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Gedichte über Fantasie - Seite 135


Sommernachtstraum

Vom Mondschein zart gestreichelt,
wie ein Dieb kommt er in der Nacht.
Verstohlen er mich umschmeichelt,
liebkost mich hauchend sacht.

Über die offene Balkontür ergreift er mich,
schleicht sich lautlos ganz nah heran.
Der Nachtwind weht die Gardinen vor sich,
unerhörtes Wispern regt meine Sinne an.

Die Luft erfüllt von Knisterflüsterstille.
Langsames Atmen, tiefes Atmen
hebt und senkt die nackte Hauthülle,
ist dabei, Geheimnisse zu verraten.

Eine kühle Bö ist Hauthärchen am verführen,
kriecht über das Meer des Schlummers.
Nebel, die von verborgenem Verlangen glühen,
bedecken das Bett mit frischem Hunger.

Im Schattenspiel des Mitternachtsvoyeurs,
das durch die Fensterscheibe kriecht,
entfacht im erregten Schlaf das Sehnsuchtsfeuer,
mit Blitz und Flamme es schnell obsiegt.

Gerüche, die den Kissenbezug beflecken,
durchdrungen von starken Gefühlen,
auf dem Fluss der Stille Wellen erwecken,
Ekstase verfängt sich im Lustaufwühlen.

Hinter dem Schatten fiebriger Träume,
schreit durchreissende Wahrheit in der Hitze.
Eingesperrt unter der Haut, geheime Räume,
Visionen reifen zur explodierenden Spitze.

Atemloses Flüstern flattert keuchend vorbei,
malt süße Versprechen in Sternenwörter.
Schwitzendes Fleisch windet sich im Schrei,
Leidenschaft flammt auf, verbrennt den Körper.

Gefangen im Unterbewusstsein der lauen Nacht,
das Tageslicht niemals ein so heißes Feuer findet,
wie diese infernale Wonne im Dunkel entfacht,
von einem Kuss vom Mondlicht entzündet...

© meteor 2024
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Ahnen

Geister unserer Vorfahren leben in uns
Flüstern von früheren Zeiten und Orten
In Traumnächten gewähren sie die Gunst
Öffnen den Zugang durch heimliche Pforten

Man findet nur, wenn man danach sucht
Im Reich der Ahnen wispern leise Stimmen
Ich blicke in uralte Gesichter ohne Furcht
Fühle mich seltsam wie einer von ihnen

Das bloße Auge sieht nicht, was ich suche
Die Weisheit eines Geistes aus der Urvorzeit
Blut meiner Vorfahren in mir längst verbuche
Der Beistand eines Weisen mich umtreibt

Ihn fragte ich, was ist unser aller Zweck?
Ich fragte ihn in einer Welt im Kopfstand
Wollte von ihm wissen, wohin führt mein Weg?
Und ob für mich ein Ausweg ist bekannt?

Sagt, worin liegen meine Stärken von euch vererbt?
Das Herz jedes Nachkommen Weisheit rettet
Bleibt mir denn eine Antwort von euch verwehrt?
Kann es denn sein, habt ihr mein Leben verwettet?

Sprecht jetzt zu mir, verehrte Geister so uralt
Ich stolpere, helft mir, mein Schicksal zu finden
Euer Blut in meinen Adern fließt nicht bitter kalt
In dieser Welt verbleibt ihr mit mir in mir drinnen

Weiht mich bitte in eure Geheimnisse ein
Nur was ich kenne, kann ich verwahren
Lasst in mir eure Hoffnung die meine sein
Die vor langer Zeit euch alle ließ uns bejahen

Eure Erinnerungen sollen mich leiten
Durch tägliche Entscheidungen und Konflikten
Mit den Erfahrungen aus allen gelebten Zeiten
Will Ratschläge und Ambitionen von euch erbitten

Seit meine Mentoren, die mich führen
Ich bin wie ich bin, weil ihr so gewesen seid
Lasst Euer Karma auch mich aufspüren
Teilt mit mir eure Visionen für meine Lebenszeit

So werde ich zum Glied unserer ewigen Kette
Vertrete unsere Existenz in dieser Präsenz
Erkenne mein Wesen, jede einzelne Facette
Spüre in mir meine wahre Essenz

© meteor 2024
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Fliegende Blicke

Ich weiss nicht mehr wer ich bin! Bin ich
der Schatten im Wald? Auf einer grünen
Wiese. Die Wolke am See. Auf einem
hölzernen Pferd. Der Kuckuck auf einem
Birnbaum. Mit einer kaputten Brille. Das
Rad im Lied. Mit einer fremden Kutsche.
Bin ich der Löffel ohne Suppe? In einer
sprechenden Spüle. Ich denke, ich bin
die Trompete im Hafen. Mit einem
verzaubertem Wal. Eine Blume mit der
Sterne singen!

Ich weiss nicht mehr wer ich bin! Bin
ich die Lampe in der Kiste? Auf einem
viereckigem Schiff. In einem fliegendem
Zirkus. Die Torte im Museum. Mit einem
schmerzendem Zahn. Der Rucksack
auf dem Berg. Als, der lächelnde Mond.
Bin ich der Holzfuss ohne Ziele? In
einer löchrigen Kiste. Ich denke, ich
bin der Ritter am Fluss. Mit einem
boxendem Zwerg. Ein Spieler mit dem
Engel siegen!

Ich weiss nicht mehr wer ich bin! Bin
ich der Schreibtisch im Panzer? Als,
Bonbon zum lutschen. Der Löwe aus
Plastik. In einem depressivem
Stoffbeutel. Das Glücksrad im Theater.
Als verliebter Masseur. Der Zauberer
im Würfel. Mit einer stotternden Tür.
Bin ich der Pilot im Brief. In der neuen
Idee. Ich denke, ich bin die Uhr aus
Gold. In einer versteckten Stunde. Der
letzte Blick auf die Freiheit!

Ich denke, ich weiss wer ich bin. Ich bin,
der Clown in der Ecke. Mit der Stille als
Farbe. Ich bin, der Maler im Hof. Mit der
Sonne als Lehrer. Ich bin, die Stadt der
Worte. Mit der Geige als Redner. Ich lebe
auf fliegenden Tagen. Mit zaubernden
Flügeln. Ich reise mit runden Stunden.
Mit erwachenden Sternen. Ich gehe
sprechende Wege. Mit blauen Schritten.
Ich bin jeden Tag das Leben. Und jeder
Tag ist das Wunder!

(C)Klaus Lutz


Ps. Am 21.3.2024 um
16:19 Uhr verfasst!
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