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| 214 | Wenn der Kompass schweigt | 11.04.26 | ||
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Vorschautext: Es tanzt der Schatten auf dem Riff, ein kalter Hauch am Mastkorb weht. Es wankt das dunkle Geisterschiff, das am eignen Stolz vergeht. Der Kompass dreht im leeren Kreis, kein Sternbild weist den sichern Pfad. Wir zahlen blind den hohen Preis für jedes Wort und jede Tat. Die Segel splittern, gefrorenes Glas, der Wind singt Lieder voller Not. ... |
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| 213 | Worte wie Waffen | 07.04.26 | ||
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Vorschautext: Wenn Worte wie Waffen durchs Netz sich verbreiten und Lügen als Wahrheit uns blindlings begleiten, wenn Stimmen sich heben, doch niemand mehr hört, weil jeder den anderen im Eifer zerstört – dann sucht man den Ort, der noch Menschlichkeit kennt, ein Gesicht ohne Maske, ein Wort, das nicht brennt, ein Blick, der dich hält, wenn die Welt um dich bricht, ein Auge, das sieht – und verurteilt dich nicht. Doch wenn selbst die letzten Hoffnungen versagen, wenn Zweifel sich mehren in Herzen und Tagen, ... |
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| 212 | Eigentlich zufrieden | 05.04.26 | ||
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Vorschautext: Ich sah die vielen Städte dieser Welt und fragte selten nur nach Macht und Geld. Ob Amsterdam, ob Prag, Berlin oder Wien – was ich dort sah, ist tief in mir gediehen. Ich sah das Licht, das Dunkle nahm ich auch, den schnellen Glanz und jenen leisen Hauch. Nicht nur der Schein bestimmte meinen Blick, ich nahm auch das Zerbrechliche zurück. Ich kannte keinen Krieg, kein großes Leid, war nie verstrickt in Macht und blinden Streit. ... |
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| 211 | Der leise Takt der Stadt | 01.04.26 | ||
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Vorschautext: Das Pflaster dämpft den Schritt der Vielen, ein Strom aus Zeit, der uns umschließt. Wir treiben still in Zwischenzielen, solang die Nacht vorüberfließt. Die Fenster sehen ohne Blick, sind aus blind gewordenem Glas gebaut. Und was uns trägt, fällt Stück für Stück in eine Stille, die sich staut. Kein Wort, das bleibt, kein Hauch, der hält, nur Klang aus Atem, Stein und Stahl. ... |
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| 210 | Am Rand | 26.03.26 | ||
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Vorschautext: Ewig nur am Rand gestanden, nie gehörte ich richtig dazu. Suchte Halt in fremden Landen, doch fand ich nirgends Ruh’. Ob ich Kind war oder Mann, niemand fragte, wer ich bin. Keiner sah, was ich begann, niemand hörte, was ich bin. Selbst in jedem Vers von mir war Außenseitertum nie mein Ziel. ... |
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| 209 | Glas und Äther | 25.03.26 | ||
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Vorschautext: Das Wort, aus hartem Glas geformt, ein Echo, das im Äther wacht. Was einst nach altem Maß genormt, versinkt nun in der tiefen Nacht. Kein Anker hält im bleichen Licht, wenn Zeilen sich im Strom verlieren. Doch was der Geist in Stille flicht, entzieht sich selbst dem ew‘gen Frieren. |
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| 208 | Echos aus dem Strom | 22.03.26 | ||
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Vorschautext: Das Ruder, stumpf aus Stein und Gold, ein Steuermann, der blind sich krönt. Ein Schleier, schwer aus Geld gerollt, der jedes Uferleid verhöhnt. Sie sind die Wächter, die zerfallen, die Hirten, die die Herde scheuen. Sie lassen nur die Mauern hallen, wo leere Zeichen sich zerstreuen. Der Blick, aus kaltem Glas geschnitten, er spiegelt nur den eignen Schein. ... |
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| 207 | Abschied von den Zeilen | 12.03.26 | ||
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Vorschautext: Ich sage leise: Leb wohl, und meine Seele wird frei. Die Worte waren Lebenssinn und gaben mir, was ich selbst bin. Ich schrieb vom Frieden in der Welt, wenn Dunkel sie gefangen hält, von Drogen, die den Menschen fällen, von Alkohol, der viele Seelen quält. Ich schrieb vom Werk, vom Arbeitsgang, vom frühen Start, vom späten Gehen, ... |
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| 206 | Echo im Nebel | 12.03.26 | ||
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Vorschautext: Der Heimweg führt durch grauen Dunst, das Schweigen wird zur kalten Kunst. Kein Reim, der stützt, kein Takt, der hält, ein Riss geht durch den Rest der Welt. Die Logik mahlt den Sinn zu Staub, das Herz für jeden Funken taub. In diesem Nichts, das uns umfängt, ist jeder Schritt ein Schritt, der kränkt. Gemeinsam einsam, Hand in Hand durch tief verbranntes Niemandsland, ... |
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| 205 | Das älteste Gesetz | 08.03.26 | ||
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Vorschautext: Der Stahl ist kalt, die Fahne neu gefärbt, doch unter jedem Tuch das alte Leid. Was Väter mühsam uns als Fluch vererbt, kehrt wieder heim in neu bemalter Zeit. Die Grenze zieht den Graben durch das Land, Gehorsam wird als Tugend neu benannt. Wer auf den Nächsten zeigt und ihn verdammt, hat nicht das Wort erkannt, das über allem stand. In tausend Sprachen wurde es geschrieben, in Marmor, Pergament und in den Sand: ... |
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| 204 | Bahnhöfe – Gebäude der Wege | 07.03.26 | ||
