Profil von Max Vödisch

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Registriert seit dem: 10.10.2012
Geburtsdatum: * 16.03.1956

Pinnwand


Meine Gedichte wurden als Buch mit dem Titel "Inmitten der Gesellschaft" 2013 vom Verlag united p.c. ISBN: 978-3-85040-941-4 veröffentlicht.

Als Leseprobe habe ich die Texte von "Gebrauchsgegenstand" und "Arbeitslosigkeit macht krank" auch auf meiner Homepage.

Bezugsquellen dieses Buches siehe:
http://maxvoedisch.jimdo.com/bezugsquellen-buch-erhältlich-bei/

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E-Mail-Adresse:
maxvoedisch@aol.de

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http://maxvoedisch.jimdo.com/

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Anzahl Gedichte: 207
Anzahl Kommentare: 69
Gedichte gelesen: 25.240 mal
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Titel
167 Die Berge aus Brot
Vorschautext:
All die Berge, Brot im Lot,
verfallen still dem Überfluss-Tod.
Ein Spiegel, kalt und gläsern klar –
von dem, was einst mal besser war.

Ein Zeichen unseres Ego-Wahns,
ein Denkmal aus dem Maßlos-Wahn.
Materialismus – stolz und blind,
als wären wir nicht Menschen, Kind.

In einem Land, das blüht und lacht,
wird täglich Nahrung weggemacht.
...
166 Verblasstes Grün
Vorschautext:
Ich träumte einst von Wiesen weit,
vom Grün – für immer, alle Zeit.
Das Leben schien wie Frühlingslicht,
doch heute spür ich’s einfach nicht.

Das Grün verlischt Stück für Stück,
zurück bleibt Schmerz statt Lebensglück.
Die Farbe flieht, die Welt wird leer
und Hoffnung trägt man nicht mehr so schwer.

Vielleicht lebt Grün nur noch im Traum,
in mir – nicht mehr im Weltenraum.
...
165 Zwischen Asphalt und Ackerland
Vorschautext:
Zuhause ruft die Sehnsucht leis,
nach Städten voller Glanz und Kreis.
Wo Wien in Kontrasten flimmert hell
und Berlin pulst – so laut, so schnell.

Ich liebe Frankfurts dunklen Klang,
Amsterdams verwegenen Drang.
Rotterdams Hafen, rau und weit,
trägt meine Träume durch die Zeit.

Flohmärkte, Gassen, Menschenflut –
sie wecken in mir wildes Blut.
...
164 Die Uhr der Erde
Vorschautext:
Siehst du den Schnee, wie leise er fällt,
ein Schleier sinkt auf diese Welt.
Dein Weg ist weit, das Ziel noch fern,
die Zeit verrinnt wie Licht im Stern.

Die Wälder sterben, Blatt für Blatt,
die Uhr der Erde wird nicht satt.
Sie zählt nicht mehr, sie läuft zurück,
ihr Takt verstummt – verlor’nes Glück.

Warum nur glaubt man Jahr um Jahr,
dass Fortschritt unsre Rettung war?
...
163 Gold für Schweigen
Vorschautext:
Sie sehen dich wie Staub am Rand,
doch suchen nachts nach deiner Hand.
Sie kaufen Nähe, flüchtig, kalt –
und nennen dich danach „verhalt“.

Du gibst, was sie im Dunkel wollen,
doch bleibst für sie nur Fleisch, nur Rollen.
Ein Körper, stumm, ein fremdes Tier –
sie zahlen nicht aus Achtung dir.

Kein Blick fragt je nach deinem Morgen,
kein Wort nach Sehnsucht, Schmerz, nach Sorgen.
...
162 Brücke aus Klang und Herkunft
Vorschautext:
Mein Name klingt euch fremd im Ohr,
doch trägt er Licht, kein finsteres Tor.
Er ist kein Echo alter Schuld,
sondern ein Ruf nach neuer Huld.

