Sortieren nach:

Gedichte über das Universum - Seite 10


Gedankenübernachtung

es ist schon oft richtig verrückt
vorallem, wenn mich was bedrückt
starre ich einfach vor mich hin
obwohl ich bewegt bin, in mir drin

um mich herum die Zeit verrinnt
ich sitze immer noch im selben Raum
doch der dreht sich im Uhrzeigersinn
um die Erdachse, das spürt man kaum

die Erde selber dreht sich um die Sonne
einmal im Jahr umkreist sie ihren Stern
was wäre die Milchstraße nur so ohne
eine Lücke würde sie sicher sehr stören

wieso startet ein neuer Tag am Morgen?
nur weil nachts das Sonnenlicht fehlt?
das Leben hält sich nachts verborgen
manche haben sich ein Nachtleben erwählt

mein Schlafrhythmus hängt ab von Gedanken
tagsüber verdrängen sie übliche Dinge
die meistens auch ohne mich stattfanden
nachts erheben sie sich in mir wie Rasierklingen

sie schneiden sich in meine Gehirnwelten
springen in meine Träume, platzen hinein
ich höre, wie sie in ihnen davonschnellen
ich jage ihnen hinterher, bin mit ihnen allein

sie lockten mich in einen Hinterhalt
umkreisen mich von allen Seiten
zwischen ihnen bleibt kein kleiner Spalt
beobachte, wie sie um mich streiten

der Sieger tritt hervor und fordert mich
zwingt mich im Dunkeln ins Rampenlicht
umschlingt mich mit sich augenblicklich
ich begreife ihn als er ergreift mein Ich

ergriffen blitzt es in mir durch die Nacht
als der nächste Gedanke in mir erwacht
eben noch im Blitzlichtgewitter
zerrt er mich hinter ein Fragengitter

über mich ergeht ein Hagel aus Fragezeichen
ich ringe nach Antworten im Nichts
diese Fragen wollen einfach nicht weichen
ich schreie im Schlaf mit stummen Gesicht

angekettet an den bohrenden Fragenstäben
fühle ich mich gepeinigt in mir schwebend
ein Geräusch von außen eilt mir herbei
aus meinem Verließ ließ man mich endlich frei

verschwommen im Blick starr ich auf die Uhr
in LED Strichen chiffriert steht was von zwei
dreh mich auf die andere Seite meiner Statur
außen fällt der Vorhang, innen wartet Nr. 3 ...

© meteor 2025
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen




Meteorschauer

ich raste einst durch den Raum
sah Sterne um mich herum tanzen
eins mit ihnen zu sein mein Traum
mein Wunsch war eine Romanze

eine Meteorin hatte sich in mich verliebt
ich war das Feuer, das ihn ihr loderte
unbemerkt bis es dann geschieht
als ihr inneres Feuer mich eroberte

ohne das wir es fassen konnten
verpassten wir uns so viele Male
vorbei an unzähligen Monden
außen eiskalt, innen unsere Signale

weil unsere Melodie im All erklingt
Gravitation uns zu sich heranzieht
unsere Laufbahn ist vorher bestimmt
die Einsamkeit endlich verfliegt

zwei Meteorschauer kreuzten sich
eine Explosion in der Atmosphär'
inmitten ihnen du und ich
wir kollidierten, stürzten zum Meer

Wind ließ unsere Liebe erdröhnen
streichelte das Verlangen zur Glut
ließ uns zu einem Feuer aufstöhnen
was sich wie Lava in uns entlud

zerbrochen in Millionen Teilchen
sind wir ewige Energien im Tanz
Liebe & Sehnsucht in uns gleichen
als Erdmenschen sind wir ganz

erleben gemeinsame Meteorschauer
mit voller Wucht mitten im Herz
wäre dieses Gefühl doch von Dauer
unser Heimweh zieht uns himmelwärts

im grellen Funkenflug unsere Trennung
wieder entzwei ging unser glühend Kern
was jetzt folgt, ist wie eine Verbrennung
für eine lange Weile sind wir wieder fern

zum Abschied blicke ich zurück
bedanke mich für all das große Glück
auch von allen anderen Lebewesen
die mir hier so kostbar sind gewesen

Tränen verdampfen auf dem Weg
weil mich die Atmosphäre nun hochhebt
seid gewiss ich trage euch bei mir mit
denkt an mich, wer nach oben sieht

unsere Laufbahnen sind vorherbestimmt
so auch, wann wir wieder zusammen sind
warten wir ab, bis unsere Melodie erklingt
unsere Energie gleichen Raum einnimmt

© meteor 2025
... hier klicken um den ganzen Text anzuzeigen