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Vorschautext: Bahnhöfe, Hallen vieler Zeiten, wo Schritte durch die Stunden gleiten. Ein Dach aus Stein, aus Glas, aus Licht bewahrt die Wege wie ein stilles Gedicht. Da stehen Paläste aus Sandstein und Marmor, mit Bögen und Türmen, mit leuchtendem Tor. Sie tragen den Stolz vergangener Tage, als atme die Zeit eine steinerne Sage. Manche Halle war einst dem Himmel geweiht, in hohen Gewölben, fern jeglicher Zeit. ... |
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| 203 | Der Friedensflug der weißen Tauben | 05.03.26 | ||
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Vorschautext: Ein leiser Flügelschlag im Wind, der über grauen Mauern weht, wo Menschen voller Sehnsucht sind und mancher stumm am Fenster steht. Dort steigen weiße Tauben auf, sie tragen Zweige, jung und grün und nehmen still in ihrem Lauf den Traum mit, dass die Felder blüh’n. Sie kreisen über dem mürben Dach, das fast an dunkler Last zerbricht ... |
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| 202 | Das Leuchten der Stillen | 03.03.26 | ||
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Vorschautext: Du stehst im Wind wie ein alter Stamm, nicht um zu beugen, was um dich bricht. Dein Herzschlag folgt keinem fremden Bann, du suchst im Lärm nur das eigene Licht. Wie Tau auf dem Gras wirkt leise die Kraft, sie glänzt im Verborgenen, still und rein. Kein Schwert ist es, das dir Sicherheit schafft, nur der Mut, in der Härte ganz weich zu sein. Man deutet die Milde als Schwäche und Not, wie Türen, die offen für jeden Dieb stehen. ... |
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| 201 | Der letzte Flug | 03.03.26 | ||
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Vorschautext: Vieles wurde dir entrissen, wie Seiten, die im Winde wehen, doch du willst nichts mehr vermissen – und bleibst am letzten Fenster stehen. Ein Traum aus Rauch hebt dich empor, verspricht dir Frieden, fern der Pflicht, ein Paradies in weichem Flor – doch wahre Tiefe trägt er nicht. Du schwebst davon in dunkler Spur, Gedanken lösen jeden Schritt, ... |
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| 200 | Macht der Medien | 01.03.26 | ||
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Vorschautext: Schlagzeilen schreien schwarz auf weiß, die Wahrheit friert im Dateneis. Ein Klick – und schon zerbricht die Welt im Schein, der uns gefangen hält. Im Netz vermehrt sich Wort um Wort, Gerücht wird Richter, Wut zum Hort. Ein Bild, geschickt und fein verdreht, verweht die Wirklichkeit, die steht. Gesichter lächeln glatt und kühl, verkaufen Angst als Bauchgefühl. ... |
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| 199 | Der Strom der Jahre | 28.02.26 | ||
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Vorschautext: Ein Strom von Jahren trug mich fort, ich nannte Fleiß und Pflicht mein Licht. Von Seminar zu neuem Ort – doch wirklich sah man mich wohl nicht. Mit Fleiß bestand ich jede Prüfung, die Zeugnisse – fast wie eine Sucht. Doch fand ich keine echte Berufung, Anerkennung nie – nur Flucht. Die Zeugnisse lagen Blatt für Blatt, mit Siegel, Stempel, wohl bedacht. ... |
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| 198 | Das Wesen der Fische | 25.02.26 | ||
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Vorschautext: In tiefen Gewässern, wo Licht sich bricht, bewahren zwei Seelen ihr eigenes Gesicht. Sie schwimmen im Kreis, mal hierhin, mal dort, und finden im Träumerischen ihren Ort. Einfühlsam erspüren sie fremdes Leid, empfänglich für Schwingungen fern jeder Zeit. Doch was sie so gütig und mitfühlend macht, hat sie oft um klare Entschlüsse gebracht. Unentschlossen gleiten sie durch die Flut, weil in beiden Richtungen Wahrheit ruht. ... |
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| 197 | Die Lektion der Nacht | 24.02.26 | ||
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Vorschautext: Sie kam daher wie Sommerwind, im kurzen Kleid, das Funken schlägt. Ein Lächeln, das dich fast gewinnt, ein Blick, der tief dein Herz prägt. Sie tanzt so frei, so leicht, so nah, ihr Duft legt Glut auf deine Haut. Du denkst: Vielleicht wird Liebe wahr, weil deine Sehnsucht an sie glaubt. Sie lehnt sich an, spielt mit dem Glas, ihr Lachen rinnt wie edler Wein. ... |
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| 196 | Die Krähenkönigin | 22.02.26 | ||
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Vorschautext: Sie kreist im weiten, grauen Rund, ein Schatten über stillem Land. Sie braucht nicht jenen bunten Prunk, der nur im grellen Licht bestand. Ihr Federkleid, aus Nacht gewebt, trägt Glanz in tiefem Purpurschein. Wenn sie den Schwingenschlag erhebt, steht sie im Frost und Sturm allein. Wo andre vor dem Winter fliehen, bleibt sie der Heimat treu bekannt. ... |
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| 195 | Sonntagmorgen | 22.02.26 | ||
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Vorschautext: Der Tag beginnt mit falschem Licht, das grell durch blasse Lider bricht. Die Zeit steht still im Glas von gestern, wo sich Staub und Geist verschwestern. Die Uhr tickt in die leere Luft, vorbei der Lärm, der nach mir ruft. Das Atmen fällt im Zimmer schwer, die Welt da draußen wirkt so leer. Doch während noch der Nebel zieht und leise durch das Dunkel sieht, ... |
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