Ich komme von fern – ja, und noch mehr:
Ein Herz, ein Blick, verletzlich, leer,
wenn Mauern sich aus Worten bauen
und Blicke mich wie Nebel schauen.

Ich kenne Rassismus – hier wie dort,
im Heimatland, an fernem Ort.
...
161 Homosexuell
Vorschautext:
Du trägst dein Talent wie ein helles Licht,
doch Schatten folgten dir auf Schritt und Tritt.
Überall Spott, oft hämisch und gemein,
manch einer wollte nur, dass du unsichtbar bist.

Mut braucht es, so offen zu leben,
doch bitte, lass mir meinen Raum.
Ich konnte dich stets gut verstehen,
doch mein Herz kennt andere Wege kaum.

Intimität liegt zwischen klaren Grenzen,
die ich nicht überschreiten kann.
...
160 Alkohol – ein falscher Freund
Vorschautext:
Für dich beginnt die Welt zu stinken,
du greifst erneut zum Glas, zum Trinken.
Zu schüchtern, um dich selbst zu zeigen,
soll Whiskey deine Einsamkeit verschweigen.

Du sagst, er tröste dich bei Nacht,
doch hast du je daran gedacht?
Er wärmt dich nur für kurze Zeit,
zurück bleibt nichts – nur Bitterkeit.

Du wirst zum Schatten deiner Kraft,
dein Geist verliert, was früher schafft.
...
159 Stuttgart zwischen Gleisen und Gewissen
Vorschautext:
In einer Stadt, die Wandel verspricht,
doch unter Beton ihr Gedächtnis bricht,
stehen sie – nicht laut, nicht wild,
mit Rücken aus Jahren, im Herzen still.

Sie mahnen nicht aus Trotz, nicht aus Wut,
sondern aus Sorge, aus langem Mut.
Sie sahen, wie Bäume zu Zahlen vergeh’n,
und Träume im Größenwahn verweh’n.

Wo Gleise sich biegen in Spekulationslust,
stirbt die Natur in stummem Frust.
...
158 Fragen an den Glauben
Vorschautext:
Ich bin ein Mensch, der gerne hört,
was andre glauben, was sie stört.
Inmitten stiller Stadtgeräusche
traf ich Missionare, freundlich und leise.

Sie sprachen warm, in sanftem Ton,
von Gottes Reich, von Himmelslohn.
Von Jesus, der uns stets begleitet,
von Liebe, die durchs Leben leitet.

Ich hörte zu, mit offnem Sinn,
doch merkte bald: ich steh nicht drin
...
157 Spiegelungen
Vorschautext:
Grelle Blicke im Neonlicht,
Ausstrahlung ohne wahres Gesicht.
So glatt, so rein, so aufgebläht –
verloren im Glanz, der sie umweht.

Wir passen hier nicht hinein,
nicht Teil vom Glanz, vom gold’nem Schein.
Der Raum – so leer, so matt, so still,
die Frauen – schön, doch ohne Will’.

Sie wirken fern, sie strahlen bloß,
mein Herz erstarrt, mein Antrieb verfloss.
...
156 Filmvirus
Vorschautext:
Erotik flimmert, wild und heiß,
mein Denken schweigt im Bilderkreis.
Die Fantasie springt auf und lacht,
die Wirklichkeit verliert ihre Macht.

Horror kreischt im grellen Licht,
mein Herz verkrampft, mein Blick zerbricht.
Die Mauer kommt – zu spät erkannt,
die Wahrheit sticht mit scharfer Hand.

Western stauben, müde und leer,
der Held verblasst, sein Glanz ist verzehrt.
...
155 Der Idiot
Vorschautext:
Ich bin der Narr in deinem Spiel,
zahl deinen Preis und zahle zu viel.
Ich trag die Last, die du verheimlichst,
auch wenn dein Handeln ist schleimig.

Ich kehr den Staub aus deinem Blick,
verlier mich selbst in fremdem Glück.
Du nimmst, du forderst, bleibst bequem –
mein Herz erstickt in deinem System.

