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Gedichte zum 80-Geburtstag - Seite 7


Das Geburtstagsgedicht

Informationen müssen sein,
egal ob sie groß oder klein.
Früher war das romantisch gewesen,
da konnte man die Zeitung lesen.
Dabei sein Pfeifchen rauchen
und eine Lesermeinung gebrauchen.

Jetzt bei den vielen Informationsquellen
muss man sich sehr oft die Frage stellen,
brauch ich das oder brauch ich es nicht,
ist die Informationssammlung Pflicht?
Und so ist es auch mit den Gedichten,
wenn wir zum Geburtstag mal berichten.

Nehmt eine Frau von jetzt 80 Jahren,
gesund, gebückt, mit grauen Haaren.
Will ich ihr zum Geburtstag schreiben,
muss ich sehr viel Geschichte betreiben.
!938 vielleicht in Schlesien geboren,
war sie dabei als Krieg und Heimat verloren.

Über den Dächern Im letzten Kriegsjahr
die Luft sehr bombenschwanger war.
Brennende Städte und Luftschutzschächte,
Seuchen, Krankheiten, hungernde Nächte.
Es folgten Jahre blakender Kerzen
und Schulzeiten klopfender Herzen.

Sie lebte vielleicht, sie konnte es kaum ändern,
insgesamt in drei deutschen Ländern.
Sie hat Liebe, Sehnsucht, Hoffnung verflucht,
trotzdem einen eigenen Partner gesucht.
Kräftige packende Arme waren wichtig,
die getroffene Wahl nicht immer richtig.

Es konnte ringsum so vieles geschehen,
doch es musste immer weiter gehen.
Die Hände waren oft rissig und rau,
bei der Arbeit als deutsche Trümmerfrau.
Bald kamen Kinder, die Wohnungsnot stieg,
man schloss erste Häuserlücken vom Krieg.

Es fuhren schon wieder Busse und Bahnen,
das ließ Arbeit und Zukunft erahnen.
Sie konnte zwar wieder beim Kaffee plauschen,
doch oft gab es Leute, die hellhörig lauschen.
Es lebte nicht die Landwirtschaft nur,
jeder wurde Teil der Infrastruktur.

Silvester, Ostern , Weihnachten rief,
trockene Sommer und Schnee, oft tief.
In Kohlenferien und bei hitzefrei darben,
die Jahre vergingen, die Eltern verstarben.
Es hieß Geschenke für Enkel mitbringen,
man lernte wieder Schlager zu singen.

Man baute Mauern und riss sie dann ab,
Polizisten und Lehrer wurden bald knapp.
Es wuchsen Parteien, jeder redet jetzt frei,
doch sind viele schräge Worte dabei.
Drum schenkte sie ein und hob ihr Glas,
„Danke Euch allen, Prost und viel Spaß.“

30.08.2018 © W.R.Guthmann
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Denken

Was ist des Lebens Sinn?
Unzählige Male wurde die Frage bereits gestellt.
Gelangen wir erst mit zunehmendem Alter dorthin?
Betrifft sie nur unsere eigene, kleine Welt?

Einfaches manchmal schwierig wird.
Vieles wird im Leben oft umgekehrt.
Übermaß unsere Sinne verwirrt.
Kompliziertes oftmals eine einfache Lösung beschert.

Wir sind in unseren Gedanken schon zu weit.
Wäre eine unpassende Antwort fatal?
Suchen wir in Allem die Ewigkeit?
Das Leben selbst stellt uns vor des Glückes Wahl.

Bevor wir nach der Antwort des Sinnes streben.
Macht die Frage überhaupt Sinn?
Ist zuerst zu erfragen: Was ist überhaupt Leben?
Die Gegenwart ist Leben, der Lohn, die Zukunft, der Gewinn!

Der tägliche Alltag schreibt das Rezept!
Jeder möchte etwas vom großen Kuchen haben.
Es ist nicht für alle das gleiche, passende Konzept.
Sich an den Freuden des Lebens zu laben.

Von zuviel Kuchen wird einem bekanntlich schlecht.
Besinnen wir uns der Natur, der Schönheit hin.
Schnell verkannt, was gut tut, was ist Recht.
Wir merken, was ist Leben, was macht Sinn.

Ist das die Lösung, der Weg nach dem man strebt?
Außer dem Leben selbst wird einem nicht allzuviel geschenkt.
Wichtig ist, daß man nicht Abseits des Guten sich bewegt.
Mit Geist, Herz und Hand wird man gut gelenkt.

Vielleicht ist das Erkennen - die Erkenntnis aller Dinge Maß.
Für alles im Leben gibt es ein Gericht.
So wie man einst schmerzlich im Paradiese von jenem Apfel aß.
Achte auf deine, Gedanken, Worte Taten, sie zeichnen dein Gesicht!

Die wahren, wichtigen Dinge im Leben werden oft totgeschwiegen.
Findest du diese, wird man dich im Stillen beneiden.
Der Sinn vom Leben kann nicht nur im Materiellen liegen.
All` dies muß ein Jeder selbst für sich entscheiden.
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