Profil von Max Vödisch

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Registriert seit dem: 10.10.2012
Geburtsdatum: * 16.03.1956

Pinnwand


Meine Gedichte wurden als Buch mit dem Titel "Inmitten der Gesellschaft" 2013 vom Verlag united p.c. ISBN: 978-3-85040-941-4 veröffentlicht.

Als Leseprobe habe ich die Texte von "Gebrauchsgegenstand" und "Arbeitslosigkeit macht krank" auch auf meiner Homepage.

Bezugsquellen dieses Buches siehe:
http://maxvoedisch.jimdo.com/bezugsquellen-buch-erhältlich-bei/

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Anzahl Gedichte: 268
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Titel
228 Der Segler im Schatten 11.05.26
Vorschautext:
Du nennst dich einen Schiffbruch, ein verlorenes Gut,
dir fehlt für die Brandung der Trotz und der Mut.
Die Segel sind grau und vom Nebel beschwert,
du glaubst, dass kein Stern dir die Heimkehr gewährt.

Dein Geist ist ein Garten, doch voller Gestein,
du schließt dich in Mauern aus Grübelei ein.
Was andere erreichen mit Härte und Sieg,
bleibt dir nur ein leiser, ein innerer Krieg.

Die Welt misst den Wert nur am Glanz und am Ziel,
für sie ist dein Zögern ein verlorenes Spiel.
...
227 Asyl im Jetzt 06.05.26
Vorschautext:
Die Stunden liegen still wie leere Räume,
ich falle aus den Fugen meiner Träume.
Ein Wind reißt mich aus allem, was ich lerne
und trägt mich fort in namenlose Ferne.

Ich treibe durch ein Meer aus lauten Tagen,
die Stimmen branden, ohne mich zu fragen.
Die Welt wird groß, zu groß für meinen Schritt,
denn ich verlier’ mich ganz in ihrem Tritt.

Drum schenk mir einen Ort, der nicht klagt,
der meine Wunden nicht nach Gründen fragt.
...
226 Träumerisches Asyl 05.05.26
Vorschautext:
Die Uhr in mir steht still und schweigt,
hat sich der Zeit längst abgeneigt.
Ich treibe haltlos, ohne Ziel,
verloren in des Daseins Spiel.

Ein Sturm hat mich hinausgetragen,
ließ keine Antwort auf mein Fragen.
Er warf mich weit ins weite Meer,
wo Anfang endet – und nichts mehr.

Die Wellen flüstern Ewigkeit,
verschlingen Luft und auch die Zeit.
...
225 Vom Wert der Worte 04.05.26
Vorschautext:
Ein Wort – ein Stein, ins Wasser gesetzt,
kaum fällt er, zieht er flüchtige Ringe,
die Zeit verwischt, was er verletzt,
verliert sich leise im Grund der Dinge.

Doch Worte können Stege schlagen,
aus Nähe, die im Denken glüht.
Sie helfen, fremde Last zu tragen,
wenn still Vertrauen Wurzeln zieht.

Was hilft Applaus aus weiter Ferne,
der kalt an Herz und Zweifel streift?
...
224 Die Netzantwort 02.05.26
Vorschautext:
Das Echo im Netz braucht manchmal Zeit,
bis ein Herz seinen Weg zu dir findet.
Wenn ein Wort aus der Stille dich befreit
und ein Band zwischen Fremden sich bindet.

Nicht die Klicks bestimmen deinen Wert,
nicht das Tempo in flüchtigen Stunden,
sondern wer die Seele des anderen ehrt,
hat die wahre Gemeinschaft gefunden.
223 Digitales Erbe 01.05.26
Vorschautext:
Was bleibt von den Zeilen im weiten Geflecht,
wenn die Hand, die sie schrieb, nicht mehr lenkt?
War’s nur ein flüchtiger Blick, der vergeht, ungerecht
oder das Wort, das ein Herz noch beschenkt?

Die Schränke geleert und die Räume geklärt,
das Greifbare fügt sich ins Leben hinein.
Was ist das Schweigen der Server noch wert
im endlosen, zeitlosen Widerschein?

Es wandern die Geister durch Daten und Licht,
ein Echo der Ferne in wandelnder Gestalt.
...
222 Hafentakt 27.04.26
Vorschautext:
Das Wasser nagt am morschen Steg,
der Rost frisst stumm am Eisen.
Ein Möwenschrei verliert den Weg
im Grau vergangner Reisen.
Ein Kranarm beugt sich müd und schräg,
als wollte er schweigend weisen.

Der Diesel singt ein müdes Lied,
die schweren Ketten tragen
den Takt, in dem ein Schatten zieht
und spricht von alten Tagen.
Ich spüre, wie die Zeit verriet,
...
221 Im Takt der schnellen Bilder 24.04.26
Vorschautext:
Das Schweigen lässt keinen Raum,
nur Flimmern, das sich selbst vergisst,
ein Strom aus Zeichen, Bild und Schaum,
der unberechenbarer als Denken ist.

Wir standen einst im Raum der Funken,
wo Ahnung leise Formen fand,
heut löscht ein Klick das Halbdunkel –
noch eh es fragend vor uns stand.

Die Bilder eilen uns voraus,
zu schnell für zögerndes Verstehen,
...
220 Das Elfenbeinhaus 17.04.26
Vorschautext:
Ein Aufstieg, kühl wie polierter Marmor,
kein Atem der Fabel, kein Herzschlag aus Traum.
Ein gläserner Fahrstuhl zieht lautlos hinauf,
ein Schuss durch die Etagen der Stille,
während Seile aus Schuld in der Tiefe beben
und tragen, was keiner mehr sehen will: Leben.

