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Gedichte über Emotionen - Seite 432




Gedankenchaos - Wie zu Verstand kommen? -

-Alle hier aufgeführten Charaktere sind fiktiv -
-1-
Gedanklich abirren

Flatterhafte Gedanken
führen ein Eigenleben,
sabotieren den Willen,
deuten die Realität um,
manövrieren „Denker“
ins Abseits oder
in eine gedankliche
Sackgasse, fernab
der Zielgeraden.
-2-
Wie wird das enden?

Sein Verstand ist
wie ausgehebelt,
unbeherrschbare
Gefühle durchpflügen
seine Innenwelt,
hinterlassen Chaos
und Verwüstung:
der „Heimgesuchte“
bricht zusammen,
glaubt, den Verstand
zu verlieren,
verrennt sich in eine
Ausweglosigkeit,
die ihm das Leben
kosten könnte,
falls die Vernunft
nicht obsiegt.
-3-
Seelischer Rückzug

Ihr neues Zuhause
ist ihr Schneckenhaus,
in das sie sich
zurückgezogen hat,
wo sich verschließt
gegenüber dem Leben
und dessen Freuden,
in Opferhaltung
der Schicksalsschläge
harret, wie gelähmt.
-4-
Gedankenstille

Zu viele unnütze Gedanken
bringen dich seelisch ins Wanken,
zerstören deines Denkens Klarheit
und rauben dir wertvolle Zeit.

Lass Stille in deinem Denken zu,
bringe mentalen Sturm zur Ruh
hör auf dein Herz, lasse es sprechen,
dann ebbt ab, schmerzvolles Stechen.

Klaren düstere Gedanke auf,
bringt dich seelisch nichts ins Wanken
dein Denken schlechte Launen vertreibt,
du genießt Zeit, die dir verbleibt.
-5-
Verstand gezielt einsetzen

Die Gedanken unter Kontrolle halten.
Inhalte des Gedächtnisses verwalten.
Mit mentaler Stärke Gefühle zügeln.
Mit Raffinesse Fehler ausbügeln.
Sich Anweisungen nicht vorschnell fügen.
Falls nötig, von Notlügen Gebrauch machen.
Ausgeklügelte Pläne aushecken.
Mit Scharfsinn eigen Fehler verdecken
und die der andren aufdecken.

All dies und viel mehr
dank einer ungebrochenen Verstandeskraft.
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Auch ich habe eine große Sucht

Meine Sucht heißt einfach mein Bruder Dieter.
Den muss ich helfen wieder und immer wieder.
Aus jedem Schlamassel, den man sich denken kann,
musste ich helfen diesen Mann.

Er ist halt mein Zwillingsbruder
und nicht nur irgendein schwieriges Luder.
Wir hatten es noch nie leicht gehabt,
vor allem leichter wie gedacht.

Es fing schon in der Kindheit an
und jetzt als gestandender Mann
knabbert er immer noch daran.

Vom Stiefvater geschlagen und missbraucht,
wusste er in der Jugend nicht wozu er eigentlich taugt.
Er schaffte trotz des Elternhaus seine Lehre
aber Mitte der neunziger Jahren kam die Kehre.

Er hatte der Bahn den Rücken zu
und machte eine Karriere und dazu brauchte es Mut.
Denn offiziell gab es diese Karriere nicht,
denn sein Arbeitsgeber behandelte wie einen kleinen Wicht.

Inoffiziell schaffte er es zu einem Fuhrparkleiter.
Leider ging es offiziell nicht weiter.
Na ja an einen offiziellen Fuhrparkleiter hätte mehr bezahlen müssen.
Durch ausgedehnten Arbeitszeiten fehlte die Zeit auch mal seine Frau zu küssen.

Nach 25 Jahren hatte sie ihn verlassen,
er begann sich langsam an sich zu hassen.
Ich musste immer wieder ein Auge auf ihn bewahren.
Aus zwei Selbstmordversuche musste ich ihn raus karren.

Ich bin nun mal sein Zwillingsbruder Paul
und musste gezwungener bleiben ziemlich faul,
körperlich ihn auch zu schützen,
denn ich lag bei der Geburt von ihm tot neben ihn.
Von mir gab es nur noch einige Pfützen
aber hielt vor allem immer mental zu ihn.

Seine Hände schreibt diese Ballade
aber es sind meine eigene Gedanken.
Es ist keine Scharade
und diese Gedanken brachten ihn niemals ins wanken.

Wenn ja nur zu einer positiven Seite.
Könnte ich es, würde ich ihm zu Füßen legen all die positive Weite.
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