Bruderliebe und Schwesternhass
Ein Gedicht von
Jasmin Pahlisch
Mein lieber Bruder, ach, mein Freund,
ich kann es nicht ertragen,
dass du bist fort, ließt mich zurück.
Was bleibt, sind nur noch Klagen.
Nicht immer war's so zwischen uns,
du wolltest mich verderben
und doch hast mich gerettet dann,
als ich schon lag im Sterben.
Die Liebe war der Preis dafür,
den mussten wir bezahlen.
Einander hassen sollten wir
und wünschen Todesqualen.
Wir hassten innig durch den Fluch
und konnten es nicht lassen!
Ein guter Freund hatte genug
und wollt' den Bann verblassen.
Er schleppte uns sodann zum Moor,
um Hilfe zu ersuchen.
Ein Ritual teilt Herz, teilt Seel',
um uns zu entfluchen.
Mein lieber Bruder, ach, dein Herz
schlägt nun fest in meiner Brust.
Du wurdest mir erneut geschenkt,
auf das du mich nie verlässt!
Doch ach! Am nächsten Tage schon
verlor ich dich schon wieder,
denn eine Kugel traf dein Herz
und Eis durchzog die Glieder.
Ich war nicht da, ich kam zu spät,
um dich noch zu erretten.
So blieb mir nur der Abschiedsschmerz
dich in ein Grab zu betten.
Mein lieber Bruder, ganz allein
musst diesen Pfad beschreiten.
Ach Tod, wie grausam bist du nur!
Mein Beten soll dich leiten.
Wie kann ich tragen diesen Schmerz?
Ich rette viele Leben,
doch viele, die ich schloss ins Herz,
mussten ihr Leben geben.
Ich steh am deinem Grab, mein Freund,
wo ich mein Herz verloren.
Ich werde leben, auch für dich,
das hab ich dir geschworen!
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