Dort oben erheben sich Türme aus Glas,
Säle, gedehnt wie vergessene Zeit.
Masken lächeln – glatt, geschliffen, leer –,
ihr Glanz: nur Hülle für innere Kargheit.
Und Stimmen klingen wie Münzen im Schacht,
...
219 Asche im Neonlicht 16.04.26
Vorschautext:
Die Nacht – ein schwarzes Feld,
auf dem Lichter zucken
und Menschen gesetzt werden
wie Figuren ohne Wert.

Die Musik hämmert.
Nicht laut –
sondern unerbittlich.
Ein Bass, der tiefer geht
als jedes Wort.

Schönheit flackert
...
218 Neonkäfig 15.04.26
Vorschautext:
Im Käfig der Nacht,
wo Neon die Sterne ersetzt,
verkauft sich die Seele
für Takte aus Stahl.

Gesichter wie polierte Scheiben,
maskiert von Schminke und Pose,
sprechen in Dialogen ohne Gewicht –
ihr Lachen klingt wie Münzen,
die in dunkle Schächte fallen.

Die Superfrau –
...
217 Schattenwurf 14.04.26
Vorschautext:
Ein kahler Raum, vom Mond gestreift,
wo keine Hand mehr nach ihm greift.
Das Gestern liegt wie Staub im Licht,
das durch die hohen Fenster bricht.

Was bleibt, ist nur ein matter Ton,
ein Flüstern aus der Illusion.
Und in der Stille der tiefen Nacht
verliert die Seele ihre eigene Macht.
216 Stillstand 14.04.26
Vorschautext:
Die Stadt hängt schwer im gelben Dunst,
kein Takt mehr, der das Blut bewegt.
Verblasst ist längst die alte Kunst,
die uns durch matte Tage trägt.

Wir warten auf ein hartes Wort,
das durch die Stille schneidend spricht,
an diesem stumpfen, leeren Ort,
bis endlich wieder Morgen bricht.
215 Das schwere Tuch 13.04.26
Vorschautext:
Ein fremdes Wort, ein dunkler Fluch,
aus Grauen grob geknüpftes Tuch.
Kein Stoff, den man sich wählen darf,
er zeichnet Schatten, kantig-scharf.

Die Blicke schlagen Narben tief,
wo mancher Ruf nach Antwort rief.
Kein Wind, der diese Last zerfrisst,
solang die Angst ein Anker ist.
214 Wenn der Kompass schweigt 11.04.26
Vorschautext:
Es tanzt der Schatten auf dem Riff,
ein kalter Hauch am Mastkorb weht.
Es wankt das dunkle Geisterschiff,
das am eignen Stolz vergeht.

Der Kompass dreht im leeren Kreis,
kein Sternbild weist den sichern Pfad.
Wir zahlen blind den hohen Preis
für jedes Wort und jede Tat.

Die Segel splittern, gefrorenes Glas,
der Wind singt Lieder voller Not.
...
213 Worte wie Waffen 07.04.26
Vorschautext:
Wenn Worte wie Waffen durchs Netz sich verbreiten
und Lügen als Wahrheit uns blindlings begleiten,
wenn Stimmen sich heben, doch niemand mehr hört,
weil jeder den anderen im Eifer zerstört –

dann sucht man den Ort, der noch Menschlichkeit kennt,
ein Gesicht ohne Maske, ein Wort, das nicht brennt,
ein Blick, der dich hält, wenn die Welt um dich bricht,
ein Auge, das sieht – und verurteilt dich nicht.

Doch wenn selbst die letzten Hoffnungen versagen,
wenn Zweifel sich mehren in Herzen und Tagen,
...
212 Eigentlich zufrieden 05.04.26
Vorschautext:
Ich sah die vielen Städte dieser Welt
und fragte selten nur nach Macht und Geld.
Ob Amsterdam, ob Prag, Berlin oder Wien –
was ich dort sah, ist tief in mir gediehen.

Ich sah das Licht, das Dunkle nahm ich auch,
den schnellen Glanz und jenen leisen Hauch.
Nicht nur der Schein bestimmte meinen Blick,
ich nahm auch das Zerbrechliche zurück.

Ich kannte keinen Krieg, kein großes Leid,
war nie verstrickt in Macht und blinden Streit.
...
211 Der leise Takt der Stadt 01.04.26
Vorschautext:
Das Pflaster dämpft den Schritt der Vielen,
ein Strom aus Zeit, der uns umschließt.
Wir treiben still in Zwischenzielen,
solang die Nacht vorüberfließt.

Die Fenster sehen ohne Blick,
sind aus blind gewordenem Glas gebaut.
Und was uns trägt, fällt Stück für Stück
in eine Stille, die sich staut.

Kein Wort, das bleibt, kein Hauch, der hält,
nur Klang aus Atem, Stein und Stahl.
...
210 Am Rand 26.03.26
Vorschautext:
Ewig nur am Rand gestanden,
nie gehörte ich richtig dazu.
Suchte Halt in fremden Landen,
doch fand ich nirgends Ruh’.

Ob ich Kind war oder Mann,
niemand fragte, wer ich bin.
Keiner sah, was ich begann,
niemand hörte, was ich bin.

Selbst in jedem Vers von mir
war Außenseitertum nie mein Ziel.
...
209 Glas und Äther 25.03.26
Vorschautext:
Das Wort, aus hartem Glas geformt,
ein Echo, das im Äther wacht.
Was einst nach altem Maß genormt,
versinkt nun in der tiefen Nacht.

Kein Anker hält im bleichen Licht,
wenn Zeilen sich im Strom verlieren.
Doch was der Geist in Stille flicht,
entzieht sich selbst dem ew‘gen Frieren.