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Gedichte über Alltägliches - Seite 1197


was hilft mir

Ich bin blind, das ist bekannt,
ich war es nicht immer von Anfang an.
Habe sehend die Schule besucht,
habe auch meine Ausbildung abgeschlossen mit einem sehr gut.

Dann kam das erste Kind,
und das zweite dazu ganz geschwindt.
Wolte in Elternzeit arbeiten gehen,
ich konnte noch sehen.

dann kam die allergische Reaktion,
es schädigte meine Augenfunktion,
Sehnerv und Netzhaut noch alles in Takt,
meine Hornhaut und Linse haben versagt.

Mehrere Operationen sollten es richten,
das jedoch war vernichtend.
Tränenersatzstoffe muss ich stündlich nehmen,
nachts Kortisonsalbe in die Augen geben,
Sehen kann ich zwar Licht,
aber ohne Schmerzen ist das nicht.

Wer eine Vorstellung haben will wie ich sehe,
der solle versuchen durch milchige Scheiben zusehen.
mit geschlossenen Augen fast immer ich gehe,
damit die Schmerzen durch Licht gelindert, oh wehe.

Eine Sonnenbrille hilft bei jedem Wetter,
Orientierungs- und Mobilitätstraining ließ mich trotzdem überall lang klettern.
Mein Hund mein ewiger Begleiter,
und auch meine Familie und Freunde sind meine Mitstreiter.

An Hilfsmittel zu kommen ein Kampf
um Selbstständigkeit betteln weil einige Behörden völlig verkrampft
der Blindenverein sehr nützlich ist,
der immer die Ohren nach neuen Techniken gespitzt.

Die Brailleschrift ich mir alleine bei gebracht,
als ich die ersten Bücher gelesen hab, hab ich gelacht.
Der PC gerade meine nächste Lektion,
am Fernsher arbeite ich mit Audiodiskription.

Am Anfang habe ich noch mit Bildschirmleselupe gelesen,
2015 war es das gewesen,
dann begab ich mich auf die Suche wie ich jetzt lesen kann,
also war ich drauf und dran,
nach Berlin in den Hilfsmittelshop zu reisen,
da bekam ich viele Hilfsmittel zu hohen Preisen.

Beratung gab es auch sehr gut,
und auch Stärkung "Sie machen das gut!".
Körper- und Küchenwaage die sprechen,
Fieberthermometer und Ein-Gieß-Hilfenwaren meine ersten Sachen.

Folgen taten Beschriftungs- und Markierungshilfen und Wetterstation,
Uhren und Wecker mit Sprechfunktion.
Auch Karten- und Brettspiele durften nicht fehlen,
und Bücher konnte ich nicht verschmehlen.

Viele genannte Hilfsmittel sind nützlich zu hause,
aber ich brauche auch draußen mal eine Pause,
Mein Langstock und mein Hund sehr wichtig sind,
genauso wie ab und an Partner und Kind.

Partner und Kind sind aber nicht immer greifbar,
zum Einkaufen also die Ohrcamp unverzichtbar,
unterwegs macht sie mir das anvisierte hörbar
,somit ist für mich sehr vieles alleine machbar.
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Ordnung vs. Chaos

Ordnung ist das halbe Leben,
Chaos sollte es nicht geben,
alles in Reih und Glied,
alles andere wird ausgesiebt.

Sortiert nach Größe und Farbe,
das manchmal eine schreckliche Gabe,
alles muss immer am richtigen Ort liegen,
sonst könnt man ein Anfall kriegen.

Alles ist schön sauber,
wäre es anders dann ist man sauer,
Bei Ordnung lässt sich es wohlfühlen,
Anders würde die Stimmung abkühlen.

Dennoch liebt der Putzteufel seine Chaoten.
Obwohl Dieser ab und an sie hält für Idioten.
Wie kann man nur im Chaos leben?
Das lässt den Blutdruck ganz schön beben.

Nur ein Genie beherrscht das Chaos,
Der Chaot den Putzteufel macht sprachlos.
Er schmeißt die Dinge durch die Gegend,
man kann es ja irgendwann mal zusammen fegen.

Wer Ordnung hält,
ist zu Faul zum suchen.
Dieser Spruch dem Ordnungsliebenden bringt zum Fluchen,
Dem Chaoten dieser Spruch hingegen gefällt.

