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Gedichte über Wünsche - Seite 242


In meinen Augen gibt es keine Wunder

Ich kann einfach nicht an Wunder glauben.
Dieser Glaube scheint nämlich zu gar nichts taugen.
Man sagt, man ist des Glückes der eigene Schmied.
Ist dies nicht so, dann ist man vielleicht ein Dieb.

Ein schönes Wunder wäre zum Beispiel,
wenn ich erreichen kann mein eigentliches Ziel.
Ich versuche zurzeit wirklich allen es recht zu machen.
Nur wenn ich das schaffen könnte, gäbe etwas zum lachen.

Da dies eigentlich unmöglich ist, braucht der Mensch Wunder.
Wenn wir das aber doch schaffen würden, würde das Leben werden immer bunter.
Ein Wunder wäre es schon, wenn man sich nicht ziehen lässt ziemlich runter.

Ich war bereits schon ganz unten gewesen.
Eine gewisse Person hat geschwungen einen neuen Besen
und dafür bin ich ein Leben lang sehr dankbar.
Seitdem ist mein Weg durch mein Leben völlig klar.

Es war vielleicht doch ein Wunder, das einer meine Verletzbarkeit gesehen hat.
Noch heute nach Jahren suche ich immer noch seinen Rat.
Ich schätze mal, ändern wird sich das nicht.
Wenn er mir helfen kann, dann wird noch heller sein Licht.

Komischerweise arbeitet er an mir mit vollkommender Logik.
So das ich gar nicht werden kann zu bockig.
Ich habe nämlich eigentlich Schwierigkeiten mit Autoritäten.
Er nahm mir diese Schwierigkeiten und jetzt tue ich mich nicht einmal zu schämen.

Ganz im Gegenteil! Mein Erlerntes gebe ich sogar liebend gerne weiter.
Nur so kann ich besteigen, diese Wunderleiter.
Hat man nämlich ein Wunder erlebt,
dann will man immer mehr, so das die Erde unter einem selbst bebt.
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Zwischen Angst und Wunsch

Es gibt diese Momente, in denen mich jemand berühren will
eine Umarmung, eine Hand auf meiner Schulter, ein sanfter Griff an den Arm,
oder einfach nur, dass jemand meine Hand hält.
Und mein Körper wird sofort schwer.
Manchmal fühlt es sich sogar wie Schmerz an.
Nicht laut, nicht sichtbar
eher wie ein Druck von innen, der sagt:
„Stopp. Das ist zu nah.“

Ich weiß oft nicht, wie ich das erklären soll.
Von außen sieht es aus, als würde ich Nähe ablehnen.
Trotzdem sehne ich mich nach Nähe.

Ich wünsche mir, dass Nähe sicher ist.
Ich wünsche mir, ihr vertrauen zu können.
Ich wünsche mir, dass sie mir nicht weh tut.
Ich wünsche mir, mich darin nicht zu verlieren.
Ich wünsche mir, dass mein Körper sagen darf: ja.
Ich wünsche mir, dass Nähe nicht mit Gefahr verknüpft ist.

Ich kenne Nähe kaum.
Oder nur in Momenten, die weh taten und mich verletzt haben.
Deshalb kann selbst etwas Schönes Angst auslösen
manchmal bringt es alte Gefühle hoch,
oft auch körperliche Reaktionen,
die mir den ganzen Körper schwer machen
oder die Stelle, die berührt wird, schmerzt.
Und doch wünsche ich mir, dass Nähe irgendwann normal sein darf,
dass sie nicht mehr Angst macht,
dass sie einfach sein kann.

Ich stelle die Bedürfnisse anderer häufig über meine eigenen.
Ich merke manchmal gar nicht, dass ich das tue.
Es passiert automatisch, als wäre es meine Aufgabe, dafür zu sorgen,
dass niemand enttäuscht wird.
Auch wenn ich dabei selbst verschwinde.

Dann ist da diese Leere, die kommt, wenn es eigentlich zu viel wurde.
Keine Kälte. Kein „Mir ist alles egal.“
Sondern Schutz. Eine Pause.
Ein leiser Rückzug, damit ich es aushalten kann.

Ich lerne, dass Nähe nicht weh tun muss.
Ich lerne, dass mein Körper nicht gegen mich ist, sondern für mich.
Ich lerne, dass mein Herz mehr kennt als Schutz.
Ich lerne, mich nicht zu verlassen, wenn es nah wird.

Und trotzdem
irgendwo in mir gibt es diesen kleinen, zarten Ort,
der sich nach Nähe sehnt.
Der weich ist.
Der empfindlich ist.
Der gesehen werden will,
ohne sich verstecken zu müssen.

Ich lerne, wieder zu mir zurückzukehren,
auch wenn ich berührt werde.
Und vielleicht
werde ich eines Tages nicht mehr zusammenzucken,
wenn jemand mich hält.
Vielleicht werde ich dann spüren,
dass ich bleiben darf.
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