mich führen
Ich bin wie ich bin, weil ihr so gewesen seid
Lasst Euer Karma auch mich aufspüren
Teilt mit mir eure Visionen für meine Lebenszeit

So werde ich zum Glied unserer ewigen Kette
Vertrete unsere Existenz in dieser Präsenz
Erkenne mein Wesen, jede einzelne Facette
Spüre in mir meine wahre Essenz

© meteor 2024
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