Du zählst dein Gold, ich zähl die Stunden,
mein Leben rinnt in deine Wunden.
...
154 Angebliche Freunde
Vorschautext:
Wenn ich mein Leben still betrachte,
spür’ ich, wie sich Bitterkeit entfacht.
Die meisten, die sich Freunde nennen,
sind selten ehrlich, sich mir zu bekennen.

Sie haben Zeit, doch nur für sich –
ihre Ausreden ermüden mich.
Sie kommen nur, wenn sie was brauchen,
ruft man sie, hört man ihr Schweigen hauchen.

Sie sind verschwunden, wenn man sie bittet,
und ihre Treue – längst verwittert.
...
153 Diese Stadt
Vorschautext:
Diese Stadt riecht nach Benzin,
nach Asphalt, laut und gemein.
Kein Grün, kein Wald, kein stiller Ort –
nur Lärm und Menschen, immerfort.

Bar an Bar, das Licht ist grell,
Kneipe an Kneipe, laut und schnell.
Ich bleibe hier, ich mag das Spiel,
die Nacht, den Rausch, das schnelle Ziel.

Ich liebe das Tempo, den urbanen Klang,
die Frauen, den Flirt, den kurzen Drang.
...
152 Zwischen Gassen und Gewitter
Vorschautext:
Ich liebe Städte, ihr Flüstern im Wind,
die flackernden Lichter, das Leben ist geschwind.
Doch manchmal, ganz leise, zieht etwas mich fort—
ein Schatten, ein Schrei, ein verstörter Ort.

Ein Sonntag, verregnet, im Spätsommergrau,
wir fuhren durch Straßen – kein Himmelsblau.
Ein Viertel, das fluchte in rostigem Ton,
wo Hoffnung zerbrach und Misstrauen wohn’.

Ein heruntergekommenes Lokal im fremden Raum,
drinnen ein Tumult, draußen Beton und Staub.
...
151 Vorurteile zur Zeit
Vorschautext:
Es klingt neu, doch alt ist das Geschehen,
wie Menschen voreilig im Urteil stehen.
Wer keinen Job hat, gilt schnell als faul,
wer anders denkt, der stört die Moral.

Wer leise lebt, den nennt man schwach,
wer widerspricht, der sucht den Krach.
Wer Leder trägt, sei voller Gewalt,
wer sich still verhält, wirkt schon kalt.

Doch wer nicht passt, gehört nicht dazu,
solche Parolen rauben die Ruh.
...
150 Der einsame Vampir
Vorschautext:
Wenn ich erwache,
stehen die Sterne günstig.
Es ist Mitternacht,
mein Herz schlägt unruhig.

Ich steig aus meinem Sarg,
die Zähne noch zu schärfen,
schleiche durch den Park,
alle schlafen, keiner merkt es.

Da sitzt ein junges Mädchen,
ihr Atem tanzt im Mondlicht.
...
149 Der DDR-Musiker und ich
Vorschautext:
Ich fahr am Abend durch die Stadt,
die Straße glänzt, ist feucht und glatt.
Ein DDR-Musiker winkt mir zu,
ich halte – und nehme ihn mit im Nu.

Wir fahren Richtung Hotel Strauß,
die Stimmung ruhig, fast wie zu Haus.
Auf einem Parkplatz, still und leer,
reden wir – das wiegt umso mehr.

Er sagt, dass es ihm hier nicht gefällt,
dass Freiheit oft nur Fassade hält.
...
148 Unsichtbar und nah
Vorschautext:
Ich lebe in einer Welt aus Glanz und Lärm,
doch mein Herz bleibt dem Unsichtbaren warm.
Nicht Geld, nicht Macht, nicht schneller Gewinn –
mein Glaube trägt, wo ich selbst nur bin.

Man nennt mich träumerisch, vielleicht naiv,
doch ich weiß, was mich im Innersten rief.
Wenn alles fällt, bleibt er mein Licht:
ein Gott, der spricht, schweigt – und nicht zerbricht.