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Gedichte über Begeisterung - Seite 64


Die Schäferballade

Mit dem Schäferstab in der rauen Hand
zieht von jeher der Schäfer durchs Land.
Über der Schulter, gerichtet nach vorn,
hängt seine Flöte oder das Horn.

Ohne Funksender oder das Telefon
kündigte er sich an, von weitem schon.
Die Liebe war stets des Schäfers Genuss,
manche Bäuerin empfängt ihn mit Kuss.

Und sie zeigt ihm in der Scheune froh,
wo sich für seine Tiere häuft das Stroh.
Und weil er von Bock und Zippe verdreckt,
wird er nun in den großen Zuber gesteckt.

Er wird dabei von ihr völlig entkleidet,
damit sie sich am Körper köstlich weidet.
Er will jedoch nichts kostenlos haben
und reicht abends zurück ihre Gaben.

Und damit sich Hüten und Rasten lohnt,
sitzen beide unter dem leuchtenden Mond.
Er singt von Landschaft und von Tieren,
sie ist dabei ihm die Brote zu schmieren.

Er singt von Weibern, Essen und Trinken,
sie schürzt den Rock, um damit zu winken.
Sie zeigt ihm Schenkel, hausfrauenweiß,
er öffnet ihr formendes Mieder ganz leis.

Sie verzichtet auf Fetzen und Schnallen,
er lässt entlastend alles überflüssige fallen.
Sie zeigte ihm zu nachtschlafender Zeit
die allerschönsten Beine weit und breit.

Und dann kann er als Schäfer weiden,
dass ihn alle anderen Männer beneiden.
Sie öffnen beide ganz leise das Tor,
bis ihnen singt der himmlische Chor.

Sie schlafen in Heu und Stroh und Bett,
der Schäfer findet dabei alle Frauen so nett.
Doch wenn die erwachen vor allen andern,
sind Schäfer und Herde schon Wandern.

Sucht eine Frau solche Wandergesellen,
sollte sie sich abends an den Ortsrand stellen.
Spitzt sie dann gewaltig ihre kleinen Ohr’ n
hört sie vielleicht Schäfers Flöte oder Horn.

24.01.2018 © W.R.Guthmann
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Die Winterolympiade

Die Gegend besteht aus Berg und Tal,
ist für Wintersport schon international.
Die Luft ist ohne Industrie sehr rein,
das Trinkwasser schmeckt sauber und fein.
Zeitungen, Zeitschriften und andere gedruckte Sachen
gibt es dort überall in allen möglichen Sprachen.

Jeder Tourist bekommt einen Plan
mit den Standorten für Hotspots und WLAN.
Und selbst die Politik wird dort geheilt,
es kam schon eine Delegation geeilt.
Ich hoffe doch, ihr seid mittenmang
im südkoreanischen PyeongChang.

Es ist doch Winterolympiade jetzt
und es wird durch Eis und Schnee gehetzt.
Doch jede neue Art von Sport
bringt auch uns ein neues Wort.
Egal ob für alte maskuline Hasen
oder für ganz junge feminine Nasen.

Sie werfen sich auf Gummimatten,
schießen auf kleine metallene Platten,
bekommen Patronenhülsen auf den Schopf,
ziehen Tragegestelle über den Kopf.
Für jede Sportart gibt es andere Ski,
nur gewachst werden sie nie.

Früher schleppten sie auf Reisen
Büchsen Wachs und Bügeleisen.
Bei Steckdosen, Kupplungen und Steckern
gab es dann immer was zu meckern.
Haben alle zugleich heiß gezogen,
sind oft die Sicherungen geflogen.

Alle hoffen, dass sie nun gewinnen,
ob auf den Loipen oder in den Rinnen.
Sie laufen in Stiefeln oder auf Kufen,
die Zuschauer klatschen, pfeifen, rufen.
In der Pause wird gegessen und getrunken
oder zum Erholungsschlaf gesunken.

Die Schiedsrichter schauen wie die Luchse,
melden drahtlos ohne Stecker und Buchse.
Die Technik wird immer komplizierter,
die Messgeräte immer raffinierter.
Oft schon das Zwischenergebnis zählt,
damit der Computer den Sieger wählt.

Allein die Kleidung der Olympioniken
darf nicht klemmen und nicht pieken.
Sie sieht für alle immer einheitlich aus,
wenn es geht aus dem Quartier hinaus.
Selbst die Mützen und die Taschen
und die Riegel oft zum Naschen.

Die Zuschauer aus aller Welt reisen an
mit dem Flugzeug und der Eisenbahn.
Selbst Busse und Fähren aus Übersee
kommen nur wegen Eis und Schnee.
Für das Auto braucht man, wenn ich schätze,
zum Parken nur sehr wenige Plätze.

Dann wird sich auch herauskristallisieren
man muss wenige Tankstellen führen.
Auf die Berge führen keine Treppen,
nur Seile und Seilbahnen zum Schleppen.
An versteckten Stellen warten schon rege
die Maschinen für die Loipen und Wege.

Von den gut präparierten Bergesspitzen
dann die Sportler schwingend zu Tale flitzen.
Oder bergauf, bergab sich schinden müssen,
doch auf dem Podest die Medaillen küssen.
Der Sieg sei allen beteiligten Sportlern hold
und beschere ihnen Bronze, Silber und Gold.

12.02.2018 @ W.R.Guthmann
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