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Gedichte über den Abschied - Seite 269


Dein Dritter Todestag mein erster, an dem ich es wirklich weiß

Heute ist der Tag.
Drei Jahre.
Seit du fort bist.
Und heute ist das erste Mal,
dass ich es wirklich weiß.

Ich sitze hier,
mit schwerem Herzen
und zu vielen Erinnerungen,
die plötzlich laut werden.
Und einer Leere,
die heute größer ist als sonst.

Ich denke an all die Male,
wo ich traurig war
und du da warst.
Wie du einfach meine Hand genommen hast,
so selbstverständlich,
so ruhig.
So lange,
wie ich es brauchte.

Manchmal hast du nichts gesagt.
Manchmal nur das:
„Jetzt essen wir erstmal einen Keks.
Oder ein Stück Schokolade.
Dann geht es dir bestimmt bald besser.“

Und oft hast du recht gehabt.

Heute würde ich so gerne
deine Hand spüren.
Noch einmal.
Nur für einen Moment.
Ein kleines Stück Schokolade,
mit deiner Stimme daneben.
Ein „Ich bin da“,
von dir.

Aber du bist nicht mehr da.

Im Jahr 2022 hatte ich es gespürt.
So deutlich.
Irgendwas war passiert.
Mit dir.
In dir.
Ich habs gefühlt, Oma.
Aber ich hatte solche Angst,
dass mein Gefühl stimmt.
Und ich habe gewartet,
mich gedrückt vor der Wahrheit
bis ich es nicht mehr aushalten konnte.
Und gefragt habe.
Und erfahren habe:
Du bist schon lange nicht mehr da.

Ich war nicht da.
Nicht bei dir.
Nicht in deinem letzten Moment.
Und das tut weh.
So sehr.

Du warst so oft mein Halt
und ich war es nicht für dich.

Aber vielleicht hast du es gespürt:
Wie sehr ich dich gebraucht habe.
Wie oft ich mir gewünscht habe,
du wärst meine Mama gewesen.
Weil du mein Zuhause warst,
mein sicherer Ort,
mein Licht,
wenn alles andere dunkel war.

Ich glaube,
du hättest mehr für mich getan,
wenn du gewusst hättest wie.
Aber deine Liebe war schon alles.
Du warst mein Trost,
mein Keks,
meine stille Rettung.

Heute halte ich mich selbst,
so gut ich kann.
Und ich halte dich
in Gedanken,
in meinem Herzen,
in all den Tränen,
die heute endlich fließen dürfen.

Ich liebe dich, Oma.
Ich vermisse dich.
Und ich danke dir.
Für alles.

Ich hoffe, du bist jetzt ein Engel,
der über meinen Sohn und mich wacht,
sanft und still,
uns liebend beschützt,
so wie du es immer getan hast.

Ich hätte dich so gern noch einmal gehalten, Oma aber heute halte ich dich in mir. Und das wird für immer so bleiben.
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Meteorschauer

ich raste einst durch den Raum
sah Sterne um mich herum tanzen
eins mit ihnen zu sein mein Traum
mein Wunsch war eine Romanze

eine Meteorin hatte sich in mich verliebt
ich war das Feuer, das ihn ihr loderte
unbemerkt bis es dann geschieht
als ihr inneres Feuer mich eroberte

ohne das wir es fassen konnten
verpassten wir uns so viele Male
vorbei an unzähligen Monden
außen eiskalt, innen unsere Signale

weil unsere Melodie im All erklingt
Gravitation uns zu sich heranzieht
unsere Laufbahn ist vorher bestimmt
die Einsamkeit endlich verfliegt

zwei Meteorschauer kreuzten sich
eine Explosion in der Atmosphär'
inmitten ihnen du und ich
wir kollidierten, stürzten zum Meer

Wind ließ unsere Liebe erdröhnen
streichelte das Verlangen zur Glut
ließ uns zu einem Feuer aufstöhnen
was sich wie Lava in uns entlud

zerbrochen in Millionen Teilchen
sind wir ewige Energien im Tanz
Liebe & Sehnsucht in uns gleichen
als Erdmenschen sind wir ganz

erleben gemeinsame Meteorschauer
mit voller Wucht mitten im Herz
wäre dieses Gefühl doch von Dauer
unser Heimweh zieht uns himmelwärts

im grellen Funkenflug unsere Trennung
wieder entzwei ging unser glühend Kern
was jetzt folgt, ist wie eine Verbrennung
für eine lange Weile sind wir wieder fern

zum Abschied blicke ich zurück
bedanke mich für all das große Glück
auch von allen anderen Lebewesen
die mir hier so kostbar sind gewesen

Tränen verdampfen auf dem Weg
weil mich die Atmosphäre nun hochhebt
seid gewiss ich trage euch bei mir mit
denkt an mich, wer nach oben sieht

unsere Laufbahnen sind vorherbestimmt
so auch, wann wir wieder zusammen sind
warten wir ab, bis unsere Melodie erklingt
unsere Energie gleichen Raum einnimmt

© meteor 2025
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