Aufräumen verschwendet Energie und Zeit,
Dafür ist der Chaot nicht bereit,
auch Ordnung kann er nicht halten,
Schließlich kann er sich im Chaos völlig entfalten

Der Chaot dem Putzteufel Arbeit macht,
Der Putzteufel dem Chaoten dafür auslacht,
Ein ein Chaosgenie weiß wo etwas liegt,
beim Putzteufel meist da bei auf die Fresse fliegt.

Wird das Chaos aber wieder aufgeräumt,
hat der Putzteufel allerdings versäumt,
den Chaoten Bescheid zu geben,
ob der Chaot noch etwas im Chaos brauch zum Leben.

Was sich neckt, das liebt sich,
und wir wissen das ist nicht vergeblich.
In Chaos auch ein bisschen Ordnung steckt,
Auch in der Ordnung ein bisschen Chaos reckt
.
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Einkaufen

Ich Komme in den Laden,
mit Blindenführhund und ohne Wagen.
"kann mir bitte jemand helfen beim Einkaufen?
Mit mir durch den Laden laufen?"

Keine Antwort ist zu hören,
Steht irgendwo ein Schild "Bitte nicht stören"?
Piep, piep, piep macht das Kassenband,
Düt, düt, düt klingt der Automat vom Flaschenpfand.

Plötzlich ein Kunde zum Kassenwart:
"Da steht eine blinde Kundin in ihrer Gegenwart.
Sie könnte Hilfe gebrauchen.
Könnte jemand mal mit ihr laufen?"

"Sie muss warten oder später wieder kommen,
wir haben hier keine Zeit gewonnen!"
Ich das schon gewohnt und warte,
schließlich alles einberechnet in meiner Zeitkarte.

Der nette Kunde wurde fertig abkassiert,
hat mich jetzt fokussiert,
"Was brauchen Sie den heute,
wenn keiner will helfen von den anderen Leuten."

"Ähm, ich brauche erstmal einen Wagen,
brauche nicht viele aber auf Dauer schwere Waren."
"Mein Hund wartet im Auto, also hab wenig Zeit,
aber zum helfen wenn kein anderer bin ich immer bereit."

"Nein bitte nicht den Hund bei dem Wetter immer Auto lassen,
der Hund ist wichtiger, bei ihrer Hilfe muss ich passen."
Ich lasse diesen Kunden ziehen,
nun hat eine Verkäuferin mir doch etwas Zeit geliehen.

"Es tut uns Leid,
Wir Haben aufgrund von Personalmangel keinen Helfer bereit.
Können Sie nicht ihre Kinder schicken?
Moment, ich kann da grad zwei junge Helfer erblicken!"

Die Verkäuferin rennt raus vor den Laden,
kommt wieder mit zwei jungen Kunden angetraben.
"Was können wir für Sie machen?
Was brauchen Sie denn für Sachen?"

"Ok. Ich brauche hier vorne die Tomaten."
"Sie können hier kurz warten
"Nun brauche ich verschiedene Milch von da hinten."
"Wie sollen wir die Hafermilch finden?"

"na ich glaube die stehen irgemdwo da oben im Regal.
Steht Sie den diesmal nicht dort zur Auswahl?"
"Nein. Wir kaufen sowas auch nicht,
vielleicht kann ein Verkäufer Sie bringen ans Licht."

Der junge Kunde geht fragen,
und ich höre nur sagen:
"Wir haben hier im laden umgeräumt,
die Hafermilch haben wir davorne aufgebäumt"

Der Kunde kommt mit Hafermilch zurück.
Still und leise er sagt "Die sind doch verrückt.
Wir sind auch nur Kunden,
und werden hier geschunden."

"Ich kenne das schon, es hilft alles nicht außer ruhig bleiben,
und mit hin und her laufen die Zeit zu Vertreiben.
nun brauch ich nur noch ein paar Trinkflaschen,
die passen noch in meine Taschen."

Plötzlich spricht mich die Helferin von sonst immer an:
"Das nächste mal ich wieder helfen kann,
heute ist es schlechte Zeit,
Die Waren noch nicht alle in den Regalen bereit."

Die Flaschen sind jetzt auch im Wagen,
nur noch zur Kasse und raus aus dem Laden.
Alles ist bezahlt und im nu ein gepackt,
mich bei den Helfern bedankt und und alles nach Hause gebracht.

Was mich an dem ganzen stört,
das sich eine Verkäuferin jedes mal empört,
wenn Menschen egal welches Handikap sie haben,
und um Hilfe fragen,
keine oder die selben Reaktionen auf die Bitte kommen,
es haben halt nicht alle ein leichtes Leben der Selbstständigkeit gewonnen.
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