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Gedichte über Emotionen - Seite 450


Emotionale Gewalt

Keine blauen Flecken, die man sehen könnte.
Keine Narben, die ich zeigen könnte.
Und doch bin ich verletzt tief drinnen, wo niemand hinsehen kann. Ihre Worte, ihr Schweigen, ihre wechselnden Stimmungen haben sich in mich eingegraben. Nicht auf meiner Haut, sondern in meiner Seele. Es sind Risse, die keiner sieht, aber die ich jede Sekunde spüre.

Ich habe lange gezögert, das Gewalt zu nennen. Es war ja keine Hand, die mich traf. Nur Blicke. Nur Sätze, die mich klein gemacht haben. Nur dieses Schweigen, das lauter war als alles andere. Ich habe mich selbst gefragt, ob ich übertreibe. Ich habe geglaubt, Liebe müsste manchmal wehtun.

Und trotzdem ich liebe sie noch. Nach allem, was passiert ist. Ich klammere mich an das Gute, an die Momente, in denen alles leicht und schön war. Vielleicht sehe ich sie noch durch diese rosarote Brille, weil ich das Schlechte nicht sehen will. Weil ich hoffe, dass wir wieder dorthin zurückfinden, wo wir einmal waren.

Wir sind nicht mehr zusammen. Ich habe mich getrennt, sie ist ausgezogen. Und trotzdem ist sie wieder da. Wir sehen uns öfter. Sie hat bei mir geschlafen zweimal. Wir haben miteinander geschlafen. Und jetzt stehe ich da, zwischen Verlangen und Schmerz, und frage mich: Was ist das eigentlich zwischen uns?

Die Sehnsucht nach ihr ist unbändig. Ihr Körper, ihre Nähe, ihr Duft alles zieht mich magisch an. Und im nächsten Moment schießt mir die Angst durch den Körper. Es fühlt sich falsch an. Ich weiß, dass es mir wehtut. Ich spüre, wie ich mich verliere, wie ich wieder in etwas hineingerate, das mir nicht guttut. Und trotzdem dieses Verlangen, dieses Bedürfnis nach ihr, ist größer als alles andere.

Meine Wunden sind real, auch wenn niemand sie sehen kann.
Emotionale Gewalt frisst sich leise in die Seele, in die Tiefe meines Herzens.
Und ich versuche zu heilen, während ich immer noch jemanden liebe, der mich gebrochen hat.




Mein Schmerz, meine Geschichte, meine Stimme

Es tat so unendlich weh, als er mich festhielt.
Ich kann diesen Schmerz noch immer spüren
in meinem Körper, in meinem Herzen,
in jedem Atemzug, der mich an damals erinnert.

Es tat weh, dass mein Nein nichts bedeutete.
Dass niemand sah, wie sehr ich mich wehrte.
Dass ich für ihn einfach nur etwas war,
das er sich nahm, ohne zu sehen, dass ich ein Mensch bin.

Es tat weh, dass keiner meine Schreie hörte,
dass meine Tränen ungesehen blieben.
Ich kämpfte, so gut ich konnte,
doch meine Kräfte schwanden,
und ich fühlte mich so allein,
so verloren in diesem Moment.

Es tat noch mehr weh,
zu sehen, dass es ihm Spaß bereitete,
und dass niemand da war,
der mich schützte oder mich befreite.

Also ließ ich es geschehen.
Und in genau diesem Augenblick blieb die Zeit stehen.
Etwas in mir zerbrach
ein Stück von mir ging verloren.

Und danach kam die Scham.
Manchmal frage ich mich noch,
ob es meine Schuld war
auch wenn ich tief drinnen spüre, dass es nicht so ist.

Ich habe überlebt.
Und allein das zeigt, dass ich stärker bin, als ich dachte.

Jetzt liegt es an mir.
Ich möchte lernen, hinzuschauen, was passiert ist.
Ich möchte es akzeptieren, mir meine Gefühle erlauben,
lernen, damit zu leben, damit umzugehen,
es zu verarbeiten und zu heilen.

Ich bin hier, mit all dem, was ich fühle.
Ich wünsche mir, dass jemand da ist, der meine Hand hält,
wenn ich mich öffne
damit ich das nicht allein tragen muss.
Ich stehe zu mir, jetzt.
Und ich werde nicht mehr schweigen.
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