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Gedichte über Drogen - Seite 21


Nüchtern ...

(Nüchtern oder angetrunken ... )

Sonntagsmorgen ist es, kurz vor neun
Worauf wohl wollt sich Vater freun
Als beim Frühschoppen auf ein Bier
Philosophier ich hier bei mir …

Von schweren Tagen arg gezeichnet
Von schwerer Arbeit heut erleichtert
Lässt ihn Sonntags die Routine kalt
Macht er 'ne Stunde in der Kneipe halt

Andernorts zur Mittagszeit
Der Fernsehton die Ruh zerteilt
Im Presseclub wird nun journalistisch
Die Welt besehen, dies meistens kritisch

Doch hochverehrtes Publikum
Ich schreib hier "So eben drum …"
Ist die Betrachtung Eingangs doch recht knapp
Des Vaters Bier bloß ausgedachter Schabernack

Der kluge Mensch im trauten Menschenkreis
Dem die Zeichen des Verstands genug Beweis
Der offenen Ohrs und offener Gesinnung
Verlangt intellektuell nach tieferer Durchdringung

Was tut das Bier, Macht Alkohol
Dem Menschen an, dem Menschen Wohl
Führt Rausch dieser Art nicht gar geballt
Aus Zwängen hin auch zur Gewalt ???

Vererbt schon seit hundert Generationen
Als Tröster übern Krieg will er belohnen
Den Teil des Ichs der lebenslang erdrückt
Bis allgemein Verbrüderung dann geglückt

Als gäbe es da nur Bier und Schnaps
Von Wirt und Wirtin einen Klapps
Mit dem Zweck den Gordischen Knoten
Der reichen Jungen weiblich auszuloten

Nein, redlich, offen und ehrlich aufgeschrieben
Für faule arme Jungen sicherlich hintertrieben
Gibt es da doch andere Stoffe zu konsumieren
Um uns gegenseitig voreinander zu genieren

Da gibt es viel Rausch und Halluzinationen
Mannigfaltig, auf die Schnelle viele Drogen
Gesellschaftlich geduldet, ja, kontrolliert
Vom Mediziner erfasst und katalogisiert

Zur Beruhigung, zur verstärkten Erektion
Zur Erlösung von muköser Sekretion
Zur Linderung von starker Euphorie
Zur Steigerung der vitalen Energie ...

Ach, seit tausenden von Jahren
Gilt es Wissen zu bewahren
Aufzuschreiben, ja, zu verorten
Sach- und Worterfahrungen aufzuhorten

Damit der rechte Nutzen siegt und überwiegt
Wobei die Kür dem verfassenden Autor unterliegt
Gilt's hier doch solche Pfade zu beschreiten
Die dem Glücklichsein einen leichten Weg bereiten

© Auris cAeli
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Träume, die Wahrheit sind

Träume, die Wahrheit sind!


Fährst vorsichtig an das Tor heran
Die Fensterscheibe surrt langsam herab
Drückst die Schelle, niemand antwortet Dir
Das Tor wie von Geisterhand sich bewegt
Fährst langsam weiter, ist Mitternacht

Dein Weg, geführt durch Nebellichter
Tiefe dunkle Schatten, Dich verfolgen
Den Nebel, wirbelnd sie zerreißen
Erkennst die Zähne, wollen Dich totbeißen
Dein Radio plötzlich laut anspringt

Eine Stimme Deiner Seele laut zuflüstert
Du bist mein, Du gehörst zu mir, komm mit
Dein Blut es rast, durch Deine Adern
Dein Herz schlägt wild, die Rippen brechen
Dein Augenlicht erlischt, siehst sie nicht

Eine Gestalt, gehüllt in Nebelschleier
Spürst das abgrundtiefe Dunkel wie es greift
Zuckende Lichter,ein Schlag ins Gesicht
Suchst das, was nicht mehr vorhanden ist
Deine Hand, sie tastet, der Unterkiefer fehlt

Spürst die Zähne, dringen tief in Dein Fleisch
Hörst die Bestie lustvoll schmatzen
Dringt immer weiter, bis zur Seele vor
Sie wehrt sich, die Fänge sie jetzt packen
Fühlst alles, fühlst den kleinsten Schmerz

Ein letzter Funke, ein letztes flimmern
Dein Lebenswille...Hallo!!...Hallo!!...Hallo!!
Du wachst auf, eine Stimme laut ausrastet
Aus der Sprechanlage jemand brüllt
Was wollen Sie, sind Sie eingeschlafen?

Du kommst zu Dir, sagst schnell, ein Paket
Das Tor geht auf, es ist zwölf Uhr vorbei
Fährst los, schaust zum Beifahrersitz
Die Spritze, der Löffel, der Schlauch
Hälst kurz an, steigst aus, es entsorgst

Fährst weiter, vorbei an hohen Büschen
Ein Hügel, von weitem die Villa sichtbar wird
Fährst heran, ein Mann kommt dir entgegen
Er schaut Dich an, Du fühlst seinen Blick
Sagt "Glück gehabt", scharfe Zähne blinken

Er nimmt das Paket, geht hinein!
Du hörst die Schreie, NEIN!! NEIN!! OH NEIN
Das laute Schmatzen, Deine Sucht sie bricht
Nie wieder diese Träume, die Wahrheit sind
Fährst los, willst Dein Leben neu anfangen


Jwu 68
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