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Profil von René Oberholzer

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Registriert seit dem: 29.04.2013

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Anzahl Gedichte: 772
Anzahl Kommentare: 72
Gedichte gelesen: 927.913 mal
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Titel
552 Paradiesisch
Vorschautext:
Wenn es regnet
Bei sommerlichen Temperaturen
In den Garten stehen
Und der Nachbarin
Mit dem Feigenblatt zuwinken


© René Oberholzer
551 Demütig
Vorschautext:
Die Schönheit liegt
Im Auge des Betrachters
Sagte ich ihr
Als sie nackt
Vor mir lag

Ich sagte aber nicht
Als ich nackt
Vor ihr stand
Dass ich ihr Auge
Gemeint hatte

...
550 Aufhellung
Vorschautext:
Wie Blumenkohl sagte er
Wie Badeschaum sagte sie
Die Wolken zogen weiter
Zurück blieb ein blauer Himmel

Jahre später sagte er
Ich hätte es wissen müssen
Dass ein blauer Himmel
Noch keine Garantie für Klarheit ist


© René Oberholzer, 2007
549 Zwischenbilanz
Vorschautext:
Dieser Sommer
Ist die Verlängerung
Eines Ventilators
Die Reinkarnation
Eines Wasserschlauchs
Das Trainingslager
Einer Schweissdrüse
Und das Friedensangebot
Zweier ausgetrockneter Küsse


© René Oberholzer, 2010
548 Sozial
Vorschautext:
Das Auto
Schafft Arbeitsplätze
Meinte einer
Bevor er
Von einem andern
Überfahren wurde


© René Oberholzer, 1992
547 Höchste Zeit
Vorschautext:
In diesem Weiher
Schwimmen so viele Frösche

Wenn die vielen Prinzessinnen
Nicht bald ins Wasser springen

Werden die Märchen
Nicht überleben können


© René Oberholzer, 2010
546 Notvorrat
Vorschautext:
Ohne Frühstück gehe ich
Morgens nicht aus dem Haus

Heute gab es Metaphern
Sie schmeckten mir nicht

So öffnete ich das Gefrierfach
Und taute schnell neue auf


© René Oberholzer, 2016
545 Verbindung
Vorschautext:
Der Tisch
Mein Rückzugsort
Bei Regenwetter

Der Tisch
Meine Stütze
Für einsame Tage

Der Tisch
Meine Verbindung
Zum Universum

...
544 Schreibtischtäter
Vorschautext:
Auf diesem Tisch
Die Kriegserklärung
Unterschrieben

Auf diesem Tisch
Die Kapitulation
Unterschrieben

Auf diesem Tisch
Den Frieden
Unterschrieben

...
543 Notruf
Vorschautext:
Dieses Gedicht steigt auf
In schwindelerregende Höhen
Bekommt Atemnot
Und muss von mir
Künstlich beatmet werden

Jetzt liegt es
Mit einem Ödem auf dem Papier
Und ich weiss nicht
Was ich mit ihm
Machen soll

...
542 Schlafwache
Vorschautext:
Am Fensterkreuz
Farben gezählt

Schlafend ein Mann
Wachend eine Frau
Zwei Schatten daneben

Ich klopfe ans Fenster
Die Sterne drehen sich um


© René Oberholzer, 1992
541 Zeitlos
Vorschautext:
Stehen bleiben
Im Wüstenwind
Die Schatzsuche aufnehmen
Und sich verlieren
Unter der Sonne
Wie ein Kind
Zeitlos sein


© René Oberholzer, 1990
540 Aquarell
Vorschautext:
Die grüne Schirmakazie
Zum Wasserfleck geworden
In der glühenden Sonne
Unter dem dicken Pinsel
Mit seinen gläsernen Tränen
Geschwollen und schwer
Auf das graue Blatt geweint

Überlebt am unteren Rand
Ein vergilbter Farbfleck
Und ein Affenbrotbaum
In der weiten Ebene
...
539 Absehbar
Vorschautext:
Die Geburt
Eines Kindes
Steht bevor

Die Geburt
Einer grossen Rednerin
Steht bevor

Die Geburt
Einer grossen Telefonrechnung
Steht bevor

...
538 Spaziergang
Vorschautext:
Das Rosengewitter ist vorbei
In den Strassen
Wird Ordnung gemacht

Ich nehme die letzten Blätter
Und presse sie
Zwischen dich und mich


© René Oberholzer, 2002
537 Die Kürzung
Vorschautext:
Im Herbst
Klopfen die Bäume
An die Himmelstür

Für gewöhnlich erhalten sie
Die geforderten Blätter
Im Frühling

Im nächsten Jahr
Soll das Budget
Leicht gekürzt werden

...
536 Anfang
Vorschautext:
Hier steht ein Gedichtanfang
Denk ihn weiter
Mit Marion aber ohne Bruno
Und das Gedicht wird
Für immer dir gehören


© René Oberholzer, 2004
535 Reststück
Vorschautext:
Stein um Stein
Die Liebe aufgebaut
Bis die ersten drei Jahre
Vorbei waren

Dann Stein um Stein
Die Liebe abgetragen
Bis nur noch ein Stein
Für jeden von uns übrig blieb

Den behalten wir
Ein Leben lang
...
534 Stillschweigen
Vorschautext:
Die See ist still
Kein Lüftlein weit und breit
Nur ein Gärtner in der Ferne
Der mit den Bäumen spricht

Ich sitze unterkühlt am Ufer
Und denke an den Winter

Mir verraten die Bäume noch nicht
Wie ich dann
Ohne einzubrechen
Über die See gehen kann
...
533 Herbst II
Vorschautext:
Wenn der Wind
Die Bäume auszieht
Dann ist es Zeit
Den grauen Himmel
Neu anzustreichen
Mit der Poesie
Der Möwen


© René Oberholzer, 2009