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Gedichte Über Unheil - Seite 7


Titanisches.

Titanisches.

Ich wollt' ich wär die ‘Titanic’.
Wirklich?
Sonderbar!
Doch ganz klar:
Wär ich ganz normal durch die
Ozeane getrottet,
Hätten’s mich schon lange
kommentarlos verschrottet.
Aus mir wurde was, werd’ noch nach Jahren
in Kantinen, Cafés, Internet-Baren
die analysierenden
vibrierenden
superkühlen
durchwühlen.

Hollywood macht’s möglich.
Wörtlich!
Was tödlich,
ist gefragt, ist anscheinend nötig.
Bring jetzt ein mehrfaches an Millionen ein als selber gekostet,
Bin, dank des Filmes, das rentabelste Ding, dass jemals verrostet.
Beflaggt mit Streifen und Sterne
dampfte ich in die Ferne
War Spitzentechnologie
war voll drin!
Ein Turm zu Babylon
in Brutto-Tons.

Bin hochberühmt in jedem Land!
Weltbekannt!
Von Jung und Alt
zu Heldin der Meere ernannt.
Welcher Maid ward, noch so gut gebaut
beim ersten Ausgang der
Keuschheit beraubt?
Habe mit einem einzigen
Seitensprung, eisig geküsst,
mit dem Leben gebüsst.
Da beladen mit Fehl
nahm mich die See.
Hochmut bringt Fall.
Überall.

Bin das Jahrhundertereignis
schlechthin.
Bin ‘in’ !
Immerhin,
liegen noch ein paar kalte Körper
drin.
Neben Gold-Fasanen, Calvados
d’hors age,
Chinesische Vasen, Geschmeide en
masse,
modern die Seidenkleider der
Mätressen.
ein Stock tiefer die verfaulten
Resten
deren in Zwillichhosen,
der Matrosen,
und solchen, die nicht in die
Barkassen
passten.

Happyend? Gibt es nicht!
Es bricht
das Herz, im Gesicht
brennt die Tränengischt.
Das Orchester spielt bis zum
Gehtnichtmehr
«Näher mein Gott zu dir.»
Er geht dem näher, versinkt im
Meer.
Sie bleibt hier.
Trotz der stürmischen Flut
hört sie sein Flüstern;
«Für Dich wird alles gut.».
Die Liebe
verinkt nie!

© H. Aemmerli, Januar 1998
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Die drei Todbringer

Die drei Todbringer

Sigmund Freud konnte noch von Kränkungen sprechen
Bei den geistesgeschichtlichen Beleidigungsfragen,
Für die sich angeblich sogar manche Götter rächen,
Womit wir Schuldfragen auf Schultern zu tragen.

Und die Bibel kannte noch regionale Plagen,
Mit denen Gläubige an ihren Gott gekettet.
Den Verständigen konnte man so Trost zusagen:
Wer reumütig umkehrte, der war errettet.

Doch hört man immer wieder den dummen Satz:
„Menschheitsplagen hat es schon immer gegeben!“
Bis heute ist das nichts als ein Totschlagsatz,
Der sich entfernt von aktuellem Erleben.

Denn heute haben wir die drei Todbringer,
Die nicht mehr regional wirken, sondern global,
Mit denen der ewige Sensenschwinger
Die Menschheit schwer bedroht jetzt, radikal.

Corona hat von China her die Welt überschwemmt
Und bereits Millionen an Opfern gefordert.
Natürlich hat man das Virus forschend gehemmt,
Indem man in großen Mengen Impfdosen geordert.

Doch dieses Virus mutiert unkontrollierbar,
Ständig bildet es überall neue Varianten,
Bleibt gefährlich und todesverführbar,
So dass der bleibt in allen Weltlanden.

Der Ukrainekrieg treibt den zweiten Todbringer voran,
Vernichtet Menschenleben und Getreideregionen,
Nur, weil ein Despot offenbar nicht anders kann,
Als täglich zu errichten weitere Todeszonen

In denen Menschenleben ausgelöscht,
Nur weil er in eine Staatsideologie vernarrt
Und er sich nicht hin zum Christenfrieden erlöst,
Da er mehr Panzer und Raketen herkarrt.

Und über diesem allem schwebt das Damoklesschwert,
Das ist der dritte Todbringer: Heißzeit und Brutofenhitze.
Wenn der Golfstrom gar noch seine Fließrichtung umkehrt,
Verschwinden letzte Ignoranten und die plumpen Witze.

Heute jagen viele Klimakonferenzen einander,
Doch Kondensstreifen verschandeln weiterhin den Zenit
Und mancherorts kämpfen Laberhühner mit dem Ganter,
Vertreiben Friedenstauben, bringen nur Reden mit.

Natürlich gibt es auch ein Tempolimit nicht
Und die Welt verzichtet auf keinerlei Flüge.
Containerriesen durchpflügen der Ozeane Plastikgesicht
Und tagtäglich fahren Millionen Autos, Busse und Züge...


©Hans Hartmut Karg
2022

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